Wert-orientierte Kennzahlen in der externen Berichterstattung börsennotierter Unternehmen
- Art: Bachelorarbeit
- Autor: Lars Voigt
- Abgabedatum: Juli 2011
- Umfang: 83 Seiten
- Dateigröße: 1,2 MB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Beuth Hochschule für Technik Berlin Deutschland
- Bibliografie: ca. 60
- ISBN (eBook): 978-3-8428-2228-3
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Voigt, Lars Juli 2011: Wert-orientierte Kennzahlen in der externen Berichterstattung börsennotierter Unternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Kennzahl, börsennotiert, Wertorientiert, EVA, CFROI
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Bachelorarbeit von Lars Voigt
Einleitung:
Ausgangslage:
Generell sollen Kennzahlen Informationen über bestimmte Sachverhalte in verdichteter Form liefern. Bei wertorientierten Kennzahlen sollen diese Informationen, wie der Name schon andeutet, einen Rückschluss auf die Entwicklung des Wertes eines Unternehmens ermöglichen. Wertorientierte Kennzahlen stehen somit in engem Zusammenhang mit dem Konzept des Unternehmenswertes.
Die Steigerung des Unternehmenswertes wird mittlerweile von vielen Unternehmen als Unternehmensziel verfolgt. Die Unternehmensleitung orientiert sich dabei an den Zielen der Eigentümer. Die Eigentümer (oder Shareholder) wiederum verfolgen mit ihrem Investment das Ziel der Konsummaximierung. Um dieses Ziel erfüllen zu können, ist eine Langfristorientierung der Unternehmensleitung vonnöten. Die (alleinige) Orientierung der Unternehmensleitung an den Shareholdern stößt teils auf heftige Kritik. Kurioserweise ist einer der Hauptkritikpunkte, dass die Orientierung am Shareholder Value kurzfristig orientiertes Handeln zur Folge hätte.
Um den Unternehmenswert messbar zu machen, werden zahlreiche Methoden vorgeschlagen. Die heutzutage beliebtesten Verfahren stellen bei der Ermittlung des Unternehmenswertes auf die Fähigkeit des Unternehmens ab, künftige Zahlungsströme zu generieren.
Wird von Unternehmen das Ziel der Unternehmenswertsteigerung verfolgt, so spielen wertorientierte Kennzahlen für die Unternehmenssteuerung eine wesentliche Rolle. Werden wertorientierte Kennzahlen als internes Steuerungsinstrument eingesetzt, sollen sie die Fähigkeit haben, optimale Entscheidungen im Sinne einer Unternehmenswertsteigerung herbeizuführen. Hierzu ist es wichtig, dass wertorientierte Kennzahlen sich vor allem an zwei Zielen orientieren. Erstens sollen sie in der Lage sein, die Wertsteigerung abzubilden. Zweitens sollen sie die Fähigkeit besitzen, Managemententscheidungen im Sinne der Eigentümer herbeizuführen. Charakteristisch für wertorientierte Kennzahlen ist, dass sie, im Unterschied zu ergebnisorientierten Kennzahlen etwa, auch die Kosten des Eigenkapitals berücksichtigen. Erst wenn das erwirtschaftete Ergebnis des Unternehmens über den Eigen- und Fremdkapitalkosten liegt, wird mittels wertorientierten Kennzahlen eine Wertschaffung angezeigt. Dabei ist die Idee, die hinter diesem Konzept wertorientierter Kennzahlen steht, nicht neu. Stelter veranschaulicht dies eindrucksvoll mit einem Beispiel aus dem Jahre 50 nach Christus. So wollten bereits die Weinbauer im antiken Rom zumindest einen Überschuss erwirtschaften, der über den Kosten für das Kapital, das sie einsetzten, lag.
Auch im Rahmen der Unternehmensberichterstattung spielen wertorientierte Kennzahlen eine wesentliche Rolle. Werden wertorientierte Kennzahlen an den Kapitalmarkt berichtet, kann die Wertsteigerung nach außen angezeigt werden und somit die Beurteilung von Unternehmen und Management durch tatsächliche und potentielle Eigentümer ermöglicht werden. Dass wertorientierte Kennzahlen im deutschsprachigen Raum in der Unternehmenspraxis Einzug gefunden haben und Unternehmen wertorientierter Kennzahlen in der Unternehmensberichterstattung berücksichtigen, zeigen empirische Untersuchungen. Fischer/Rödl analysieren die Berichterstattung wertorientierter Kennzahlen von deutschen Unternehmen. Es zeigte sich, dass 18 (60%) der 30 im DAX notierten Unternehmen genaue Angaben über wertorientierte Kennzahlen machen, die sie zur internen Steuerung verwenden. Die Ergebnisse, der im Rahmen dieser Arbeit durchgeführten, empirischen Untersuchung, lassen den Schluss zu, dass deutsche Unternehmen somit von der Möglichkeit Gebrauch machen, mithilfe wertorientierter Kennzahlen, die im Unternehmen stattgefundene Wertsteigerung an den Kapitalmarkt zu kommunizieren.
Problemstellung und Zielsetzung:
Vorschläge für die Ausgestaltung konkreter wertorientierter Kennzahlen sind vor allem von verschiedenen Beratungsunternehmen gemacht worden. Zahlreiche Konzepte wertorientierter Kennzahlen wurden entwickelt und mehr oder weniger gut vermarktet. Es stellen sich somit folgende Fragen:
Wie lassen sich solche Konzepte wertorientierter Kennzahlen systematisieren?
Welche dieser Konzepte stoßen auf Resonanz in der Literatur?
Wie sind diese Konzepte beschaffen?
Sind diese Konzepte Teil der Unternehmensberichterstattungspraxis?
Ziel dieser Arbeit ist es, eine Systematisierung der Konzepte wertorientierter Kennzahlen herauszuarbeiten und auf Basis dieser Systematisierung Kennzahlen auszuwählen. Die ausgewählten Kennzahlen sollen erstens analysiert werden und zweitens soll die Berichterstattung über diese Kennzahlen untersucht werden.
Im Rahmen dieser Arbeit werden, auf Basis der vorgenommenen Systematisierung, jene Konzepte analysiert, die auf breite Resonanz in der Literatur stoßen. Dies ist als Voraussetzung zu verstehen. Um eine konkrete Auswahl treffen zu können, wird auf die Berichterstattungspraxis wertorientierter Kennzahlen zurückgegriffen. Es sollen jene Kennzahlen im Rahmen dieser Arbeit analysiert werden, die von deutschen Unternehmen am häufigsten berichtet werden. Die so ausgewählten Konzepte sollen zunächst umfassend dargestellt werden. Hierbei wird, soweit dies möglich ist, auf das Originalkonzept, so wie es vom jeweiligen Beratungsunternehmen entwickelt wurde, eingegangen. In einem weiteren Schritt soll erörtert werden, ob diese Kennzahl zur internen Steuerung bedenkenlos eingesetzt werden kann. Möglicherweise scheitert der Einsatz des Performancemaßes zur internen Steuerung allerdings bereits aufgrund schwerwiegender Mängel, bezüglich der Konzeption dieses Performancemaßes.
Den weiteren Schwerpunkt dieser Arbeit bildet die empirische Untersuchung der Berichterstattung wertorientierter Kennzahlen von deutschen Unternehmen. Hier soll eine ausgewählte Bestandsaufnahme über die Berichterstattung wertorientierter Kennzahlen von deutschen Unternehmen stattfinden. Es wird zunächst untersucht, welche wertorientierte Kennzahlen überhaupt berichtet werden. Im Folgenden werden die im theoretischen Teil vorangestellten wertorientierten Kennzahlen in die Analyse einbezogen. Analysiert werden soll, ob aus den Geschäftsberichten und anderen Mitteln der externen Kommunikation der Unternehmen ein Hinweis darauf gewonnen werden kann, wie die berichtete Kennzahl im Unternehmen eingesetzt wird. Schließlich soll analysiert werden, wie die Berichterstattung der Kennzahlen selbst beschaffen ist. Um Antworten auf diese Fragen zu erhalten, werden die Geschäftsberichte von 11 der 30 im DAX notierten Unternehmen aus dem Geschäftsjahre 2010 analysiert.
Inhaltsverzeichnis:
| Abkürzungsverzeichnis | v | |
| Abbildungsverzeichnis | vii | |
| Tabellenverzeichnis | vii | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Ausgangslage | 1 |
| 1.2 | Problemstellung und Zielsetzung | 2 |
| 1.3 | Aufbau der Arbeit | 4 |
| 2. | Wertorientierte Kennzahlen | 5 |
| 2.1 | Wertorientierte Kennzahlen im Rahmen wertorientierter Unternehmensführung | 5 |
| 2.1.1 | Definition von wertorientierter Unternehmensführung | 5 |
| 2.1.2 | Gründe für die Notwendigkeit wertorientierter Unternehmensführung | 5 |
| 2.1.3 | Elemente wertorientierter Unternehmensführung | 6 |
| 2.2 | Das Wesen wertorientierter Kennzahlen | 7 |
| 2.2.1 | Abgrenzung und Ziele wertorientierter Kennzahlen | 7 |
| 2.2.2 | Anforderungen an wertorientierte Kennzahlen | 7 |
| 2.2.3 | Kategorisierung wertorientierter Kennzahlen | 8 |
| 2.3 | Economic Value Added (EVA) | 9 |
| 2.3.1 | Das Konzept des EVA | 9 |
| 2.3.2 | Anpassung der Berechnungselemente (Konversion) | 9 |
| 2.3.3 | Beurteilung von EVA als wertorientierte Kennzahl | 11 |
| 2.3.3.1 | Erfüllung der Informationsfunktion | 11 |
| 2.3.3.2 | EVA als Beurteilungsgröße bei wertorientierter Entlohnung | 12 |
| 2.4 | Cash Flow Return on Investment (CFROI) | 13 |
| 2.4.1 | Das Konzept der ursprünglichen Variante des CFROI | 13 |
| 2.4.2 | Messung des Unternehmenswertes mithilfe des CFROI | 14 |
| 2.4.3 | Die Vorteile des CFROI gegenüber dem ROI (Return on Investment) | 14 |
| 2.4.4 | Schwächen des ursprünglichen CFROI | 15 |
| 2.4.4.1 | Schwächen des internen Zinsfußes | 15 |
| 2.4.4.2 | Schwächen bei der Abbildung des internen Zinsfußes | 15 |
| 2.4.4.3 | Konzeptionelle Schwächen des CFROI | 15 |
| 2.4.5 | Die algebraische Variante des CFROI | 16 |
| 2.5 | Cash Value Added (CVA) | 17 |
| 2.5.1 | Das Konzept des CVA | 17 |
| 2.5.2 | Beurteilung des CVA als wertorientiertes Performancemaß | 18 |
| 2.5.2.1 | Messung der Wertsteigerung mit dem CVA | 18 |
| 2.5.2.2 | Der CVA als Beurteilungsgröße bei wertorientierter Vergütung | 19 |
| 2.6 | Return on Capital Employed (ROCE) | 20 |
| 2.6.1 | Das Konzept des ROCE | 20 |
| 2.6.2 | Abbildung der Wertsteigerung mittels ROCE | 20 |
| 2.6.3 | Kritische Würdigung des ROCE | 21 |
| 2.6.3.1 | Vorteile des ROCE | 21 |
| 2.6.3.2 | Nachteile des ROCE | 21 |
| 3. | Konzeption der Berichterstattung wertorientierter Kennzahlen | 22 |
| 3.1 | Abgrenzung, Merkmale und Elemente des Value Reporting | 22 |
| 3.2 | Notwendigkeit der Berichterstattung wertorientierter Kennzahlen im Rahmen des Value Added Reporting | 24 |
| 3.3 | Anforderungen an die Berichterstattung wertorientierter Kennzahlen | 25 |
| 4. | Berichterstattung wertorientierter Kennzahlen deutscher im DAX notierter Unternehmen | 26 |
| 4.1 | Vorgehensweise und Zielsetzung | 26 |
| 4.2 | Überblick über die Berichterstattung wertorientierter Kennzahlen in deutschen Unternehmen | 27 |
| 4.2.1 | Analyse der Berichterstattung nach Unternehmen | 29 |
| 4.2.2 | Analyse der Berichterstattung nach Kategorien | 31 |
| 4.2.3 | Analyse der Berichterstattung nach Kennzahlen | 32 |
| 4.3 | Berichterstattung über den EVA | 35 |
| 4.3.1 | Definition des EVA | 35 |
| 4.3.2 | Einsatzfelder des EVA | 36 |
| 4.3.2.1 | adidas AG | 36 |
| 4.3.2.2 | Deutsche Post AG | 37 |
| 4.3.2.3 | RWE AG | 37 |
| 4.3.2.4 | Siemens AG | 37 |
| 4.3.2.5 | ThyssenKrupp AG | 37 |
| 4.3.2.6 | Volkswagen AG | 38 |
| 4.3.2.7 | Sonstige Unternehmen | 38 |
| 4.3.3 | EVA als Beurteilungsgröße für variable Entlohnungskomponenten | 38 |
| 4.3.4 | Qualität der Berichterstattung über EVA | 39 |
| 4.3.4.1 | Nachvollziehbarkeit | 39 |
| 4.3.4.2 | Verständlichkeit | 40 |
| 4.3.4.3 | Vollständigkeit | 40 |
| 4.3.4.4 | Segmentbezogenheit | 41 |
| 4.3.4.5 | Prüfung | 41 |
| 4.3.4.6 | Angabe von vergangenheitsbezogenen Vergleichsdaten | 41 |
| 4.4 | Berichterstattung über den CFROI | 42 |
| 4.4.1 | Definition des CFROI | 42 |
| 4.4.2 | Einsatzfelder des CFROI | 42 |
| 4.4.2.1 | BAYER AG | 42 |
| 4.4.2.2 | Deutsche Lufthansa AG | 43 |
| 4.4.3 | CFROI als Beurteilungsgröße für variable Entlohnungskomponenten | 43 |
| 4.4.4 | Qualität der Berichterstattung über den CFROI | 43 |
| 4.4.4.1 | Nachvollziehbarkeit | 43 |
| 4.4.4.2 | Verständlichkeit | 43 |
| 4.4.4.3 | Vollständigkeit | 44 |
| 4.4.4.4 | Segmentbezogenheit | 44 |
| 4.4.4.5 | Prüfung | 44 |
| 4.4.4.6 | Angabe von vergangenheitsbezogenen Vergleichsdaten | 44 |
| 4.5 | Berichterstattung über den CVA | 45 |
| 4.5.1 | Definition des CVA | 45 |
| 4.5.2 | Einsatzfelder des CVA | 45 |
| 4.5.2.1 | BAYER AG | 45 |
| 4.5.2.2 | Deutsche Lufthansa AG | 46 |
| 4.5.3 | CVA als Beurteilungsgröße für variable Entlohnungskomponenten | 46 |
| 4.5.4 | Qualität der Berichterstattung über CVA | 46 |
| 4.5.4.1 | Nachvollziehbarkeit | 46 |
| 4.5.4.2 | Verständlichkeit | 47 |
| 4.5.4.3 | Vollständigkeit | 47 |
| 4.5.4.4 | Segmentbezogenheit | 47 |
| 4.5.4.5 | Prüfung | 47 |
| 4.5.4.6 | Angabe von vergangenheitsbezogenen Daten | 47 |
| 4.6 | Berichterstattung über den ROCE | 48 |
| 4.6.1 | Definition des ROCE | 48 |
| 4.6.2 | Einsatzfelder des ROCE | 49 |
| 4.6.2.1 | adidas AG | 49 |
| 4.6.2.2 | METRO AG | 49 |
| 4.6.2.3 | RWE AG | 50 |
| 4.6.2.4 | Siemens AG | 50 |
| 4.6.2.5 | ThyssenKrupp AG | 50 |
| 4.6.3 | ROCE als Beurteilungsgröße für variable Entlohnungskomponenten | 50 |
| 4.6.4 | Qualität der Berichterstattung | 51 |
| 4.6.4.1 | Nachvollziehbarkeit | 51 |
| 4.6.4.2 | Verständlichkeit | 51 |
| 4.6.4.3 | Vollständigkeit | 51 |
| 4.6.4.4 | Segmentbezogenheit | 52 |
| 4.6.4.5 | Prüfung | 52 |
| 4.6.4.6 | Angabe von vergangenheitsbezogenen Daten | 52 |
| 5. | Zusammenfassung | 53 |
| Anhang | 57 | |
| Anhang 1: Vergleich der Kennzahlen aus Abschnitt 2 anhand eines Beispiels | 58 | |
| Anhang 2: Zusammenhang von EVA und CVA bezüglich des Lücke Theorem | 64 | |
| Anhang 3: Berichterstattung wertorientierter Kennzahlen im Überblick | 66 | |
| Anhang 4: Qualität der Berichterstattung im Überblick | 67 | |
| Anhang 5: Einsatz und Definition der verwendeten wertorientierten Kennzahl | 68 | |
| Literatur- und Quellenverzeichnis | 69 |
Textprobe:
Kapitel 3., Konzeption der Berichterstattung wertorientierter Kennzahlen:
3.1, Abgrenzung, Merkmale und Elemente des Value Reporting:
Die Berichterstattung wertorientierter Kennzahlen wird nicht von der Publizitätspflicht erfasst und erfolgt somit freiwillig. Es bietet sich an, wertorientierte Kennzahlen im Rahmen des Value Reporting zu berichten. Als Value Reporting wird die Ergänzung der Pflichtberichterstattung um freiwillig angebotene Informationen verstanden. Value Reporting ist somit eine Form der Berichterstattung. Die Einschätzung des Marktwertes des Eigenkapitals eines Unternehmens soll für den Investor mithilfe des Value Reporting erleichtert werden.
Die Berichterstattungspflicht umfasst gemäß IAS/IFRS (International Accounting Standards/ International Financial Reporting Standards) Rechnungslegungsvorschriften, die Gewinn und Verlust Rechnung, die Eigenkapitalveränderungsrechnung, die Kapitalflussrechnung und den Anhang. Die Fundierung von Anlageentscheidungen kann mithilfe der Publizitätspflicht allerdings nur beschränkt erfolgen. Hier setzt das Value Reporting an. Eine wesentliche Zielsetzung des Value Reporting ist es, dem Investor mehr Informationen zu geben, um die Fundierung seiner Anlageentscheidung zu verbessern. Dabei sollen ihm die Informationen zur Verfügung gestellt werden, die ihm die Ermittlung des Unternehmenswertes erleichtern. Ein weiteres wesentliches Ziel des Value Reporting ist es, Informationsasymmetrien zwischen Eigentümern und Management zu schließen. Im Idealfall sollen den Investoren die gleichen Informationen wie dem Management zur Verfügung gestellt werden. Diese sollten sich allerdings im Detaillierungsgrad unterscheiden. Durch das Schließen der Informationslücke zwischen Management und Anteilseignern ist es prinzipiell möglich, den Börsenwert des Unternehmens an dessen inneren Wert anzugleichen.
Als Vorteile des Value Reporting für die Adressaten werden unter anderem die folgenden genannt: geringere Kosten der Informationsbeschaffung, Angleichung des Informationsstandes aller Investoren und bessere Datenbasis, um Unternehmen zu vergleichen. Als Vorteile für das Unternehmen werden die folgenden genannt: Möglichkeit der Verringerung der Kapitalkosten, und damit Erhöhung des Unternehmenswertes, Verringerung der Aktienkursschwankungen und erhöhte Glaubwürdigkeit des Managements. Nicht außer Acht zu lassen sind allerdings mögliche Nachteile, die dem Unternehmen durch Value Reporting entstehen können. Diese Nachteile resultieren daraus, dass wertorientierte Informationen einem weiteren Adressatenkreis als den Investoren, also etwa auch den Konkurrenten eines Unternehmens, zur Verfügung stehen. Dies kann wiederum Einfluss auf die Kosten, die einem Unternehmen entstehen, haben.
Darüber, welche Elemente das Value Reporting enthalten soll, herrscht in der Literatur keineswegs Einigkeit. Grundsätzlich besteht Übereinstimmung darüber, dass über die Wertentwicklung des Investments in der Vergangenheit sowie die künftig erwartete Entwicklung des Unternehmens Aufschluss gegeben werden soll. Einigkeit besteht auch darüber, dass über das wertorientierte Steuerungskonzept, die hierbei verwendete wertorientierte Spitzenkennzahl, die Kapitalkosten und das fürs Management verwendete Entlohnungssystem berichtet werden soll.
Dieser Teil des Value Reporting wird oft als Value Added Reporting bezeichnet.
3.2, Notwendigkeit der Berichterstattung wertorientierter Kennzahlen im Rahmen des Value Added Reporting:
Im Rahmen eines wertorientierten Steuerungssystems sind wertorientierte Kennzahlen geeignete Steuerungs- und Bewertungsgrößen, deren konkrete Entwicklung analysiert werden kann. Außerdem können sie mit leistungsbezogenen Anreizsystemen verknüpft werden. Besonders geeignete Steuerungs- und Bewertungsgrößen, im Rahmen eines wertorientierten Steuerungssystems sind etwa Residualgewinne.
Werden wertorientierte Kennzahlen berichtet, so soll mithilfe der berichteten Kennzahl, die Wertentwicklung im Unternehmen ersichtlich werden. Die Analyse der vergangenen Wertentwicklung kann dadurch verfeinert werden, dass die berichtete wertorientierte Kennzahl in Werttreiber aufgespalten wird. Solche Werttreiber können dann solange verfeinert werden, bis die durch operative Entscheidungen beeinflussbare Werttreiber ersichtlich werden. Es können dann Ansatzpunkte für die Steigerung des Unternehmenswertes herausgearbeitet werden.
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783842822283
Arbeit zitieren:
Voigt, Lars Juli 2011: Wert-orientierte Kennzahlen in der externen Berichterstattung börsennotierter Unternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Kennzahl, börsennotiert, Wertorientiert, EVA, CFROI



