Bachelor + Master Publishing
811 Bachelorarbeiten, 533 Masterarbeiten, 10.103 Diplomarbeiten

Neue Wege im privaten und öffentlich-rechtlichen Hörfunk - Analyse und Zukunftprognosen

Zukunft der Mediengesellschaft: Hörfunksender als medienpädagogisches und medienpolitisches Handlungs- und Arbeitsfeld

Neue Wege im privaten und öffentlich-rechtlichen Hörfunk - Analyse und Zukunftprognosen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Michael Wasian
  • Abgabedatum: Juli 2002
  • Umfang: 131 Seiten
  • Dateigröße: 3,4 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Universität Bielefeld Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-5977-2
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-5977-2 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-5977-2 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Wasian, Michael Juli 2002: Neue Wege im privaten und öffentlich-rechtlichen Hörfunk - Analyse und Zukunftprognosen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Radio, Moderator, Moderation, Medien, Medienpädagogik

Diplomarbeit von Michael Wasian

Einleitung:

Radiosender die ein quotenmäßig erfolgreiches Programm anbieten, klingen bis auf einzelne Unterschiede fast alle gleich. Sie richten sich auf ein bis zwei identische Zielgruppen aus und nutzen das gleiche Musikformat. „Serviceorientierte Musikwellen“ werden diese Sender genannt und sind mit Abstand die Marktführer in den jährlichen Erhebungen der Einschaltquoten. Initiiert wurde diese Entwicklung von den privaten Anbietern. Auf diesen lukrativen Zug sind die öffentlich-rechtlichen Anstalten aufgesprungen und haben im Kampf um absolute Hörerzahlen sowie Marktanteile vergleichbare Sender ins Rennen geschickt bzw. vorhandene Wellen entsprechend umformatiert und damit an private Erfolgsrezepte angepasst.

Das dieses Kräftemessen mit dem Privatfunk jedoch unter ungleichen Wettbewerbsvoraussetzungen stattfindet, wird im Laufe dieser Arbeit erläutert und in Frage gestellt. Basierend auf einem kurzen Abriss über den Entstehungsprozess und die Ist-Situation des dualen Hörfunksystems in der Bundesrepublik Deutschland wird ein Vergleich zwischen einem öffentlich-rechtlichen und einem Privatsender vorgenommen. Daher stehen die in dieser Arbeit untersuchten Sender stellvertretend und allgemeingültig für die gesamte deutsche Radiolandschaft, wenn es um die Beschreibung der Wettbewerbssituation unter erfolgreichen Sendern geht.

Gang der Untersuchung:

Sachkundig und anschaulich wird der Autor, selbst erfahrener Radiomacher beschreiben, wie durch die Zulassung privater Anbieter das traditionelle Gefüge der öffentlich-rechtlichen Programm aufbrach, wie sich der Hörfunkmarkt veränderte und wohin sich der Weg des Hörfunks im neuen Jahrtausend entwickelt.

Es werden Gründe aufgezeigt, die belegen warum Privatanbieter den öffentlich-rechtlichen Hörfunksendern scheinbar häufig der Zeit voraus sind, über ein ausgeprägteres Know-how verfügen und ihre Erfolgsformate die öffentlich-rechtlichen Anbieter zur Nachahmung anregen. Detailliert wird im Verlauf dieser Arbeit darauf eingegangen, welchen Konzepten, Angeboten und Methoden sich die Privatanbieter bedienen.

Intensiv werden das Qualitätmanagement sowie die Aufgaben und Bedeutungen der für den Programmerfolg einer serviceorientierten Musikwelle wichtigsten Bestandteile „Musikformat“ und „Moderation“ betrachtet. Dieser Abschnitt wird durch persönliche Erfahrungen des Autors ergänzt. Der Autor ist seit 1994 als Moderator, Redakteur und On-Air Designer im Rundfunk tätig. Seine in den Ausführungen dargestellten verschiedenen beruflichen Erfahrungen sollen gleichzeitig Basis für Kontoversen sein, aber auch einen Einblick in eine Radiostation darstellen sowie Handlungsfelder für Medienpädagogen aufzeigen.

Nach der Schilderung der Ist-Situation soll darauf aufbauend anhand folgender Fragestellungen eine Zukunftsprognose erstellt werden: Wie kann die Entwicklung sowohl im öffentlich – rechtlichen, als auch im privaten Hörfunk weiter gehen? Werden die hinzugekommenen technischen Neuerungen das Verhalten der Hörerinnen und Hörer beeinflussen? Lassen zurückliegende Entwicklungen im Fernsehmarkt Rückschlüsse auf den Hörfunk der Zukunft zu?

Abgeschlossen werden die Ausführungen des Autors durch Interviews und Zukunftsprognosen mit Programmdirektoren, Hörfunkredakteuren, Sendeplanern und Formatdesignern. Diese bieten ergänzende Anregungen für weiterführende medienpolitische und -pädagogische Diskussionen.

Die in der Studie erwähnte CD ist nicht im Lieferumfang enthalten, da sie für das Verständnis der Studie nicht notwendig ist.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1
1.1 Problemstellung 1
1.2 Gang der Arbeit 2
2. Der Weg zum dualen Rundfunksystem des Jahres 2002 3
2.1 Privater Hörfunk als Konkurrenz zu öffentlich-rechtlichen Sendern 5
2.2 Reaktion des öffentlich-rechtlichen Rundfunks auf private Mitbewerber 6
2.3 Wettbewerbsvorteile des öffentlich-rechtlichen Hörfunks 7
3. Exemplarische Betrachtung der Wettbewerbssituation im Radiomarkt Sachsen-Anhalt 9
3.1 Öffentlich-rechtlicher Hörfunk in Sachsen-Anhalt am Beispiel von mdr JUMP 11
3.1.1 Programmbeschreibung 11
3.1.2 Sendeschema 12
3.1.3 Musikformat/Wortanteil 13
3.1.4 Personalstruktur 13
3.1.5 Off-Air Promotion 14
3.2 Privater Hörfunk in Sachsen-Anhalt am Beispiel von Radio SAW 14
3.2.1 Programmbeschreibung 15
3.2.2 Sendeschema 15
3.2.3 Musikformat/Wortanteil 17
3.2.4 Personalstruktur 18
3.2.5 Off-Air Promotion 19
4. Zusammenfassender Vergleich der Rahmenbedingungen beider Anbieter hinsichtlich Programmstruktur, Humankapital, Budget und gesetzlichem Auftrag 19
4.1 Gemeinsame Zielsetzungen - Übereinstimmungen im Programm 20
4.2 Differenzen beim Humankapital 22
4.3 Differenzen in der finanziellen Wettbewerbsausgangssituation 23
4.4 On-Air Differenzen 24
5. Absicht und Wirkung: Interaktion, Rollenverteilung undHörerbindung 26
5.1 Kontrolle der Zielereichung – Mediaanalyse und Researches 27
5.2 Hörerfeedback 28
5.3 Fan-Clubs und Hörercommunities 30
5.4 Kritik als Chance der Qualitätsoptimierung für Station und Moderator 32
6. Analyse der Veränderung – Ausgangssituation und Maßnahmen 32
6.1 Gründe notwendiger Reformen 34
6.2 Erste Maßnahmen der Neuorientierung 35
6.3 Der Eintritt der Privatsender in den deutschen Radiomarkt 35
6.4 Anpassung der öffentlich-rechtlichen Hörfunksender an externe Erfolgsformate 37
6.4.1 Moderation in serviceorientierten Musikbegleitprogrammen als Bindeglied zwischen Sender und Empfänger 39
6.4.1.1 Selbstverständnis der Moderatoren 40
6.4.1.2 Aufgaben der Moderatoren 43
6.4.1.3 Werkzeug der Moderation 44
6.4.1.4 Risikopotentiale für Moderatoren 45
6.4.2 Musik als Mittel der Positionierung 48
6.4.2.1 DOM-Format 49
6.4.2.2 AC-Format 50
6.4.2.3 EHR/CHR-Format 50
6.4.3 Bindung an definierte Musikformate – Stellenwert, Zielsetzungen und unterstützende Maßnahmen 51
6.5 Restriktionen innerhalb der Reformen 53
7. Zusammenfassung der Diskussion hinsichtlich divergenter finanzieller Wettbewerbsbedingungen und inhaltlicher Programmdifferenzen 54
8. Zukunftsprognose 61
8.1 Der TV-Markt als Wegweiser für den Hörfunk ? 61
8.2 Zukunftschancen hinsichtlich der Multiplizierung von Hörfunkangeboten und Übertragbarkeit der Entwicklungen aus dem TV-Bereich 63
8.3 Technische Innovationen als Basis fürProgrammveränderungen 67
8.4 Mögliche Akzeptanz von Multimediaanwendungen im klassischen Rundfunk 69
8.5 Medienpolitische Richtungsweisungen hinsichtlich zu ändernder Programminhalte der Hörfunksender – Reaktionen und Diskussion 70
8.6 Forderungen an die Medienpolitik zur Überprüfung der finanziellen Rahmenbedingungen innerhalb des dualen Rundfunksystems 78
8.7 Diskussion über den Ist-Zustand des ARD-Finanzierungsrahmens 79
8.8 Zukunftsprognosen hinsichtlich des Hörerverhaltens 82
9. Fazit 84
Anhang – Ausblick aus Expertensicht 86
Literaturverzeichnis 111
Abbildungsverzeichnis 120
Tabellenverzeichnis 122
Verzeichnis der CD-Anlage 123
Erklärung 124

Automatisiert erstellter Textauszug:

macht natürlich nur einen Teil eines erfolgreichen Radioprogramms aus. Trotzdem bleiben die Moderatoren das Aushängeschild eines Senders und machen die Welle unverwechselbar, denn „den Musikmix, die Verpackung, das Themenangebot etwa können Konkurrenzprodukte kopieren [...] Moderatoren und ihre Stimme, ihre Ausstrahlung und ihre Persönlichkeit jedoch sind (noch) nicht zu klonen [...] Gute Moderatoren machen Programme also von anderen unterscheidbar“ 41. Dieses macht eine weitere Anforderung deutlich: Der Moderator präsentiert in seinem Namen Programmelemente, die er aber größtenteils überhaupt nicht produziert, aber trotzdem nach außen hin zu vertreten hat. Und genau hier liegt die Herausforderung an jeden Moderator, denn er stellt das primäre Bindeglied zwischen Hörer und Programmelementen der Radiostation dar. „Moderatoren gehören somit zu den wichtigsten Merkmalen eines Programms, die seine Akzeptanz beeinflussen“ 42 . Dabei steht die Intention im Vordergrund, dass der Hörer so lange wie möglich „dran“ bleiben muss. Denn so nett und freundlich eine Radiostation vielleicht auch in der Aussage nach draußen ist; letztendlich sind die primären Ziele der privaten und meisten öffentlich-rechtlichen Hörfunkprogramme, hohe Einschaltquoten zu erreichen, basierend darauf viel Werbezeit möglichst teuer zu verkaufen und damit das Unternehmen „Radiosender“ gewinnmaximiert zu führen. [...]

Den Stimmen eines Senders kommt eine große Bedeutung zu. „Ein Radiosender, der nicht zumindest über einige Profi-Moderatoren verfügt und ein durchdachtes Musikprogramm präsentiert, wird gegen die übermächtige Konkurrenz der zahlreichen Radiosender keine Chance haben – egal wie großartig seine lokale Berichterstattung ist“37. „Warst Du im Radio, dann gehörte Dir die Welt. Männer machten Dir Platz, schöne Frauen lächelten Dich an. Alle Türe öffneten sich für Dich, und während Du hindurchgingst, hörtest Du die Leute Deinen Namen flüstern“38, so beschreibt es der Autor Garrison Keillor in einem Roman. Doch die Zeiten, in denen eine Funktion im Hörfunk gleichbedeutend mit einer gehobenen gesellschaftlichen Stellung ist, sind schon lange vorbei. Heutzutage ist das „Radiomachen“, insbesondere die Tätigkeit des Moderators, ein Handwerk, wie fast jedes andere auch. Allerdings bedarf es nicht ausschließlich das Erlernen und Umsetzen von Fertigkeiten, sondern verlangt auch eine begrenzte Preisgabe individueller Persönlichkeit. Die Individualität des Moderators in Verbindung mit technischem Know-how und notwendigen Qualifikationen in den Bereichen Sprache, Wissen und bestimmen die Wirkung des Produktes >>Radio<<: „Die Art der Moderation, Auftreten und Sprachgewandtheit der Moderatorinnen und Moderatoren sind wesentliche Charakteristika, die ein Hörfunkprogramm prägen“39. Gefragt sind die Menschen vorm Mikrofon, „die nicht nur zu reden vermögen, sondern Sprache wirklich beherrschen“40. Der Moderator [...]

Als „morning-show“ bezeichnet man eine Sendung (meist zwischen 5 und 9 Uhr), die sich durch einen sehr dynamischen Programmfluss kennzeichnet. Eine schnelle Abfolge der Service, Wort-und Musikelemente bestimmt diese Sendung. Ein weiterer Aspekt ist die Ausrichtung auf meist nur einen Moderator bzw. nur ein Team. Personality ist hierbei gewünscht, um eine intensive Bindung der Hörerinnen und Hörer an das Programm, sowie deren Identifikation mit dem Moderator zu erzielen. „morning-shows“ tragen deshalb auch häufig direkt den Namen des Moderators, um seine Person noch mehr in den Vordergrund zu stellen und ihn bekannter zu machen, z.B. „Angerstein und Co. – Die Antenne MorningShow“. Marc Angerstein auf HitRadio Antenne-Sachsen-Anhalt. 36 Widlok 1994, S. 252 [...]

Arbeit zitieren:
Wasian, Michael Juli 2002: Neue Wege im privaten und öffentlich-rechtlichen Hörfunk - Analyse und Zukunftprognosen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Radio, Moderator, Moderation, Medien, Medienpädagogik

Entdecken Sie mehr zum Thema

diplom.de
Bachelor + Master Publishing

Hermannstal 119 k
22119 Hamburg

Fon: +49 (0) 40 655992-0
Fax: +49 (0) 40 655992-22

Service-Telefon

Rufen Sie uns an:
+49 (0) 40 655992-0

Mo-Fr
09.00-16.00 Uhr

diplom.de in den Medien

Folgen Sie uns bei Twitter & werden Sie diplom.de-Fan bei Facebook!
Schreibtipps unserer Lektoren, Neuigkeiten aus dem Verlagsalltag und das Expertenwissen unserer Autoren als Tweet & Post!
Wir freuen uns auf Sie!

diplom.de BACHELOR + MASTER PUBLISHING

Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Magisterarbeiten, Dissertationen und andere Abschlussarbeiten aus allen Fachbereichen und Hochschulen können Sie bei uns als eBook sofort per Download beziehen oder sich auf CD oder als Buch zusenden lassen. Seit mehr als 15 Jahren ist diplom.de der seriöse, professionelle und erfolgreiche Partner für die Veröffentlichung wissenschaftlicher Abschlussarbeiten.

© Diplomica Verlag GmbH 1996-2011, AG Hamburg HRB 80293 - GF Björn Bedey, USt-IdNr.: DE214910002 - Verkehrsnummer: 12285 - Impressum
Index der Arbeiten - Index der Autoren