Wertteilung in strategischen Allianzen
Prinzipien und Auswirkungen
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Benjamin Probst
- Abgabedatum: September 2004
- Umfang: 86 Seiten
- Dateigröße: 761,0 KB
- Note: 2,3
- Institution / Hochschule: Christian-Albrechts-Universität zu Kiel Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-8443-9
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-8443-9 P - ISBN (CD) :978-3-8324-8443-9 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Probst, Benjamin September 2004: Wertteilung in strategischen Allianzen, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Kooperationen, Informationsasymmetrien, Forschung, Opportunismus, Value
In den Warenkorb
74,00 €
Diplomarbeit von Benjamin Probst
Einleitung:
Unternehmen sehen sich einem zunehmend von Unsicherheit, Heterogenität und Dynamik geprägten Wettbewerbsumfeld gegenüber, an das sie sich mit entsprechenden Maßnahmen und Strategien anzupassen versuchen. Die Organisation der ökonomischen Aktivitäten sowie die dabei zum Einsatz kommenden Ressourcen spielen in diesem Zusammenhang eine wesentliche Rolle.
In den letzten Jahrzehnten ließ sich eine bedeutende Zunahme des Eingehens strategischer Allianzen beobachten. Die traditionelle alleinige Durchführung sämtlicher leistungswirtschaftlicher Aktivitäten rückt dabei in den Hintergrund und es kommt verstärkt zu einer unternehmensübergreifenden Zusammenarbeit von Unternehmen. Als treibende Kräfte der Allianzbildung werden immer wieder die Globalisierung der Märkte und eine Intensivierung des Wettbewerbs genannt.
In den Wirtschaftswissenschaften gewinnt neben klassischen Faktoren wie Arbeitskraft, Kapital und Boden besonders der Faktor Wissen stetig an Bedeutung. Das zeigt sich auch in der Betrachtung der Kooperationshistorie, da strategische Allianzen vielfach in einem komplexen unsicheren Unternehmensumfeld geschlossen werden, wie zum Beispiel in der Forschung & Entwicklung (F&E). Die Forschung und Entwicklung neuer Technologien, Produkte und Prozesse erfordert dabei ein umfangreiches Maß an Know-how.
Die strategische Allianz wird in der Praxis häufig als Instrument der wertorientierten Unternehmensführung verstanden, mit dem das Interesse verknüpft ist, die eigenen Ziele effektiver und effizienter zu lösen als im Falle eines alleinigen Engagements. Diese Sichtweise eröffnet eine Perspektive, die das Verhältnis der Partner zueinander stärker in den Vordergrund rücken lässt.
Dem unternehmenspolitischen Interesse an der strategischen Allianz steht aber ein Erkenntnisdefizit gegenüber. Die ökonomische Literatur hat sich zwar bereits in zahlreichen Untersuchungen und Arbeiten dem empirischen Phänomen der strategischen Allianz angenommen, doch die Wertteilung zeichnet sich dabei als komplexes Themengebiet ab, welches in der Fachliteratur bislang unzureichend untersucht wurde. Viele Autoren untersuchten ausgiebig den Prozess der Wertschöpfung, der darauf folgenden Wertteilung in strategischen Allianzen wurde aber bislang nur wenig Aufmerksamkeit geschenkt.
Der Problemlösungsanspruch dieser Diplomarbeit besteht darin, innerhalb eines konzeptionellen überschaubaren Analyserahmens Prinzipien und Einflussgrößen aufzuzeigen, die eine Wertteilung in strategischen Allianzen beeinflussen. Ferner sollen Auswirkungen herausgearbeitet werden, die auf obige Faktoren zurückzuführen sind. Der Aufbau dieses Analyserahmens ermöglicht eine konkrete Untersuchung von Werten auf Prinzipien, Einflussgrößen und Wirkungen. Hiermit soll eine Art Leitfaden zur Wertteilung erstellt werden, der mit gestaltungsorientierten Empfehlungen einhergeht. Der wachsenden Relevanz und Komplexität von F&E-Allianzen soll eine Untersuchung der Wertteilung im Zusammenhang mit dem Motiv des Know-how-Zugewinns gerecht werden.
Die Analyse erfolgt vor dem Hintergrund einer dynamischen Unternehmensumwelt, da Rahmenbedingungen wie Einflussgrößen innerhalb der strategischen Allianz im Zeitverlauf Veränderungen unterliegen.
Inhaltsverzeichnis:
| INHALTSVERZEICHNIS | I | |
| ABBILDUNGSVERZEICHNIS | III | |
| TABELLENVERZEICHNIS | IV | |
| ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS | V | |
| 1. | EINFÜHRUNG | 1 |
| 1.1 | PROBLEMSTELLUNG DER ARBEIT | 1 |
| 1.2 | ZIELSETZUNG DER ARBEIT | 2 |
| 1.3 | AUFBAU DER ARBEIT UND VORGEHENSWEISE | 2 |
| 2. | STRATEGISCHE ALLIANZEN ALS INSTRUMENT DER WERTORIENTIERTEN UNTERNEHMENSFÜHRUNG | 5 |
| 2.1 | KOOPERATION ALS ALLGEMEINER OBERBEGRIFF | 5 |
| 2.2 | CHARAKTERISIERUNG STRATEGISCHER ALLIANZEN | 5 |
| 2.3 | STRATEGISCHE ALLIANZEN IN EINZELNEN FUNKTIONSBEREICHEN | 8 |
| 2.4 | MOTIVSTRUKTUR ZUR BILDUNG STRATEGISCHER ALLIANZEN | 10 |
| 3. | THEORETISCHE ANSÄTZE FÜR DIE WAHL STRATEGISCHER ALLIANZEN ALS UNTERNEHMUNGSPOLITISCHES INSTRUMENT | 12 |
| 3.1 | INSTITUTIONENÖKONOMISCHER ANSATZ IN STRATEGISCHEN ALLIANZEN | 13 |
| 3.2 | INDUSTRIEÖKONOMISCHER ANSATZ IN STRATEGISCHEN ALLIANZEN | 16 |
| 3.3 | RESSOURCENORIENTIERTER ANSATZ IN STRATEGISCHEN ALLIANZEN | 17 |
| 3.4 | SPIELTHEORETISCHER ANSATZ IN STRATEGISCHEN ALLIANZEN | 18 |
| 3.5 | AUSTAUSCHTHEORETISCHER ANSATZ IN STRATEGISCHEN ALLIANZEN | 19 |
| 4. | DIE BEDEUTUNG VON WERTEN IN STRATEGISCHEN ALLIANZEN | 21 |
| 4.1 | BEGRIFFLICHE GRUNDLAGEN | 21 |
| 4.2 | WERTSCHÖPFUNG UND WERTINTERNALISIERUNG | 22 |
| 4.3 | MATERIELLE UND IMMATERIELLE WERTSCHÖPFUNGSBEITRÄGE | 23 |
| 5. | PRINZIPIEN UND EINFLUSSGRÖßEN ZUR AUFTEILUNG DER IN STRATEGISCHEN ALLIANZEN GESCHAFFENER WERTE | 25 |
| 5.1 | BEGRIFF DER WERTTEILUNG | 25 |
| 5.2 | PRINZIPIEN ZUR WERTTEILUNG IN STRATEGISCHEN ALLIANZEN | 26 |
| 5.2.1 | Equity-Prinzip | 26 |
| 5.2.2 | Gleichverteilungsprinzip | 26 |
| 5.2.3 | Homo oeconomicus-Prinzip | 27 |
| 5.3 | EINFLUSSGRÖßEN ZUR WERTTEILUNG IN STRATEGISCHEN ALLIANZEN | 28 |
| 5.3.1 | Machteinfluss in distributiven Verhandlungen | 28 |
| 5.3.2 | Existenz von Informationsasymmetrien | 31 |
| 5.3.3 | Vertragliche Gestaltung | 33 |
| 6. | AUSWIRKUNGEN DER WERTTEILUNG IN STRATEGISCHEN ALLIANZEN | 36 |
| 6.1 | AUSWIRKUNGEN AUF SOZIOLOGISCHER EBENE | 36 |
| 6.1.1 | Opportunismus in strategischen Allianzen | 36 |
| 6.1.2 | Konfliktverhalten in strategischen Allianzen | 40 |
| 6.1.3 | Informationsverhalten in strategischen Allianzen | 42 |
| 6.2 | AUSWIRKUNGEN AUF ÖKONOMISCHER EBENE | 44 |
| 6.2.1 | Erfolgsmessung in strategischen Allianzen | 45 |
| 6.2.2 | Erfolgsfaktoren in strategischen Allianzen | 49 |
| 7. | ANALYSE AUSGESUCHTER WERTE AUF PRINZIPIEN, EINFLUSSGRÖßEN UND WIRKUNGEN DER WERTTEILUNG | 50 |
| 7.1 | REFERENZBEISPIEL | 50 |
| 7.2 | KNOW-HOW-ZUGEWINN | 55 |
| 8. | ZUSAMMENFASSUNG UND SCHLUSSFOLGERUNGEN | 61 |
| ANHANG | 65 | |
| LITERATURVERZEICHNIS | 66 | |
| EIDESSTATTLICHE ERKLÄRUNG | 76 |
äußern sich dahingehend, dass es nicht ausreicht, die Abschreckungsmechanismen in ex post und ex ante Kriterien aufzuteilen. Vielmehr teilen sich die Mechanismen nach ihrem Zweck ein, um partnerschaftlichen Opportunismus zu verhindern und zwar in präventiver, operativer und dringlicher Art. Der präventive Mechanismus versucht opportunistische Züge des Partners einzudämmen und vorbeugend auf aktuelle opportunistische Verhaltensweisen zu wirken, was durch Vertragsbindung und Ressouceneinbringung erreicht werden soll. Die Verträge können besondere Klauseln enthalten, die durch sorgfältige Formulierung ungewollte Handlungen des Allianzpartners vermeiden sollen. An dieser Stelle soll aber angemerkt werden, dass es normalerweise für einen Allianzpartner keine Hürde darstellt, aufgrund von Informationsasymmetrien Vertragslücken zu identifizieren und auch auszunutzen, sofern dies eine feste Absicht eines Akteurs ist. Die Ressourceneinbindung hat zum Ziel, alle [...]
Informationsasymmetrien ermöglicht (Höfer, 1996, S. 93). Justus spricht in diesem Zusammenhang von drei Formen des Opportunismus: Unredlichkeit, Untreue und das sogenannte "Free-Rider"-Verhalten. Die Unredlichkeit besteht darin, dass Informationen bewusst zurückgehalten, verschleiert oder verzerrt wiedergegeben werden. Die Untreue ist durch eine einseitige Aufkündigung des Allianzvertrags gekennzeichnet, wobei dies nur bei Existenz eines asymmetrischen Abhängigkeitsverhältnisses möglich ist. Das "Free-Rider"-Verhalten oder die "Drückebergerei" ("Shirking") äußert sich darin, dass nicht der volle Beitrag bzw. der volle Einsatz in die Allianz eingebracht wird (Justus, 1998, S. 64). Aber warum ist Täuschung so weit verbreitet? Hennart beantwortet dies damit, dass viele Allianzpartner es als vorteilhaft sehen, die eigenen Gewinne auf Kosten der Gesamtallianz zu maximieren (Hennart, 1991, S. 486). Der Opportunismus dient aber nicht dem Nutzen und dem Erfolg der Gesamtallianz. Er reduziert das Ausmaß des Vertrauens und wirkt destabilisierend (Jap, 2003, S. 10). Parkhe stellt fest, dass strategische Allianzen ständig von Instabilität gekennzeichnet sind, welche sich aus der Unsicherheit über das zukünftige Verhalten des Partners ableitet (Parkhe, 1993, S. 794). In der Fachliteratur ist eine Vielzahl von Mechanismen niedergeschrieben, die eine Abschreckung opportunistischen Verhaltens zum Ziel haben. Das & Rahman [...]
begibt sich nach dem "Tit for Tat"-Modell der Spieltheorie auf die Ebene des "Gegenspielers" und "bestraft" den Anderen durch adäquates Verhalten. Die Allianz ist in diesem Stadium durch Reziprozität gekennzeichnet und es ist zu erwarten, dass deren beidseitige opportunistische Handlungen zu einer Auflösung der Allianz führen. Wie der Opportunismus als eine mögliche Auswirkung der Wertteilung gesehen werden kann, so kann das Scheitern der Partnerschaft als mögliche Auswirkung des Opportunismus betrachtet werden. Die Transaktionskostentheorie stellt bestimmte Annahmen auf, wie sich Allianzpartner bei der Wertteilung verhalten. Während bei der Wertschöpfung miteinander kooperiert wird, so legen die Partner opportunistisches Verhalten bei dem ex post Verhandlungsprozess über die Wertteilung an den Tag. Jede Partei ist darauf bedacht, dass mindestens die Kosten bei der Verteilung gedeckt werden (Ghosh & John, 1999, S. 133). Opportunistisches Verhalten wird durch die Existenz von [...]
In den Warenkorb
74,00 €
Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832484439
Arbeit zitieren:
Probst, Benjamin September 2004: Wertteilung in strategischen Allianzen, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Kooperationen, Informationsasymmetrien, Forschung, Opportunismus, Value



