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Wettbewerbsbeschränkungen in professionellen Sportligen

Überlegungen zu Gehaltsobergrenzen im deutschen Profi-Fussball aus wirtschaftstheoretischer Sicht

Wettbewerbsbeschränkungen in professionellen Sportligen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Mario Konrad
  • Abgabedatum: Januar 2004
  • Umfang: 48 Seiten
  • Dateigröße: 220,0 KB
  • Note: 3,3
  • Institution / Hochschule: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn Deutschland
  • Bibliografie: ca. 27
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-0668-4
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8366-0668-4 P
  • ISBN (CD) :978-3-8366-0668-4 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Konrad, Mario Januar 2004: Wettbewerbsbeschränkungen in professionellen Sportligen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Salary Caps, Gehaltsrestriktion, Profifussball, Wettbewerb, Sport

Diplomarbeit von Mario Konrad

Einleitung:

Der Gedanke, dass Gehaltsrestriktionen Auswirkungen auf den Wettbewerb und daher auch auf eine Veränderung von Teamprofiten haben können, soll thematisch im Zentrum dieser Arbeit stehen. Denn signifikant angestiegene Spielergehälter und Ablösesummen seit dem Bosman Urteil Mitte der 90er Jahre im europäischen Fußball, sowie der durch die Insolvenz der KirchMedia AG ausgelöste und in den Medien propagierte Beinahe-Kollaps des Systems deutscher Profifußball, führten seitens Vereinsmanagern, Verbandsfunktionären, zahlreicher Medien, sowie neutraler Beobachter zu der Forderung, dass Spielergehälter drastisch gekürzt werden müssten.

Zwar ist die deutsche Liga im europäischen Vergleich laut einer Studie des Wirtschaftsprüfungsunternehmens Deloitte & Touche hinsichtlich des Indikators Gehälter versus Umsatz der einzelnen Vereine in der Spielzeit 2003/2004 im Durchschnitt gut positioniert (49 gegenüber 90 Prozent in der italienischen Seria A), jedoch ist auffällig, dass acht Vereine der beiden Bundesligen die Lizenzauflagen des DFB nur unzureichend erfüllen und entsprechend die Lizenzen für die Spielzeit 2003/2004 nur unter Auflagen erhalten.

Ein Blick auf die vier großen amerikanischen Major Leagues, NBA, NFL, NHL und MLB scheint die Forderung nach einer veränderten Lohnpolitik unmittelbar zu unterstützen. In allen vier amerikanischen Profiligen, die eine vermutet hohe Rentabilität aufweisen, existieren in unterschiedlichen Ausprägungen Gehaltsrestriktionen. Es scheint also, dass tatsächlich eine Lösung der spezifischen Probleme der deutschen Bundesliga lauten könnte, Gehaltsrestriktionen nach amerikanischem Vorbild zu etablieren.

Jedoch zielt die Diskussion in Deutschland scheinbar auf die recht triviale Überlegung ab, dass fehlende Fernsehgelder beispielsweise durch gekürzte Spielergehälter kompensiert werden könnten und sollten. Wissensdefizite bestehen jedoch ganz offensichtlich bei der Wirkungsweise und der Effizienz solcher Gehaltsrestriktionen unter Wettbewerbsgesichtspunkten. So wird bei näherem Hinsehen deutlich, dass die Einrichtung der zahlreichen Arbeitsmarktrestriktionen in den amerikanischen Major Leagues nicht nur eine Budgetfrage der Teams ist. Vielmehr sollen sie der langfristigen Überlegung dienen, einen spannenden und somit für die Fans unterhaltsamen Wettbewerb zu erhalten, der auf lange Sicht hohe Erträge für Ligabetreiber, die Teams und auch die Spieler sichert.

Im Verlauf der vorliegenden Arbeit werden zunächst am Beispiel einer amerikanischen Profiliga kurz die dort eingerichteten Arbeitsmarktrestriktionen vorgestellt, wobei durch diese Darstellung auch eine Abgrenzung zum europäischen Ligasystem erfolgt. Vor diesem Hintergrund ergeben sich unmittelbar Fragen von wirtschaftstheoretischem Interesse, welche helfen, die vorliegende Arbeit in einen Gesamtzusammenhang einzubetten.

In Abschnitt 1.3 wird deutlich gemacht, wie der modell-theoretische Teil dieser Arbeit aufgebaut ist und welche Fragen genauer behandelt werden. Ferner soll darauf hingewiesen werden, welche Punkte nicht angesprochen werden können. Um eine Perspektive zu liefern, was den Leser dieser Arbeit im Einzelnen erwartet, soll diese Abgrenzung vergleichbar umfassend ausfallen.

Inhaltsverzeichnis:

1. EINLEITUNG 1
1.1 KONZEPTION DER ARBEIT 1
1.2 DER STATUS QUO: ARBEITSMARKTRESTRIKTIONEN IN DEN MAJOR LEAGUES 2
1.2 Institutionelle Unterschiede der US-Ligen zum europäischen Ligasystem 2
1.2.2 Entwicklung von Arbeitsmarktrestriktionen am Beispiel der NBA 2
1.3 DAS MODELL UND WIRTSCHAFTSTHEORETISCHE ÜBERLEGUNGEN 4
1.3.1 Aufbau des modelltheoretischen Teils der Arbeit 4
1.3.2 Fragestellungen aus wirtschaftstheoretischer Sicht 5
2. MODELLBETRACHTUNG 8
2.1 ZWEI-KLUB-MODELL 8
2.1.1 Einführung und Ertragsfunktion 8
2.1.2 Nachfrageelastizität der Fans und Entwicklung der Teameinnahmen 10
2.1.3 Überlegungen zur Effizienz einer ausgeglichenen Liga 13
2.1.4 Die dem Modell zu Grunde liegende Produktionstechnologie 14
2.1.5 Marktgleichgewicht im Modell ohne Restriktionen 18
2.1.5.1 Einfluss der Marktgröße auf das Gleichgewicht 18
2.1.5.2 Graphische Analyse des Gleichgewichts 19
2.1.6 Marktgleichgewicht im Modell mit Teamgehaltsobergrenzen 20
2.1.7 Veränderung der Teamprofite durch Einführung der salary cap 22
2.1.8 Modell mit zusätzlich individuellen Gehaltsgrenzen 23
2.1.9 Zusammenfassung 25
2.2 ERWEITERUNG DES MODELLS 26
2.2.1 Externe Effekte durch Existenz eines übergeordneten Wettbewerbsmodus 26
2.2.2 Modell eines offenen Spielermarktes 28
2.3 MODELLKRITIK 32
3. RESÜMEE UND IMPLIKATIONEN 36
3.1 SCHLUSSFOLGERUNGEN 36
3.2 EMPIRISCHE BEOBACHTUNGEN UND AUSBLICK 38
3.2.1 Tatsächliche Auswirkung einer cap in der Realität am Beispiel der NBA 38
3.2.2 Ausblick 39
4. ANHANG 41
5. LITERATURVERZEICHNIS 45

Textprobe:

Kapitel 2.1.1, Einführung und Ertragsfunktion: Wie bereits in der Einleitung dieser Arbeit angemerkt, werden salary caps in Europa u.a. von den Vereinsverantwortlichen als einfache, bzw. scheinbar logische Möglichkeit angesehen, die Ausgabenseite der Teams erheblich zu senken. Teammanager, die sich in diesem Punkt gerne als die Anwälte der Fans ausgeben, führen unter anderem an, dass sie durch die hohen Spielergehälter gezwungen werden, die Ticketpreise für den Stadionbesuch zu erhöhen. Dieses Argument widerlegt unter anderem SCULLY: salary caps haben keinen unmittelbaren Einfluss auf die Ticketpreise, da die Teams zumindest im amerikanischen Markt auf lokaler Ebene monopolistische Anbieter des Spitzensports ihrer Sportart sind.

Die Grenzkosten eines jeden weiteren Zuschauers im Stadion gehen gegen Null und die Kosten der Vereine sind auf diese Art und Weise weitestgehend losgelöst von der Gesamtzuschauerzahl. Die einfache Bedingung zur Maximierung des Preises führt zu dem Ergebnis, dass der optimale Eintrittspreis bei gegebener Qualität des angebotenen Gutes, schlicht das Maximum der Nachfragefunktion der Fans nach dem Gut Stadionbesuch darstellt.

Ein Gewinn maximierender Teammanager kann seine Einnahmen, außer im Ausnahmefall einer sehr unelastischen Nachfrage, somit nicht erhöhen indem er höhere Ticketpreise verlangt. Die fallende Nachfrage der Fans würde zu einem Sinken der Einnahmen führen. Es ist also seitens der Vereine keine effiziente Lösung, steigende Löhne der Spieler durch höhere Ticketpreise refinanzieren zu wollen.

Salary caps sind also keine gute Begründung für stabile Ticketpreise, wie von den Teammanagern gerne angeführt wird. Von Interesse im Rahmen der vorliegenden Arbeit bleibt somit die Frage nach der Erhaltung (bzw. Einrichtung) eines möglichst spannenden Wettbewerbs und der Überlegung, ob dies allein durch die Einführung von salary caps geleistet werden kann.

KÉSENNE führt zur Überprüfung dieser Fragestellung ein Zwei-Klub-Modell an, welches im Folgenden kritisch dargestellt werden soll. Vorab sei bereits angemerkt, dass das vorliegende Modell Preis bestimmende Faktoren außer Acht lässt und somit annimmt, dass die Preise, denen sich die Konsumenten gegenüber sehen, im Modell exogen gegeben und als fix anzunehmen sind. Késenne unterstellt demnach, dass die Entscheidung über die angebotene Qualität des von den Teams produzierten Outputs keinen Effekt auf den Marktpreis dieses Gutes hat. Die Qualität des Produktes Fußballspiel, welches gezielt für den Weiterverkauf an interessierte Abnehmer produziert wird, wird aus Gründen der Vereinfachung als Preis determinierende Variable somit im Modell nichterfasst.

Das Modell geht davon aus, dass die beiden Teams annahmegemäß in zwei Märkten unterschiedlicher Größe angesiedelt sind. Die Gesamteinnahmen eines Clubs hängen demnach einerseits von der exogenen Marktgröße M, andererseits von der relativen Gewinnwahrscheinlichkeit W ab, wobei sich die bei den Gewinnwahrscheinlichkeiten der Teams zu 1 addieren müssen. Wie bereits angedeutet, existiert für die Teams ein trade off zwischen dem Anreiz, möglichst häufig zu gewinnen und dem gemeinschaftlichen Ziel der Teambesitzer, eine möglichst spannende Liga zu etablieren. Formal lässt sich dies mit der in der Gewinnwahrscheinlichkeit fallenden Funktion des Grenzertragesfassen.

Arbeit zitieren:
Konrad, Mario Januar 2004: Wettbewerbsbeschränkungen in professionellen Sportligen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Salary Caps, Gehaltsrestriktion, Profifussball, Wettbewerb, Sport

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