Wertorientierte Unternehmensführung und Unternehmensethik
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Timo Luxenburger
- Abgabedatum: April 2006
- Umfang: 79 Seiten
- Dateigröße: 1,4 MB
- Note: 1,7
- Institution / Hochschule: Justus-Liebig-Universität Gießen Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9743-9
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9743-9 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9743-9 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Luxenburger, Timo April 2006: Wertorientierte Unternehmensführung und Unternehmensethik, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Value Based Management, Shareholder, Sustainable, Triple Bottom Line, ethisch
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Diplomarbeit von Timo Luxenburger
Problemstellung:
Wertorientierung ist als unternehmerisches Steuerungskonzept und als Leitbegriff moderner Unternehmensführung heute allgemein akzeptiert und weitestgehend etabliert. Die permanente Gefahr einer drohenden Unternehmensübernahme und der damit einher gehende Markt für Unternehmenskontrolle machen eine Schließung bestehender Wertlücken und eine langfristige, an den Interessen der Kapitalgeber ausgerichtete Unternehmensführung zu einer unerlässlichen Bedingung, den Fortbestand des Unternehmens zu gewährleisten.
Parallel zur gestiegenen Bedeutung einer wertorientierten Unternehmensführung und der damit verbundenen Ausrichtung des Unternehmens auf die Interessen seiner Anteilseigner sieht es sich verstärkt mit einem gesellschaftlichen Wertewandel und moralischen Forderungen seitens der Öffentlichkeit konfrontiert. In dem Maße, in dem unternehmerisches Handeln zu globalem Handeln wird, politische und rechtliche Rahmenbedingungen jedoch national orientiert und territorial gebunden bleiben, scheint den Unternehmen eine neue Verantwortung zu Teil zu werden und sie müssen sich fragen lassen, ob sie als Konsequenz ihrer erweiterten Handlungsspielräume nicht zunehmend auch Funktionen übernehmen müssen, für die sich in der Vergangenheit der Staat verantwortlich zeigte.
Nicht nur Konsumenten tragen mit einer verstärkten Nachfrage nach verantwortlich hergestellten und fair gehandelten Produkten moralische Anliegen an Unternehmen heran. Auch Kapitalanleger stellen sich vermehrt die Frage, wie die investierten Mittel seitens ihrer Anlageobjekte verwendet werden. Reagieren Unternehmen auf diese Entwicklungen nicht, entziehen sie sich also ihrer ökonomischen Verpflichtung zur Wertschaffung wie auch dem aufkommenden Ruf nach einer Unternehmensethik, so scheint ihr Fortbestand nicht nur durch eine drohende Übernahme, sondern auch durch den Verlust an gesellschaftlicher Akzeptanz zunehmend gefährdet.
Gang der Untersuchung:
Vor diesem nicht kontrastarmen Hintergrund soll in der vorliegenden Arbeit aufgezeigt werden, wie ethische Maßstäbe und moralische Forderungen in eine wertorientierte Unternehmensführung Einzug finden können, in wie weit sie restringierend auf unternehmerisches Handeln wirken (dürfen) und in wie weit ihre Beachtung dem Unternehmen vielleicht sogar von wirtschaftlichem Vorteil sein kann.
Zu diesem Zweck legt Teil 2 die notwendigen Grundlagen und stellt die beiden Pfeiler Wertorientierte Unternehmensführung und Unternehmensethik in ihren Wesenszügen vor.
Ähnlich der in 2.1 getroffenen Unterteilung gestaltet sich Teil 3, der mit der Einbeziehung der Unternehmensethik den Schwerpunkt dieser Arbeit markiert. Hierzu schafft 3.1 die notwendigen Voraussetzungen, indem mögliche Beziehungen und Gewichtungen ökonomischer und ethischer Interessen zunächst grundsätzlich beleuchtet werden. 3.2 zeigt die enge Verbindung der Unternehmensethik zum Gedanken einer nachhaltigen Entwicklung und stellt ein Konzept vor, das dem des Economic Value Added stark angelehnt ist. Es wird gezeigt, wie sich Ethik intern im Unternehmen verankern (3.3) sowie extern kommunizieren (3.4) lässt.
Nach einem kritischen Zwischenfazit (3.5) soll Teil 4 die Bewertung einer Unternehmensethik durch Rating-Agenturen aufzeigen sowie Studien vorstellen, die untersuchen, ob und inwieweit sich ethisches Verhalten eines Unternehmens kompatibel zeigt mit dem ökonomischen Postulat der Wertschaffung.
Ein Fazit in Teil 5 bildet das Schlusslicht dieser Arbeit.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | I | |
| Abkürzungsverzeichnis | IV | |
| Abbildungsverzeichnis | VI | |
| 1. | PROBLEMSTELLUNG | 1 |
| 2. | GRUNDLAGEN | 3 |
| 2.1 | Wertorientierte Unternehmensführung | 3 |
| 2.1.1 | Shareholder Value als Ziel wertorientierter Unternehmensführung | 3 |
| 2.1.2 | Economic Value Added als Konzept wertorientierter Unternehmensführung | 5 |
| 2.1.3 | Interne Steuerung durch wertorientierte Anreizgestaltung | 7 |
| 2.1.4 | Externe Kommunikation durch wertorientierte Berichterstattung | 9 |
| 2.2 | Unternehmensethik | 11 |
| 2.2.1 | Moral, Ethik und Verantwortung | 11 |
| 2.2.2 | Unternehmen als moralische Akteure? | 13 |
| 2.2.3 | Konzepte einer Unternehmensethik | 15 |
| 2.3 | Ökonomische Interessen oder Ethik? | 20 |
| 3. | EINBEZIEHUNG DER UNTERNEHMENSETHIK IN DIE WERTORIENTIERTE UNTERNEHMENSFÜHRUNG | 21 |
| 3.1 | Ökonomische und ethische Interessen | 21 |
| 3.1.1 | Beziehungen zwischen den Interessen | 21 |
| 3.1.2 | Gewichtung der Interessen | 23 |
| 3.1.3 | Legitimierung des Shareholder-Value | 25 |
| 3.2 | Unternehmensethik im Kontext der Nachhaltigkeit | 27 |
| 3.2.1 | Triple Bottom Line und nachhaltige Unternehmensführung | 27 |
| 3.2.2 | Sustainable Value Added als Konzept zur Ermittlung der Nachhaltigkeit von Unternehmen | 29 |
| 3.3 | Anreizgestaltung und Verankerung von Ethik im Unternehmen | 32 |
| 3.3.1 | Compliance und Integrity | 32 |
| 3.3.2 | Ethik-Kommissionen und Ethik-Audits | 34 |
| 3.3.3 | SA 8000 als freiwillige Selbstverpflichtung | 35 |
| 3.3.4 | UN-Normen als verpflichtende Mindeststandards | 37 |
| 3.4 | Externe Kommunikation von Ethik | 39 |
| 3.4.1 | Ergänzung wertorientierter Berichterstattung um Nachhaltigkeitskriterien | 39 |
| 3.4.2 | Leitlinien der Global Reporting Initiative | 40 |
| 3.4.3 | Stand der Nachhaltigkeitsberichterstattung in Deutschland | 41 |
| 3.5 | Kritisches Zwischenfazit | 43 |
| 4. | BEWERTUNG DER UNTERNEHMENSETHIK AM KAPITALMARKT | 45 |
| 4.1 | Prinzipiengeleitetes Investment und ethisches Rating | 45 |
| 4.2 | Bewertung durch Rating-Institutionen | 47 |
| 4.2.1 | Grundmodell der Bewertung | 47 |
| 4.2.2 | Ausschlusskriterien vs. „Best-in-class“ | 48 |
| 4.3 | Zusammenhang zwischen Nachhaltigkeitsperformance und Shareholder Value | 50 |
| 4.3.1 | Einschätzungen der Unternehmen | 50 |
| 4.3.2 | Studie von Ziegler/Rennings/Schröder (2002) | 51 |
| 4.3.3 | Studie von Hansmann et al. (2003) | 52 |
| 5. | FAZIT | 54 |
| Anhang 1 | 56 | |
| Anhang 2 | 57 | |
| Literaturverzeichnis | 58 | |
| Eidesstattliche Erklärung | 73 |
mündet in der Idee der Triple Bottom Line (TBL).144 Da ein Unternehmen „nicht nur ein Teilsystem des Wirtschaftssystems, sondern auch des Öko- und Gesellschaftssystems ist“145, ergeht ihm neben der Erzielung von Gewinnen und der Steigerung der Eigenkapitalrentabilität auch der ethisch-normative Auftrag zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit seinen ökologischen und sozialen Ressourcen.146 Eine so verstandene nachhaltige Unternehmensführung hat folglich, will sie ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht werden und zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen, die Erhaltung bzw. Erhöhung ökonomischen, natürlichen und sozialen Kapitals in Einklang zu bringen. Die ökonomische Bottom Line gilt ihr dabei als Voraussetzung ihres weiteren Fortbestandes und verlangt die Generierung ausreichender Cashflows und eine langfristige Erzielung von Renditen, die die Kapitalkosten übersteigen.147 Zum Zwecke der Erhaltung des natürlichen Kapitals fordert die ökologische Bottom Line zu einer Entnahme natürlicher Rohstoffe entsprechend ihrer Regenerations- oder Substitutionsfähigkeit auf sowie zu einem Schadstoffausstoß, der die Aufnahmekapazität natürlicher Systeme nicht überschreitet. Damit kommt den Unternehmen eine ganzheitliche Verantwortung für ihre Produkte und Leistungen Bottom Line zu („from-cradle-to-grave“148). die Erhaltung oder Die soziale des verlangt Erhöhung [...]
Wirtschaft zu einem Institut zur Befriedigung multipler Ansprüche“139. 3.2 Unternehmensethik im Kontext der Nachhaltigkeit 3.2.1 Triple Bottom Line und nachhaltige Unternehmensführung Untrennbar mit Unternehmensethik verbunden ist der Begriff der „Nachhaltigkeit“, der ursprünglich auf volkswirtschaftlicher Ebene konzipiert worden ist.140 Gemäß der am weitest verbreiteten Definition der WCED wird hierunter eine Entwicklung verstanden, „that meets the needs of the present without comprimising the ability of future generations to meet their own needs“141. Eine nachhaltige Entwicklung („sustainable development“) wird demnach als langfristiger gesellschaftlicher Prozess aufgefasst, der auf eine intra- wie auch intergenerative Gerechtigkeit abzielt und zumeist als ein dreidimensionales Konzept interpretiert wird.142 Nur die gleichzeitige und gleichwertige Berücksichtigung ökonomischer, ökologischer und sozialer Belange gewährleistet die Befriedigung gegenwärtiger Bedürfnisse ohne eine Einschränkung zukünftiger.143 Die Übertragung dieses volkswirtschaftlichen Gedankens auf die Ebene des Unternehmens übernimmt diese Trias und [...]
der, Ansprüche an das Unternehmen zu formulieren, Gegenleistungen für ihr Engagement einzufordern und gleichberechtigt neben den Shareholdern im Zielsystem der Unternehmensführung berücksichtigt zu werden.133 Die interessenmonistische Grundkonzeption des ShV erfährt ihre ökonomische Legitimation durch die Residualstellung der Anteilseigner. Diese sind nicht nur wesentlich an der Entstehung und Existenz des Unternehmens beteiligt, sondern sie schultern als „Restbetragsbeteiligte“ auch insofern das Ertragsrisiko, als ihre Ansprüche erst dann zur Geltung kommen, wenn die der (sonstigen) Stakeholder in Form arbeitsrechtlicher, gläubigerschützender oder anderer vertraglicher Arrangements befriedigt worden sind.134 Als Agent sieht sich die Unternehmensführung im Stakeholder-Ansatz zudem ihr anvertrauter Ressourcen in Form von Kapital, Arbeitskraft, Vertrauen etc. unterschiedlichster Prinzipale gegenüber. Sie wird mit heterogenen Ansprüchen und pluralistischen Interessen konfrontiert, denen sie dennoch gleichermaßen verpflichtet ist. Somit fehlt ihr eine eindeutige Richtgröße zur möglichst effizienten Steuerung des Unternehmens.135 Die ethische Legitimation des ShV-Konzepts folgt gedanklich der ökonomischen. jede am Die Forderung des StakeholderPerson „als Ansatzes, Unternehmen beteiligte [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832497439
Arbeit zitieren:
Luxenburger, Timo April 2006: Wertorientierte Unternehmensführung und Unternehmensethik, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Value Based Management, Shareholder, Sustainable, Triple Bottom Line, ethisch



