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Werbung für Elektrizität in Westfalen von den Anfängen bis 1930 am Beispiel der VEW

Werbung für Elektrizität in Westfalen von den Anfängen bis 1930 am Beispiel der VEW
Über dieses Buch
  • Art: Magisterarbeit
  • Autor: Christoph Weltmann
  • Abgabedatum: Mai 2001
  • Umfang: 137 Seiten
  • Dateigröße: 3,0 MB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Westfälische Wilhelms-Universität Münster Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6176-8
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6176-8 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6176-8 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Weltmann, Christoph Mai 2001: Werbung für Elektrizität in Westfalen von den Anfängen bis 1930 am Beispiel der VEW, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Wirtschaftswerbung, Marketing, Energiewirtschaft, Geschichte, Wirtschafts- und Sozialgeschichte

Magisterarbeit von Christoph Weltmann

Zusammenfassung:

Die Arbeit ist im Bereich der Erforschung historischer Wirtschaftswerbung anzusiedeln und soll einen Beitrag zur Beleuchtung der kommunikativen Ebene der Elektrifizierung leisten. Ausgangspunkt ist die Untersuchung der Werbemaßnahmen von öffentlichen Elektrizitätserzeugern im Versorgungsgebiet der 1925- 1930 in Westfalen agierenden VEW GmbH und ihrer seit 1897 tätigen Vorläuferunternehmen. Um das erste elektrische Licht in den Haushalten, Landwirtschafts-, Industrie- und Gewerbebetrieben aufleuchten lassen zu können, bedurfte es neben eines Anschlusses an das örtliche Stromverteilungsnetz einer intensiven Aufklärungsarbeit um die physikalischen Eigenschaften der Elektrizität und die Funktionsweise ihrer Anwendungsmöglichkeiten. Eine zentrale Rolle bei der Popularisierung elektrischer Energie kam den öffentlichen Elektrizitätswerken zu. Durch den Einsatz eines umfangreichen Spektrums verschiedenster Werbemedien bemühten sich die Werke, die neue Technologie den potentiellen Verbrauchern näherzubringen.

Gang der Untersuchung:

Grundlegend für eine Beleuchtung der Entwicklung und verschiedenen Erscheinungsbilder der Elektrizitätswerbung in Westfalen ist das Verständnis des Ablaufs der Elektrifizierung im Versorgungsgebiet. Wie schon angedeutet, muss Elektrizitätswerbung sogar als integraler Bestandteil der Elektrifizierung angesehen werden, da sie u.a. dazu diente, das Versorgungsgebiet der VEW auszudehnen.

Ausgehend von einer Beschreibung der Entwicklung der drei Vorläuferunternehmen bis zur Gründung der VEW GmbH im Jahr 1925 wird zu Beginn der Darstellung ein kurzer Abriss der wichtigsten Stationen der Elektrifizierung Westfalens wiedergegeben. Es wird dargelegt, welche dominierende Rolle die Kommunen bei den Strukturierungsmaßnahmen der Elektrizitätsunternehmen gespielt haben, woraus sich Anhaltspunkte für die Rekonstruktion der zugrundeliegenden Geisteshaltung und Unternehmensphilosophie herleiten lassen. Unter Einbeziehung der gemachten Erkenntnisse kann somit die praktizierte Unternehmens- und Absatzpolitik, zu der auch die Werbeaktivitäten der Werke gehören, analysiert und bewertet werden.

Ausgehend von einer Darstellung der von den Unternehmen eingesetzten Werbemedien soll die Thematik im analytischen Hauptteil der Arbeit auf den drei genannten Ebenen des Kommunikationsmodells untersucht werden. Dem analytischen Teil folgt schließlich eine Zusammenfassung der verschiedenen Teilergebnisse, die mit einer Beurteilung und Klassifizierung des Phänomens Elektrizitätswerbung im historischen Kontext abschließt.

Inhaltsverzeichnis:

1. EINLEITUNG 4
1.1 FORSCHUNGSSTAND 5
1.2 DIE VEW GMBH UND IHRE VORLÄUFERUNTERNEHMEN ALS UNTERSUCHUNGSGEGENSTAND 10
1.3 MATERIALBASIS 11
1.4 ZEITLICHE UND RÄUMLICHE EINGRENZUNG 12
1.5 FORSCHUNGSANSATZ 13
1.6 AUFBAU 15
2. DER ABLAUF DER ELEKTRIFIZIERUNG IM UNTERSUCHUNGSGEBIET 15
2.1 DAS STÄDTISCHE ELEKTRIZITÄTSWERK DORTMUND 19
2.2 DAS ELEKTRICITÄTSWERK WESTFALEN (EWW) 21
2.3 DAS WESTFÄLISCHE VERBANDS-ELEKTRIZITÄTSWERK (WVE) 24
2.4 DER KOMMUNALE ELEKTRIZITÄTS-VERBAND WESTFALEN-RHEINLAND 25
2.5 DIE DORTMUNDER UND VERBANDS-ELEKTRIZITÄTSWERK GMBH (DVE) 26
2.6 DIE VEW GMBH 26
2.7 ZUSAMMENFASSUNG 27
3. MEDIEN DER ELEKTRIZITÄTSWERBUNG 28
3.1 ZEITUNGSANZEIGEN UND PRESSEARBEIT 28
3.2 KUNDENZEITUNGEN 33
3.3 AUSSTELLUNGEN 36
3.4 VORFÜHRUNGSRÄUME 48
3.5 DER VEW-WERBEWAGEN 51
3.6 WERBEFILME 53
3.7 SONSTIGE WERBEMEDIEN 56
4. ELEKTRIZITÄTSWERBUNG AUS SICHT DER ELEKTRIZITÄTSWERKE 57
4.1 ZUR BEDEUTUNG DER WERBUNG IM BETRIEBSWIRTSCHAFTLICHEN KONZEPT DER ELEKTRIZITÄTSWERKE 57
4.2 ELEKTROTECHNISCHE VORAUSSETZUNGEN 58
4.3 KOMMUNALE VERANTWORTUNG 60
4.4 ETABLIERUNG DER ELEKTRIZITÄT AUF DEM ENERGIEMARKT 64
4.5 ELEKTRIZITÄTSWERBUNG ALS STEUERUNGSINSTRUMENT DES STROMABSATZES 66
4.6 ORGANISATION DER WERBUNG 68
4.6.1 Die lokale Ebene 68
4.6.2 Die überregionale Ebene 72
5. THEMATISCHE SCHWERPUNKTE DER ELEKTRIZITÄTSWERBUNG 78
5.1 „ELEKTRISCHE“ VISIONEN UND UTOPIEN 79
5.2 METHODEN DER AUFKLÄRUNG 83
5.3 DEMONSTRATION UND PRÄSENTATION ELEKTRISCHER ANWENDUNGEN 86
5.4 HERAUSSTELLUNG DER VORTEILE ÖFFENTLICHER ELEKTRIZITÄTSVERSORGUNG 88
5.5 UNTERNEHMENSPRÄSENTATION UND IMAGEBILDUNG 91
6. REZIPIENTEN DER WERBUNG 96
6.1 GROßABNEHMER: GEWERBE UND INDUSTRIE 97
6.2 PRIVATE STROMVERBRAUCHER 99
6.3 LANDWIRTSCHAFT 105
7. ZUSAMMENFASSUNG 107
8. ANHANG 111
8.1 ABBILDUNGEN 111
8.2 UNGEDRUCKTE QUELLEN 120
8.3 ZEITUNGEN 121
8.4 ZEITSCHRIFTEN 122
8.5 BERICHTE UND PROTOKOLLE 123
8.6 BÜCHER UND AUFSÄTZE 124

Automatisiert erstellter Textauszug:

Ausgangspunkt einer Untersuchung zur Geschichte der Elektrizitätswerbung in Westfalen sind die im Untersuchungsgebiet ansässigen Elektrizitätswerke, da sie den Ursprung oder, analog zur Definition von Werbung als Kommunikationssystem, den Sender der durch verschiedene Werbemedien übertragenen Werbebotschaft darstellen. Im Vordergrund der folgenden Untersuchung dieses Problemkreises sollen dabei zwei Fragenkomplexe stehen, die von primärer Bedeutung erscheinen: zum einen stellt sich die Frage, welche Rolle die Werbung innerhalb des betriebswirtschaftlichen Konzeptes der Elektrizitätswerke gespielt hat. Zum anderen interessiert die Frage nach der Organisation der Werbung, welche durch die Schaffung von Stromverkaufs- und Akquisitionsabteilungen nicht nur auf der lokalen Ebene der Elektrizitätswerke abgewickelt wurde, sondern darüber hinaus auch in Form einer Gemeinschaftswerbung von den Dachverbänden der Elektrizitätswerke in Kooperation mit den Verbänden der Elektroinstallateure und -techniker beeinflußt wurde. Hier sind in erster Linie die von 1911 bis 1919 existierende Geschäftsstelle für Elektrizitätsverwertung (Gefelek) sowie die später eingerichtete Werbeabteilung der VdEW zu nennen. [...]

Neben den beschriebenen Werbeträgern wurden im Untersuchungsgebiet eine Vielzahl von Plakaten, Flugblättern, Emailleschildern, Kalender, Broschüren und Werbemarken zur Popularisierung der Elektrizität eingesetzt. Der Großteil dieser Erzeugnisse wurde von überregionalen Institutionen wie der Gefelek oder der Werbeabteilung des VdEW bereitgestellt. Rückblickend wird in einem 1914 erschienenen Bericht der Gefelek erwähnt, daß seit ihrer Gründung im Jahr 1911 6,5 Millionen Broschüren und Werbepostkarten über 3,5 Millionen „Propagandamarken“ und an die Mitglieder versandt wurden.221 Inhaltlich unterschied sich die Gestaltung der verschiedenen Medien in keiner Weise von denen der ansässigen Elektrizitätsunternehmen. Auf der Rückseite eines Kalenders werden beispielsweise die Vorteile der elektrischen gegenüber der Petroleumbeleuchtung in bekannter Weise herausgestellt: „Elektr. Licht billiger als Petroleum. Keine Unfälle. Keine Brände . Keine Zündhölzer. Daher: Wo Kinder sind, nur elektr. Licht“.222 Über eine Herausgabe von Plakaten, Broschüren etc. in Eigenverlag der untersuchten Unternehmen finden sich nur keine weiterführenden Belege. [...]

Eindruck von den Vorteilen der Elektrizität.“211 Auf der Grundlage des Materials des erstmals 1914 in Freiburg „und späterhin anderweitig wohl schon tausendmal stets mit großem Beifall gezeigten Werbe- und Aufklärungsfilm für Landwirtschaft und Gewerbe“ des damaligen Vorsitzenden des VdEW-Werbeausschusses, Elektrizitätswerkdirektor Schuster wurde unter dessen Leitung eine neuer Film erstellt.212 Ergänzt durch neue Aufnahmen bestand der 50 minütige Film aus einem landwirtschaftlichen, einem gewerblichen und einem Haushaltsteil, die jeweils eigenständige Einheiten bildeten, so daß die Vorführung dem jeweiligen Publikum angepaßt werden konnte. „Gegen eine mäßige Leihgebühr“ wurde der Film „allen Interessenten (auch Nichtmitgliedern) zur Verfügung gestellt.“213 Für die Vorführung der von der VdEW in Auftrag gegebenen Werbefilme in öffentlichen Kinos gibt es keine gesicherten Quellen. Eine Hinweis in den Mitteilungen des Verbands läßt darauf schließen, daß eine solche Präsentation zumindest in der Diskussion stand: „Die Werbung hat sich derjenigen Mittel zu bedienen, die für das allgemeine Nachrichtenwesen von größter Bedeutung sind. Dies sind heute Presse, Film und Rundfunk. Unter ihnen spielt wiederum der Film eine besondere Rolle wegen der ausschließlich bildhaften und zugleich lebenden Darstellung, die die breite Masse der Bevölkerung fast vollständig in ihren Bann gezogen hat undwerbetechnisch außerordentlich wichtig!- stets auf aufnahmefreudige, in mehr oder weniger gehobener Stimmung befindliche Gemüter wirkt. Kein Wunder also, daß sich sehr schnell der Werbefilm von 4-5 Minuten Dauer Eingang in die Lichtspielhäuser verschafft hat“.214 In der Folgezeit veranlaßte der Werbeausschuß des VdEW die Produktion von mehreren Filmen, die mit einfallsreichen Namen wie „Wenn Frauen sich verbünden!“ oder „Der elektrische Schwiegersohn“ betitelt wurden; für die Futterdämpferwerbung wurde außerdem ein Zeichentrickfilm mit Namen „Die schlaue Sau“ produziert.215 Im Filmwesen sahen die Elektrizitätswerke ein enormes Werbepotential, weshalb man sich dafür aussprach, daß „die Filmwerbung (...) noch erheblich ausgebaut werden“ sollte.216 Der erste Beleg für die Nutzung von Werbefilmen durch ein ansässiges Elektrizitätswerk findet sich in der Berichterstattung zur Landwirtschaftsausstellung in Dortmund 1927, wo die VEW ein separates Kinozelt errichtete, in dem „außer Filmen, die für die Landwirtschaft von Interesse sind, auch ein Werksfilm der Vereinigten Elektrizitätswerke Westfalen“ gezeigt wurde.217 Es ist folglich davon auszugehen, daß [...]

Arbeit zitieren:
Weltmann, Christoph Mai 2001: Werbung für Elektrizität in Westfalen von den Anfängen bis 1930 am Beispiel der VEW, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Wirtschaftswerbung, Marketing, Energiewirtschaft, Geschichte, Wirtschafts- und Sozialgeschichte

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