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Werkzeuge für das betriebliche Wissensmanagement

Werkzeuge für das betriebliche Wissensmanagement
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Frank Eyrich
  • Abgabedatum: Juli 2000
  • Umfang: 111 Seiten
  • Dateigröße: 838,5 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-4794-6
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-4794-6 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-4794-6 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Eyrich, Frank Juli 2000: Werkzeuge für das betriebliche Wissensmanagement, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Knowledge Management, Skill Management, Wissen, Wissensmanagement

Diplomarbeit von Frank Eyrich

Einleitung:

Im Zuge einer immer höheren Wettbewerbsintensität steigt der Bedarf nach zielgerichteten, aktuellen und zuverlässigen Informationen. Wissen wird in modernen Unternehmen zunehmend als wertgenerierende Ressource erkannt. Produkte und Dienstleistungen müssen in immer kürzeren Zyklen mit einem hohen Grad an Innovation geschaffen und vermarktet werden, was nur möglich ist, wenn Wissen effizient genutzt werden kann.

Wissen ist daher aus betrieblicher Sicht Basis für ein Bestehen im (inter-)nationalen Wettbewerb und muß entsprechend gepflegt und organisiert werden; der Zugriff auf vorhandenes Wissen sowie dessen kontinuierliche Weiterentwicklung ist zu optimieren. Das gezielte Management von Wissen stellt Unternehmen aber vor erhebliche Probleme. Wissenssuche bspw. gestaltet sich oft als aufwendig, Schwierigkeiten existieren auch beim organisierten Austausch von Wissen. Hinzu kommt ein fehlendes individuelles Interesse, Wissen mit Anderen zu teilen; dies kann zeitliche Gründe haben, aber auch an fehlenden Anreizsystemen liegen. Viele Projekte zur Entwicklung einer „lernenden Organisation“ - ein Vorläufer des Wissensmanagements - sind bisher aufgrund ihres abstrakten Charakters an der Realisierbarkeit gescheitert.

Hieraus erwächst die grundsätzliche Notwendigkeit zu analysieren, ob Wissen überhaupt einem strukturierten Management zugänglich ist und, gesetzt diesem Fall, mit welcher Vorgehensweise dies zu geschehen hat. Ideal wäre demnach ein Konzept, das aus betrieblicher Sicht zur praktischen Umsetzung eines sinnvollen Wissensmanagements führt. Hierzu bedarf es der Unterstützung durch konkrete Werkzeuge, deren Bezug zum Wissensmanagement entwickelt werden muß.

Eine Definition und Analyse dessen, was unter Wissen zu verstehen ist bzw. was als solches deklariert wird, ist notwendige Grundlage eines solchen Konzeptes. Zudem ist ein Modell zu erstellen, das die Komplexität des Wissensmanagements reduziert, indem das Management von Wissen in einzelne wissensorientierte Teilprozesse untergliedert wird, die auf diese Weise jeweils einen Ansatzpunkt für Interventionen gewähren.

Interventionen sind durch konkrete betriebswirtschaftliche Mittel zu ermöglichen, die sich idealerweise bereits in der Praxis bewährt haben und einer Unterstützung der identifizierten Teilprozesse dienlich sind.

Ein sinnvolles Konzept hat also eine Auswahl bekannter Methoden zu enthalten, mit denen Wissen v.a. erfaßt, aufbereitet, gespeichert, verteilt, gesucht und genutzt werden kann.

Elementar ist zudem die Identifikation von Werkzeugen, die zu effizienter Wissensverwaltung führen oder die Umsetzung von Methoden unterstützen. Während bei der Anwendung konkreter Methoden menschliches Verhalten im Umgang mit Wissen direkt verbessert werden kann, ist beim Einsatz von Werkzeugen zu analysieren, ob Wissen, das intuitiver und impliziter Natur sein kann und daher als etwas sehr Menschliches zu betrachten ist, durch technische Mittel wie Werkzeuge zu unterstützen ist.

Gang der Untersuchung:

Die vorliegende Arbeit ist in sechs Kapitel unterteilt. An die Einleitung schließt sich das zweite Kapitel an, das sich mit Grundlagen des betrieblichen Wissensmanagements befaßt. Es wird zunächst eine definitorische Abgrenzung von für das Verständnis der Arbeit unabdingbaren Begriffen vorgenommen. Dies betrifft insbesondere das Begriffstripel „Daten“, „Informationen“ und „Wissen“, zu denen es im wissenschaftlichen Schrifttum überaus gegensätzliche Meinungen gibt, es folgt eine Abgrenzung wichtiger Wissensarten. Zudem wird ein Wissensmanagement-Ansatz vorgestellt, der auf drei verschiedenen Gestaltungsdimensionen basiert. Der hohe Stellenwert, den Wissen und damit auch das Management von Wissen erlangt hat, wird genauso dargelegt wie die Probleme des Wissensmanagements in der betrieblichen Praxis.

Im dritten Kapitel wird ein Modell in Form eines Wissenskreislaufes vorgestellt, das Aktivitäten und Problemfelder des Wissensmanagements aufzeigt. Wissensziele und Wissensbewertung bilden den Anfangs- und Endpunkt ab. Die operativen Kernelemente sind einerseits Identifikation von vorhandenem Wissen, Erwerb externen Wissens sowie Entwicklung von neuem Wissen, andererseits Verteilung, Bewahrung sowie Nutzung von Wissen. Die zur Unterstützung der einzelnen Bausteine jeweils dienlichen Methoden werden aufgeführt, und zwar insbesondere jene, die ein möglichst enges Wirkungsspektrum aufweisen.

Das vierte Kapitel befaßt sich mit jenen Werkzeugen, die zu einer Unterstützung von Wissensmanagement beitragen können. Das betrifft v.a. Groupware-Anwendungen, aber auch spezielle Anwendungen wie Suchsysteme und analytische Informationssysteme; auf die Nennung diverser Produkte namhafter Anbieter wird nicht eingegangen.

Im darauffolgenden Kapitel werden die Werkzeuge explizit den Elementen des Wissenskreislaufes zugeordnet und zudem überprüft, inwieweit Werkzeuge zur Umsetzung der aufgezeigten Methoden dienlich sind.

Im abschließenden sechsten Kapitel werden die herausgearbeiteten Ergebnisse zusammengefaßt und bewertet, um daraus Rückschlüsse und Prognosen für die Umsetzung des betrieblichen Wissensmanagements zu stellen.

Inhaltsverzeichnis:

1. EINLEITUNG 1
1.1 PROBLEMSTELLUNG UND ERKENNTNISINTERESSEN 1
1.2 GANG DER UNTERSUCHUNG 2
2. GRUNDLAGEN DES WISSENSMANAGEMENTS 4
2.1 BEGRIFFSBESTIMMUNGEN 4
2.1.1 Prinzipien - Methoden - Konzepte - Werkzeuge 4
2.1.2 Daten - Information - Wissen 5
2.2 WISSENSARTEN 8
2.2.1 Individuelles und kollektives Wissen 8
2.2.2 Implizites und explizites Wissen 9
2.2.3 Konkretisierung der Wissensarten 10
2.3 WISSENSMANAGEMENT 11
2.3.1 Gestaltungsdimensionen des Wissensmanagements 11
2.3.1.1 Informations- und Kommunikationstechnologie 11
2.3.1.2 Organisation 11
2.3.1.3 Human Resource Management 12
2.3.2 Wissensmanagement - ein ganzheitlicher Ansatz 13
2.4 BEDEUTUNG UND PROBLEME DES WISSENSMANAGEMENTS 14
2.4.1 Auswahl entscheidender Triebkräfte 14
2.4.1.1 Strukturelle Wandel der Unternehmensaktivitäten 14
2.4.1.2 Globalisierung der Weltwirtschaft 15
2.4.2 Volkswirtschaftliche Rahmenbedingungen 16
2.4.3 Betriebswirtschaftliche Rahmenbedingungen 16
2.4.3.1 Umweltbezogene Ansatz 17
2.4.3.2 Ressourcenbezogene Ansatz 18
2.4.4 Probleme des Wissensmanagements 18
2.4.4.1 Probleme des Wissenstransfers 18
2.4.4.1.1 Individuelle Wissensbarrieren 18
2.4.4.1.2 Kollektive Wissensbarrieren 20
2.4.4.2 Probleme der Wissensmessung 22
3. BAUSTEINE DES WISSENSMANAGEMENTS UND DEREN METHODISCHE UNTERSTÜTZUNG 24
3.1 BAUSTEINE DES WISSENSMANAGEMENTS - EIN ÜBERBLICK 24
3.2 WISSENSZIELE 26
3.2.1 Hintergrund 26
3.2.2 Methoden zur Unterstützung der Wissensziele 27
3.2.3 Beurteilung der Methoden 29
3.3 WISSENSIDENTIFIKATION 30
3.3.1 Hintergrund 30
3.3.2 Methoden der Wissensidentifikation 31
3.3.3 Beurteilung der Methoden 33
3.4 WISSENSERWERB 33
3.4.1 Hintergrund 33
3.4.2 Methoden des Wissenserwerbs 34
3.4.3 Beurteilung der Methoden 36
3.5 WISSENSENTWICKLUNG 37
3.5.1 Hintergrund 37
3.5.2 Individuelle und kollektive Wissensentwicklung 38
3.5.3 Prozesse der Wissensschaffung 38
3.5.4 Methoden der Wissensentwicklung 40
3.5.4.1 Methoden der individuellen Wissensentwicklung 40
3.5.4.2 Methoden der kollektiven Wissensentwicklung 42
3.5.5 Beurteilung der Methoden 43
3.6 WISSENS(VER)TEILUNG 44
3.6.1 Hintergrund 44
3.6.2 Methoden der Wissens(ver)teilung 45
3.6.3 Beurteilung der Methoden 47
3.7 WISSENSBEWAHRUNG 48
3.7.1 Hintergrund 48
3.7.2 Methoden der Wissensbewahrung 49
3.7.3 Beurteilung der Methoden 50
3.8 WISSENSNUTZUNG 52
3.8.1 Hintergrund 52
3.8.2 Methoden der Wissensnutzung 52
3.8.3 Beurteilung der Methoden 52
3.9 WISSENSBEWERTUNG 54
3.9.1 Hintergrund 54
3.9.2 Methoden der Wissensbewertung 55
3.9.3 Beurteilung der Methoden 57
4. VORSTELLUNG RELEVANTER WERKZEUGE 59
4.1 WERKZEUGE - EIN ÜBERBLICK 59
4.2 BASISINFRASTRUKTUREN 59
4.2.1 Internet - das Netz der Netze 59
4.2.2 Intranet - das „unternehmensinterne Internet“ 60
4.3 GROUPWARE-ANWENDUNGEN ZUR UNTERSTÜTZUNG VON WISSENSMANAGEMENT 61
4.3.1 Klassifizierungsansätze 62
4.3.1.1 Klassifizierung nach Ort und Zeit 62
4.3.1.2 Klassifizierung nach Einsatzzweck 63
4.3.1.3 Einordnung einzelner Groupware-Anwendungen 64
4.3.1.3.1 Kommunikationssysteme 65
4.3.1.3.2 Gemeinsame Informationsräume 66
4.3.1.3.3 Workgroup Computing 68
4.3.1.3.4 Workflow Management 70
4.4 SPEZIELLE ANWENDUNGEN ZUR UNTERSTÜTZUNG VON WISSENSMANAGEMENT 71
4.4.1 Suchsysteme 71
4.4.1.1 Suchhilfen im WWW 72
4.4.1.1.1 Thematische Verzeichnisse 72
4.4.1.1.2 Suchmaschinen 72
4.4.1.2 Suchhilfen im Intranet 74
4.4.2 Analytische Informationssysteme 75
4.4.2.1 Data Warehouse - Grundlage für analytische Informationssysteme 75
4.4.2.2 OLAP - On-Line Analytic Processing 76
4.4.2.3 Data Mining 78
5. BAUSTEINE DES WISSENSMANAGEMENTS UND DEREN UNTERSTÜTZUNG DURCH WERKZEUGE 81
5.1 ÜBERBLICK 81
5.2 UNTERSTÜTZUNGSPOTENTIAL KONKRETER WERKZEUGE 82
5.2.1 Groupware 82
5.2.2 Suchsysteme 83
5.2.3 Analytische Informationssysteme 84
6. RESUMEE UND AUSBLICK 86

Automatisiert erstellter Textauszug:

Kreativitätsfördernde Maßnahmen scheitern zuweilen bei dem Versuch, an die Ideen der Mitarbeiter heranzukommen. Dies liegt oftmals darin begründet, daß z.B. Brainstorming-Promotoren nicht über die gewünschte Methodenkompetenz verfügen und folglich nicht glaubwürdig erscheinen210. Betriebliche Vorschlagswesen können motivationsbedingt daran scheitern, daß evaluierte Antworten auf Verbesserungsvorschläge zu viel Zeit in Anspruch nehmen und nicht an adäquate Anreizsysteme gekoppelt werden211. Extenalisierungtechniken können für Unternehmen dann zum Nachteil werden, wenn eine Tendenz zur Überbetonung bildlicher Sprache und Symbolik besteht, die auf Kosten von Analytik und Dokumentation gehen kann212. Der Versuch, organisatorische Intelligenz in externe Institutionen zu konzentrieren, scheitert des öfteren an deren Praxisferne. Die kollektiven intraorganisationalen Lernmethoden können sich dann als kontraproduktiv erweisen, wenn die zur kreativen Problemlösung erwünschte Diversivität der individuellen Fähigkeiten die Integrität der Gruppe zerstört, so daß ein Basiskonsens ausbleiben muß213. Die Szenario-Technik stößt an ihre Grenzen, wenn Diskontinuitäten wie bspw. Technologiesprünge ins Spiel kommen, welche eine Begrenzung der Suche nach Zukunftschancen mit sich bringt214. [...]

Viele Unternehmen gründen unternehmensspezifische Nachwuchsakademien, um Wissen in Form von konzentrierten theoretischen Grundlagen und Fakten in Anlehnung an den unternehmerischen Bedarf zu vermitteln202. Andere tendieren dazu, Wissen direkt am Arbeitsort oder gar im Arbeitsprozeß entstehen zu lassen. So können für besonders wichtige Lernprojekte oder Wissensfelder sog. Lernarenen eingerichtet werden, die das Neue innerhalb der Organisation integrieren sollen. Dies ist realisierbar durch die Zuteilung konkreter Lernziele, die Ausstattung mit adäquaten Ressourcen und die klare Zuweisung persönlicher Verantwortung203. Ebenso muß eine gewisse Disziplin des Team-Lernens gewährleistet sein, die sich mitunter in der Beherrschung zweier unterschiedlicher Gesprächsmethoden äußert, die sich potentiell ergänzen können und sollen. Ein Dialog führt dazu, daß die Beteiligten frei und kreativ komplexe Fragen erforschen, aufeinander eingehen und nicht auf von vornherein festgelegte Meinungen beharren, wohingegen in einer Diskussion unterschiedliche Ansichten präsentiert und auch verteidigt werden können204. Neben Lernarenen gibt es weitere Methoden, die in die gleiche Richtung zielen wie insbesondere die “Lernstatt“ oder Lernlaboratorien, aber auch einfach Lernprojekte, auf die deshalb nicht näher eingegangen werden braucht205. Hinzu kommen Methoden, welche versuchen, über gemeinsam erarbeitete Modelle ein mögliches Zukunftsbild zu beschreiben206, wie am Beispiel der SzenarioTechnik gezeigt werden kann. Hierbei können im Rahmen der strategischen Planung drei alternative Zukunftskonstellationen beschrieben werden. Dabei können neben einem Trendszenario mit der höchsten Eintrittswahrscheinlichkeit auch durch potentielle Störgrößen beeinflußte Extremszenarien (best-case“ und “worstcase“-Szenarien) entwickelt werden, womit Diskontinuitäten explizit berücksichtigt werden207. [...]

Die Morphologie - das Denken in geordneter Form - befaßt sich mit einer Denkmethode, der Theorie des Entdeckens und Erfindens. Den Kern dieser Methode bildet die Morphologische Matrix195. Deren Idee ist nun, durch eine systematische Kombination von Teilaspekten eines Problems mit den jeweiligen Ausprägungsformen ein vollständiges Raster potentieller Lösungsideen zu etablieren196. Auch das betriebliche Vorschlagswesen, bei dem Mitarbeiter über (nicht-) monetäre Anreize veranlaßt werden, Vorschläge einzureichen, die bspw. Arbeitsabläufe verbessern helfen können, gehören zu den innovations- und kreativitätsfördernden Techniken197. Externalisierungsmethoden dienen dazu, die individuelle Problemlösungskapazität zu fördern198. Die zentrale Problematik liegt in der Überführung von implizitem in explizites in Wissen, zu dessen Lösung metaphorische Sprachwendungen angewendet werden können. Eine Metapher ermöglicht Menschen eher intuitiv, mittels Vorstellungskraft und Symbolen etwas zu verstehen und individuelle Kenntnisse in einen neuen Kontext zu stellen; zudem können Menschen mit diesen letztlich das formulieren, was sie zwar wissen, aber nicht ausdrücken können199. Um den Wissenserzeugungsprozeß in Gang zu halten, werden in einem nächsten Schritt die in einer Metapher vorkommenden Widersprüche in Form einer Analogie harmonisiert. Analogien ersetzen das Unbekannte durch das Bekannte und überbrücken die Kluft zwischen einem widersprüchlichem Bild und einem durchdachten Modell200. Die widerspruchsfreien und schneller faßbaren Modelle sind schließlich wesentliche Grundlage für die Entwicklung von Innovationen201. [...]

Arbeit zitieren:
Eyrich, Frank Juli 2000: Werkzeuge für das betriebliche Wissensmanagement, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Knowledge Management, Skill Management, Wissen, Wissensmanagement

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