Welterbe-Titel als Unique Selling Proposition (USP) einer Destination
Verdeutlicht am Beispiel Bambergs
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Marika Bradler
- Abgabedatum: Juni 2004
- Umfang: 137 Seiten
- Dateigröße: 798,3 KB
- Note: 1,8
- Institution / Hochschule: Technische Universität Dresden Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-8637-2
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-8637-2 P - ISBN (CD) :978-3-8324-8637-2 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Bradler, Marika Juni 2004: Welterbe-Titel als Unique Selling Proposition (USP) einer Destination, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: UNESCO, Alleinstellungsmerkmal, Kulturtourismus, naturelles Erbe, kulturelles Erbe
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Diplomarbeit von Marika Bradler
Einleitung:
In den Fünfziger Jahren entstand in Ägypten die Idee zum Bau des Assuan-Hochdammes. Dieser sollte nicht nur einem ganzjährig geregelten Wasserabfluss sowie einer maximalen Stromerzeugung dienen, sondern auch einen Akt der nationalen Größe und Identität darstellen. Durch den Bau des Staudammes wäre das Tal mit den Tempeln von Abu Simbel, welches ein wertvolles Zeugnis der altägyptischen Zivilisation darstellt, unter Wasser gesetzt worden. Diese bevorstehende unwiederbringliche Zerstörung führte, auf Bitten der Regierungen Ägyptens und des Sudans, zu einer internationalen Kampagne, welche von der Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation (UNESCO) 1959 organisiert wurde. Bei dieser Aktion wurden die Tempel von Abu Simbel und Philae in Stücke zerlegt, versetzt und an einem anderen Ort wieder aufgebaut.
Diese Erfahrung machte deutlich, dass es Denkmäler gibt, welche von weltweiter Bedeutung sind und deren Schicksal nicht von Einzelentscheidungen einzelner Regierungen abhängen sollte.
Vor diesem Hintergrund entwickelte die UNESCO in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Rat für Denkmalpflege (ICOMOS) eine Konvention zum Schutz des Kultur- und Naturerbes. 1972 wurden diese Textentwürfe auf der Stockholmer Konferenz vorgestellt und noch im selben Jahr konnte die „Konvention zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Menschheit“ von der Generalversammlung der UNESCO verabschiedet werden.
Bei der Vielzahl an touristischen Angeboten wird es immer schwerer, die eigene Destination gegenüber den anderen hervorzuheben. Die Konkurrenz ähnlicher Destinationen wächst stetig. So existieren mittlerweile unzählige Reiseziele, welche bspw. mit einer mittelalterlichen Stadt werben, z. B. Mainz, Worms, Regensburg. Es kommt daher immer mehr darauf an, dass ein Tourismusstandort ein einmaliges Thema zur Vermarktung findet, mit dem er sich von den anderen Reisezielen unterscheiden kann. Mit Hilfe einer Unique Selling Proposition (USP) kann es einer Destination gelingen, sich von der Masse vorhandener Reiseziele abzuheben. Der Aufbau eines USP kann für Tourismusstandorte jedoch nur durch die Schaffung von Präferenzen erreicht werden. Denn: Ohne Präferenzen ist eine Destination für den Gast leichter substituierbar.
Die „Liste des Kultur- und Naturerbes der Menschheit“ verzeichnet derzeit 754 Stätten in 129 Ländern. Deutschland ist mit 27 Stätten auf der UNESCO- Welterbeliste vertreten. Eine Betrachtung aller Welterbestätten würde den Rahmen dieser Arbeit sprengen. Aus diesem Grund beschränkt sich der Autor bei der Bearbeitung des Themas auf Deutschland und hierbei insbesondere auf die Städte und deren Individualtouristen.
Ziel der Arbeit ist es aufzuzeigen, ob der Welterbe-Titel einem USP entspricht und inwiefern durch die Auszeichnung die Reiseentscheidung beeinflusst werden kann. Des Weiteren soll geklärt werden, wie eine Welterbe-Destination gemanagt werden sollte, um Präferenzen zu schaffen und diese möglichst für lange Zeit aufrecht zu erhalten.
Am Beispiel der Stadt Bamberg, deren Altstadt seit 1993 zum kulturellen Welterbe zählt, soll verdeutlicht werden, welche Bedeutung die Auszeichnung für eine Stadt haben kann. Ebenso ist zu analysieren, ob die Ernennung Veränderungen - positive wie auch negative - mit sich gebracht hat.
Die Konvention zum Schutz des Natur- und Kulturerbes der Welt stellt ein Instrument des Denkmal- und des Naturschutzes dar. Es werden nur solche Stätten in die Welterbeliste aufgenommen, die von „außergewöhnlichem universellen Wert“ sind. Mit dem Beitritt zur Welterbekonvention erkennen die Vertragsstaaten ihre Pflichten zum Schutz und zur Erhaltung dieser Stätten an. Die Ernennung zum Welterbe dient aber letztendlich nicht allein dem Denkmalschutz. Auch wenn die Konvention keine Hinweise auf den Tourismus enthält, so kann die Tourismusindustrie durch sekundäre Effekte von diesem Titel profitieren. Die Auszeichnung zum Welterbe repräsentiert eine gewisse Einzigartigkeit des Ortes und kann daher verstärkt auch zu Marketingzwecken genutzt werden, um so z. B. den Bekanntheitsgrad der Destination zu erhöhen.
Ob der Eintrag in die Welterbeliste aber den Anforderungen eines USP gerecht werden kann oder nicht, soll im Laufe der Arbeit geklärt werden. Dadurch, dass die Ziele und Vorstellungen der Touristiker und Denkmalpfleger oft konträr sind, kommt es häufig zu Dissonanzen zwischen diesen beiden Gruppen. So fordern die Denkmalschützer z. B. mehr finanzielle Unterstützung durch die Tourismusbranche, weil diese letztendlich auch von dem Titel profitieren kann. Die Touristiker wünschen dagegen mehr Verständnis und Entgegenkommen für ihre eigenen Aufgaben.
Ein erfolgreiches Management von Welterbe- Destinationen bedarf daher der Koordination und Zusammenführung beider verschiedenen Sichtweisen.
Zur Aufbereitung des Themas wurden, neben der Recherche bestehender Studien und Literaturquellen, empirische Datenmaterialien sowie eine schriftlich und eine mündlich durchgeführte Befragung herangezogen.
Um das Angebot deutscher Welterbestätten näher betrachten zu können, fand Dezember 2003 bis Februar 2004 eine Befragung aller deutschen Welterbestätten statt. Diese empirische Erhebung wurde in Form einer schriftlichen Befragung mit teilstandardisiertem Fragebogen durchgeführt, der neben wenigen offenen Fragen zum größten Teil standardisierte Fragen enthielt. Für diese Erhebung wurde der Fragebogen per e- Mail an alle 27 deutschen Welterbestätten versandt. Die Rücklaufquote betrug 59,26%.
Zudem fand im Rahmen eines Geländepraktikums der Bamberger Geographiestudenten im Sommer 2003 eine mündliche Befragung der Bamberger Gäste statt. Dazu wurde im vornherein ein Fragebogen erstellt, welcher im Wesentlichen standardisierte Fragen mit Antwortvorgaben enthielt. Diese Gästebefragung wurde an zwei aufeinander folgenden Wochen im Juni 2003 jeweils dienstags und samstags an zehn verschiedenen, vorher festgelegten Fragestandorten in der Altstadt Bambergs durchgeführt. An diesen vier Befragungsterminen wurden insgesamt 453 Gäste befragt, wovon 393 (51% weiblich, 49% männlich) zu den Individualtouristen zu zählen waren. Diese 393 Befragungsergebnisse wurden, entsprechend der Eingrenzung dieser Arbeit, zur weiteren Auswertung herangezogen.
Ziel dieser Gästebefragung war es, Individualtouristen nach ihren Motiven für den Besuch zu befragen. Es sollte u. a. herausgefunden werden, ob der Welterbe-Titel die Reiseentscheidung beeinflussen kann und wie bekannt das Thema „Welterbe“ generell unter den Gästen ist.
Inhaltsverzeichnis:
| INHALTSVERZEICHNIS | I | |
| ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS | VI | |
| ABBILDUNGSVERZEICHNIS | VIII | |
| TABELLENVERZEICHNIS | IX | |
| ANHANGVERZEICHNIS | X | |
| DANKSAGUNG | XI | |
| 1. | EINLEITUNG | 1 |
| 1.1 | Geschichtlicher Abriss zur Entstehung der Welterbekonvention | 1 |
| 1.2 | Begründung des Themas | 2 |
| 1.3 | Zielsetzung | 2 |
| 1.4 | Begriffliche Annäherung | 3 |
| 1.5 | Methodik | 4 |
| 2. | UNESCO- WELTERBEKONVENTION | 5 |
| 2.1 | Arbeitsweise der UNESCO | 5 |
| 2.1.1 | Allgemeines zur UNESCO | 5 |
| 2.1.2 | Deutsche UNESCO- Kommission (DUK) | 7 |
| 2.1.3 | Die Welterbekonvention | 7 |
| 2.1.4 | Weitere beteiligte Institutionen | 8 |
| 2.1.5 | Zusammenfassende Darstellung | 9 |
| 2.2 | Unterscheidung des Erbes der Menschheit | 10 |
| 2.2.1 | Ausgangsbetrachtung | 10 |
| 2.2.2 | Kulturelles vs. naturelles Erbe | 11 |
| 2.3 | Der Weg zum Welterbe | 12 |
| 2.3.1 | Bewerbung | 12 |
| 2.3.2 | Bewertung, Empfehlung und Beschluss | 13 |
| 2.3.3 | Beispiel zur Aufnahme in die Welterbeliste | 14 |
| 2.3.4 | Zusammenfassende Darstellung | 15 |
| 2.4 | Notwendigkeit des Übereinkommens zum Schutz des kulturellen und natürlichen Erbes | 16 |
| 2.4.1 | Bedeutung der Konvention | 16 |
| 2.4.2 | Die rote Liste | 17 |
| 3. | ROLLE DES USP BEIM MANAGEMENT EINER DESTINATION | 19 |
| 3.1 | Klärung des Destinationsbegriffs | 19 |
| 3.1.1 | Frage nach der Destinationsgröße | 19 |
| 3.1.2 | Anforderungen an eine Destination | 20 |
| 3.1.3 | Erfolgsfaktoren | 22 |
| 3.1.3.1 | Allgemein | 22 |
| 3.1.3.2 | Infrastruktur | 22 |
| 3.1.3.3 | Einwohner der Destination | 24 |
| 3.1.3.4 | Segmentierung des Marktes und Bestimmung von Zielgruppen | 26 |
| 3.1.3.5 | Attraktionen | 27 |
| 3.2 | Destination Management | 29 |
| 3.2.1 | Ausgangsbetrachtung | 29 |
| 3.2.2 | Entwicklung hin zum Destination Management | 30 |
| 3.2.3 | Aufgabe des Destination Management | 31 |
| 3.3 | Stadtmarketing als Instrument einer Destination | 32 |
| 3.3.1 | Zusammenführung der Begriffe Stadtmarketing und Destination | 32 |
| 3.3.2 | Stadtmarketing - eine begriffliche Annäherung | 33 |
| 3.3.3 | Stadtmarketing vs. Tourismusmarketing | 35 |
| 3.3.4 | Zusammenfassung | 36 |
| 3.4 | Stellenwert des USP | 37 |
| 3.4.1 | Ausgangsbetrachtung | 37 |
| 3.4.2 | USP, SGE und KKV – eine Abgrenzung | 38 |
| 3.4.3 | Schaffung eines USP | 39 |
| 3.4.4 | Anforderungen an das Alleinstellungsmerkmal | 41 |
| 3.4.5 | Wahl der richtigen Strategie | 41 |
| 3.4.6 | Wirkungsweise | 43 |
| 4. | ZUSAMMENSPIEL VON TOURISMUS UND WELTERBE - ENTWICKLUNG EINES „WELTERBE- TOURISMUS“? | 44 |
| 4.1 | Welterbe- Destination | 44 |
| 4.1.1 | Einordnung in die Arten von touristischen Destinationen | 44 |
| 4.1.2 | Vorhandenes Angebot | 46 |
| 4.1.2.1 | Vielfalt des Welterbes | 46 |
| 4.1.2.2 | Analyse des deutschen Angebotes an Welterbestätten | 47 |
| 4.1.2.3 | Exkurs: Weltweites Angebot | 50 |
| 4.1.3 | Potentielle Zielgruppen und Zielmärkte | 51 |
| 4.1.3.1 | Bestimmung der Zielmärkte | 51 |
| 4.1.3.2 | Analyse der Zielgruppen | 52 |
| 4.2 | Management von Welterbe- Destinationen | 54 |
| 4.2.1 | Zusammenführung der verschiedenen Sichtweisen | 54 |
| 4.2.2 | Ziele und Aufgaben | 56 |
| 4.2.2.1 | Anerkennung und Weitervermittlung der Bedeutung von Welterbestätten | 56 |
| 4.2.2.2 | Planung von Tourismus und Umweltschutz | 58 |
| 4.2.2.3 | Einbeziehung der Einheimischen | 59 |
| 4.2.3 | Nutzung des Titels zur Positionierung der Destination am Markt | 60 |
| 4.2.3.1 | Welterbe- Titel = USP? | 60 |
| 4.2.3.2 | Markenimage und Corporate Identity | 62 |
| 4.3 | Kulturtourismus à Welterbe- Tourismus | 64 |
| 4.3.1 | Begriffliche Annäherung | 64 |
| 4.3.2 | Welterbe- Tourismus als eigenständige Tourismusform? | 65 |
| 4.3.3 | Bedeutung des Zusammenspiels von Tourismus und Welterbe | 67 |
| 4.3.4 | Einflüsse und Probleme des Tourismus | 69 |
| 4.4 | Analyse der Chancen für Entwicklung eines Welterbe- Tourismus | 72 |
| 4.4.1 | Allgemeine Reise- und Freizeittrends | 72 |
| 4.4.2 | Strategische Analyse der Welterbestätten als Reiseziel | 73 |
| 4.4.2.1 | Aufgaben der strategischen Diagnose | 73 |
| 4.4.2.2 | Ressourcen- Analyse (Stärken- Schwächen- Profil) | 74 |
| 4.4.2.3 | Chancen- Risiken- Analyse | 75 |
| 5. | BAMBERG ALS PRAKTISCHES BEISPIEL EINER WELTERBE - DESTINATION | 77 |
| 5.1 | Betrachtung der Destination | 77 |
| 5.2 | Veränderung der Tourismusstruktur seit der Ernennung | 79 |
| 5.2.1 | Angebotsseite | 79 |
| 5.2.1.1 | Sehenswürdigkeiten, Museen, Kulturelle Veranstaltungen | 79 |
| 5.2.1.2 | Touristische Infrastruktur | 80 |
| 5.2.1.3 | Touristische Produkte | 82 |
| 5.2.2 | Entwicklung der Nachfrage | 84 |
| 5.2.2.1 | Ankünfte und Übernachtungen | 84 |
| 5.2.2.2 | Nachfrage nach touristischen Produkten des TKS | 85 |
| 5.2.3 | Negative Entwicklungen | 87 |
| 5.3 | Bekanntheitsgrad „Welterbe“ unter den Bamberger Gästen | 88 |
| 5.3.1 | Auswertung der Gästebefragung | 88 |
| 5.3.1.1 | Allgemeine Fragestellung | 88 |
| 5.3.1.2 | Bamberg = Welterbe | 88 |
| 5.3.1.3 | Bekanntheit des Themas „Welterbe“ | 89 |
| 5.3.1.4 | Fazit der Analyse | 90 |
| 5.3.2 | Maßnahmen zur Steigerung der Bekanntheit | 91 |
| 6. | PERSPEKTIVE FÜR WELTERBE- DESTINATIONEN | 92 |
| ANHANG | I | |
| LITERATURVERZEICHNIS | XXIII | |
| EHRENWÖRTLICHE ERKLÄRUNG | XXVI |
So können Stätten einerseits zum ursprünglichen Angebot gezählt werden, da das Kultur- bzw. Naturangebot schon vorhanden war, d. h. nicht erst speziell für den Tourismus geschaffen wurde. Andererseits können sie aber auch dem abgeleiteten Angebot zugeordnet werden. Denn ohne das Anbringen von Infotafeln, die Durchführung von Stadtführungen sowie Gestaltung anderer spezieller touristischer Angebote würde die Stätte allein nur selten zum Tourismusort werden. Ebenso kann die Einordnung nach Trägerschaften beim Vergleich der verschiedenen Welterbe- Destinationen nicht vereinheitlicht werden. Weil viele dieser Stätten jedoch unter Obhut einer bestimmten Stadt stehen, werden sie zumeist auch durch Körperschaften des öffentlichen Rechts getragen, so z. B. Bamberg. Es zeigt sich, dass die Bestimmung von Welterbe- Destinationen nicht allgemein vorgenommen werden kann, sondern jede Stätte für sich betrachtet werden muss. Bei der einen Stätte handelt es sich um ein Kulturgut, bei der anderen um ein Naturdenkmal. Mal gehört eine Stätte zu einer bestimmten Stadt, während eine weitere zu zwei Städten bzw. zu einer ganzen Region zu zählen ist, usw. Es zeichnet sich hier schon ab, was für eine heterogene Gestalt das „Produkt“ Welterbe annimmt. 4.1.2 Vorhandenes Angebot [...]
Ein USP hat wenig Sinn, wenn es nicht kommuniziert, d. h. verbreitet, wird. Wie Tab. 3 entnommen werden kann, ist die Wirkung der Präferenz- Strategie vor allem im Aufbau eines Markenimages zu sehen. Die Markierung einer Destination bietet verschiedene Vorteile. Aus der Sicht der Kunden lassen sich durch Marken einzelne Leistungen leichter wieder erkennen. Aus Wettbewerbssicht verhilft sie, das eigene Angebot besser abgrenzen und positionieren zu können. Gerade im Tourismus, wo komplexe, nicht- sichtbare Leistungen konsumiert werden, kann das Entscheidungsrisiko durch Marken reduziert werden.103 Denn Marken stehen für unverwechselbare Leistungen, welche eine gleich bleibende Qualität versprechen. „Aus Konsumentensicht erleichtert der Markenartikel die Identifikation unter konkurrierenden Angeboten; er gibt dem Käufer die Sicherheit, eine erwartete Qualität auch tatsächlich zu erhalten. Er minimiert auf Vertrauensbasis das Risiko, Fehlkäufe zu tätigen […]. Die Markierung zum Markenartikel lässt sich aus Konsumentensicht als Qualitätsgarantie oder auch als Versicherung gegen Produktenttäuschungen auffassen.“104 [...]
Mit dem richtigen Einsatz eines USP kann es einer Destination letztendlich auch gelingen, eine offensichtlich bestehende Marktlücke zu schließen. Es ist jedoch wenig hilfreich ein Alleinstellungsmerkmal zu übernehmen, wenn der Standort nicht in der Lage ist, die gegebenen Versprechen zu erfüllen. Bevor ein USP entwickelt wird, muss daher sicher gestellt sein, dass die mit dem USP gegebenen Versprechen zu jeder Zeit gewährleistet werden können. Es müssen konstant die hohen Qualitäts- u./ o. Serviceversprechen eingehalten werden. Andernfalls kann Unglaubwürdigkeit aufkommen, was letztendlich zum Scheitern der Kampagne führen kann. Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass mit dem USP gewisse Präferenzen geschaffen werden sollten. Denn die Gäste von heute entscheiden nicht allein über den Preis, sondern immer mehr auch nach ihrem Gefühl, d. h. welche Symphatien sie einer Destination entgegenbringen.98 Viele touristische Zielgebiete haben atemberaubende Landschaften und eine faszinierende Kultur im Angebot. Doch erst die Einbeziehung der menschl. Emotionen macht Standorte unterscheidbar.99 Der Schlüssel für eine starke Destination liegt daher in der Verbindung von Gefühlen und Symphatien, welche zu einem Zielgebiet entwickelt werden, und etwas Einzigartigem.100 3.4.5 Wahl der richtigen Strategie [...]
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