Weiterbildungsbedarf von mittelständischen Unternehmen in der Region Südliche Weinstraße und Landau gegenüber dem Weiterbildungsangebot der Universität Koblenz-Landau, Campus Landau
Möglichkeiten des Wissenstransfers
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Annekatrin Schwarz
- Abgabedatum: Dezember 2002
- Umfang: 150 Seiten
- Dateigröße: 820,1 KB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Universität Koblenz-Landau, Abt. Koblenz Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-6560-5
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-6560-5 P - ISBN (CD) :978-3-8324-6560-5 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Schwarz, Annekatrin Dezember 2002: Weiterbildungsbedarf von mittelständischen Unternehmen in der Region Südliche Weinstraße und Landau gegenüber dem Weiterbildungsangebot der Universität Koblenz-Landau, Campus Landau, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: regionale Wirtschaft, Soft Skills, Unternehmensberatung, Betriebspädagogik, Arbeits-Betriebs-Organisationspsychologie
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Diplomarbeit von Annekatrin Schwarz
Einleitung:
In Zeiten akuter Finanzmittelknappheit in allen Bereichen der öffentlichen Gesellschaft stellt sich auch die Frage nach der Finanzierung von Wissenschaft und Forschung. Aktuelle Haushaltsveränderungen aller Ministerien, so auch dem der Forschungsministerin Edelgard Buhlmahn, korrigieren die Erwartungen der Wissenschaftsmanager an Universitäten und Institutionen der Grundlagenforschung derart nach unten, dass die ZEIT vom 28.11.02 diese Misere unter folgender Überschrift beschreibt: „Eine Wüste namens Wissenschaft“.
Weiter heißt es dort: „Für die Deutsche Forschungsgemeinschaft ist der Schaden größer, denn an ihr hängen die Hochschulen, die seit Jahren an chronischer ,Unterfinanzierung’ leiden und deren Forschung, soweit sie nicht schon ausgewandert ist, von der DFG lebt“. Allein der DFG würden im nächsten Jahr 43 Millionen Euro fehlen.
Im Jahre 2000 erhielt die Universität Koblenz - Landau von der DFG 805.583 DM, das macht einen Anteil von 9,1 % der Gesamtdrittmitteleinwerbung aus. Im Jahr 2001 belief sich dieser Beitrag auf 1.290.810,57 DM und damit 16 % des Drittmitteletats. Somit ist es für die finanzielle Versorgung der Universität von höchster Dringlichkeit, die Drittmitteleinwerbung von anderen Seiten, etwa den der Unternehmen, Institutionen und privaten Mittelgebern zu verstärken und intensivieren.
Soweit zu einem Grundargument, warum die Universität Interesse an Wissenstransfer hat. In dieser Arbeit interessiert aber auch die andere Seite, und zwar die Motivation der Unternehmen am Wissenstransfer. Letztendlich soll die Kooperation und Verflechtung dieser beiden Interessenten systematisch dargestellt werden. Das erfolgt zum einen anhand eines Studiums der einschlägigen Literatur, indem grundlegende Punkte des Wissenstransfers dargestellt werden: Es wird gezeigt, was Wissenstransfer ist und wie die Forschung es definiert. Verschiedene Definitionen werden vorgestellt und miteinander verglichen.
Ein nächster Blick gilt der Geschichte, seit wann wird er wo praktiziert, welchen Verlauf nahm er in Deutschland und in den USA? Wissenstransfer ist ein vielschichtiges Gebilde, diese Arbeit macht einen Versuch die verschiedenen Arten, Formen, Programme und partizipierenden Institutionen umfassend darzustellen. Wie eingangs erwähnt, dient Wissenstransfer z. T. als Geldquelle in Form von Drittmittelprojekten. Zur Erhellung des finanziellen und rechtlichen Aspektes soll hier ebenfalls beigetragen werden. Ähnlich jedem Gegenstand in Wissenschaft und Technik ist ebenso der Transfer von Wissen und Know- how in ein kompliziertes Netz von Rahmenbedingungen und Voraussetzungen eingeflochten. Dies sind weitere Inhalte des theoretischen Teils.
Ein nicht zu vernachlässigender Schwerpunkt ist der Blick auf die wechselseitige Beeinflussung und der Nutzen zwischen der Universitätsabteilung in Landau und den regionalen Unternehmen, deshalb wird auch nach der Bedeutung des Wissenstransfers für die Region gefragt. Wenn eine Universität einerseits oder ein Unternehmen andererseits Wissenstransfer durchführen möchte, stoßen sie gelegentlich auf Hindernisse oder Barrieren. Diese werden dargestellt und nach Lösungsmöglichkeiten und Erfahrungswerten gesucht.
Eine zentrale Stellung nehmen in diesem Gefüge die Transferstellen ein, bei ihnen sollte die Drähte zur Koordination zusammenlaufen. Hier wird gezeigt, welche Arten von Transferstellen es gibt, welche Aufgaben ihnen obliegen, und wo die Arbeit bisher gut oder auch weniger gut gelingen konnte.
Gang der Untersuchung:
Der erste Teil der Arbeit wird mit den aus der Literatur gewonnen Hypothesen beschlossen. Um diese Hypothesen zu überprüfen, werden zwei Studien durchgeführt: zunächst eine qualitative Vorstudie, in der wichtige Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Kommunalpolitik und Wirtschaft interviewt werden, um zu hinterfragen wo sie Chancen und Grenzen des Wissenstransfers von der Universitätsabteilung Landau zu den regionalen Unternehmen sehen.
Die zweite Studie hat regionale Unternehmen zur Zielgruppe, hierbei gilt es, das Image der Universität festzustellen und Möglichkeiten der Kooperation aufzuzeigen und nachzufragen.
Gesamtziele der vorliegenden Arbeit sind also zunächst Wissenstransfer als komplexes Gebilde vorzustellen und daran anknüpfend, zu überprüfen, inwiefern es Parallelen in der konkreten Situation also im Wirtschaftsraum Südliche Weinstraße, Landau und Germersheim gibt.
Des weiteren sollen die Interessen aller partizipierenden Transfer- Parteien transparent gemacht sowie das Image der Universität bei den Unternehmen festgestellt werden, um daraus die Möglichkeit zu gewinnen, Synergien zu bilden und Korrekturen in der Außendarstellung und der bisherigen Arbeit vorzunehmen.
Inhaltsverzeichnis:
| Einleitung | 1 | |
| I. | Wissenstransfer | 3 |
| I.1 | Begriffsabgrenzungen | 3 |
| I.1.1 | Wissenstransfer | 3 |
| I.1.2 | Kooperation | 6 |
| I.2 | Geschichte des Wissenstransfers | 8 |
| I.2.1 | Historischer und Moderner Wissenstransfer | 8 |
| I.2.2 | Wissenstransfer in Deutschland | 9 |
| I.2.3 | Wissenstransfer in den USA | 12 |
| I.3 | Arten, Typen und Programme des Wissenstransfers | 14 |
| I.3.1 | Arten und Typen des Wissenstransfers | 14 |
| I.3.2 | Programme des Wissenstransfers | 15 |
| I.3.3 | Innovation als Prozess | 19 |
| I.4 | Institutionen der Forschung | 20 |
| I.5 | Finanzierung und rechtliche Aspekte | 21 |
| I.5.1 | Finanzierung | 21 |
| I.5.2 | Patente | 23 |
| I.6 | Rahmenbedingungen und Voraussetzungen | 25 |
| I.6.1 | Bedeutung des Wissenstransfers für die Region | 28 |
| I.7 | Probleme bzw. Barrieren der Initiierung und Durchführung von Wissenstransfer | 31 |
| I.8 | Transferstellen | 34 |
| I.8.1 | Aufgaben und Tätigkeitsspektrum der universitären Transferstellen | 36 |
| I.8.2 | Angebots- und nachfrageorientierte Transferstellen | 37 |
| I.9 | Intensivierung einer gelingenden Kooperation | 39 |
| I.9.1 | Verstärkung des Informationsaustausches | 39 |
| I.9.2 | Pflege persönlicher Kontakte | 40 |
| I.9.3 | Nachwuchsförderung | 41 |
| I.9.4 | Akzeptanzsteigerung auf Seiten der Unternehmen | 41 |
| I.9.5 | Vorschläge aus dem Umfeld der Universitäten | 42 |
| I.10 | Kleine und mittlere Unternehmen | 44 |
| I.11 | Rolle der sozialwissenschaftlichen Inhalte im Wissenstransfer | 45 |
| I.12 | Hypothesen | 47 |
| II. | Studien zum Wissenstransfer der Universität Koblenz-Landau, Campus Landau und der regionalen Wirtschaft | 48 |
| II.1 | Studie 1, qualitative Vorstudie: Interviews mit Entscheidungsträgern der Wirtschaft, Verwaltung und Universität | 48 |
| II.1.1 | Methodisches Vorgehen | 48 |
| II.1.2 | Datenerhebung | 49 |
| II.1.3 | Ergebnisse | 50 |
| II.2 | Studie 2: Teil-standardisierte Befragung von Unternehmen in den Landkreisen Germersheim und Südliche Weinstraße sowie der Stadt Landau | 64 |
| II.2.1 | Methodisches Vorgehen | 64 |
| II.2.2 | Datenerhebung | 66 |
| II.2.3 | Darstellung und Auswertung der gewonnenen Ergebnisse | 69 |
| II.3 | Diskussion | 103 |
| II.3.1 | Methodische Diskussion | 103 |
| II.3.2 | Theoretische Diskussion | 107 |
| II.4 | Ausblick | 110 |
| II.4.1 | Bedeutung der Arbeit für die Region und die Universität | 110 |
| II.4.2 | zukünftige Forschung | 112 |
| Literaturverzeichnis | 113 |
Nutzen und Interessen der Firmen bezüglich der Angebote der Uni in Landau Es besteht Bedarf, was sich an bereits stattgefundenen Projekten mit dem Institut des Prof. Dr. Müller gezeigt hat. (Zusammenarbeit mit der Sparkasse und der Polizei). Stellenwert der Soft skills Sympathie und Antipathie spielen eine große Rolle. Für Führungskräfte ist es notwendig, über Wissen zu verfügen, dass ihnen hilft, ihre Teams optimal zusammen zu führen, Konflikte zu erkennen und zu beheben. Die fachlichen Fähigkeiten der Mitarbeiter sind oft ausgereizt; also gilt es deren Motivation zu fordern und zu fördern. Gebraucht werden Soft skills überall dort, wo Führung notwendig ist, also ab einer Gruppengröße müssen. Worauf könnte die bisher eher geringere Kooperation zurückzuführen sein? Die Kenntnis über die Möglichkeiten, was die Universität so leisten kann war lange nicht gegeben, ein Vortrag beim Jahrestreffen der Freunde der Universität hat erste Einblicke gegeben. Die EWH ist in den Köpfen und um diese Vorstellung aufzubrechen ist viel Arbeit notwendig. Die Unternehmen haben einfach keine Kenntnis davon, also muss die Universität ihr Marketing intensivieren. Dazu gehört es auch solche Vorurteile abzubauen wie z. B. Wenn man mit einer Uni zusammenarbeitet, muss viel Zeit investiert werden. Zeitkritische Projekte werden also lieber mit einer Unternehmensberatung durchgeführt, bei denen kann man Termine festsetzen, die nur per Vertragsstrafe übertreten werden dürfen. Man traut der Universität weniger Erfahrung, etwa in Vertrags- oder Steuerrecht zu, und befürchtet eine träge Infrastruktur. Positiv wird die Projektgruppe der kooperationsfreudigen Professoren und Dozenten, die sich jetzt gegründet hat, goutiert. Diese sollte allerdings nicht von Mainz aus sondern hier vor Ort von einer Persönlichkeit koordiniert werden, die allen bekannt ist, sozusagen „ein Gesicht“ in der Region bekommt. von drei Personen, oder wo mit Kunden gearbeitet wird, Beschwerdemanagement gebraucht oder Reklamationen etc. angenommen werden [...]
II.1.3.6 MBB - Mittelstandsberatung Nutzen und Interessen der Firmen bezüglich der Angebote der Universität in Landau Das, was die Uni anbieten kann, ist ja gut und schön, nur wird das in dem Rahmen von den Unternehmen nicht gebraucht. Folgende Begründung: Die regionale Wirtschaftstruktur im Landkreis ist so, dass die meisten Unternehmen kleine und mittelständische Unternehmen sind, vor allem in der Mitarbeiterstärke von drei - fünf Mitarbeitern. Das heißt nicht, dass die das nicht interessiert, sondern man müsste das Angebot darauf „herunterbrechen“, konkretisieren bis ins letzte Detail. Nutzen und Interessen der Firmen bezüglich der Angebote der Universität in Landau In Handwerksbetrieben sollte noch mehr der Focus auf die Ausbildung, Menschenführung, Kundenzufriedenheit gelegt werden, und da kann die Universität gut ansetzen. Die Soft skills nehmen da einen hohen Stellenwert ein, Weiterbildung kann aber auch als Incentives genutzt werden, bei denen den Mitarbeitern die Möglichkeit gegeben wird, mal eine Auszeit vom Arbeitsalltag zu nehmen und in einem schönen Hotel bei interessanten Bildungsinhalten eine angenehme Zeit zu verbringen. Öffnung der Universität in Richtung Unternehmen als wirtschaftsfördernde Komponente? Die Universität vor Ort ist ein Aushängeschild für Landau. Worauf könnte die bisher eher geringere Kooperation zurückzuführen sein? Es bedarf eines besseren Vorstellens weiterer Kompetenzen, unabhängig von Kernkompetenzen der Universität und zwar kundenorientierter, bodenständischer eben auf die regionale Wirtschaft zugeschnitten. Darüber hinaus bedarf es mehr Informationsarbeit: Flyer streuen, Imagekampagne im Heft der IHK: Ganz nach dem Motto: „Tue Gutes und rede darüber“. Es könnten Prognosen erstellt werden (Trendforschung) für den Absatz bestimmter Produkte in den nächsten 10 - 20 Jahren, an denen sich die Unternehmen orientieren können, damit sie weitere Nischen finden, besetzen und Produkte anbieten können. [...]
Es ist zu begrüßen, wenn die Universität Angebote macht, die dann auch von den Unternehmen genutzt werden. Heute geht es nicht mehr nur um fachliche Qualifikationen, diese werden ohnehin insbesondere bei hochqualifizierten Arbeitsplätzen vorausgesetzt. Dahingegen nehmen Soft skills einen immer wichtigeren Stellenwert ein. Sind sie nicht vorhanden, kann es schnell auf allen Etagen zu nicht optimalen und kontraproduktiven Situationen führen: Jeder Geselle muss doch z. B. Azubis ausbilden. Kooperation als wirtschaftsfördernde Komponente Faktische Wirtschaftsförderung ist in Ansätzen für den Landkreis gegeben, wenn sich dieser Universitätscampus um Kontakte zur Wirtschaft bemüht. Ein Landkreis ist an gut funktionierenden Firmen in seinem Gebiet interessiert, nicht nur wegen der Gewerbesteuer, sondern vor allem wegen der Arbeitsplätze. Gerade bei einem Flächenlandkreis wie dem der Südlichen Weinstraße ist es natürlich nicht so einfach größere Firmen anzuwerben, wie es in entsprechenden Ballungsräumen, wie z. B. dem Rhein – Neckar - Gebiet der Fall ist. Politisch ist eine verstärkte Kooperation sehr interessant! Für die Ansiedlung sind aber auch die weichen Faktoren als Anreiz zu erwähnen: das kulturelle Umfeld einer Universität, die Absolventen, Praktikanten, Diplomarbeiten. Worauf könnte die bisher eher geringere Kooperation zurückzuführen sein? Positiv formuliert: Es kann nur unterstützt werden, dass sich die Universität öffnen möchte, um Praxisbezug herzustellen und mit Firmen in Kontakt zu kommen. Förderlich wäre es sicherlich, noch festeren Kontakt herzustellen z. B. zu den Industrie - und Handelskammern, dadurch wird ein engerer Kontakt zwischen Wirtschaft und Uni geknüpft. Durch diese Verzahnung wissen die Unternehmen mehr von eventuellen Angeboten und können dadurch bei bestimmten Problemen eher nachfragen. Das alles sollte von einer intensiven Öffentlichkeitsarbeit begleitet werden, die die Erfolge und Projekte in den Focus der öffentlichen Aufmerksamkeit stellt. [...]
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http://www.diplom.de/ean/9783832465605
Arbeit zitieren:
Schwarz, Annekatrin Dezember 2002: Weiterbildungsbedarf von mittelständischen Unternehmen in der Region Südliche Weinstraße und Landau gegenüber dem Weiterbildungsangebot der Universität Koblenz-Landau, Campus Landau, Hamburg: Diplomica Verlag
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regionale Wirtschaft, Soft Skills, Unternehmensberatung, Betriebspädagogik, Arbeits-Betriebs-Organisationspsychologie



