Der Wettbewerb auf dem deutschen Telekommunikationsmarkt nach der Liberalisierung des Festnetzes
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Michael Werner
- Abgabedatum: Mai 1998
- Umfang: 107 Seiten
- Dateigröße: 677,5 KB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Dortmund Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-0928-9
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-0928-9 P - ISBN (CD) :978-3-8324-0928-9 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Werner, Michael Mai 1998: Der Wettbewerb auf dem deutschen Telekommunikationsmarkt nach der Liberalisierung des Festnetzes, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Strategische Allianzen, Liberalisierung, Wettbewerbsstrategien, Marktpotentiale, Telekommunikationsindustrie
In den Warenkorb
38,00 €
Diplomarbeit von Michael Werner
Problemstellung:
Die Möglichkeit, miteinander auch über große räumliche Entfernungen per Telefon kommunizieren zu können, hat in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung industrialisierter Staaten stark beeinflußt. Die Industrieländer entwickeln sich nach weit verbreiteter Auffassung hin zu sogenannten "Informationsgesellschaften" oder "postindustriellen Gesellschaften". Dabei hat die Information durch ihre Übertragung und Verarbeitung neben den klassischen Produktionsfaktoren Arbeit, Kapital und Boden die Funktion eines vierten Produktionsfaktors gewonnen. Information und Informationsverarbeitung entfalten ihren Wert erst mit der Telekommunikation. Anders formuliert: Nicht Information, sondern Informationsaustausch ist der Kern der Vision, die hinter dem Schlagwort von der "Informationsgesellschaft" steht. Die Informationstechnologien und Kommunikationstechnologien haben auf der ganzen Welt bereits eine neue industrielle Revolution eingeleitet, die in ihrer Bedeutung und Reichweite denen der Vergangenheit nicht nachsteht. Diese Revolution eröffnet der menschlichen Intelligenz neue Kapazitäten und ist die Quelle zahlreicher Veränderungen in der Art der Zusammenarbeit und des Zusammenlebens.
Die Telekommunikation ist als grundlegende Infrastruktur für die Informationsgesellschaft anzusehen. Sie ist das Fundament für wirtschaftliche Aktivitäten und bestimmt den Integrationsgrad, das Niveau sowie die Entwicklungsmöglichkeiten und Wachstumsmöglichkeiten einer Volkswirtschaft wesentlich mit. Der weltweite Austausch von Informationen über ein effizientes Kommunikationssystem bildet die Voraussetzung für erfolgreiche Unternehmensstrategien. In nahezu jedem Wirtschaftsbereich hängt der Erfolg in wachsendem Maße von der Nutzung leistungsfähiger und kostengünstiger Informationstechnologien und Kommunikationstechnologien ab. Informationsvorsprün-ge stärken infolge einer Multiplikatorwirkung durch konsequenten Einsatz jeden Wirtschaftszweig.
Die Telekommunikation wird für die Entwicklung der Informationsgesellschaft und die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Deutschlands eine Schlüsselrolle spielen. Schätzungen der Europäischen Union (EU) lassen vermuten, daß die Telekommunikation bis zum Jahr 2002 die heute noch dominierende Automobilindustrie in ihrer Bedeutung überholen wird.
Die Telekommunikationsbranche gehört traditionell zu den Märkten, die Ziel vielfacher staatlicher Interventionen zur Marktregulierung sind. Sie galt als Paradebeispiel für das Vorliegen eines natürlichen Monopols. Nach allgemeiner Ansicht konnten nachgefragte TK-Dienste nur dann mit dem gesamtwirtschaftlich geringsten Ressourcenverbrauch bereitgestellt werden, wenn sie durch nur ein (Monopol-)Unternehmen produziert wurden. Mittlerweile betreiben jedoch fast alle Industriestaaten mehr oder weniger nachhaltig die Auflösung ihrer Telekom-Monopole. In der Bundesrepublik Deutschland wurde der Markt seit 1989 sukzessive dereguliert. Am 01.01.1998 wurde der letzte Bereich des Monopols der DTAG für den Wettbewerb freigegeben. Somit ist auch der deutsche Markt für Telekommunikationsfestnetze sowie Telefonbasisdienste und andere TK-Dienste für private Kapitalanleger zugänglich. Angesichts veränderter Rahmenbedingungen sind bereits zahlreiche neue Wettbewerber neben der DTAG aktiv. Weitere potentielle Konkurrenten bereiten gegenwärtig ihren Markteintritt vor.
Ziel dieser Diplomarbeit ist es, den Wettbewerb auf dem liberalisierten Festnetzmarkt sowie seine Bestimmungsgrößen zu veranschaulichen. Basis für die heutige Situation ist ein Deregulierungsprozeß. Dieser muß bekannt sein, um die komplexe Thematik und die teilweise ungeklärten Rahmenbedingungen zu verstehen. Der Prozeß beeinflußt das darzustellende derzeitige Marktgeschehen ebenso wie das Agieren der Marktteilnehmer und die sich verändernden Kundenanforderungen. Daher ist unter dem Begriff "Liberalisierung" im Sinne des Titels dieser Diplomarbeit nicht nur der 01.01.1998 als Tag der Marktöffnung zu verstehen. Es ist vielmehr der Prozeß der Deregulierung seit 1989 bis zur Fertigstellung dieser Arbeit und darüber hinaus gemeint.
Die bedeutendsten Wettbewerber und ihre Erfolgsaussichten auf dem deutschen TK-Markt werden ebenso vorgestellt wie die häufig unterschätzten Alternativen. Strategien und Ausgangspositionen der Anbieter nach dem Liberalisierungsprozeß sowie ihre Entwicklung, ihre Stärken und Schwächen sind für den Wettbewerb entscheidend. In dieser Diplomarbeit werden alle Entwicklungen bis zum 30.04.1998 berücksichtigt.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | II | |
| Abbildungs- und Tabellenverzeichnis | IV | |
| Abkürzungsverzeichnis | V | |
| 1. | Einführung | 1 |
| 1.1. | Problemstellung | 1 |
| 1.2. | Themenabgrenzung und Vorgehensweise | 3 |
| 2. | Die Telekommunikationsbranche im Wandel | 5 |
| 2.1. | Potentiale eines dynamischen Marktes | 5 |
| 2.2. | Trends und Ursachen des Strukturwandels auf dem TK-Markt | 8 |
| 2.2.1. | Technologiewandel | 9 |
| 2.2.2. | Liberalisierung und Wettbewerb | 10 |
| 2.2.3. | Globalisierung | 12 |
| 2.2.4. | Steigende Kundenanforderungen | 12 |
| 3. | Deregulierung und Wettbewerb in der deutschen TK-Branche | 18 |
| 3.1. | Ziele der Liberalisierung | 18 |
| 3.1.1. | Auswirkungen auf die TK-Branche | 19 |
| 3.1.2. | Vorteile für Privatkunden | 19 |
| 3.1.3. | Chancen für Geschäftskunden | 20 |
| 3.1.4. | Nutzen für die Volkswirtschaft | 21 |
| 3.2. | Vorgaben der Europäischen Union | 21 |
| 3.3. | Entmonopolisierung in drei Stufen - eine geschichtliche Betrachtung | 23 |
| 3.4. | Das Telekommunikationsgesetz als ordnungspolitischer Rahmen | 25 |
| 3.4.1. | Lizensierung | 26 |
| 3.4.2. | Universaldienst | 27 |
| 3.4.3. | Marktbeherrschende Stellung | 27 |
| 3.4.4. | Weitere Regelungen | 28 |
| 3.5. | Regulierung und ihre Entwicklung im Liberalisierungsprozeß | 29 |
| 3.5.1. | Interconnection | 30 |
| 3.5.2. | Preisregulierung | 32 |
| 4. | Wettbewerbsstrategien alternativer TK-Anbieter in Deutschland | 34 |
| 4.1. | Entwicklung von Wettbewerbsstrategien anhand von Kernfähigkeiten | 34 |
| 4.2. | Industrielle Herkunftsfelder potentieller neuer Wettbewerber | 37 |
| 4.3. | Strategische Gruppen und Vorgehensweisen alternativer Carrier | 40 |
| 4.3.1. | Nationale Vollsortimenter | 43 |
| 4.3.2. | Regionale Vollsortimenter | 46 |
| 4.3.3. | Fokussierte MAN-Anbieter | 50 |
| 4.3.4. | Infrastruktur-Anbieter | 51 |
| 4.3.5. | Infrastruktur-Veredler | 52 |
| 4.3.6. | Mobilitätsorientierte Anbieter | 52 |
| 4.3.7. | Netzprovider und Reseller | 53 |
| 4.4. | Strategische Allianzen - Ursachen und Vorteile | 54 |
| 5. | Profile der bedeutendsten nationalen Vollsortimenter | 57 |
| 5.1. | Deutsche Telekom AG | 57 |
| 5.2. | Mannesmann Arcor AG & Co. | 60 |
| 5.3. | o.tel.o communications GmbH & Co. | 63 |
| 5.4. | Viag Interkom GmbH & Co. | 67 |
| 6. | Betrachtung der Startphase des liberalisierten TK-Marktes | 70 |
| 7. | Zusammenfassung und Ausblick | 74 |
| Literatur- und Quellenverzeichnis | 76 | |
| Glossar | 90 | |
| Anhang | 93 | |
| Versicherung | 97 |
schäfts und ihres Leistungsspektrums. Alle nationalen Vollsortimenter entstanden durch Allianzen zwischen Infrastrukturunternehmen und ausländischen Anbietern. Deren Kompetenzen ergänzen sich nahezu ideal zu einem strategischen “Fit“. Im Zuge der Liberalisierung internationaler TK-Märkte setzte die Formierung weltumspannender Allianznetzwerke ein. Mit Ausnahme der WorldCom Inc. sind diese globalen Carrier strategische Allianzen internationaler Telefongesellschaften. Sie decken das globale Geschäft ab.244 Die gegenwärtig führenden Verbindungen internationaler Carrier sind Global One, Concert und Worldpartners (Abbildung 15). o.tel.o fand nach dem Verlust des britischen Allianzpartners Cable & Wireless einen neuen internationalen Partner. Verhandlungen mit der interessierten Bell South führten kürzlich zu einem Grundsatzpapier, das nun in ein Vertragswerk umgesetzt wird. o.tel.o ist somit die Bindung zu einem der weltweit führenden TK-Anbieter gelungen. Bell South erwirtschaftete mit rund 81.000 Mitarbeitern im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 20,6 Milliarden US-Dollar.245 [...]
bewerbsvorteile sollen Erfolgspotentiale gesichert oder neu erschlossen werden. Charakteristisch für strategische Allianzen sind ihre langfristige Ausrichtung, die Teilung bestimmter Ressourcen sowie häufig initiierte gegenseitige Beteiligungen.241 Der Wandel der Branche führt zu immer komplexeren Anforderungen an die Telefongesellschaften. Diesen müssen die Carrier Rechnung tragen.242 Infolge der Globalisierung ist die internationale Anbindung eine Erfolgsvoraussetzung.243 Der Einstieg in globale Märkte erfordert Know-how und einen großen Ressourcenaufwand. Für die Wettbewerber wird es jedoch zunehmend schwierig, diesen Ansprüchen in vollem Umfang gerecht zu werden. Aufgrund des hohen Bedarfs an Ressourcen kann kein Carrier weltweit eigene Infrastruktur flächendeckend aufbauen. Folglich bilden sich strategische Allianzen mit dem übergreifenden Ziel, komplementäre Stärken zu kombinieren und eigene Defizite zu kompensieren. Die Reaktionszeit auf Umweltveränderungen soll gesteigert und die Amortisationszeit des investierten Kapitals soll verkürzt werden (Abbildung 14). Allianzen sind ein geeigneter Weg zur Abdeckung von Fähigkeitslücken und zur Sicherung des Markteintritts bei Verringerung der Ressourcenbindung. [...]
Die Unternehmen der letzten Gruppe, die Netzprovider und Reseller, bieten Dienstleistungen ohne eigenes Netz an. Sie kaufen Netzkapazitäten bei Teilnehmernetzbetreibern und Fernnetzbetreibern und verkaufen anschließend TK-Dienste.228 Sie sind wie die Infrastruktur-Veredler auf überschüssige Kapazitäten anderer Anbieter angewiesen.229 Ein Anbieter dieser Kategorie, die Hutchison Telecom GmbH in Münster, vertreibt neben eigenen Diensten sogar Festnetzangebote des Konkurrenten o.tel.o.230 Ziel ist es, durch Abnahme hoher Kapazitäten bei Kapazitätsanbietern günstige Konditionen und Preisvorteile zu erhalten. Die gekauften Kapazitäten vermarkten die Reseller und Netzprovider dann ihren eigenen Kunden unter den normalen Tarifen ihrer Lieferanten. Das Angebotsspektrum bleibt allerdings begrenzt.231 Der Eintritt eines Anbieters in den TK-Markt auf Basis dieser Strategie erfordert keine Investitionen in eigene Infrastruktur. Die größten Stärken dieser Wettbewerber sind das klar umrissene Portfolio und die schnelle Reaktionsfähigkeit. Die Chancen und Risiken der Reseller und Netzprovider entsprechen weitgehend denen der Infrastruktur-Veredler. [...]
In den Warenkorb
38,00 €
Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832409289
Arbeit zitieren:
Werner, Michael Mai 1998: Der Wettbewerb auf dem deutschen Telekommunikationsmarkt nach der Liberalisierung des Festnetzes, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Strategische Allianzen, Liberalisierung, Wettbewerbsstrategien, Marktpotentiale, Telekommunikationsindustrie



