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Wertorientierte Steuerung bei den in Nemax 50 notierten Unternehmen

Dargestellt anhand einer empirischen Untersuchung

Wertorientierte Steuerung bei den in Nemax 50 notierten Unternehmen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Mark Kurzich
  • Abgabedatum: Dezember 2002
  • Umfang: 109 Seiten
  • Dateigröße: 1,2 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Bielefeld - University of Applied Sciences Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-7083-8
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-7083-8 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-7083-8 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Kurzich, Mark Dezember 2002: Wertorientierte Steuerung bei den in Nemax 50 notierten Unternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: wertorientierte Steuerung, Shreholder Value, empirische Untersuchung, Unternehmensführung, Controlling

Diplomarbeit von Mark Kurzich

Problemstellung:

Der globale Wettlauf um das Kapital sowie die wachsenden Renditeforderungen der Investoren haben zu einer deutlichen Verschärfung der Bedingungen zur Kapitalbeschaffung geführt und erfordern dementsprechend ein Umdenken in der bisherigen Unternehmensstrategie.

Vor diesem Hintergrund postuliert die wertorientierte Unternehmensführung eine stärkere Orientierung an den Interessen der Kapitalgeber und stellt die Steigerung des Unternehmenswertes in den Mittelpunkt des Handelns und der Denkweise des Managements. Insbesondere kapitalmarktorientierte Unternehmen unterliegen aufgrund der zunehmenden Internationalisierung der Kapitalmärkte sowie der großen Konkurrenz um Beteiligungskapital der Notwendigkeit, den Forderungen der Kapitalgeber durch eine Steigerung des Unternehmenswertes nachzukommen. Der Auffassung Süchtings zur Folge, der sich in der vorliegenden Arbeit angeschlossen wird, lauten die Anweisungen an die Unternehmensleitung daher:

„Handle so, dass der Kurswert des Aktienvermögens deiner Gesellschafter maximiert wird.“ Nur solche Unternehmen, die sich den neuen Marktgesetzen anpassen, werden auf den Kapitalmärkten dauerhaft wettbewerbsfähig sein.

Eine Fokussierung auf die wertorientierte Unternehmensführung hat zur Folge, dass auch die betriebswirtschaftlichen Steuerungsinstrumente dieser veränderten Führungsphilosophie anzupassen sind.

Die Thematik der wertorientierten Unternehmenssteuerung wird seit dem Beginn der neunziger Jahre intensiv im deutschsprachigen Wirtschaftsraum diskutiert. In den vergangenen Jahren wurden in Deutschland einige empirische Untersuchungen im Hinblick auf die Verbreitung des wertorientierten Managements bei den DAX 100 Unternehmen durchgeführt. Dennoch fehlt es insbesondere im Börsensegment des Neuen Marktes bzw. Nemax 50 an relevanten Daten zu diesem Themengebiet. Die hier vorgestellte Untersuchung stellt eine erste explorative Erhebung über dieses Börsensegment dar und soll Aufschluss über den aktuellen Stand des Value Based Managements der im Neuen Markt Index 50 notierten Unternehmen geben. Darüber hinaus soll aufgezeigt werden, inwieweit das Controlling-Instrumentarium an die wertorientierte Zielsetzung angepasst wurde. Im Vorfeld der Studie sind zu diesem Zweck Hypothesen sowie Untersuchungsschwerpunkte formuliert worden, deren empirischen Überprüfung und detaillierte Schilderung der Ergebnisse den Verlauf dieser Arbeit charakterisieren.

Aufbau:

Der Verfasser verfolgt im Rahmen dieser Arbeit das Ziel, eine Analyse bezüglich des Implementierungsgrades des Value Based Managements bei Nemax 50 Unternehmen durchzuführen. Zu diesem Zweck wird untersucht, inwieweit sich die wertorientierte Unternehmensführung etabliert hat, und das Steuerungsinstrumentarium daraufhin ausgerichtet wurde.

Zunächst werden im Kapitel 2 terminologische und konzeptionelle Grundlagen gelegt. Der Fokus dieser Erläuterungen bezieht sich auf die im Erhebungsbogen angeführten Definitionen und Methoden. Diese implizieren zunächst die Bedeutung des Investor Relations für die wertorientierte Unternehmensführung und setzen sich mit der in diesem Zusammenhang geführten Debatte der Anspruchsgruppenproblematik (Shareholder vs. Stakeholder) fort. Im Anschluss daran wird auf die Bedeutung des Unternehmenswertes als primäre Zielgröße hingewiesen. Anschließend werden die im Erhebungsbogen aufgeführten Methoden der Unternehmensbewertung sowie die Formen der Kapitalkostenermittlung zum Gegenstand der Betrachtung. Die Vorstellung der relevanten theoretischen Begrifflichkeiten schließt mit den Ausführungen der diversen Methoden zur Performancemessung sowie den Anmerkungen zur Thematik der wertorientierten Vergütung.

Das Kapitel 3 beschäftigt sich mit der Darlegung des aktuellen Stands der Forschung bezüglich der wertorientierten Unternehmensführung in Deutschland. Zu diesem Zweck werden die Studien von Pellens/Tomaszewski/Weber und der KPMG-Consulting in komprimierter Form wiedergegeben und deren wesentliche Erkenntnisse thesenartig fixiert.

In Kapitel 4 wird das Untersuchungsobjekt dieser Analyse, der Neuer Markt bzw. Nemax 50, näher charakterisiert. Hierfür werden zunächst die Historie sowie die wichtigsten Merkmale dieses Börsensegmentes aufgezeigt. Aus aktuellem Anlass schließt sich daran eine kurze Stellungnahme im Hinblick auf die Neusegmentierung der Börsenlandschaft in Deutschland an.

Auf Basis der in den vorangegangenen Abschnitten dargelegten Grundlagen fußt die in Kapitel 5 durchgeführte empirische Untersuchung. Diese befasst sich mit dem Einsatz wertorientierter Steuerungsinstrumente bei den am 1.Juni 2002 im Nemax 50 notierten Unternehmen. Zunächst sollte in diesem Zusammenhang die Branchenzugehörigkeit der befragten Unternehmen ermittelt werden. Im Hauptteil des Erhebungsbogens wurden die Themenkomplexe Investor Relations Aktivitäten, originären Unternehmenszielsetzungen und primären Anspruchsgruppe erörtert. Des Weiteren wurde die im Unternehmen verfolgte Wachstumsstrategie, die Form der Unternehmensbewertung, die Methode der Eigenkapitalermittlung, die Instrumente zur Unternehmenssteuerung sowie die Unterteilung der Managementvergütung zum Gegenstand der Untersuchung.

Die Auswertung der Erhebungsbögen erfolgte mit EDV-Unterstützung in Form des Statistikprogramms 'SPSS for Windows'. Illustrationen im Rahmen dieser Studie wurden mit Hilfe des Tabellenkalkulationsprogramms 'Microsoft Excel' erstellt. Bei der methodischen Vorgehensweise zur Untersuchung und Aufbereitung der Daten ist vorwiegend das Analyseinstrument der Häufigkeitsverteilungen genutzt worden. Ergänzend wurde im Bedarfsfall auf Kreuztabellen zurückgegriffen, um kausale Zusammenhänge darstellen zu können.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis III
Abkürzungsverzeichnis IV
Formelverzeichnis VII
1. EINLEITUNG 1
1.1 Problemstellung 1
1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit 2
2. GRUNDLAGEN EINER WERTORIENTIERTEN UNTERNEHMENSFÜHRUNG – FUNDUS FÜR DIE EMPIRISCHE UNTERSUCHUNG 4
2.1 Bedeutung des Investor Relations 4
2.2 Anspruchsgruppen eines Unternehmens – Shareholder versus Stakeholder Ansatz 6
2.3 Wertsteigerung als originäres Unternehmensziel 7
2.4 Überblick über die Verfahren der Unternehmensbewertung 10
2.4.1 Substanzwertverfahren 11
2.4.2 Ertragswertverfahren 11
2.4.3 Discounted Cash Flow-Verfahren 12
2.4.3.1 Brutto-Methode 13
2.4.3.2 Netto-Methode 15
2.5 Die Kapitalkosten 16
2.5.1 Eigenkapitalkosten 16
2.5.1.1 Capital Asset Pricing Model (CAPM) 17
2.5.1.2 Arbitrage Pricing Theory (ABT) 19
2.5.2 Fremdkapitalkosten 20
2.5.3 Weighted Average Cost of Capital (WACC) 21
2.6 Traditionelle versus wertorientierte Unternehmensführung 23
2.6.1 Traditionelle Ansätze 23
2.6.2 Wertorientierte Ansätze 26
2.6.2.1 Discounted Cash Flow (DCF) 27
2.6.2.2 Economic Value Added (EVA®) 30
2.6.2.3 Cash Flow Return On Investment (CFROI) 33
2.6.2.4 Return On Capital Employed (ROCE) 35
2.7 Wertorientierte Vergütung 38
3. STAND DER FORSCHUNG 41
3.1 Empirische Untersuchung der KPMG Consulting 41
3.2 Empirische Untersuchung von Pellens, Tomaszewski und Weber 43
4. DER NEUE MARKT ALS BÖRSENSEGMENT 45
4.1 Historie und Charakteristika 45
4.2 Aktuelle Entwicklungen 49
5. EMPIRISCHE UNTERSUCHUNG ÜBER DEN EINSATZ WERTORIENTIERTER STEUERUNGSINSTRUMENTEDER IM NEUEN MARKT INDEX 50 NOTIERTEN UNTERNEHMEN 52
5.1 Grundlagen der Untersuchung 52
5.1.1 Konzeption der Studie 52
5.1.2 Statistische Vorgehensweise 53
5.1.3 Branchenverteilung der teilnehmenden Unternehmen 54
5.2 Ergebnisse der empirischen Analyse 55
5.2.1 Hypothesen und Untersuchungsschwerpunkte 55
5.2.2 Investor Relations Aktivitäten 57
5.2.3 Primäre Zielsetzungen der befragten Unternehmen 59
5.2.4 Wesentliche Anspruchsgruppen 60
5.2.5 Unternehmenszielsetzungen und primäre Anspruchsgruppe 62
5.2.6 Wachstumsstrategien der Unternehmen 63
5.2.7 Methoden der Unternehmensbewertung 65
5.2.8 Formen der Eigenkapitalkostenermittlung 68
5.2.9 Zwischenergebnisse 69
5.2.10 Methoden der Performancemessung 70
5.2.10.1 Traditionelle Methoden der Performancemessung 72
5.2.10.2 Gründe für die Bevorzugung traditioneller Instrumente 73
5.2.10.3 Wertorientierte Methoden der Performancemessung 75
5.2.10.4 Wertorientierte Performancemessung und Eigenkapitalkostenermittlung 76
5.2.10.5 Performancemessung und primäre Anspruchsgruppe 77
5.2.11 Vergütung des Managements 79
5.3 Kompendium der wesentlichen Erkenntnisse 83
6. SCHLUSSBETRACHTUNG UND AUSBLICK 88
ANHANG 90
LITERATURVERZEICHNIS 94

Automatisiert erstellter Textauszug:

Um eine Beurteilung der Marktentwicklung vollziehen zu können, werden Nemax-Indices als Barometer herangezogen. Der sog. Nemax-All-Share-Index umfasst sämtliche im Neuen Markt gelisteten Unternehmen. Am 1.Juli 1999 wurde durch die Deutsche Börse am Neuen Markt der Blue Chip Index Nemax 50 eingeführt.172 Die Grundgesamtheit der empirischen Studie repräsentieren die im Nemax 50 am 1.Juni 2002 gelisteten Unternehmen. Dieser Index impliziert die 50 liquidesten Werte, die im August 2002 ca. 80% des Gesamtumsatzes und ca. 85% der Gesamtmarktkapitalisierung des Neuen Marktes reflektierten. Eine Überprüfung des Konglomerats Nemax 50 wird vierteljährlich durchgeführt.173 Nicht zuletzt die Tatsache, dass der Nemax 50 einen überproportional hohen Anteil am Gesamtumsatz sowie der Gesamtkapitalisierung des Nemax-AllShare ausmacht, hat den Ausschlag dafür geliefert, diesen als Untersuchungsobjekt zu erheben. Ferner ist eine derartige empirische Studie dieses Börsensegment betreffend bislang nicht erhoben worden. [...]

4.1. Historie und Charakteristika Der Neue Markt, ein Handelssegment der Deutschen Börse AG, wurde im März 1997 für Unternehmen eingeführt, die nach damaligen Grundsätzen als nicht börsenreif galten. Vorbild war die US-amerikanische elektronische Handelsplattform Nasdaq.167 Seit der ersten Notierung durch das Unternehmen 'Mobilcom' ist die Zahl der gelisteten Firmen sprunghaft angestiegen. Ende 1997 waren es bereits 18, ein Jahr danach zählte der Index 58, zum Jahresschluss 1999 notierte der Neue Markt 200 Unternehmen. Im vierten Jahr nach seiner Gründung sind mehr als 340 Gesellschaften im Neuen Markt eingetragen.168 56, der in diesem Segment geführten Gesellschaften haben ihren Firmensitz im Ausland. Die Emittenten fungieren in den folgenden Branchen: Technologie, Internet, Software, Medien & Unterhaltung, IT- [...]

3.2. Empirische Untersuchung von Pellens, Tomaszewski und Weber Ziel dieser Studie war es, den 'Status quo' der wertorientierten Unternehmensführung bei deutschen Großunternehmen aufzuzeigen. Darüber hinaus wurden die Organisationen des Beteiligungscontrollings und die beeinflussenden Kontextfaktoren untersucht. Die Unternehmensauswahl der Studie erfolgte anhand des Kriteriums der Notierung im DAX 100, wobei Tochtergesellschaften und Unternehmen mit einem Streubesitz von unter 25% ausgeschlossen wurden. Die wichtigsten Befunde dieser Untersuchung waren: Schwerpunkte der Aufgaben der Controllingabteilungen liegen insbesondere in der Beurteilung des Erfolgsbeitrags der Beteiligungen (91%) und in der strategischen Analyse und finanzwirtschaftlichen Bewertung potenzieller Akquisitions- und Desinvestitionsobjekte (41%). Investitionsrechnerische Methoden werden bei der Bewertung von potenziellen Beteiligungen mit 76% als vorherrschend beschrieben. Die am häufigsten verwendete Verfahrensweise fällt dabei dem Bruttoansatz der DCFMethode (entsprechen dem Ansatz nach Rappaport) mit 47% zu. Danach schließt sich die Ertragswertmethode und der Nettoansatz der DCFMethode (jeweils 10%) an. Zur Berücksichtigung der Unsicherheit wird hauptsächlich ein Risikozuschlag im Zinsfuß (70%) eingesetzt. 39% haben eine wertorientierte Erfolgsgröße (z.B. EVA) oder eine entsprechende wertorientierte Renditekennziffer (z.B. CFROI) als Spitzenkennzahl etabliert. In den meisten Fällen werden traditionelle Erfolgsgrößen, wie z.B. die Umsatzrendite oder die traditionelle Eigen- und Gesamtkapitalrendite als zentrale Bezugsgröße der variablen Entlohnung eingesetzt (58%).165 [...]

Arbeit zitieren:
Kurzich, Mark Dezember 2002: Wertorientierte Steuerung bei den in Nemax 50 notierten Unternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
wertorientierte Steuerung, Shreholder Value, empirische Untersuchung, Unternehmensführung, Controlling

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