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Wertorientierte Unternehmensführung und Unternehmensbesteuerung

Wertorientierte Unternehmensführung und Unternehmensbesteuerung
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Michael Ullrich
  • Abgabedatum: Juni 2001
  • Umfang: 69 Seiten
  • Dateigröße: 501,0 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Georg-Simon-Ohm-Fachhochschule Nürnberg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-4520-1
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-4520-1 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-4520-1 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Ullrich, Michael Juni 2001: Wertorientierte Unternehmensführung und Unternehmensbesteuerung, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Besteuerung, Shareholder Value

Diplomarbeit von Michael Ullrich

Gang der Untersuchung:

Innerhalb dieser Diplomarbeit wird unter dem Themenabschnitt „wertorientierte Unternehmensführung“ ausschließlich auf den sogenannten Shareholder Value-Ansatz (im folgenden SHV-Ansatz genannt) eingegangen. Deshalb soll im ersten Abschnitt der vorliegenden Arbeit untersucht werden, inwieweit der Shareholder Value-Ansatz als Instrument zur Bewertung von unternehmenspolitischen Entscheidungen eingesetzt werden kann und welche Voraussetzungen bzw. Konsequenzen damit verbunden sind. In diesem Zusammenhang wird grundsätzlich auf den von A. Rappaport entwickelten Ansatz und dem darin enthaltenen Konzept der Wettbewerbsstrategie von M. Porter Bezug genommen.

Nach einer kurzen Darstellung der Zielsetzung und des Entstehungshintergrundes des SHV-Ansatzes sollen die Grundlagen der rechentechnischen Ermittlung des SHV dargestellt werden, bevor die Einflussfaktoren auf die Berechnungsparameter und deren Anwendung im Rahmen von Wettbewerbs- und Strategieanalysen untersucht werden. Daran anschließend sollen die möglichen Auswirkungen einer SHV-orientierten Politik auf die internen und externen Unternehmensbeziehungen exemplarisch dargestellt werden, bevor eine abschließende Betrachtung der Vorteile und der Problembereiche des SHV-Ansatzes erfolgt.

Im zweiten Themenabschnitt „Unternehmensbesteuerung“, wird auf die Behandlung von Steuern im Rahmen des SHV-Ansatzes eingegangen. Aus Gründen der Komplexität des Sachverhalts beschränkt sich die Bearbeitung auf die Grundzüge der Problematik.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis I - II
Abbildungsverzeichnis III
Abkürzungsverzeichnis IV
I. Wertorientierte Unternehmensführung
1. Einleitung 1
2. Entstehungshintergrund und Zielsetzung des Shareholder Value-Ansatzes 2
3. Grundlagen der Ermittlung des Shareholder Value
3.1 Berechnung der Cash flows 3
3.2 Berechnung des Residualwertes 6
3.3 Berechnung der Kapitalkosten 8
3.4 Berechnung des Shareholder Value 12
4. Strategieeinbindung des Shareholder Value-Ansatzes
4.1 Schwellenertragsanalyse 14
4.2 Wettbewerbsanalyse 16
4.3 Quantifizierung der Wettbewerbsanalyse 20
4.4 Strategieformulierung und -bewertung 23
5. Auswirkungen einer Shareholder Value-orientierten Unternehmensführung
5.1 Unternehmensinterne Auswirkungen
5.1.1 Organisationale Auswirkungen 27
5.1.2 Personalpolitische Auswirkungen 29
5.2 Unternehmensexterne Auswirkungen
5.2.1 Auswirkungen auf die Lieferantenverhältnisse 33
5.2.2 Auswirkungen auf die Kundenbeziehungen 35
6. Kritik des Shareholder Value-Ansatzes
6.1 Vorteile des Shareholder Value-Ansatzes 37
6.2 Probleme des Shareholder Value-Ansatzes 39
6.2.1 Probleme der Ermittlung 39
6.2.2 Probleme der Umsetzung 43
6.2.3 Probleme der Akzeptanz 45
7. Fazit 47
II. Unternehmensbesteuerung - Die Behandlung von Steuern innerhalb des Shareholder Value-Ansatzes
1. Vorbemerkung 48
2. Ertragsteuern auf der Gesellschaftsebene
2.1 Gewerbeertragssteuer 49
2.2 Körperschaftssteuer
3. Ertragsteuern auf Gesellschafterebene 52
4. Einfluss auf den Kapitalisierungszinssatz bzw. die Kapitalkosten
4.1 Eigenkapitalkosten 53
4.2 Fremdkapitalkosten 54
5. Sonderfragen
5.1 Verlustvorträge 55
5.2 Steuerliche Effekte aus der Erwerbsstrukturierung 56
5.3 Sonderabschreibungen 56
6. Zusammenfassung 57
Literaturverzeichnis 58
Erklärung 61

Automatisiert erstellter Textauszug:

als Mechanismus zur Koordination der Geschäftsbereiche effizienter.“79 Den Widerspruch zwischen der Definition der Aufgaben der Konzernzentrale im Rahmen der strategischen Unternehmenspolitik, wie sie von Rappaport gefordert wird, und der Problematik der Quantifizierung dieser Leistungen wird im Rahmen des SHV nicht aufgelöst. Analog mit der Bildung abgegrenzter Geschäftseinheiten gewinnt, bedingt durch die Marktwertorientierung, die Betrachtung von Prozessen zugunsten der Funktionsbetrachtung an Bedeutung. Das Prozessziel wird dabei in die Größen Cash flow und Risiko operationalisiert. Die organisationalen Anforderungen bei Anwendung des SHV-Ansatzes weisen in diesem Zusammenhang Parallelen zum Konzept des Lean Management80 auf. So kommt die Einführung der Gruppenarbeit dem SHV-Ansatz auch dahingehend entgegen, „dass Zahlungsströme, die zu einem Projekt oder Prozess gehören, auch automatisch diesem zugerechnet werden können.“81 Grundsätzlich besteht somit im SHV die Tendenz, Hierarchien zu verflachen, Verantwortungsbereiche stärker zu delegieren, und eine verstärkte Prozessorientierung der Leistungserstellung vorzunehmen um eine marktwertmäßige Bewertung der Unternehmens- bzw. Teilbereichsaktivitäten vornehmen zu können. Für das Gesamtunternehmen bestehen in diesem Zusammenhang jedoch auch Gefahren dahingehend, dass eine stärkere operative Flexibilität, wie sie durch die beschriebenen Maßnahmen vorgenommen bzw. erreicht werden sollen, sich zu Lasten der Stabilität des sozialen Gefüges des Gesamtunternehmens auswirken können. Autonome strategische Geschäftseinheiten, die ihren Leistungsaustausch innerhalb des Unternehmens nach Marktkriterien organisieren, beeinflussen zum einen die Identifikations- und Motivationsmuster der einzelnen Mitarbeiter dahingehend, dass die Identifikation mit dem Gesamtunternehmen tendenziell geringer werden kann, zum anderen besteht die Gefahr, dass im Rahmen der unternehmensinternen Ressourcenallokation „die Festlegung des richtigen, geschäftsspezifischen Kapitalkostensatzes zwischen Zentralbereich und Geschäftsbereichsleitung weniger zu einer Rechenaufgabe, sondern zu einem „real hot political potato“ wird.“82 Die potentiellen organisationalen Reibungsverluste, die bei diesen Verteilungskämpfen auftreten können, [...]

5.1.1. Organisationale Auswirkungen Der Einfluss des SHV auf die Organisationsformen von Unternehmen basiert auf der, im Rahmen dieses Konzeptes notwendigen, Aufteilung des Unternehmens in einzelne Untersuchungseinheiten.75 Da die Eigenkapitalrendite der einzelnen strategischen Geschäftseinheiten das dominierende Bewertungselement ist, impliziert die Anwendung des SHV-Ansatzes eine organisatorische Divisionalisierung, die über das „Profit-Center-Konzept“76 hinausgeht. „Die Teilbereichsverantwortlichen sollen nicht nur für den marketing- und kostenmanagementbedingten Gewinn, sondern zusätzlich auch für Finanzmittelbeschaffung und -verwendung verantwortlich sein.“77 Die verstärkte Dezentralisierung von Verantwortlichkeiten verlangt daher auch eine höhere Qualifikation der einzelnen Mitarbeiter, die im Rahmen eines langfristig strukturierten Einsatzes des SHV-Ansatzes durch gezielte Investitionen in die Fortbildung und Qualifizierung der Verantwortlichen sichergestellt sein muss. Weiterhin ist für eine marktwertorientierte Beurteilung einzelner Geschäftsbereiche der Aufbau eines divisionsorientierten Rechnungswesens und eine strukturierte Segmentierung der einzelnen Geschäftsbereiche notwendig. Problematisch ist in diesem Zusammenhang wiederum wie Transaktionsbeziehungen in Form von Verbundund Synergieeffekten in die marktorientierte Bewertung der einzelnen Einheiten miteinbezogen werden können. Dies ist u.a. auch darin begründet, dass das Problem besteht, den einzelnen Einheiten einen entsprechenden Anteil an den vorhandenen Gemeinkosten und am Anlage- und Umlaufvermögen des Gesamtunternehmens zuzuordnen.78 Führt man den theoretischen Grundgedanken des SHV weiter, dass der Marktwert des Gesamtunternehmens aus der Summe der Marktwerte der Geschäftsbereiche besteht, „bestünde (...) keine ökonomische Rechtfertigung für die Existenz einer Hierarchie: der Markt wäre [...]

Fall die definierten Prämissen bezüglich der Definition der entsprechenden Werte über den möglichen Wertsteigerungsbeitrag einer Investition und damit über die Durchführung derselben. In diesem Zusammenhang besteht zum einen die Gefahr, dass auf Grund subjektiver Vorstellungen der an der Planung Beteiligten bspw. zu optimistische bzw. pessimistische In-Put-Größen verwendet werden. „Allzu viel Quantifizierung bringt immer die Gefahr der Objektivierung mit sich, die Gefahr, dass angesichts von quantitativen Daten die Auseinandersetzung mit den dabei zugrundegelegten Annahmen ins Hintertreffen gerät.“66 Zusätzlich zu den Problemen der Manipulierbarkeit und der Definition der Bewertungsparameter können in diesem Zusammenhang Zielkonflikte zwischen der Unternehmensführung und den Eigenkapitalgebern entstehen. „Während zum Entscheidungsfeld eines Aktionärs nur die Kapitalmarkttitel gehören, sind aus Unternehmens(leitungs)sicht67 die Kapitalbindungen in unternehmensinterne Investitionsprojekte, Konzerneinheiten und Akquisitionen zu beurteilen.“68 Bedingt durch die vorhandene Informationsasymetrie zwischen Unternehmensführung und Anteilseignern und den unterschiedlichen Interessenlagen, die auch durch die unterschiedlichen zeitlichen Planungshorizonte bedingt sein können, besteht jedoch hier die Gefahr, dass die Bewertung von qualitativen Erfolgsfaktoren zu unterschiedlichen Resultaten bei Anteilseignern und Unternehmensführung dahingehend führt, dass die Anteilseigener das Erfolgspotential qualitativer Investitionen tendenziell geringer beurteilen als die Unternehmensleitung und dies über den „Performance-Druck“69 der Kapitalmärkte an die Unternehmensleitung weitergeben wird, so dass diese tendenziell ihre Ressourcenallokation an die Vorstellung der Anteilseigner annähern. Kurzfristige positive Entwicklungen des Aktienkurses von Unternehmen auf Grund von Meldungen über Freisetzungen von Arbeitskräften lassen sich bspw. hieraus erklären.70 Demgegenüber ist jedoch zu beachten, „dass mit zunehmender Dynamik der Märkte weniger formalisierte, qualitative Formen des Wertens in Form von Expertenurteilen über Erfolgs- und Risikopotentiale gegenüber quantitativen Methoden und verfahrenstechnischen Verfeinerungen an [...]

Arbeit zitieren:
Ullrich, Michael Juni 2001: Wertorientierte Unternehmensführung und Unternehmensbesteuerung, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Besteuerung, Shareholder Value

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