Die Wertschätzung der dualen Berufsausbildung aus Sicht von Unternehmen der Medienbranche und ihre Einflußfaktoren
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Christian Steurer
- Abgabedatum: Januar 2000
- Umfang: 113 Seiten
- Dateigröße: 899,0 KB
- Note: 1,7
- Institution / Hochschule: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-2376-6
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-2376-6 P - ISBN (CD) :978-3-8324-2376-6 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Steurer, Christian Januar 2000: Die Wertschätzung der dualen Berufsausbildung aus Sicht von Unternehmen der Medienbranche und ihre Einflußfaktoren, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Medienbranche, Qualifikationsanforderungen, Ausbildungsberufe, Medienberufe, Personalbeschaffung
In den Warenkorb
48,00 €
Diplomarbeit von Christian Steurer
Einleitung:
Die staatlich anerkannten Ausbildungsberufe sind nach dem Berufsbildungsgesetz an die technischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Erfordernisse und deren Entwicklung anzupassen. Der Boom von Wirtschaftszweigen mit hohem Innovations- und Expansionspotential wie der Medienbranche und der IuK-Technik-Branche und Veränderungen der Rahmenbedingungen in der Wirtschaft - Prozeß- und Kundenorientierung, lernende Organisation und lebenslanges Lernen als neue Leitbilder der Unternehmensorganisation - führen zu einem wachsenden Bedarf an Fachkräften, die den veränderten, neuen Qualifikationsanforderungen am Arbeitsplatz, z. B. Kreativität und Teamfähigkeit, gerecht werden. Mit der Entwicklung moderner und neuer Berufsbilder haben die Verantwortlichen für die Berufsbildung bestehende Ausbildungsberufe modernisiert und neue Ausbildungsberufe geschaffen, die differenziert und flexibel Handlungskompetenzen für diese Zukunftsbranchen vermitteln sollen.
Im Rahmen einer Diplomarbeit, die sich mit der Wertschätzung der dualen Berufsausbildung aus Sicht von Unternehmen der Medienbranche befaßt, werden folgende Fragen untersucht:
Welche wirtschaftliche Bedeutung hat die Medienbranche, insb. die AV-Medienbranche, im Hinblick auf Beschäftigungs- und Ausbildungsmöglichkeiten, welche Entwicklungstendenzen sind abzusehen?
Welche Qualifikationsanforderungen und -entwicklungen sind kennzeichnend für Tätigkeiten in der AV-Medienbranche, welche Qualifizierungsmöglichkeiten gibt es? Dabei sollen v. a. die neuen Medienberufe im dualen System betrachtet werden.
Welchen Stellenwert besitzt das duale System in der AV-Medienbranche gegenüber anderen Instrumenten der Personalgewinnung?
Im konzeptionellen Teil der Arbeit stützt sich der Autor zunächst auf eine fundierte Auswertung relevanter Literatur, im empirischen Teil führt er selbst eine aufwendige und selbständig organisierte Erhebung durch.
Von Oktober bis Dezember 1999 wurden per Fragebogen Personalverantwortliche in 200 AV-Medienunternehmen, die in verschiedenen Geschäftsfeldern tätig sind, schriftlich-postalisch zur Attraktivität der dualen Berufsausbildung befragt. Der Verfasser analysiert die Antworten von 65 Unternehmen in bezug auf deren künftige Personalentwicklung, den zukünftigen Qualifikationsbedarf und deren Einschätzung der dualen Ausbildung als Instrument der Personalbeschaffung in AV-Medienunternehmen.
Inhaltsverzeichnis:
| A. | Einleitung | 1 |
| B. | Wirtschaftliche Bedeutung der Medienbranche, insb. der AV-Medienbranche:Fernsehen, Film, Video, Multimedia | 2 |
| I. | Wirtschaftliche Lage der Medienbranche insgesamt, insb. der AV-Medienbranche | 2 |
| 1. | Positionierung der Medienbranche innerhalb der Gesamtwirtschaft und Entwicklungstendenzen | 2 |
| 2. | Positionierung der Medienbranche auf dem Arbeitsmarkt und Entwicklungstendenzen | 5 |
| II. | Wirtschaftliche Lage von Teilbereichen der AV-Medienbranche | 7 |
| 1. | Rundfunkwirtschaft, insb. Fernsehbereich | 7 |
| a. | Programmveranstaltung | 7 |
| b. | Programmproduktion | 13 |
| 2. | Filmwirtschaft | 16 |
| 3. | Videowirtschaft | 17 |
| 4. | Multimedia-Wirtschaft | 17 |
| C. | Tätigkeitsbereiche und Qualifikationsanforderungen n der AV-Medienbranche | 19 |
| I. | Tätigkeitsbereiche im Überblick | 19 |
| 1. | Tätigkeitsbereiche im "klassischen" AV-Bereich: ernsehen, Film, Video | 19 |
| 2. | Tätigkeitsbereiche im Multimedia-Bereich | 21 |
| II. | Fachliche, methodische und soziale Anforderungen | 22 |
| 1. | Tätigkeitsbereichsübergreifende Anforderungen | 22 |
| 2. | Anforderungen im "klassischen" AV-Bereich | 23 |
| 3. | Anforderungen im Multimedia-Bereich | 25 |
| 4. | Anforderungen auf der Facharbeiter- und Fachangestelltenebene | 26 |
| D. | Qualifizierungsmöglichkeiten innerhalb des dualen Systems ür Tätigkeiten in der Medienbranche | 27 |
| I. | Ansätze zur Weiterentwicklung des dualen Systems im Hinblick auf sich ändernde und neue Qualifikationsanforderungen | 27 |
| 1. | Forderungen nach modernen Ausbildungsberufen | 27 |
| 2. | Differenzierung und Flexibilisierung von Ausbildungsberufen | 30 |
| a. | Kombi-Modell: verkürzte, breitere Grundbildung und anschließende Spezialisierung | 32 |
| b. | Satellitenmodell: Vermittlung von Mindestqualifikationen und Ergänzung um Wahlqualifikationen | 33 |
| 3. | Neugestaltung von Ausbildungsberufen | 34 |
| II. | Neue und neu geordnete Ausbildungsberufe in der Medienbranche | 36 |
| 1. | Ausbildungsordnungen für die neuen Medienberufe im Überblick | 36 |
| 2. | Die neuen Medienberufe | 38 |
| a. | Werbe- und Medienvorlagenhersteller | 38 |
| b. | Mediengestalter für Digital- und Printmedien | 39 |
| c. | Fotomedienlaborant | 41 |
| d. | Mediengestalter Bild und Ton | 42 |
| e. | Film- und Videoeditor | 45 |
| f. | Fachkraft für Veranstaltungstechnik | 47 |
| g. | Kaufmann für audiovisuelle Medien | 47 |
| h. | Fachangestellter für Medien- und Informationsdienste | 49 |
| i. | Buchhändler | 49 |
| j. | Verlagskaufmann | 50 |
| E. | Qualifizierungsmöglichkeiten außerhalb des dualen Systems im ÜBERBLICK | 50 |
| I. | Studienangebote und sonstige formale Aus- und Weiterbildungsangebote | 50 |
| II. | Betriebliche Ausbildungsangebote | 52 |
| 1. | Hospitanzen | 52 |
| 2. | Praktika | 53 |
| 3. | Volontariate | 53 |
| III. | Training on the Job | 55 |
| F. | Stellenwert des dualen Systems im Rahmen der Personalbeschaffung | 55 |
| I. | Alternativen der Personalgewinnung | 55 |
| II. | Beschäftigungsperspektiven für dual ausgebildete Fachkräfte | 57 |
| 1. | Einschätzung der künftigen Beschäftigungsentwicklung | 57 |
| 2. | Von Facharbeitern und Fachangestellten erreichbare Positionen | 59 |
| 3. | Betriebliche Ausbildung im Vergleich mit anderen Beschaffungsinstrumenten, insb. dem Einsatz von Hochschulabgängern | 60 |
| a. | Motive für eine Ausbildung im dualen System | 60 |
| b. | Motive für die Beschäftigung von Hochschulabsolventen | 61 |
| 4. | Bewertung der künftigen Bedeutung der eigenen Ausbildung | 63 |
| G. | Empirischer Teil: Attraktivität der dualen Berufsausbildung aus Sicht von AV-Medienunternehmen | 65 |
| I. | Befragungsmethode und Beschäftigungsstruktur der befragten AV-Medienunternehmen | 65 |
| II. | Einschätzung der künftigen Personalentwicklung durch AV-Medienunternehmen | 67 |
| 1. | Erwartete Beschäftigungsentwicklung | 67 |
| 2. | Erwartete Entwicklung des Ausbildungsplatzangebots | 68 |
| 3. | Erwartete Entwicklung des Akademikeranteils | 69 |
| III. | Qualifikationsbedarf aus Sicht von AV-Medienunternehmen | 69 |
| 1. | Qualifikationsanforderungen für Tätigkeiten im mittleren Bereich | 69 |
| 2. | Qualifizierungsstand der Mitarbeiter im mittleren Bereich | 71 |
| IV. | Einschätzung der dualen Ausbildung als Instrument der Personalbeschaffung in AV-Medienunternehmen | 74 |
| 1. | Bewertung der Eignung einer betrieblichen Ausbildung im Hinblick auf den Qualifikationsbedarf | 74 |
| 2. | Bewertung von Kosten und Nutzen der betrieblichen Ausbildung | 75 |
| 3. | Bewertung von alternativen Beschaffungsinstrumenten, insb. dem Einsatz von Akademikern | 77 |
| H. | Schluß | 79 |
| I. | Anhang | 82 |
| I. | E-Mail von Frau Andrea Stein, AIM, zu den regionalen Modellen in Köln und Hamburg zur Entwicklung von neuen Berufen im AV-Bereich | 82 |
| II. | Interviews mit Mitarbeitern in einer Fernsehproduktionsfirma (FPF) | 85 |
| 1. | Interview mit dem Leiter Meßtechnik | 85 |
| 2. | Interview mit der Verantwortlichen Marketing, Presse, Sponsoring, Marktforschung | 87 |
| 3. | Interview mit dem Visual Effects Supervisor | 88 |
| 4. | Interview mit einem Auszubildenden | 89 |
| 5. | Interview mit einer Auszubildenden | 90 |
| III. | Befragung von AV-Medienunternehmen zur Attraktivität der dualen Berufsausbildung | 91 |
| 1. | Anschreiben vom 4. Oktober 1999 | 91 |
| 2. | Erinnerungsschreiben vom 5. November 1999 | 92 |
| 3. | Anschreiben vom 5. November 1999 | 93 |
| 4. | Fragebogen zur Attraktivität der dualen Berufsausbildung | 94 |
| J. | Literaturverzeichnis | 98 |
| K. | Eidesstattliche Erklärung | 103 |
Das darf jedoch nicht darüber hinweg täuschen, daß der Film- und Videoeditor seinen Arbeitsplatz, die Schneide- und Technikräume, kaum verläßt. Die Breite seiner praktischen Tätigkeiten beschränkt sich auf das weite Spektrum des Schnittmaterials, das von der aktuellen Berichterstattung bis zum Kinofilm reicht. Der Leiter Meßtechnik in einer mittelständischen Fernsehproduktionsfirma (FPF), die an der Entwicklung des Ausbildungsberufs beteiligt war, schlug sogar eine Stufenausbildung vor: Der Auszubildende erlernt in zwei Jahren zunächst den Beruf Film- und Videoeditor. In dritten Jahr kann sich der Auszubildende zum Mediengestalter Bild und Ton fortbilden.138 Zur Zeit werden im Ausbildungsberuf Film- und Videoeditor bundesweit noch sehr wenige Ausbildungsplätze angeboten, obwohl ein entsprechender Bedarf vorhanden ist. BEHRENS führt dies darauf zurück, daß der neue Beruf noch nicht hinreichend bekannt ist.139 Bei FPF haben bisher rund sieben Auszubildende eine Ausbildung angetreten. Auszubildende, die mit Inkrafttreten der neuen AO bei FPF begonnen haben, beschreiben das erste Ausbildungsjahr v. a. in der Berufsschule - der Unterricht erfolgt zusammen mit den Mediengestaltern Bild und Ton - als eine „Katastrophe“: Lerninhalte in Betrieb und Berufsschule waren anfangs nicht aufeinander abgestimmt und der Informations- und Kenntnisstand der Lehrer aus dem Elektrobereich unzureichend. Inzwischen hat sich die Situation wesentlich verbessert. Als hilfreich für die Verständigung mit Kunden und das Verstehen von technischen Handbüchern bewerten die Auszubildenden den fachbezogenen Englischunterricht.140 Traditionell ist der Cutter-Beruf ein Frauenberuf. DUPP führt sechs Ausbildungsberufe an, in denen Mädchen gute Chancen auf eine Lehrstelle haben. Neben den vier neuen IuK-Technik-Berufen sind dies der Film- und Videoeditor und der Mediengestalter Bild und Ton.141 [...]
wurden die Hamburger Modelle vom BILDUNGSWERK MEDIEN e. V., Hamburg.133 Parallel erarbeitete das BIBB auf Bundesebene die AO für die neuen Medienberufe. Auf Initiative des NDR leitete das BIBB im Herbst 1995 das Erarbeitungsund Abstimmungsverfahren für die AO Mediengestalter AV-Technik (Arbeitstitel) ein. Dabei handelt es sich um einen Monoberuf ohne Spezialisierung, die Zuordnung zu einem Berufsfeld entfällt.134 Die Auszubildenden aus den Kölner und Hamburger Modellen wurden schließlich 1996 in die neuen Ausbildungsberufe Mediengestalter Bild und Ton sowie Film- und Videoeditor und 1998 in den Kaufmann für audiovisuelle Medien übernommen. e. Film- und Videoeditor Der Filmschnitt, das Editing, steht in der Filmproduktion an letzter Stelle. Freiberufliche und festangestellte Cutter bzw. Editoren arbeiten an Schneidetischen, Bildmischpulten und digitalen Bildschnittsystemen. Neben dem klassischen Filmschnitt haben sich digitale, non-lineare Schnittsysteme durchgesetzt. Video- und MAZ-Editoren sowie EB- und Online-Editoren müssen sich also zunehmend mit computergestützten Bildbearbeitungssystemen, z. B. von der Firma AVID, auseinandersetzen, die fast halbjährigen Updates unterliegen. Der Editor ist in enger Zusammenarbeit mit dem Redakteur oder Regisseur für die Vorbereitung und Ausführung des Schnitts sowie für die Nachbearbeitung des erstellten Materials zuständig. Für seine verantwortungsvolle und kreative Aufgabe, die er meist in abgedunkelten Schneideräumen ausübt, erhält er laut BEHRENS selten die entsprechende Anerkennung. Der Editor muß unter hohem Zeit- und Termindruck arbeiten können. Der Beruf des Cutters erfordert ein hohes Maß an individueller Kreativität, künstlerisch-gestalterischen und musikalischen Fähigkeiten.135 Mit der AO Film- und Videoeditor von 1996 ist erstmals eine staatlich anerkannte Ausbildung zum Cutter bzw. zum Cutter-Assistenten möglich. Ähnlich wie beim Mediengestalter Bild und Ton ist die Ausbildung zum Film- und Videoeditor breit angelegt. 136 [...]
Fördermittel bewilligte. Die Erarbeitung und Abstimmung von bundesweiten AO hätte nach Ansicht der Mitwirkenden mehrere Jahre gedauert. Zudem wären die AO aufgrund der dynamischen und innovativen Entwicklung im AV-Bereich zum Zeitpunkt ihres Inkrafttretens bereits wieder überholt gewesen. Deshalb entschieden sich die Beteiligten im „regionalen Konsens“ für eine Landesregelung der beiden Ausbildungsberufe. Die staatlich anerkannten Ausbildungsberufe Film- und Videolaborant und Bürokaufmann wurden kurzfristig durch Zusatzqualifikationen den Anforderungen im AV-Bereich angepaßt. Der seit 1983 bestehende Film- und Videolaborant war bis dahin der einzige Ausbildungsberuf im AV-Bereich. Durch eine Verlagerung von der Film- auf die Videotechnik wurden bundesweit jedoch max. 20 Ausbildungsplätze angeboten. Wegen der Zusatzqualifikationen konnte die dreijährige Ausbildungsdauer nicht verkürzt werden. Die Ausbildungsgänge nach den Kölner Modellen schlossen jeweils mit der IHK-Prüfung im Grundlagenberuf und mit der IHK-geprüften Zusatzqualifikation ab. Die Berufsabschlüsse sollten eine Weiterqualifikation ermöglichen und Aufstiegsmöglichkeiten und Beschäftigungsalternativen eröffnen.132 Der NDR und STUDIO HAMBURG starteten 1991 mit 15 Auszubildenden das dreieinhalbjährige Hamburger Modell Kommunikationselektroniker, Fachrichtung Funktechnik, mit Zusatzqualifikation. Auf Initiative der IHK HAMBURG und der Gewerkschaften wurde im Herbst 1994 der Kaufmann Medienproduktion, eine bürokaufmännische Ausbildung mit Zusatzqualifikation, eingeführt. Begleitet [...]
In den Warenkorb
48,00 €
Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832423766
Arbeit zitieren:
Steurer, Christian Januar 2000: Die Wertschätzung der dualen Berufsausbildung aus Sicht von Unternehmen der Medienbranche und ihre Einflußfaktoren, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Medienbranche, Qualifikationsanforderungen, Ausbildungsberufe, Medienberufe, Personalbeschaffung



