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Weintourismus in der Western Cape Provinz

Weintourismus in der Western Cape Provinz
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Carsten Simon
  • Abgabedatum: Oktober 2009
  • Umfang: 123 Seiten
  • Dateigröße: 988,1 KB
  • Note: 2,3
  • Institution / Hochschule: Universität Trier Deutschland
  • Bibliografie: ca. 80
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-4140-1
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Simon, Carsten Oktober 2009: Weintourismus in der Western Cape Provinz, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Weintourismus, Südafrika, Weinstraße, Winzer, Weinanbau

Diplomarbeit von Carsten Simon

Problemstellung:

Schon in der Antike und bei den Römern hatte der Wein eine kulturelle Dimension. Ganz so alt sind die Weinbauregionen Südafrikas nicht, jedoch blickt die Weinlandschaft auf eine 350 jährige Geschichte zurück. Diese Tatsache macht sie zu der ältesten Weinland der der ‘Neuen Welt’. Mit den naturräumlichen Besonderheiten stellt der Weintourismus in Südafrika einen wichtigen Bestandteil der Tourismusindustrie dar. In den Weinbauregionen herrscht traditionell eine enge Verbindung zwischen Wein und Tourismus. Den ohne Touristen wäre der Winzer um so manche Einnahme durch die Direktvermarktung ärmer. Auf der anderen Seite stellt die Weinlandschaft für die Tourismusindustrie eine unverwechselbare Kulisse dar und kann die Hauptmotivation eines Touristen für den Besuch darstellen. Deshalb bieten sich Weinregionen besonders als Reiseziele an. Da der Weintourismus sich in den letzten Jahren stark verändert hat, gilt es die unterschiedlichen Typen der Weintouristen und die Arten des Weintourismus zu untersuchen. Diese Aufgabe kommt den am Weintourismus beteiligten Leistungsträgern zu. Dem Trend nach Kurzreisen, die erhöhte Nachfrage nach Genuss und Erholung, all diesen Determinanten gilt es gerecht zu werden. Der Weintourismus in Südafrika spielt sich fast ausschließlich in der Western Cape Provinz ab. Dort in der Region sieht er sich einer starken touristischen Konkurrenz in Form von Städte-, Kultur-und Geschäftstourismus gegenüber.

Die folgende Arbeit versucht die Entwicklung des Weintourismus in Südafrika wissenschaftlich darzustellen, die heutige Situation zu schildern und schlussendlich noch Handlungsempfehlungen und Anregungen zu geben, um die Stellung des Weintourismus in der Western Cape Provinz zu verbessern und langfristig eine zukunftsorientierte Tourismusart zu werden.

In diesem Zusammenhang sollen folgende Fragen geklärt werden:

Ist der Weintourismus in der Wester Cape Provinz zukunftsfähig?

Wenn ja, welche Zielgruppen soll der südafrikanische Wein in Zukunft ansprechen?

Welche weintouristischen Angebote sollen zukünftig zum Thema Wein entwickelt werden?

Gang der Untersuchung:

Im Kapitel 2 erfolgt zunächst eine Beschreibung über den Tourismusmarkt in Südafrika. Zu diesem Zweck wird die Nachfrage- und Angebotsseite untersucht. Anschließend folgt eine Darstellung der Weinwirtschaft in Südafrika, von den geschichtlichen und klimatischen Ursprüngen über eine Beschreibung der heutigen Anbaugebiete sowie dem binnenländischen Weinkonsum und der Stellung Südafrikas als Weinexportland.

Bevor das Kapitel mit eine Übersicht des Gastro- und Weintourismus fortfährt, wird zuerst noch der Tourismus im ländlichen Raum beleuchtet. Danach erfolgt eine Typisierung der unterschiedlichen Formen des Gastrotourismus, bevor sich die Arbeit dem Weintourismus widmet. Nach der Klärung der Weintourismusdefinition setzt die Arbeit bei der historischen Entwicklung und der heutigen Bedeutung des Weintourismus an. Anschließend wird die Verbindung von Wein und Tourismus thematisiert. Die allgemeine weintouristische Nachfrage und das allgemeine weintouristische Angebot werden dargestellt, um mit den daraus erzielten Erkenntnissen das weintouristischen Angebot und die (potenzielle) weintouristische Nachfrage der WCP aufzustellen. Das Kapitel schließt mit zwei für die südafrikanische Weinwirtschaft eminent wichtigen Programmen, den Exkursen zu ‘Biodiversity & Wine Initiative’ und dem Beschäftigungsprogramm der Regierung ‘Black Economic Empowerment’.

Kapitel 3 hat die Auswertung der qualitativen Expertenbefragung und der quantitativen Online-Besucherbefragung zum Gegenstand. Anhand der Ergebnisse werden dann im Kapitel 4 Entwicklungspotenziale und Handlungsempfehlungen für die WCP aufgestellt. Diese Potenziale und Empfehlungen berufen sich auf einer Stärken – Schwächen- und einer Chancen- Risiken- Analyse. Mit den aufgezeigten Stärken und Schwächen und den daraus resultierenden Chancen und Risiken sollen sowohl die Vorzüge, die Defizite aber auch die Chancen und die Risiken im Hinblick auf die Zukunftsperspektiven der WCP formuliert werden. In Kapitel 5 umfasst eine Zusammenfassung die gesammelten Ergebnisse und bei der Schlussbetrachtung wird noch eine Tendenz für die Provinz aufgezeigt.

Inhaltsverzeichnis:

Danksagung II
Inhaltsverzeichnis III
Abkürzungsverzeichnis VI
Abbildungsverzeichnis VIII
Tabellenverzeichnis X
1 Einleitung 1
1.1 PROBLEMSTELLUNG UND ZIELSETZUNG 1
1.2 AUFBAU DER ARBEIT UND METHODISCHE VORGEHENSWEISE 2
2. Der Tourismusmarkt und die Weinwirtschaft in Südafrika 26
2.1 DER SÜDAFRIKANISCHE TOURISMUSMARKT 26
2.1.1 Die touristische Nachfrage Südafrikas 26
2.1.2 Das touristische Angebot Südafrikas 29
2.2 WEINWIRTSCHAFT IN SÜDAFRIKA 31
2.2.1 Geschichte des Weines 31
2.2.2 Klima und Böden 34
2.2.3 Die Anbaugebiete im Überblick 35
2.2.4 Weinkonsum in Südafrika 41
2.2.5 Absatzmärkte für die südafrikanische Weinwirtschaft 42
2.3 TOURISMUS IM LÄNDLICHEN RAUM 44
2.4 GASTRO- UND WEINTOURISMUS 46
2.4.1 Definition 46
2.4.2 Typologie von Gastro- und Weintourismus 47
2.5 WEINTOURISMUS 48
2.5.1 Was ist Weintourismus? 48
2.5.2 Ist Weintourismus ein neuer Trend? 50
2.5.2.1 Historischer Überblick 50
2.5.2.2 Weintourismus heute 50
2.6 SYNERGIEN VON WEIN UND TOURISMUS 52
2.6.1 Das weintouristische Angebot 54
2.6.1.1 Das ursprüngliche Angebot einer Weinregion 57
2.6.1.2 Das abgeleitete Angebot einer Weinregion 60
2.6.2 Die weintouristische Nachfrage 64
2.7 DIE WEINTOURISTISCHE ANGEBOTS- UND NACHFRAGESEITE DER WCP 66
2.7.1 Das weintouristische Angebot der WCP 66
2.7.2 Die (potenzielle) weintouristische Nachfrage der WCP 74
2.8 EXKURS ‘BIODIVERSITY & WINE INITIATIVE’ (BWI) 77
2.9 EXKURS ‘BLACK ECONOMIC EMPOWERMENT’ (BEE) 79
3. Auswertung der qualitativen und quantitativen Analyse 60
3.1 EINLEITUNG 60
3.2 AUSWERTUNG 62
4. Entwicklungspotenziale und Handlungsempfehlungen für den Weintourismus in Südafrika 72
4.1 EINLEITUNG 72
4.2 STÄRKEN – SCHWÄCHEN – ANALYSE 72
4.2.1 Stärken des weintouristischen Angebots 73
4.2.2 Schwächen des weintouristischen Angebotes 75
4.3 CHANCEN – RISIKEN – ANALYSE 77
4.3.1 Chancen des weintouristischen Angebotes 77
4.3.2 Gefahren für das weintouristischen Angebotes 78
4.4 HANDLUNGSEMPFEHLUNGEN 80
4.4.1 Strategische Handlungsempfehlungen 80
4.4.2 Operative Handlungsempfehlungen 83
5. Schlussbemerkung 86
Anhang XI
Anhang A: Fragebogen der qualitativen Erhebung
Anhang B: Fragebogen zur quantitativen Erhebung XIV
Anhang C: Darstellung der Ergebnisse der quantitativen Erhebung XXI
Literaturverzeichnis XXXI

Textprobe:

Kapitel 2.6.1.1, Das ursprüngliche Angebot einer Weinregion:

Zum ursprünglichen Angebot einer Destination gehören neben den vorhanden natürlichen Faktoren auch das durch den Menschen geschaffene sozio-kulturelle Angebot sowie die allgemeine Infrastruktur.

Das naturräumliche Angebot einer Weinkulturlandschaft bildet die Grundlage, auf deren alle daraus entstehenden Produkte und Angebote beruhen. Auch das Klima stellt eine wichtige Voraussetzung für die Vielfalt des weinspezifischen Angebotes dar. Die Vielfalt der Böden in einer Weinregion komplettiert das natürliche Angebot.

Das sozio-kulturelle Angebot spielt sich rund um das Hauptprodukt des Weintourismus, den Wein selbst ab. Mit der Weinlandschaft, in der er gedeiht, bildet er die bedeutsamste Komponente im Weintourismus. Erst durch das Vorhandensein von Wein wird eine Weinregion wichtig für den Weintourismus, auch wenn nach einigen Autoren der Weintourismus laut Definition auch außerhalb der Weinregionen stattfindet.

Mit dem Vorhandensein der allgemeinen Infrastruktur, das einen erheblichen Einfluss auf die Art und den Umfang des Tourismus hat, wird das ursprüngliche Angebot abgerundet.

Weinlandschaft:

Die historisch-kulturell gewachsene natürliche Kulisse einer Weinlandschaft stellt für den Weintourismus ein unverzichtbares Angebotselement dar.

‘Wie keine andere Bodennutzungsform […] übt der Weinbau […] tiefgreifende und geradezu prägende Einflüsse auf die Wesensart der Menschen, die Siedlungen und die Wirtschaft aus’.

Die traditionelle Weinberglandschaft weist trotz einer einheitlichen weinwirtschaftlichen Nutzung ein hohes Maß an Vielfältigkeit auf. Neben Stütz-, Terrassen – und Grenzmauern prägen vor allem Gebüsche, Bäume und Gebirge das ständig wechselnde Bild der Weingebiete. Die Charakteristik des Weinbaus im Landschaftsbild zeigt sich auch in dem prägenden Eindruck, der auch noch nach der Aufgabe des Weinbaus in einer Region herrschen würde. Bezüglich de Eignung des Weingebietes als Erholungslandschaft gehen die Meinungen in der Literatur auseinander. LINK sprach von der ‘großartigsten aller Kulturlandschaften'. BENTS Befragungsdaten sprechen der Weinlandschaft jegliche Anziehungskraft als Erholungslandschaft ab. TRENT, EDER und OETTINGER sehen im Landschaftsbild der Weingebiete einen geeigneten Bestandteil des touristischen Potenziale. Bei der Auswertung der quantitativen Analyse des Untersuchungsgebietes in Kapitel 3.2 wird die Bedeutung der Weinbergslandschaft als Besuchsmotiv noch einmal verdeutlicht.

Wein:

Der Wein stellt den wichtigsten Bestandteil des weintouristischen Angebotes dar. Denn sein Vorkommen macht aus einer Region erst eine Weinbauregion. Denn erst in einer solchen Region kann man dann von Weintourismus sprechen, obgleich jeder Besucher das Motiv eines Weintouristen bei seinem Besuch verfolgt oder auch nicht. Neben seiner Eigenschaft ein weintouristisches Angebot überhaupt erst zu ermöglichen, hat der Wein auch eine besondere Eignung für den Direktvertrieb. Durch den Tourismus kann die Direktvermarktung von agrarwirtschaftlichen Produkten vereinfacht werden. Durch Veranstaltungen wie etwa einer Weinprobe kann der Direktvertrieb gefördert werden.

Auch bei diesem wichtigen Angebotsfaktor zeigt die quantitative Analyse später die Attraktivität des Weines bei dem Besuch einer Weinregion aus der Sicht des Konsumenten.

Weinorte:

Weinbau hatte schon seit seinen Anfängen besondere siedlungserzeugende Wirkungen. Begründet ist dies auf der Tatsache, dass Weinbau ein sehr arbeitsintensives Gebiet ist und eine Vielzahl von einzelnen immer wiederkehrenden Arbeitsschritten erfordert. Auch die Tatsache, dass der Weinbau zum größten Teil in Handarbeit geschieht verlangt ein hohes Personalaufkommen und wirkt sich damit positiv auf die Bevölkerungsdichte der jeweiligen Weinregion aus. Damit hat der Weinbau auch mit der Herausbildung der Weinorte einen weiteren potenziellen Faktor in der Verbindung mit dem Tourismus herausgebildet. Noch heute kennzeichnet eine enge Bebauung die historischen Bereiche eins Weinortes. Jedoch hat sich durch Suburbanisierungsprozesse das Siedlungsbild stark verändert und so sind viele Weinorte flächenmäßig sehr stark angewachsen. Das Ortsbild eines Weinortes ist bei dem Motiv eines Besuches von untergeordneter Relevanz, wird jedoch im Unterbewusstsein sehr wohl wahrgenommen und bewertet.

Weinfeste:

Weinfeste bilden einen wesentlichen Bestandteil des weinspezifischen Angebotes einer Region. Die räumliche Anziehungskraft von Weinfesten hat teilweise eine beachtliche Dimension zur Folge. Faktoren wie Bekanntheitsgrad, Verkehrsanbindung, saisonale und witterungsbedingte Einflüsse, aber auch das Vorhandensein von einer einzigartigen Atmosphäre entscheiden über die Besucherzahl einer solchen Veranstaltung.

Laut HOFFMANN darf die Wirkung eines solchen Weinfestes nicht unterschätzt werden. Der Bekanntheitsgrad eines Weinortes/Weingebietes und die entstehende Werbung verbunden mit der Erhöhung des Absatzes durch den Weinverkauf können infolge dessen steigen. Nach MÜSSIG sind Weinfeste eine gute Gelegenheit zur Selbstdarstellung und zum Betreiben von Imagepflege.

Arbeit zitieren:
Simon, Carsten Oktober 2009: Weintourismus in der Western Cape Provinz, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Weintourismus, Südafrika, Weinstraße, Winzer, Weinanbau

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