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Die Wertentwicklung von Immobilien vor dem Hintergrund regionaler Wirtschaftsentwicklungen

Eine empirische Studie anhand von Eigenheimmärkten ausgewählter westdeutscher Stadtregionen

Die Wertentwicklung von Immobilien vor dem Hintergrund regionaler Wirtschaftsentwicklungen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Thilo A. Bäß
  • Abgabedatum: Januar 2001
  • Umfang: 240 Seiten
  • Dateigröße: 9,1 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Universität Bayreuth Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-4323-8
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-4323-8 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-4323-8 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Bäß, Thilo A. Januar 2001: Die Wertentwicklung von Immobilien vor dem Hintergrund regionaler Wirtschaftsentwicklungen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Eigenheim, Entwicklung, Immobilien, Regionalökonomie, Studie

Diplomarbeit von Thilo A. Bäß

Einleitung:

Trotz des enormen Anteils der Immobilienwirtschaft an der deutschen Nationalökonomie und ihrer politischen Bedeutung sind einschlägige wissenschaftliche Arbeiten - insbesondere ökonometrisch gestützte empirische Studien - immer noch ausgesprochen rar. Diese Arbeit versucht, vor allem der Ortsgebundenheit von Immobilien und der daraus resultierenden Bildung regionaler Teilmärkte Rechnung zu tragen. Damit grenzt sie sich deutlich von anderen makroökonomischen Publikationen ab, die allesamt einen aggregierten nationalen (westdeutschen) Immobilienmarkt untersuchen, und greift dabei die jüngst in der Wirtschaftstheorie wiederentdeckte Regionalökonomie in ihrer Bedeutung für regionale Immobilienmärkte auf.

Im übrigen erfolgt eine in der deutschen Literatur unübliche Konzentration auf den Eigenheimmarkt. Der Autor erarbeitet eine vor dem Hintergrund der herrschenden Datenlage bemerkenswerte Datenbasis mit aktuellen Zeitreihen über bis zu 20 Jahre. Immobilien werden in der Öffentlichkeit als eine sichere Wertanlage gesehen. Es herrscht die Meinung vor, dass Immobilien inflationssicher sind und im Zeitablauf zusätzlich mit erheblichen Wertsteigerungen zu rechnen ist. Der Autor geht in seiner Arbeit der Frage nach, welche reale Preisentwicklung bei Eigenheimen in westdeutschen Städten (Groß- und Oberzentren) in den letzten 20 Jahren zu beobachten war. Gleichzeitig sucht er nach Faktoren, die die evidenten regionalen Unterschiede sowohl hinsichtlich des Niveaus der Preise als auch deren Entwicklung erklären können.

Ziel der Arbeit ist die Prüfung, inwieweit sich der hypothetische positive Zusammenhang zwischen der Wertentwicklung von Eigenheimmärkten und der allgemeinen Wirtschaftsentwicklung einzelner Stadtregionen empirisch nachweisen läßt und von welcher Stärke dieser gegebenenfalls ist. Als Nebenhypothesen werden außerdem die Beziehungen zwischen dem Niveau der Eigenheimpreise und dem von Wirtschafts- und Agglomerationskennzahlen untersucht.

Methodisch wurde der empirische Teil der Arbeit (Teil B) auf die Anwendung der Korrelations- und Regressionsanalyse angelegt. Letztere setzt eine Hypothese über die angenommene - weil sachlogisch plausible - Ursache-Wirkungs-Beziehung, d.h. die Richtung und Art des Zusammenhangs, voraus. Ein solches Regressionsmodell wird im theoretischen Teil der Arbeit (Teil A) formuliert. Die Arbeit verbindet Ansätze der allgemeinen Wirtschaftstheorie mit der speziellen Immobilienwirtschaft, der Wirtschaftsgeographie sowie der Regionalforschung und mündet in eine ökonometrische empirische Analyse.

Die Darstellung eines komplexen 4-Quadrantenmodells des Immobilienmarktes bildet den Ausgangspunkt und die Grundlage der sachlichen Marktabgrenzung für die im zweiten Teil durchgeführte empirische Untersuchung. Anschließend werden die Grundzüge regionaler Wachstumsmodelle leicht nachvollziehbar skizziert. Den Abschluss des theoretischen Teils bildet die Zusammenführung beider Theoriebereiche in einem komparativ-statischen 3-Sektoren-Modell einer Regionalwirtschaft nach DIPASQUALE und WHEATON. Mit Hilfe dieses Modells werden Aussagen über die Auswirkungen von nachfrage- und angebotsinduziertem Wachstum hergeleitet.

Im empirischen Teil erfolgt zunächst die räumliche Marktabgrenzung. Mit Hilfe der sogenannten Tagespendlerdistanz bildet der Autor Funktionalregionen in Form monolithischer Wohnungs- und Arbeitsmärkte. Dies führt zur Anwendung des Konzeptes der Stadtregionen. Durch diese Kriterien und unter Berücksichtigung der Datenverfügbarkeit werden 14 Kernstädte verschiedener Größenklassen aus nahezu allen alten Bundesländern ermittelt, welche die Grundlage der weiteren empirischen Untersuchungen bilden. Diese sind im einzelnen die kreisfreien Städte Flensburg, Lübeck, Hamburg, Bremerhaven, Oldenburg, Münster, Kassel, Trier, Kaiserslautern, Würzburg, Regensburg, Augsburg, München und Freiburg.

Im umfangreichen Anhang der Arbeit finden sich zu jeder dieser Städte zahlreiche grafische und tabellarische Darstellungen ihrer Eigenheimwert-, Wirtschafts- und demographischen Entwicklung im Untersuchungszeitraum von 1980 bis 1996 bzw. 1999. Die regionale Betrachtung zeigt, dass die reale Wertentwicklung von Eigenheimen in den letzten beiden Jahrzehnten regional sehr unterschiedlich und durchaus nicht immer mit Wertsteigerungen verbunden war. Vielmehr trat eine sich über die Jahre öffnende Preisschere zwischen nord- und süddeutschen Untersuchungsräumen zutage.

Nach Abschluss seines Studiums der Immobilienökonomie an der University of Auckland, Neuseeland, reichte der Autor diese Arbeit im Rahmen der Diplomhauptprüfung (1. Teil) für Betriebswirtschaftslehre an der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Bayreuth am Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre I von Prof. Dr. Bernhard Herz ein, wo sie im Januar 2001 mit der Note sehr gut (1,0) bewertet wurde.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis I
Abbildungsverzeichnis IV
Tabellenverzeichnis V
Abkürzungsverzeichnis VI
Symbolverzeichnis VIII
Einführung und die Besonderheitenlehre 1
Ziel und Gang der Arbeit 7
A. Theoretische Grundlagen 10
A.1 Einleitung zum theoretischen Teil 10
A.2 Der Immobilienmarkt und die (sachliche) Marktabgrenzung 11
A.2.1 Der mikro- und makroökonomische Ansatz und das Problem der Ortsgebundenheit von Immobilien 11
A.2.2 Der Begriff des ökonomischen Wertes und das Problem der Heterogenität von Immobilien 13
A.2.3 Ein komplexes Modell des Immobilienmarktes und das Problem der langen Produktions- und Lebenszeit von Immobilien 16
A.2.3.1 Der Fall der Eigennutzung 22
A.2.3.2 Exogene Nachfragedeterminanten auf dem Markt für eigentümergenutzte Wohnungen 25
A.2.4 Zusammenfassende Eingrenzung des Untersuchungsgegenstandes 27
A.3 Die Entwicklung von Regionalwirtschaften 30
A.3.1 Die Raumwirtschaftstheorie (Die Raum-Dimension) 31
A.3.2 Der Begriff der Wirtschaftsentwicklung (Die Zeit-Dimension) 34
A.3.3 Regionale Wachstumsmodelle und Ursachen regionaler Wachstumsunterschiede 35
A.3.3.1 Traditionelle neoklassische Wachstumstheorien 37
A.3.3.2 Traditionelle (post) keynsianische Wachstumstheorie 39
A.3.4 Zusammenfassung 39
A.4 Der Zusammenhang von Immobilienpreis- und Wirtschaftsentwicklung in einem komparativ-statischen 3-Sektoren-Modell einer Regionalwirtschaft 41
A.4.1 Nachfrageinduziertes regionales Wachstum 43
A.4.2 Angebotsinduziertes regionales Wachstum 47
A.4.3 Zusammenfassung und kritische Würdigung des 3-Sektoren-Modells einer Regionalwirtschaft 48
B. Empirische Regionalforschung 50
B.1 Einleitung zum empirischen Teil 50
B.2 Problemorientierte Raumanalyse – Regionalisierung (räumliche Marktabgrenzung) 51
B.2.1 Modell zur Auswahl eines Abgrenzungskriteriums 51
B.2.2 Operationalisierung – Konkrete Abgrenzungen 53
B.3 Objektanalyse – Datenbasis und Datenaufbereitung 57
B.3.1 Operationalisierung der Eigenheimwerte (abhängige Variable) 58
B.3.2 Operationalisierung des Wirtschaftswachstums (unabhängige Variable) 60
B.3.3 Sonstige Variablen und Datenaufbereitung 61
B.4 Problemanalyse – Synopsis der Untersuchungsergebnisse (Datenanalyse) 64
B.4.1 Univariate deskriptive Datenanalyse 64
B.4.1.1 Synopsis der Querschnittanalysen 65
B.4.1.2 Synopsis der Längsschnittanalysen 67
B.4.2 Bivariate konfirmative Datenanalyse 69
B.4.2.1 Explorative Datenanalyse 70
B.4.2.2 Korrelationsanalysen 72
B.4.2.2.1 Tests der Nebenhypothesen 72
B.4.2.2.2 Tests der Haupthypothese 73
B.4.2.3 Regressionsanalyse 74
B.5 Resümee und kritische Würdigung der Untersuchungsergebnisse 75
Anhang

Automatisiert erstellter Textauszug:

Aus der Tatsache, daß sich zwei immobile Faktoren (Immobilien) somit in unterschiedlichen wirtschaftlichen Umfeldern befinden können, wurde abgeleitet, daß sie sich auch in ihrem Wert unterscheiden, wenn das wirtschaftliche Umfeld einen Einfluß auf den Wert des Faktors hat, d.h. eine Beziehung zwischen Wert und Wirtschaftskondition besteht – z.B. in der Weise, daß in wirtschaftsstarken Räumen hohe Werte zu finden sind. Von Interesse ist dann der angenommene Gleichlauf von Wert und Wirtschaftskonditionen im Zeitablauf der wirtschaftlichen Entwicklung, wie er im folgenden empirischen Teil der Arbeit untersucht werden soll. Die wissenschaftliche Hypothese über den Zusammenhang von Immobilienpreisentwicklung und regionaler Wirtschaftsentwicklung leitet sich aus dem vorgestellten einfachen 3-Sektoren-Modell einer Regionalwirtschaft ab. Nach dem Modell wirkt sich die regionale Wirtschaftsentwicklung in zweifacher Weise auf die Immobilienpreise aus. Zum einen zeigt sich ein Kapazitätseffekt, demzufolge bei expansiver Wirtschaftsentwicklung die Preise aufgrund zunehmender Nachfrage nach Flächen steigen. Hinsichtlich des Wohnimmobilienbereichs steht dahinter die klassische Annahme der Vollbeschäftigung, d.h. die notwendige Zuwanderung von Erwerbstätigen bei Wirtschaftswachstum. Wirtschaftswachstum verursacht aber auch eine Einkommenszunahme bei den Erwerbstätigen (Einkommenseffekt). Die Bedeutung der demographischen Entwicklung und der Einkommen für die Preisbildung auf den Immobilienmärkten wurde bereits in Kapitel A.2 dargelegt. Da die Annahme einer Zuwanderung bei unterbeschäftigten Wirtschaften nicht unbedingt erfüllt wird, wird der Einkommenseffekt für die weitere Untersuchung in den Mittelpunkt gerückt. [...]

Das allgemeine Verhalten der drei Märkte bei einem expansiven Nachfrageschock auf dem Outputmarkt ist in Abbildung 14 schematisch dargestellt. Durch die Verschiebung der Nachfrage von OD nach OD´ steigt die Nachfrage nach Arbeitskräften von α AO0 auf α AO´ und nach Flächen von α BO0 auf α BO´. Damit diese Arbeitskräfte gewonnen werden können, müssen die nominalen Löhne soweit steigen, daß sich bei allgemein höheren Preisen effektiv ein höheres Reallohnniveau einstellt. Auch auf dem Immobilienmarkt bewirkt die Nachfragezunahme steigende Mieten. Die Produktionskosten steigen und nehmen damit in der Regel einen Teil der ursprünglichen Nachfrageausweitung auf dem Güter- und Dienstleistungsmarkt zurück, was wiederum zu Anpassungen bei der Faktornachfrage führt, so daß die Produktionskosten letztlich nur von C0 auf C´ steigen. Schließlich stellt sich ein neues Gleichgewicht auf höherem Niveau ein. Dabei stehen die quantitativen Größen (Output, Beschäftigung und Flächen) und die wertmäßigen Größen (Preise, Löhne und Mieten) in einem reziproken Verhältnis, das von den Elastizitäten des Faktorangebotes determiniert wird. Je geringer die Zunahme bei den Preisen, Löhnen und Mieten ausfällt desto größer sind die Mengenzuwächse. Reagiert das Faktorangebot sehr elastisch kann die abgeleitete Nachfrage nach zusätzlichen Faktoren ohne große Miet- bzw. Löhnzuwächse befriedigt werden. Die Produktionskosten steigen dann nur geringfügig, so daß der Großteil der ursprünglichen Nachfragezunahme auf dem Outputmarkt (O´´) – unter Einsatz entsprechend gestiegener Faktormengen – nahezu vollständig befriedigt werden kann. Bei unelastischem Faktorangebot wächst die Region physisch kaum, jedoch werden die Faktoranbieter wohlhabender, was die qualitative (und auch quantitative) Nachfrage nach Wohnraum verändert. Dies kann zu Renovierungen und Ausweitungen bei Bestandsimmobilien führen. Die Elastizitäten des Angebots können auf den einzelnen Faktormärkten verschieden sein; jedoch führt eine Zunahme bei der Outputnachfrage immer zu höheren Lohn- als Preissteigerungen, da sonst die relevanten Reallöhne nicht steigen würden, was aber Voraussetzung für die Gewinnung neuer Arbeitskräfte zur Produktion zusätzlichen Güter- und Dienstleistungsoutputs ist. Da die Preissteigerungen auf dem Outputmarkt dem gewichteten Durchschnitt der Faktorpreissteigerungen entspricht, müssen die Mietsteigerungen kleiner sein als die Lohnsteigerungen. [...]

Demzufolge betragen die Produktionskosten pro Einheit Output C = α Al + α Br, wobei eine linear-homogene/linear-limitationale Produktionsfunktion angenommen wird und r und l die jährlichen Faktorentgelte für Flächen (Renten) und Arbeit (Löhne) sind. Die Verfügbarkeit der regionalen Produktionsfaktoren ergibt sich aus dem B estand und der Fähigkeit, weitere mobile Faktoren anzuziehen oder den Bestand intern auszuweiten. Hinsichtlich des Faktors Arbeit erweisen sich die demographische Struktur und die Ausbildung der Erwerbstätigen als entscheidender Faktor. Mangelt es in der Region an geeigneten Arbeitskräften, müssen solche aus anderen Regionen angezogen werden, was im allgemeinen schwieriger ist, als vorhandene Arbeitskräfte in der Region zu halten. Neben den Löhnen beeinflussen auch Klima, Landschaft und öffentliche Infrastruktur, wie leicht sich Arbeitskräfte anziehen (und halten) lassen. Zusätzliche Arbeitskräfte erfordern – quasi als abgeleitete Nachfrage des Arbeitsmarktes – zusätzlichen Wohnraum. Steigende Löhne – sofern diese auch zu einem höheren verfügbaren Einkommen führen – bedingen ebenso eine höhere Nachfrage nach Wohnraum.85 Die Fähigkeit einer Region, Wohn- und Gewerbeflächen für die Erwerbstätigen und U nternehmen entweder aus dem Bestand oder durch Entwicklung neuen Baulandes bereitzustellen ist Voraussetzung für die Produktion von Output. Ein Mangel daran würde die Bodenrenten soweit in die Höhe treiben, daß die Löhne, die gezahlt werden müßten, ein Niveau erreichten, auf dem die zu fordernden Outputpreise das Wachstum erstickten. Der Output und die beiden Primärfaktoren seien durch eine linear-homogene/linearlimitationale Produktionsfunktion verbunden, eine Substitution zwischen den beiden Inputs sei also nicht möglich. Dementsprechend wird die aus dem Outputniveau abgeleitete Nachfrage nach Inputs (AD und BD) nicht von den relativen Faktorpreisen bestimmt und als völlig starr in Form eines vertikalen Grafen wiedergegeben. Die Angebotskurve von Arbeit (AS) und Boden (BS) verhält sich normal; mit zunehmender Faktorentlohnung steigt die angebotene Menge. Dabei sind im Fall von Arbeit die realen Löhne (l/p) maßgeblich.86 [...]

Arbeit zitieren:
Bäß, Thilo A. Januar 2001: Die Wertentwicklung von Immobilien vor dem Hintergrund regionaler Wirtschaftsentwicklungen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Eigenheim, Entwicklung, Immobilien, Regionalökonomie, Studie

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