Welten der Angst
Das Unbekannte als Ursprung der Faszination und des Grauens im Werk von Howard Phillips Lovecraft
- Art: Magisterarbeit
- Autor: Veit Etzold
- Abgabedatum: Dezember 2001
- Umfang: 145 Seiten
- Dateigröße: 2,8 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-6030-3
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-6030-3 P - ISBN (CD) :978-3-8324-6030-3 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Etzold, Veit Dezember 2001: Welten der Angst, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Poe, Amerikanistik, Gothic, Horror, Grauen
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Magisterarbeit von Veit Etzold
Einleitung:
In der Magisterarbeit „Das Unbekannte als Ursprung der Faszination und des Grauens im Werk von Howard Phillips Lovecraft“ beschäftigt sich der Verfasser mit einem Autoren, dessen Werke im angelsächsischen Sprachraum schon seit langem von den Kennern der Horrorliteratur geschätzt werden, in deutschsprachigen Ländern jedoch eher einer begrenzten Leserschaft bekannt sind. Das Grundthema der Angst in der Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts wird von Lovecraft auf bemerkenswert ingeniöse und kreative Weise gestaltet: Im völligen Gegensatz zur Detektivhandlung, in der eine konkrete angstauslösende Situation durch intellektuelles Vermögen bewältigt wird, geht es bei Lovecraft um ein nicht zu bewätligendes Grauen, das literarisch kunstvoll aufs äußerste gesteigert wird.
Der Verfasser interpretiert Lovecrafts Werke aus der Perspektive eben dieses intellektuell nicht faßbaren Grauens, dessen Ursprung er im Unbekannten sieht. Er beschreibt die Relevanz ästhetischer Traditionen wie auch der Psychoanalyse Freuds für die Vorstellungswelt Lovecrafts und analysiert dessen literarisch suggestiv evozierten Alptraumwelten. Die Studie, die verschiedene Aspekte des literarisch gestalteten Grauens im Werk Lovecrafts behandelt, führt konsequent zu einer Begründungn der nachweisbaren Betroffenheit der Leser: Sie entsteht aus „unserem Unbehagen vor dem unendlichen Universum und unserem Unbehagen vor der Tiefe des eigenen Selbst“.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Howard Phillips Lovecraft - Der Gentleman von Providence | 6 |
| 1.1 | Einleitung | 7 |
| 1.2 | Ästhet und Décadent des 18. Jahrhunderts | 11 |
| 1.2.1 | Elegant Amusement | 15 |
| 1.2.2 | Der Augenblick und die Ewigkeit – Lovecrafts Providence | 19 |
| 1.3 | „Equality is a joke“ - Lovecraft als Feind der Republik | 27 |
| 2. | Im Bann des Erhabenen - Von Petrarcas Besteigung des Mont Ventoux zu einer Ästhetik des Bösen | 35 |
| 2.1 | Longinus sublimity | 36 |
| 2.2 | Edmund Burke und die Ambivalenz des Schreckens | 38 |
| 2.2.1 | Taste und Imagination | 38 |
| 2.2.2 | The Beautiful and the Sublime | 42 |
| 2.3 | Das Erhabene als ästhetische Erfahrung bei Immanuel Kant | 47 |
| 2.3.1 | Realität und Wirklichkeit | 48 |
| 2.3.2 | Analytik des Erhabenen bei Kant | 50 |
| 2.4 | Francesco Petrarca - Pionier des Erhabenen | 56 |
| 3. | In the Eyes of the Falling Dreamer - Traum und Alptraumwelten im Werk HP Lovecrafts | 60 |
| 3.1 | Der Traum in Lovecrafts Denken | 61 |
| 3.2 | Verschiedene Diskurse des Traums | 63 |
| 3.2.1 | Der Surrealismus | 63 |
| 3.2.2 | Die Traumdeutung bei Sigmund Freud | 65 |
| 3.3 | Der Traum als Offenbarung des Jenseits bei Lovecraft | 66 |
| 3.3.1 | The Rats in the Walls | 66 |
| 3.3.2 | Beyond the Wall of Sleep | 71 |
| 3.3.3 | The Dream-Quest of Unknown Kadath | 73 |
| 4. | Gods of Emptiness - Lovecrafts Cosmic Horror | 80 |
| 4.1 | Die Faszination des Unheimlichen | 81 |
| 4.1.1 | Das Unheimliche bei Sigmund Freud | 81 |
| 4.2 | In my own handwriting - Manifestationen des Unbekannten und Unheimlichen im Werk Lovecrafts | 87 |
| 4.2.1 | The Case of Charles Dexter Ward | 87 |
| 4.2.2 | The Dunwich Horror und andere Erzählungen | 94 |
| 4.2.3 | A Portrait of the Artist as a Terrifying Man | 100 |
| 4.3 | Das Pandämonium eines Atheisten - Lovecrafts Sicht des Universums | 105 |
| 5. | Im Schatten des Necronomicons: Lovecraft als Visionär des Schreckens ? | 112 |
| 5.1 | Das Necronomicon als unfreiwillige Wahrheit | 113 |
| 5.1.1 | Chronologie des Schreckens | 114 |
| 5.2 | Im Geheimdienst Ihrer Majestät - Agent und Magier Dr John Dee | 118 |
| 5.3 | Der Tod des Autors - die falschen Necronomicons | 121 |
| 6. | From Beyond and from Inside: Der Schrecken als absolute Realität | 125 |
| Schlußbetrachtung | 126 | |
| 7. | Anhang | 130 |
| 7.1 | Literaturverzeichnis | 130 |
| 7.1.1 | Erzählungen HP Lovecrafts | 130 |
| 7.1.2 | Sekundärliteratur | 131 |
| 7.1.3 | Aufsätze und Zeitungsartikel | 136 |
| 7.1.4 | Manuskripte und Originale | 138 |
| 7.2 | Bilderverzeichnis | 139 |
| 7.2.1 | Nachweis der Titel - und Kapitelbilder | 139 |
| 7.2.2 | Bilder zur Veranschaulichung | 140 |
3.3.1. The Rats in the Walls: The Rats in the Walls von 1923, die einzige Erzählung Lovecrafts, welche Kindlers Literaturlexikon (Ausgabe 1991) für würdig hält, im Hinblick auf Lovecraft erwähnt zu werden, so als wäre dies sein einziges Werk, entfacht ein wahres Feuerwerk von Gothic Zitaten und handelt von dem Grafen Delapore, der in der Geschichte bis auf den Familiennamen unbenannt bleibt und, aus Amerika nach Europa zurückreisend, Exham Priory, das Anwesen seiner Ahnen in Essex / England wieder restauriert und neu bezieht; interessanterweise ebenfalls im Jahre 1923. Der Stolz, den der Graf zunächst mit diesem prächtigen Schloß verbindet, weicht allerdings nach und nach tiefem Mißtrauen, Angst und Ungewißheit. Warum mußte Walter Delapore, vormals de la Poer – man beachte die sicher nicht zufällige Ähnlichkeit des Roderick Usher gleichen de la Poer mit Edgar Allan Poe – sich umbenennen und im 18. Jahrhundert aus England nach Virginia fliehen, was ist von den Gerüchten rund um das Anwesen zu halten, von den mittelalterlichen Zeugnissen über unheilige Rituale und Menschenopfer, die womöglich bereits ihren Ursprung in frühgeschichtlicher Zeit haben, über die seltsame Architektur der Burg, die angelsächsische, römische, gotische und barocke Baustile in sich vereint ? Und sind die Ratten, die sich [...]
Hier sehen wir äußerst eindeutig, daß Freud sich sehr gegen eine zu starke Differenzierung zwischen der „vernünftigen“ rationalen Herangehensweise an die Dinge sowie der Verarbeitung der Wirklichkeit innerhalb eines Traumes wehrt. Da sowohl nicht – bewußtes Denken als auch bewußtes Denken demselben Ursprung entstammen, ist somit nur die Art der Verarbeitung anders, was aber noch kein objektives Werturteil über diese Art zuläßt. Breton hat diese feine Unterscheidung leider bei seinen, mit dem Hammer philosophierten Manifesten etwas übersehen, doch bei Lovecraft wird es uns gleich gewahr werden, daß die Traumgedanken, kommend aus den unauslotbaren Tiefen des Unbekannten – des Unbewußten und des Jenseits – Dinge sehen, von denen der wache Geist nicht zu träumen wagen würde. [...]
Unbekannten und Nicht – greifbaren zum Teil in einem penibel charakterisierten und naturalistisch genauem Umfeld vorgestellt. Ebenso wie bei Lovecraft die Wahrnehmung der Umgebung durch die Augen des Kindes als eine Art vollständigere Wahrnehmung als die des Erwachsenen charakterisiert wird, wie wir es in The Dream-Quest of Unknown Kadath finden werden, versuchten auch die Surrealisten ihre verlorengegangene, kindheitliche Betrachtungsweise wieder einzufangen. So begreift z.B. Adorno in „Rückblickend auf den Surrealismus“ in Noten zur Literatur I (1963:155) die Montagetechnik Max Ernsts, das Material alter Kinderbücher zu neuen und doch zugleich bekannten Bildern umzugruppieren, als „[...] Versuch, durch Explosionen Kindheitserinnerungen aufzudecken [...]“, oder sich die Wahrnehmung des Kindes auf diese Weise wieder anzueignen. 3.2.2. Die Traumdeutung bei Sigmund Freud: Auf Freuds Traumdeutung werde ich hier nur sehr kurz und rudimentär eingehen, da es nicht Aufgabe dieser Arbeit ist, die schon viel diskutierte Traumanalyse Freuds noch einmal einer Untersuchung zu unterziehen. Interessant ist nur, daß Lovecraft, der von Freud eigentlich recht wenig hielt, der Traumdeutung Freuds teilweise näher ist als er vielleicht möchte. So ist z.B. für Freud die Traumdeutung eher in der Lage, Aufschlüsse über unser Selbst zu geben, als es die Philosophie bisher vermochte, wie dieser z.B. in der Traumdeutung (Gesammelte Werke II, 1985:150) notiert: [...]
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http://www.diplom.de/ean/9783832460303
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Poe, Amerikanistik, Gothic, Horror, Grauen



