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Werte und Arbeit

Eine Studie zu berufsbezogenen Werthaltungen und gesellschaftspolitischen Wertprioritäten von Studierenden

Werte und Arbeit
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Helmut Wilde
  • Abgabedatum: September 1994
  • Umfang: 140 Seiten
  • Dateigröße: 706,7 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Universität Trier Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-1145-9
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-1145-9 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-1145-9 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Wilde, Helmut September 1994: Werte und Arbeit, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Personalentwicklung, Organisationsentwicklung, Arbeitszufriedenheit, Führung

Diplomarbeit von Helmut Wilde

Zusammenfassung:

I. Theoretischer Teil:

In meiner Arbeit stelle ich die wissenschaftlichen Grundlagen der Werttheorien dar und beziehe Studien zum Wertewandel mit ein. Ich zeige damit, dass das Wertekonstrukt aus wissenschaftlicher Sicht eingesetzt werden kann und wie dieses in Unternehmen wirtschaftlich in Personalführungs- und Organisationsentwicklungsprozessen eingesetzt wurde bzw. werden kann. Zudem widme ich mich in einem Abschnitt den Wertkonflikten zwischen Organisation und Individuum und zeige, wie diese gelöst werden und untersuche die motivationalen Bedingungen von Werten. Die Arbeitszufriedenheit und die Bedeutung von Arbeit in den westlichen Industrienationen sind zwei weitere Themenkomplexe, die in dieser Arbeit Berücksichtigung finden und das zuvor Behandelte abrunden.

Die Voraussetzung, Werte als eine das Verhalten bestimmende Größe anzuerkennen und sie damit z.B. in betrieblichen Veränderungsprozessen anzuwenden, ist die Stabilität von Werten über die Zeit. Dieser Nachweis wurde in mehreren Studien erbracht. Zudem musste gezeigt werden wie Werte die Handlungsebene des Menschen erreichen.

Definitionen:

Ein Wert ist eine explizite, für das Individuum oder für eine Gruppe charakteristische Konzeption des Wünschenswerten, welche die Auswahl unter verfügbaren Handlungsarten, -mitteln und -zielen beeinflußt. Berufliche Werte können als Ziele oder Qualitäten definiert werden, die der Mensch bei der beruflichen Arbeit für wichtig oder wünschenswert hält und die er bei der Arbeit oder durch die Arbeit zu erreichen bzw. zu realisieren versucht.

Bezug zur Handlungsebene:

Werte stehen auf drei Handlungsebenen (Individuum, Gruppe, Kultur) in einem sich wechselseitig beeinflussenden Verhältnis zueinander (Interdependenz). Werte sind tiefer in der Persönlichkeit eines Menschen verwurzelt als Einstellungen. Sie beeinflussen von dieser Tiefenebene her das Verhalten eines Menschen.

Anwendungen:

Ich wählte als Anwendungsbeispiele drei auf Werte basierende Personalführungsmodelle aus, die ich im Verlauf der Arbeit eingehender vorstelle. Es handelt sich dabei um ein Personalführungsmodell für die neuen Bundesländer, die werteorientierte Personalpolitik in einem bundesdeutschen Automobilkonzern und anschließend stelle ein noch unerprobtes werteorientierte Personalführungsmodell vor, welches nachhaltig für die individuelle Führung von Mitarbeitern eintritt.

II. Praktischer Teil - Empirische Studie:

Der Studie liegt eine differentielle Fragestellung zugrunde und verweist auf eine Fülle von Einzelergebnissen.

In meiner Studie wurden Daten (es wurden jeweils zwei Fragebogen vorgelegt) von Studierenden (n=405) der Betriebswirtschaft, Rechtswissenschaft, Psychologie, Geographie und Kunstgeschichte erhoben. Zum Einsatz kamen der Fragebogen zur Erfassung beruflicher Werthaltungen (BWH-Fragebogen) von Seifert & Bergmann (Universität Linz, Österreich) und der Fragebogen von Inglehart (USA), der die Gruppe der Studierenden hinsichtlich der Wahl materieller bzw. nicht-materieller Werte differenziert.

Die Datenauswertung erfolgte mit dem Computerprogramm SPSS/PC+ (Superior Performing Statistical Software). Zur Absicherung von Aussagen kamen folgende Prozeduren des Programmpaktes zum Einsatz: Ermittlung von Häufigkeiten, Reliabilitätsberechnungen, ein- und zweifaktorielle Varianzanlysen, multiple Klassifikationsanalysen, einfaktorielle Rangvarianzanalysen, Chi-Ouadrat-Tests und diverse Verfahren zur Überprüfung der Voraussetzungen für die Anwendung von Testverfahren.

Inhaltsverzeichnis:

Theorieteil
1. Einleitung 1
1.1 Zum gegenwärtigen Stand der Werteforschung 2
2. Begriffsbestimmungen 4
2.1 Wertbegriff 4
2.1.1 Wert als Gut 4
2.1.2 Wert als Maßstab 4
2.1.3 Werthaltungen 5
2.1.4 Berufliche Werte 5
2.1.5 Bewertung und Werturteil 5
2.2 Begriffe, die mit Werten in Zusammenhang stehen 5
2.2.1 Bedürfnisse 5
2.2.2 Ziele 6
2.2.3 Einstellungen 6
2.2.4 Motivation und Motiv 6
2.2.5 Normen 6
3. Werttheorie 6
3.1 Grundlagen einer psychologischen Werttheorie 7
3.2 Gesellschaftliche Werte 8
4. Werte, Einstellungen und Verhalten 11
4.1 Die Topik von Werten, Einstellungen und Verhalten 12
4.2 Die Stabilität von Werten 12
4.2.1 Empirische Überprüfung der Stabilität von Werten in der Untersuchung von Maag (1991) 13
4.2.2 Empirische Überprüfung der Stabilität von Werten in der Untersuchung von Nerdinger (1984) 14
4.3 Die Funktion von Werten 14
5. Wertewandel 15
5.1 Die Theorie von Inglehart 15
5.2 Interpretationen des Wertewandels 18
5.2.1 Werteverfall 18
5.2.2 Wertesubstitution 19
5.2.3 Wertepluralisierung 19
5.2.4 Wandel der Ansprüche an die Arbeit 22
5.3 Methoden in der Werteforschung 23
5.4 Ursachen des Wertewandels 24
6. Werte und Wertkonflikte zwischen Individuum und Organisation 27
6.1 Strategien der Konfliktregulierung zwischen Individuum und der Organisation 28
6.1.1 Selbstselektion 28
6.1.2 Fremdselektion 29
6.1.3 Sozialisation 29
6.2 Werte und Werthaltungen unter motivationspsychologischer Perspektive 29
6.3 Konsequenzen für die Personalpolitik von Organisationen 31
6.3.1 Das Personalführungsmodell von Macharzina, Wolf und Döbler (1993) 31
6.3.2 Werteorientierte Personalpolitik 36
6.3.3 Individualisierung der Führung 39
7. Die Bedeutung von Arbeit in den westlichen Industrienationen 44
7.1 Das subjektive Verständnis von Arbeit 45
7.1.1 Modell "Bedeutung des Arbeitens" 45
7.2 Das objektive Verständnis von Arbeit 48
7.2.1 Modelle der Arbeitszufriedenheit 48
7.2.2 Das Arbeitszufriedenheits-Modell von Bruggemann, Groskurth & Ulich (1975) 48
Empirieteil
8. Verwendete Fragebogen 52
8.1 Das Verfahren zur Messung der beruflichen Werthaltungen (BWH-Fragebogen) 52
8.2 Das Verfahren zur Messung von materialistischen und postmaterialistischen Wertprioritäten (MPW-Fragebogen) 54
9. Durchführung der Untersuchung 57
10. Beschreibung der Stichprobe 58
10.1 Soziodemographische Variablen 58
10.2 Kommentare der Studierenden zum BWH-Fragebogen 61
11. Auswertung: Statistik und Computerprogramm 62
12. Ergebnisse 64
12.1 Das Verfahren zur Messung von beruflichen Werthaltungen (BWH-Fragebogen) 64
12.1.1 Reliabilitäten 65
12.1.2 Hypothesen 65
12.1.3 Befunde auf dimensionaler Ebene 67
12.1.4 Befunde auf Skalenebene 68
12.1.5 Gesamtstichprobe 69
12.2 Das Verfahren zur Messung von materialistischen und postmaterialistischen Wertprioritäten (MPW-Fragebogen) 71
12.2.1 Hypothesen 71
12.2.2 Befunde 71
12.2.3 Gesamtstichprobe 78
12.3 Beziehungen zwischen dem BWH- und dem MPW-Fragebogen 80
12.3.1 Hypothesen 80
12.3.2 Befunde 80
12.4 Die Wichtigkeit von Arbeit und Beruf für Studierende 81
13. Diskussion und Interpretation 82
13.1 Das Verfahren zur Messung von beruflichen Werthaltungen (BWH-Fragebogen) 82
13.1.1 Unterschiede in bezug auf das Studienfach 83
13.1.2 Unterschiede in bezug auf das Geschlecht 85
13.1.3 Unterschiede in bezug auf den Beruf 86
13.1.4 Gemeinsamkeiten (Gesamtstichprobe) 87
13.2 Das Verfahren zur Messung von materialistischen und postmaterialistischen Wertprioritäten (MPW-Fragebogen) 88
13.2.1 Unterschiede in bezug auf die soziodemographischen Variablen 88
13.2.2 Gesellschaftspolitische Wertprioritäten (Gesamtstichprobe) 89
13.3 Unterschiede in der Wahl der BWH-Skalen zwischen Postmaterialisten, Wertsynthetikern und Materialisten 89
13.4 Die Wichtigkeit von Arbeit und Beruf für Studierende 89
Literatur 91
Anhang 99
Fragebogen 119

Automatisiert erstellter Textauszug:

1. Schritt Der erste Schritt besteht darin, die "Führungssituation" je Mitarbeiter(in) aus dessen (deren) eigener Sicht und aus der Sicht des(r) Vorgesetzten zu erheben. Dies soll in einem "Mitarbeitergespräch" und nicht in einer "Mitarbeiterbefragung" geschehen. Die Parameter der Führungssituation sind: * Aufgaben bzw. Problemstellung der Arbeitssituation * Bedürfnisse des(r) Mitarbeiters(in) * Motive des(r) Mitarbeiters(in) * Qualifikation des Mitarbeiters(in) * Werthaltungen des(r) Mitarbeiters(in) und des(r) Vorgesetzten * fachliche Autorität und soziale Fähigkeiten des(r) Vorgesetzten Die Ermittlung dieses Fähigkeitspotentials sollte zudem über die "Assessment-CenterTechnik" erfolgen. Dabei handelt es sich um eine innerbetriebliche Methode der Personalauswahl, die über mehrere Tage stattfinden kann (S.408-410). [...]

Selbständigkeit und Individualität: *Flexibilisierung der Arbeitszeit *Teilzeitarbeit *Arbeitszeitmodell Werk Regensburg (persönliche 4 Tage Woche mit Samstag) *Gleitzeitregelung Werk Regensburg (dreidimensionale Gleitzeit) *Ausbildungskonzept Werk Regensburg (individuelle Persönlichkeitsbildung) Zusätzlich zu der werteorientierten Personalpolitik wurde im Jahr 1983 eine "neue Führungskonzeption, basierend auf Leitbildern wie Vertrauen, Vorbild, Glaubwürdigkeit, Toleranz, aber auch dem verantwortungsvollen Umgang mit Macht" unter Mitwirkung der oberen Führungsebene erarbeitet (Bihl 1993, S.91). 6.3.3 Individualisierung der Führung Ein weiterer Ansatz, der Werthaltungen berücksichtigt und darüber hinaus auf den Wertewandel Bezug nimmt, wurde von Drumm (1992) entwickelt. Er begründet sein Konzept mit dem "weitgehenden Versagen der Motivations- und Führungstheorien" (s.u.), dem "sichtbar gewordenen Wandel der Werte", der [...]

* Selbstverwirklichung in der Arbeit * Selbstverwirklichung außerhalb der Arbeit * Status, Macht, Hierarchie (Streben nach sozialem Aufstieg) * Streben nach sozialen Kontakten/Gemeinschaftsgefühl * Information und Kommunikation * freie Meinungsäußerung * Sicherheitsstreben * sozialer Nutzen der Arbeit * Demokratie (z.B. Beteiligung an Entscheidungen /Selbstbestimmung) Anhand einer "Werteskala" wurde jeder Wert hinsichtlich der folgenden Kriterien eingestuft (Bihl 1993, S.87): * der traditionellen Bedeutung des Wertes in der Gesellschaft (T) * der neuen Bedeutung des Wertes in der Gesellschaft (N) * des tatsächlichen IST-Zustandes im Unternehmen (I) * des gegenwärtigen SOLL (=gegenwärtige Personalpolitik) (S1) * des zukünftigen SOLL (=zukünftige Personalpolitik) (S2) Diese Art der Einschätzung soll anhand des Wertes "Information und Kommunikation" verdeutlicht werden (Bihl 1993, S.88): WERT Information und Kommunikation 1= weniger wichtig 1 2 T I S1 3 4 6= sehr wichtig 5 N S2 6 [...]

Arbeit zitieren:
Wilde, Helmut September 1994: Werte und Arbeit, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Personalentwicklung, Organisationsentwicklung, Arbeitszufriedenheit, Führung

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