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Wettbewerbsanalyse zur Vorbereitung der Internationalisierung von TÜV Rheinland Group in russischsprachige Länder

Wettbewerbsanalyse zur Vorbereitung der Internationalisierung von TÜV Rheinland Group in russischsprachige Länder
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Roman Raaz
  • Abgabedatum: Juni 2007
  • Umfang: 105 Seiten
  • Dateigröße: 726,7 KB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Technische Universität Berlin Deutschland
  • Bibliografie: ca. 155
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-1752-9
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Raaz, Roman Juni 2007: Wettbewerbsanalyse zur Vorbereitung der Internationalisierung von TÜV Rheinland Group in russischsprachige Länder, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Technischer Überwachungsverein, Drei-Sektoren Theorie, Dienstleistung, Internationalisierung, Russland

Diplomarbeit von Roman Raaz

Einleitung:

In den letzten Jahrzehnten fand in den meisten Industrieländern ein rasanter volkswirtschaftlicher Strukturwandel. Der tertiäre Sektor (Dienstleistungen) gewann seit den 60-70er Jahren sehr stark an Bedeutung. In den entwickelten Industrieländern wird heute weit über 60 Prozent des gesamten Bruttosozialprodukts erwirtschaftet. Eine wesentliche Rolle bei dieser Entwicklung spielen Internationalisierung der Weltwirtschaft sowie Informations- und Kommunikationstechnologien.

Der Dienstleistungssektor vereint in sich eine Vielzahl von sehr heterogenen Leistungen aus verschiedensten Wirtschaftsbereichen. Im zweiten Kapitel dieser Arbeit werden zunächst die Definitionskriterien und die unterschiedlichen Theorien zur Erklärung des intersektoralen Strukturwandels erklärt.

Das schnelle Wachstum des Dienstleistungssektors ist vor allem auf die unternehmensnahen Dienstleistungen zurückzuführen. Im zweiten Kapitel wird speziell auf technische Überwachung-, Prüfung- und Zertifizierung von Produkten und Dienstleistungen als einen typischen Vertreter des unternehmensnahen Dienstleistungssektors eingegangen. Im Mittelpunkt dieser Darstellung stehen die Entwicklung insbesondere der Technischen Überwachungsvereine in Deutschland sowie eine Marktanalyse vor dem Hintergrund der Liberalisierung des deutschen Prüf- und Zertifizierungsmarktes.

Im letzten Kapitel wird eine Branchenstrukturanalyse des russischen Prüf- und Zertifizierungsmarktes durchgeführt. Vom besonderen Interesse ist hierbei die Zertifizierung im Bereich des Brandschutzes im System des russischen Ministeriums für außerordentliche Ereignisse.

TÜV Rheinland Group, als Auftraggeber dieser Diplomarbeit, ist einer der größten Prüfdienstleiter weltweit. Seine Entwicklung und Position im internationalen Wettbewerb stehen im Mittelpunkt dieser Arbeit. Die Wettbewerbsanalyse des russischen Marktes im Hinblick auf die Prüfdienstleistungen im Bereich des Brandschutzes soll TÜV Rheinland Group als Grundlage für die Strategieentwicklung bei der Erschließung dieses Dienstleistungsbereichs in Russland dienen.

Das verwendete Datenmaterial wurde überwiegend offiziellen Publikationen sowie insbesondere im dritten und vierten Abschnitt aktuellen Internetpräsenzen und Pressemitteilungen der jeweiligen Unternehmen entnommen. Um Aktualität zu gewährleisten, wurde bewusst auf die Berichte aus der Tagespresse sowie Internetquellen im In- und Ausland zugegriffen.

Inhaltsverzeichnis:

Vorwort I
Abkürzungsverzeichnis V
Abbildungsverzeichnis VII
1. Einleitung 1
2. Volks- bzw. betriebswirtschaftliche Betrachtung des Dienstleistungssektors 3
2.1 Volkswirtschaftlicher Strukturwandel 5
2.1.1 Drei-Sektoren-Theorie 6
2.1.1.1 Ursachen und Folgen des Strukturwandels 8
2.1.1.2 Kritik am Drei-Sektoren-Ansatz 10
2.1.2 Weitere Erklärungsansätze des intersektoralen Strukturwandels 11
2.1.3 Abschließende Bemerkungen zum intersektoralen Strukturwandel 12
2.2 Begriff und Systematisierung von Dienstleistungen 14
2.2.1 Ökonomisch-theoretische Definitionsansätze 15
2.2.2 Dienstleistungsbegriff in der Soziologie und den Rechtswissenschaften 17
2.2.3 Ansätze zur Systematisierung von Dienstleistungen 18
2.2.3.1 Eindimensionale Systematisierungsansätze 19
2.2.3.2 Mehrdimensionale Systematisierungsansätze 19
2.2.4 Zwischenfazit: Dienstleistungsbegriff 22
2.3 Internationalisierung und ihre Auswirkungen auf den Dienstleistungssektor 22
2.3.1 Definition von Internationalisierung 23
2.3.2 Gründe und Auswirkungen der zunehmenden Internationalisierung 24
2.3.3 Internationalisierung im Dienstleitungssektor 25
2.3.3.1 Ursachen für die Internationalisierung im Dienstleitungssektor 26
2.3.3.2 Chancen und Risiken der Internationalisierung 28
2.4 Aktuelle Entwicklungen im Dienstleistungssektor und Prognosen 30
2.5 Abschließende Bemerkungen zum Dienstleistungssektor 32
3. Technische Prüfung und Überwachung als Dienstleistung 33
3.1 Technische Überwachungsvereine 33
3.2 Struktur des Marktes in Deutschland 35
3.3 Geschäftsfelder 38
3.4 Geschäftszahlen im Überblick 43
3.5 Zukünftige Entwicklungen 46
3.5.1 Zukünftige Entwicklungen auf dem inländischen Markt 46
3.5.2 Technische Prüfdienstleister und die Internationalisierung 49
3.5.3 Mögliche Risiken 50
3.6 Zwischenfazit 54
4. Technische Überwachung als Exportprodukt: TÜV Rheinland Group und russischer Markt. 57
4.1 Allgemeine Wirtschaftlage in der Russischen Föderation 58
4.1.1 Private Nachfrage 61
4.1.2 Investitionsklima 62
4.1.3 Risiken für das Wirtschaftswachstum 65
4.1.3.1 Infrastruktur 65
4.1.3.2 Demographische Situation 65
4.1.3.3 Staatliche Interventionen in die Wirtschaft - Renationalisierung 65
4.1.3.4 Bürokratie und Korruption 67
4.1.4 Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und Russland 68
4.1.5 Fazit 71
4.2 Zertifizierung in Russland 72
4.3 TÜV Rheinland in Russland 75
4.3.1 Wettbewerbsanalyse von TÜV Rheinland am Beispiel der Zertifizierung von Produkten und Dienstleistungen im Brandschutzbereich. 76
4.3.1.1 Five-Forces-Model 77
4.3.1.1.1 Rivalität unter den bestehenden Wettbewerbern und Bedrohung durch neue Anbieter 78
4.3.1.1.2 Verhandlungsstärke der Abnehmer 79
4.3.1.1.3 Bedrohung durch Ersatzprodukte 80
4.3.2 Schlussbemerkungen zur Branchenstrukturanalyse 81
4.4 Fazit Internationalisierung von TÜV Rheinland nach Russland 82
5. Schlusswort und persönliche Bemerkungen des Verfassers. 84
Literaturverzeichnis 86

Textprobe:

Kapitel 3.1, Technische Überwachungsvereine:

Die Nutzung von Dampfmaschinen für die Energieerzeugung anstatt Wind und Wasser hatte einen tief greifenden technologischen Wandel eingeleitet. Der Betrieb von Dampfmaschinen galt allerdings aufgrund von vielen Unfällen als sehr problematisch. Die gegen Mitte des 18. Jahrhunderts eingeführten staatlichen Kontrollen der Dampfmaschinen wurden von den Zeitgenossen vielfach als unzureichend und nicht kompetent kritisiert. Mit der zunehmenden Leistungsfähigkeit von Dampfmaschinen wurden die von ihnen ausgehenden Gefahren noch verheerender.

Knapp ein Jahr später wurde in Mannheim nach dem englischen Vorbild die ‘Gesellschaft zur Überwachung und Versicherung von Dampfkesseln mit dem Sitz in Mannheim’ gegründet. Die Gründer waren 21 Dampfkesselbesitzer, die insgesamt 37 Kessel betrieben. Innerhalb der nächsten Jahre entstanden zahlreiche regionale ‘Dampfkessel-Überwachungs- und Revisions-Vereine’ (DÜV). Als private Selbsthilfe-Organisationen der Kesselbetreiber verfolgten sie folgende Vereinszwecke: Verhütung von Dampfkessel-Explosionen, Förderung eines rationalen Betriebs der Dampfkessel und Dampfmaschinen, Herbeiführung von Brennmaterial-Ersparnissen sowie sorgfältige Überwachung und Weiterbildung der Kesselwärter.4 Mir der zunehmenden Mechanisierung und schnellen Verbreitung der Elektrizität wurde den DÜVs die Überwachung anderer überwachungsbedürftiger Anlagen und Geräte vom Staat übertragen. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurden DÜV-Sachverständige mit der steigenden Zahl der tödlichen Stromunfälle auch für die Elektrizitätswerke tätig. Seit 1906 übernahmen sie das Prüfen von Kraftfahrzeugen sowie später auch der Fahrerprüfung und haben sich ab 1910 maßgebend an der Schaffung des ersten reichseinheitlichen Straßenverkehrsrechts beteiligt. Schnell wurden aus reinen ‘Dampfkessel-Prüfern’ Organisationen mit hoch qualifizierten Sachverständigen auf verschiedensten Fachgebieten.

Kapitel 3.5.3, Mögliche Risiken:

Neben der begrenzten Ressource Finanzmittel könnte der momentane Mangel an geeigneten Arbeitskräften in Deutschland zu einer ernsten Gefahr für die hochgesteckten Ziele der Prüfkonzerne werden. Der für die Vermittlung einer Dienstleistung ausschlaggebende Faktor ‘Mensch’ wird immer knapper und führt, wie bereits seit Jahren registriert wird, zu vermehrten Abwerbe versuchen von gut qualifizierten Ingenieuren.

Sorgten die TÜVs früher als neutrale, nicht auf Gewinnerzielung ausgerichtete Organisationen für die technische Sicherheit von Anlagen und Geräten und damit für die Wahrung von öffentlicher Ordnung und Allgemeininteressen, so sind sie heute selbstständige privatwirtschaftliche Unternehmen, die sich nach allen Künsten der Freien Marktwirtschaft um die Gunst der Kunden bemühen. Der starke Wettbewerb kann die Prüfkonzerne dazu verleiten, ihre Preise zu senken, was mitunter zur Verschlechterung der Arbeitsbedingungen von Prüfern führen (z. B. zunehmender Zeitdruck) und damit zur Absenkung der Qualitäts- und Sicherheitsstandard allgemein. Die Mitarbeiter der Prüfkonzerne, die früher mehr oder weniger neutral und unabhängig vom Ergebnis und Umfang ihrer Gutachtertätigkeit ihre Arbeit in gut ‘gesicherten’ Regionalmonopolen verrichteten und dafür ein beamtenähnliches Gehalt bekamen, bewegen sich in einem schwierigen Umfeld.

Arbeit zitieren:
Raaz, Roman Juni 2007: Wettbewerbsanalyse zur Vorbereitung der Internationalisierung von TÜV Rheinland Group in russischsprachige Länder, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Technischer Überwachungsverein, Drei-Sektoren Theorie, Dienstleistung, Internationalisierung, Russland

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