Die Werbung als Sprachrohr des deutschen Spendenmarktes
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Stefan Boockmann
- Abgabedatum: Mai 2002
- Umfang: 116 Seiten
- Dateigröße: 10,8 MB
- Institution / Hochschule: Hochschule für angewandte Wissenschaften - Fachhochschule München Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-5912-3
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-5912-3 P - ISBN (CD) :978-3-8324-5912-3 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Boockmann, Stefan Mai 2002: Die Werbung als Sprachrohr des deutschen Spendenmarktes, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Werbung, soziales Marketing, Spenden, Werbekampagnen, Spendenmarkt
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Diplomarbeit von Stefan Boockmann
Einleitung:
Angesichts des immer lukrativer werdenden und wachsenden deutschen Spendenmarktes, der durch einen starken Verdrängungswettbewerb gekennzeichnet ist, wird es für gemeinnützige Organisationen zunehmend wichtiger, sich durch professionelle Kommunikationsbemühungen abzugrenzen, um die Gunst des Spenders für sich zu gewinnen. Die Werbung stellt dabei ein wichtiges kommunikationspolitisches Instrument dar, die speziellen Anliegen der Spendenorganisationen ins Bewusstsein der Zielgruppen zu transportieren. Die Zielsetzung meiner Arbeit wird darin liegen, zu untersuchen, wie Spenden ausrufende Werbekampagnen aufgebaut sein müssen und was bei ihrer Planung zu berücksichtigen werden muss, um ein Maximum an Spendengelder für die Organisation zu generieren. Neben einleitend zu definierenden Begrifflichkeiten der Werbung, soll im Rahmen eines umfassenden Werbeplanungsprozesses, die Grundpfeiler systematisch vorgestellt und erörtert werden und durch Praxisbeispiele verdeutlicht werden. Dabei soll die Werbung von der kommerziellen Werbung abgegrenzt werden, sowie die wesentlichen Erfolgsfaktoren herausgearbeitet werden, die für die Werbewirksamkeit der Kampagnen von Bedeutung sind.
Außerdem müssen zur Verständlichkeit, unbedingt Begriffe und Zusammenhänge des Spendenmarktes herangezogen werden. Es ist nicht möglich über die Werbung im Spendenbereich zu schreiben, ohne vorab den Spendenmarkt und die angesprochene umworbene Spendenmentalität bzw. das zu beeinflussende Spendenverhalten als Adresse der Werbung einzubeziehen. Dabei richtet sich die Werbung vor allem an die Spenderinnen und Spender privater Haushalte, die die wichtigste Rolle bei der Spendenakquisition der NPOs einnehmen. Dadurch werden andere Förderungsgruppen – wie die Unternehmen, Stiftungen und der Staat im Rahmen meiner Arbeit außer Acht gelassen.
Eine weitere Zielsetzung meiner Arbeit richtet sich an die kritische Auseinandersetzung der Werbung. Es soll geklärt werden, inwieweit es ethisch zu vertreten ist, dass akquirierte Spendengelder für die werblichen Aktivitäten der Organisationen ausgegeben werden.
Im Fortgang meiner Arbeit werden Interviews durchzuführen sein, um einen direkten Bezug zur Praxis herzustellen.
Inhaltsverzeichnis:
| ABBILDUNGSVERZEICHNIS | III | |
| ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS | IV | |
| TEIL I: DER DEUTSCHE SPENDENMARKT | 1 | |
| 1. | PROBLEMSTELLUNG | 1 |
| 1.1 | ZIELSETZUNG UND ABGRENZUNG | 1 |
| 1.2 | VORGEHENSWEISE | 2 |
| 2. | EINFÜHRUNG | 4 |
| 2.1 | VORWORT | 4 |
| 2.2 | ZAHLENMÄßIGE ÜBERSICHT - DER DEUTSCHE SPENDENMARKT 2000 | 6 |
| 2.3 | PROGNOSEN ZUM DEUTSCHEN SPENDENMARKT | 8 |
| 3. | BEGRIFFLICHE GRUNDLAGEN | 10 |
| 3.1 | BESTIMMUNG DES TERMINUS „DER DRITTE SEKTOR“ | 10 |
| 3.2 | WESEN DER SPENDE | 11 |
| 3.2.1 | Erscheinungsformen der Spende | 12 |
| 3.2.2 | Die Spende als Element des Fundraising | 15 |
| 4. | KONTROLLE UND SELBSTKONTROLLE DES SPENDENMARKTES | 17 |
| 4.1 | DAS DEUTSCHE ZENTRALINSTITUT FÜR SOZIALE FRAGEN (DZI) | 17 |
| 4.2 | DER DEUTSCHE SPENDENRAT | 19 |
| 5. | SEGMENTIERUNGSANSÄTZE DER PRIVATEN HAUSHALTE | 21 |
| 6. | DAS MERKMALSPROFIL DES SPENDERS | 25 |
| 7. | BEEINFLUSSENDE DETERMINANTEN DES SPENDENVERHALTENS | 26 |
| 7.1 | EINFÜHRUNG | 26 |
| 7.2 | VORTEILE | 26 |
| 7.3 | EMOTION | 27 |
| 7.4 | INFORMATIONEN/WISSEN | 29 |
| 7.5 | LERNPROZESSE | 30 |
| 7.6 | KOGNITIVE DISSONANZEN | 30 |
| 7.7 | SITUATIVE DETERMINANTEN | 31 |
| TEIL II: DIE SPENDEN AUSRUFENDE WERBUNG | 32 | |
| 1. | EINLEITUNG | 32 |
| 1.1 | UNTERSCHIEDLICHE „WELTEN“ DER WERBEBOTSCHAFT | 32 |
| 1.2 | VORWORT | 34 |
| 2. | AKTIVIERUNGSTECHNIKEN DER WERBUNG | 35 |
| 2.1 | AKTIVIERUNG DURCH EMOTIONALE REIZE | 35 |
| 2.2 | AKTIVIERUNG DURCH PHYSISCH INTENSIVE REIZE | 36 |
| 2.3 | AKTIVIERUNG DURCH KOGNITIV ÜBERRASCHENDE REIZE | 37 |
| 3. | ABGRENZUNG VON WERBETRÄGER UND WERBEMITTEL | 39 |
| 4. | PROZESS DER WERBEPLANUNG | 40 |
| 4.1 | EINFÜHRUNG | 40 |
| 4.2 | FESTLEGUNG DER WERBEZIELE | 42 |
| 4.3 | BESTIMMUNG DES WERBEETATS | 42 |
| 4.4 | GESTALTUNG UND INHALT DER WERBEMITTEL | 44 |
| 4.5 | FESTLEGUNG VON WERBETRÄGERN | 51 |
| 4.5.1 | Printmedien | 52 |
| 4.5.1.1 | Tageszeitungen | 53 |
| 4.5.1.2 | Zeitschriften | 54 |
| 4.5.2 | Elektronische Medien | 55 |
| 4.5.2.1 | Hörfunk | 55 |
| 4.5.2.2 | Fernsehen | 56 |
| 4.5.2.3 | Kino | 60 |
| 4.5.2.4 | Internet | 61 |
| 4.5.3 | Außenwerbung | 63 |
| 4.5.4 | Werbestreuplanung | 65 |
| 4.6 | TIMING | 69 |
| 4.7 | WERBEERFOLGSKONTROLLE | 71 |
| 5. | KANN WERBUNG LEBEN RETTEN? | 73 |
| 6. | PREISSIGNIERTE KAMPAGNEN | 78 |
| 6.1 | HUNGER: FRÜHJAHR/SOMMER 2000 | 78 |
| 6.2 | ARTIKEL 26, MENSCHENRECHT AUF BILDUNG | 81 |
| 7. | KRTISCHE AUSEINANDERSETZUNG | 83 |
| 7.1 | ETHISCHE VERTRETBARKEIT DER SPENDEN AUSRUFENDEN WERBUNG | 83 |
| 7.2 | ETHISCHE GRUNDSÄTZE DER WERBUNG | 85 |
| TEIL III: RESÜMEE | 86 | |
| ANHANG | 88 | |
| ANHANG I: EXPERTEN-INTERVIEWS | 89 | |
| ANHANG II: TESTIMONIALS | 101 | |
| ANHANG III: TV-SPOT-WORLD-VISION | 105 | |
| ANHANG IV: PROTOKOLL | 106 | |
| LITERATURVERZEICHNIS | 107 | |
| HOMEPAGE-VERZEICHNIS | 109 | |
| ERKLÄRUNG | 110 |
Bei der Fundraising-Methode wird eine Projektidee überlegt und konzipiert, die durch unterschiedlichste Finanzquellen erschlossen wird. Dabei stellt die Spendenakquisition neben der öffentlichen Förderung des Staates, den Bußgeldern für gemeinnützige Zwecke, den eigenen Mitgliedsbeiträgen, den Stiftungsgeldern und dem Sponsoring nur eine Finanzierungsquelle der Organisation dar. Das Fundraising kann somit als ein Oberbegriff der Ressourcenbeschaffung für Nonprofit-Organisationen verstanden werden. Diese Art von Mischfinanzierung macht deutlich, dass ein dialog-orientiertes Marketing unabdingbar ist. Für jede Zielgruppe ist ein ihren Erwartungen entsprechendes Angebot zu entwerfen, also ein eindeutiges Beziehungsmarketing zu den unterschiedlichen Beteiligten aufzubauen. Nur so wird es der NPO möglich sein, ein Unternehmen für ein Sponsorship zu begeistern oder eine Weiterbewilligung öffentlicher Mittel zu garantieren. Einer erfolgreichen Erschließung aller zur Verfügung stehenden Finanztöpfe, bedarf somit ein umfassendes Wissen über die Struktur des Marktes sozialer Dienstleistungen. 30 Eine ausführlichere Beleuchtung des Fundraising würde den Rahmen meiner Arbeit sprengen. Weitere Informationen können von der erst seit einigen Jahren eröffneten Fundraising-Akademie in Frankfurt (http://www.fundraising-akademie.de) bezogen werden. [...]
In der Literatur wird deutlich, dass es für den Begriff Fundraising noch keine allgemein gültige Sichtweise und Definition gibt. Selbst in einigen Organisationen herrschen noch diffuse Vorstellungen. Daher erachte ich es für sinnvoll, eine Variante zur begrifflichen Erläuterung darzustellen, die meiner Meinung nach dem Begriff am nächsten kommt. Das Fundraising kommt aus den Vereinigten Staaten wobei “Fund“ als Geld, Kapital und “to raise“ als etwas aufbringen übersetzt werden kann. Als zusammengesetzter Begriff kann man von Vermögensbildung bzw. von der Beschaffung geldwerter Dinge sprechen.28 Somit beinhaltet der Begriff jegliche Maßnahmen, die der Beschaffung von benötigten Ressourcen dienen, ohne dass die Organisation eine marktadäquate Gegenleistung erbringen muss.29 Unter dem Blickwinkel der Gegenleistung stellt sich die Frage, ob es sich wirklich nur um einen einseitigen Transfer von Ressourcen handelt. Zwar gibt es aus der ökonomischen Betrachtung keine Zweifel, allerdings sind immaterielle Gegenleistungen somit nicht auszuschließen. Ob und inwieweit außerökonomische Anreize für das Spendenverhalten relevant sind, ist Thema eines anschließenden Kapitels. [...]
Um Wesensmerkmale und Varianten näher bestimmen zu können, erscheint es zweckdienlich, den Begriff genauer zu beleuchten. Er findet seinen Ursprung im althochdeutschen und heißt “spenda“. Im Zusammenhang mit dem umgangssprachlichen Begriff spendieren wird deutlich, dass es sich um schenken, freigiebig überlassen, Almosen vergeben, handeln muss.13 Gemäß § 10b EStG sind Spenden freiwillige Leistungen, die ohne Erwartung von Gegenleistung hingegeben werden und für einen in § 10b EStG angegebenen Zweck, also zur Förderung mildtätiger, kirchlicher, religiöser, wissenschaftlicher, staatspolitischer und der als besonders förderungswürdig anerkannter gemeinnütziger Zwecke geleistet werden.14 Die Erscheinungsformen der Spende sind vielseitig und reichen von ideellen Zuwendungen (Lob, Beifall, Annerkennung, Trost) über die Erbringung von Dienstleistungen, bis hin zur Transaktion von Finanz- und Sachmitteln (Geld, Blut, Kleider u.a.). Somit kann zwischen Geld-, Sach- und Dienstleistungsspenden unterschieden werden.15 Der Spender handelt zwar meistens aus philanthropischen16 Engagement heraus, doch fungieren zum Teil auch zusätzliche Anreize - durch bspw. Benefizprodukte, Weihnachtskarten, Lotterie- und Tombolalose - als effektive Instrumente der Spendenbeschaffung. Bevor auf die einzelnen Erscheinungsformen der Spende eingegangen wird, bietet es sich an, die verschiedenen Möglichkeiten der Spendenausrufe aufzulisten:17 [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832459123
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Boockmann, Stefan Mai 2002: Die Werbung als Sprachrohr des deutschen Spendenmarktes, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Werbung, soziales Marketing, Spenden, Werbekampagnen, Spendenmarkt



