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Auf dem Weg zur Weltkultur?

Analyse des Marktes für Interkulturelle Trainings

Auf dem Weg zur Weltkultur?
Über dieses Buch
  • Art: Bachelorarbeit
  • Autor: Sandra Palm
  • Abgabedatum: April 2003
  • Umfang: 86 Seiten
  • Dateigröße: 723,8 KB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Osnabrück Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-7966-4
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-7966-4 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-7966-4 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Palm, Sandra April 2003: Auf dem Weg zur Weltkultur?, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Kompetenz, Weiterbildung, Marktanalyse, Management

Bachelorarbeit von Sandra Palm

Einleitung:

Wer in Deutschland erfolgreich sein kann, kann überall erfolgreich sein. Diese Prämisse galt in Deutschland bis Ende der 90er Jahre und fiel mit dem explosionsartigen Wachstum der Direktinvestitionen, Akquisitionen und Fusionen.

Internationale Vertragsverhandlungen, multinationale Projektgruppen, internationale strategische Allianzen und Joint Ventures sind längst unternehmerischer Alltag geworden. Durch die zunehmende Internationalisierung und somit auch der weltweiten Vernetzung der Wirtschaft entwickeln sich neue Anforderungen an die Unternehmen, welche die Nachfrage nach Beratung und Training erhöhen.

Multinationale Unternehmen erkennen nunmehr, dass der Erfolg, vor allem im Management von Komplexität nicht nur von ökonomischen Faktoren abhängig ist, sondern auch von sozialen Kompetenzen. Die Erkenntnis, dass Teamarbeit, Projektleitung und Unternehmerische Führung stark kulturabhängig sind, ließ insbesondere die interkulturelle Handlungskompetenz zu mehr als nur einem Schlagwort werden. Weltweit ca. 500 Multinationale Unternehmen, die Schaffung der Europäischen Union und ca. 40 000 deutsche Fach- und Führungskräfte, die zeitweise im Ausland beschäftigt sind, können als Ursache dafür betrachtet werden, dass das Interesse an Interkulturellen Trainings in den letzten Jahren gestiegen ist. Das Angebot an Programmen zur Förderung interkultureller Handlungskompetenz ist reichhaltig und Unternehmen beginnen diese auch in ihr Weiterbildungsprogramm aufzunehmen.

Mit fortschreitender Globalisierung steigt die Häufigkeit von Schnittstellen, Interdependenzen und 'interkulturellen Differenzen'. Die Förderung interkultureller Kompetenz durch Interkulturelle Trainings könnte eine Strategie sein, um nicht zur Ignoranz zurückzukehren, sondern zum Verstehen und damit zum Erfolg voranzuschreiten.

Interkulturelle Trainings können aufgrund ihres Ziels, der Erlangung einer Zusatzqualifikation in Form von interkultureller Handlungskompetenz, der beruflichen Weiterbildung zugeordnet werden, welche heutzutage in allen Betrieben eine hohe Priorität genießt.

In den letzten zehn Jahren sind Qualifizierungsmaßnahmen für Humankapital ins Blickfeld des allgemeinen Interesses gerückt worden, wodurch sich die Weiterbildung nunmehr als selbstständige und zukunftsträchtige Branche profiliert hat. Trotz oder gerade wegen des schnellen Wachstums in den letzten Jahren erweist sich die Branche als unübersichtlich. Dies ist nicht zuletzt Resultat dessen, dass empirische Studien fehlen und damit selbst die Grundgesamtheit der Weiterbildungsanbieter bis heute lediglich geschätzt werden kann (ca. 28 000 - 50 000).

Betrachtet man hier den Bereich der Interkulturellen Trainings, zeigt sich ein ähnliches Bild. Empirische Studien fehlen und Publikationen zu diesem Thema erweisen sich als sehr spezifisch oder aber spatiös. Durch das wachsende Interesse an Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen für die Vermittlung interkultureller Kompetenzen steigt das Angebot von Programmen, die unter dem Label 'Interkulturelles Training' vermarktet werden. Fraglich ist hier, ob die Vermarktung Interkultureller Trainings wirklich einen potentiellen Markt darstellt oder ob es sich nur um einen Teil der inflationären Verwendung des Begriffes 'Interkulturelle Trainings' handelt.

Aus der vorgestellten Problematik lässt sich ableiten, dass es einer strukturellen Analyse des Marktes für Weiterbildung bedarf. Ziel dieser Arbeit soll es sein, das Segment Interkultureller Trainings in der privatwirtschaftlichen Weiterbildung systematisch zu untersuchen. In Anlehnung an M. E. PORTER's Modell der fünf Wettbewerbskräfte werden alle Marktpartner kritisch auf ihre Relevanz und ihren Einfluss geprüft. Durch die Untersuchung der Marktpartner soll festgestellt werden, inwiefern sich die Dienstleistung 'Interkulturelles Training' als Markt profilieren kann. Abschließend soll es ferner möglich sein eine Prognose über die Zukunftsentwicklung des Marktes zu geben.

Die Notwendigkeit interkultureller Personalentwicklungsmaßnahmen ist relativ unbestritten, jedoch wird für die interkulturelle Trainingsforschung bisher wenig Interesse gezeigt. Resultat dessen ist die mangelhafte Datenlage in Deutschland und fehlenden quantitative Untersuchungen. Aufgrund dieser Situation werden als Sekundärdaten, Studien aus dem Bereich des deutschen Weiterbildungsmarktes als Grundlage genutzt. Da sich der Markt als sehr unübersichtlich und heterogen erweist, werden außerdem Felddaten in Form von Experteninterview mit etablierten Anbietern Interkultureller Trainings hinzugezogen. Die konsultierten Experten sind dabei zwar kleinzahlig, jedoch haben sie den besten Überblick über die aktuelle Situation der Branche.

Um während der strukturellen Analyse des Marktes nicht auf Definitionen und Erklärungen zurückgreifen zu müssen und um Transparenz zu schaffen, werden einleitend Schlüsselbegriffe erläutert und in kausalen Zusammenhang zu ihrer Relevanz für die Arbeit gebracht. Im Folgenden wird auf die Entstehung Interkultureller Trainings und der zur Zeit bestehenden Konzepte und Methoden eingegangen.

Das vierte Kapitel stellt den Kern dieser Arbeit dar. Hier wird der Markt für Interkulturelle Trainings einer strukturellen Analyse unterzogen, wobei M. E. PORTERs Modell der fünf Wettbewerbskräfte als Grundlage dient. Dabei wird die staatliche Politik, die durch die fünf Wettbewerbskräfte auf die Branche einwirkt, in die Betrachtung integriert.

Im abschließenden fünften Kapitel werden die untersuchten Determinanten des Marktes zusammenfassend bewertet. Weiterhin werden von den Erkenntnissen der kritischen Betrachtung aller Marktpartner mögliche Zukunftschancen des Marktes abgeleitet.

Inhaltsverzeichnis:

VORBEMERKUNG II
DARSTELLUNGSVERZEICHNIS V
1. EINLEITUNG 1
1.1 Einführung 1
1.2 Problematik 2
1.3 Zielsetzung 2
1.4 Inhalt und Aufbau der Arbeit 3
2. BEGRIFFLICHE ERLÄUTERUNGEN 4
2.1 Kultur 4
2.2 Interkulturelles Management 5
2.3 Interkulturelle Handlungskompetenz 6
2.4 Interkulturelle Trainings 9
3. HISTORIE INTERKULTURELLER TRAININGS 12
3.1 Kulturvergleichende Forschung 12
3.2 Entstehung Interkultureller Trainings 14
3.3 Konzepte und Methoden Interkultureller Trainings 15
4. STRUKTURANALYSE DES MARKTES FÜR INTERKULTURELLE TRAININGS IN ANLEHNUNG AN M. E. PORTER'S MODELL DER FÜNF WETTBE WERBSKRÄFTE 19
4.1 Marktabgrenzung 19
4.2 M. E. PORTER's Modell der fünf Wettbewerbskräfte im Überblick 20
4.3 Anbieter Interkultureller Trainings 22
4.3.1 Strukturelle Merkmale der Branche 22
4.3.1.1 Organisatorische Strukturen der Anbieter 23
4.3.1.2 Branchensituation 24
4.3.2 Zielgruppen der Anbieter 26
4.3.3 Angebote der Anbieter 28
4.3.4 Kommunikation des Angebotes zu den Zielgruppen 32
4.3.5 Bewertung 34
4.4 Abnehmer Interkultureller Trainings 35
4.4.1 Bedürfnisse, Wünsche und Erwartungen der Abnehmer 35
4.4.2 Inanspruchnahme Interkultureller Trainings 37
4.4.2.1 Bedeutung Interkultureller Trainings im Weiterbildungsprogramm 38
4.4.2.2 Nutzung des Angebots Interkultureller Trainings 39
4.4.2.3 Gründe für die verhältnismäßig geringe Inanspruchnahme 41
4.4.3 Bewertung 42
4.5 Einfluss von Substitutionsprodukten 43
4.5.1 Integration der Entwicklung interkultureller Kompetenz in die Ausbildung 44
4.5.1.1 Internationalisierung der Studiengänge 44
4.5.1.2 Förderung studentischer Mobilität 46
4.5.2 Rückwärtsintegration der Abnehmer 47
4.5.2.1 Internationale Traineeprogramme 47
4.5.2.2 Unternehmenseigene Schulungszentren 48
4.5.3 Bewertung 50
4.6 Einfluss des Personals als Lieferant 51
4.6.1 Personalbeschaffung 51
4.6.2 Vorwärtsintegration des Personals 53
4.6.3 Bewertung 53
4.7 Markteintritts- und Marktaustrittsbarrieren 54
4.7.1 Markteintrittsbarrieren 54
4.7.1.1 Produktdifferenzierung 54
4.7.1.2 Zugang zu den Vertriebskanälen 55
4.7.1.3 Know-How 56
4.7.2 Austrittsbarrieren 57
4.7.3 Bewertung 57
5 BEWERTUNG UND AUSBLICK 58
LITERATURVERZEICHNIS 61
ANLAGENVERZEICHNIS 70
EIDESSTATTLICHE ERKLÄRUNG 78

Automatisiert erstellter Textauszug:

Für interkulturelle Trainer sind nicht nur die pädagogischen Fähigkeiten und die interkulturelle Erfahrung ausschlaggebend um ein optimales Lernergebnis bei den Teilnehmern zu erreichen. Inzwischen tragen auch die interdisziplinären Fähigkeiten maßgeblich zum Ergebnis eines Trainings bei. Von den zehn untersuchten Anbietern Interkultureller Trainings, arbeiten fünf in einem interdisziplinär geprägten Team. Das heißt, dass die Trainer neben Fähigkeiten aus den Bereichen der Geistes- und Sozialwissenschaften auch Erfahrungen oder Ausbildungen besitzen, die in die Aktionsbereiche ihrer Kunden greifen. Als Beispiel kann hier das Trainerteam des Institutes für interkulturelles Management genannt werden. Das Trainerteam setzt sich zusammen aus Ingenieuren, Kaufleuten, Kommunikationswissenschaftlern, Mathematikern, Juristen, Pädagogen, Soziologen und Psychologen, die gemeinsam kundengerechte Lösungen erarbeiten. Ein weiteres Differenzierungsinstrument ist die interkulturelle bzw. Bi-kulturelle Besetzung des Trainerteams, welches eine höchstmögliche, realitätsnahe Lernerfahrung für den Kunden bietet. Für die Hälfte der untersuchten Anbieter ist eine Bi-kulturelle Besetzung des Trainerteams eine unerlässliche Vorraussetzung. Allerdings ist diese Methode, um sich qualitativ von den Konkurrenten abzuheben auch die schwierigste, denn vor allem geeignete ausländische Trainer zu finden ist "je nach Land schwer bis unmöglich"86. c) Durch das Verfahren, bzw. die Methoden, die angewendet werden Die Angebote wurden daraufhin untersucht, inwiefern sie quantitativ in Bezug auf die in Kapitel 3.3 erläuterten Methoden auch angeboten werden. Generell lässt sich sagen, dass die Angebote Interkultureller Trainings derzeit gekennzeichnet sind durch die angestrebte Intensität und Unmittelbarkeit von Lernerfahrungen, die Ganzheitlichkeit des Lernens und eine besondere Kompaktheit in Verbindung mit einer Fülle von Methodenvariationen und –kombinationen.87 Demzufolge lassen sich nicht aller der derzeit angebotenen Seminare eindeutig denen in Kapitel 3.3 klassifizierten Formen Interkultureller Trainings zuordnen. Eindeutig ist jedoch, dass sich die Angebotspalette sehr differenziert und in einer Fülle von Methodenvariationen präsentiert.88 Aufgrund der zunehmenden Differenzierung des Angebots auf spezielle Länder, Regionen und Problemstellungen wurde hingegen festgestellt, dass Angebote Informations- und Erfahrungsorientierter, kulturallgemeiner Trainings [...]

Darst. 10: Vor- und Nachteile offener und firmeninterner Seminare Offene Seminare • ermöglichen persönliche Weiterbildung oder Vorbereitung auf interkulturelle Aufgaben, wenn Maßnahmen vom eigenen Unternehmen nicht angeboten oder unterstützt werden • ermöglichen die Teilnahmen an länderspezifischen Seminaren, wenn die Nachfrage von eigenen Unternehmen nicht groß genug für eine firmeninternes Seminar ist • offerieren eine größere Auswahl an Seminare • ermöglichen den Kontakt zu anderen Teilnehmern, mit ähnlichen Lernzielen • müssen im Unternehmen als gewinnbringende Maßnahme durchgesetzt oder gar selbst finanziert werden • erfordert einen Breite, immer zur Verfügung stehende Angebotspalette (Spezialisierungen auf Länder bzw. Regionen) • hohe und regelmäßige Teilnehmerzahlen erforderlich • hoher Organisationsanteil (Anmeldungen, Hotelbuchungen, etc.) • insgesamt hohe Overhead-Kosten • Termine werden zumeist von den Anbietern festgelegt Firmeninterne Seminare • sind auf die besonderen Schwerpunkte eines Unternehmens zugeschnitten • sind auf die speziellen Problemstellungen eines Projektes, einer Mitarbeitergruppe oder eines Teams ausgerichtet • ermöglichen die Behandlung von spezifischen Problemstellungen • sichern ein einheitliches Lernniveau der Mitarbeiter • bei einer ausreichenden Teilnehmerzahl ist die punktuelle Ausrichtung des Trainings gewährleistet • Anbieter sind für die Firmen, die das Angebot nutzen leicht austauschbar • erfordert interdisziplinäre Fähigkeiten der Trainer (Managementtechniken, Branchenkenntnisse, etc) • führen zu einer hohen Abhängigkeit i.d.R. von wenigen Auftraggebern • geringer Einfluss auf Termine • geringer Einfluss durch Marketing und Werbung, da die Zielgruppen selten direkt angesprochen werden können, sondern die Personalentwicklungsabteilungen [...]

Nachfolgend werden die drei Differenzierungsmöglichkeiten zu den untersuchten Angeboten der Anbieter Interkultureller Trainings in Bezug gesetzt. a) Durch das Umfeld, in dem die Dienstleistung erbracht wird Dienstleistungen teilen sich generell auf in solche, die in privaten Haushalten angeboten werden und jene die in den Wirtschaftsunternehmen angeboten werden.83 Diese dichotome Ausprägung des Angebotes ist auch bei Interkulturellen Trainings zu beobachten. Erkennbar ist dies dadurch, dass Interkulturelle Trainings in Form von offenen, für jeden buchbare, Seminare oder aber in Form von firmeninternen Seminaren angeboten werden. Die Untersuchung der Angebote hat ergeben, dass sich der Trend hin zu firmeninternen Trainings entwickelt, was durch die nachfolgend in Darst. 10 aufgeführten Vor- und Nachteile dieser beiden Möglichkeiten begründet wird. Trotz der sich nahezu ausgleichenden Nachteile beider Formen, sind die Vorteile der firmeninternen Trainings evident. Wenn sich die Erkenntnis, dass Diversität, auch innerhalb einer einheitlichen Unternehmenskultur, Missverständnis-, Konflikt- aber auch Synergie79 80 [...]

Arbeit zitieren:
Palm, Sandra April 2003: Auf dem Weg zur Weltkultur?, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Kompetenz, Weiterbildung, Marktanalyse, Management

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