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Web 2.0-Technologien

Überblick, Diskussion und Vorschläge für die Verwendung im Englischunterricht

Web 2.0-Technologien
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: André Hoffmann
  • Abgabedatum: November 2009
  • Umfang: 95 Seiten
  • Dateigröße: 1,1 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Universität Leipzig Deutschland
  • Bibliografie: ca. 181
  • ISBN (eBook): 978-3-8428-2039-5
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Hoffmann, André November 2009: Web 2.0-Technologien, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: RSS, Blog, Wiki, Podcast, Soziale Netzwerke

Diplomarbeit von André Hoffmann

Einleitung:

In den letzten Jahren haben sich im Internet eine Reihe neuer Anwendungen entwickelt, die gemeinhin als Web 2.0-Technologien bezeichnet werden. Deren rasche Verbreitung führte unter anderem zu der Diskussion, ob diese Applikationen als Medien in der Bildung und insbesondere im Englischunterricht Anwendung finden sollten.

Wie Haß festhält, wird der Medienbegriff in der Englischdidaktik sehr weit gefasst. So unterscheidet man zwischen personalen Medien wie dem Lehrer und nicht-personalen Medien wie einer Wandtafel. Im Kontext dieser Arbeit sollen Medien als technische nicht-personale Medien aufgefasst werden. Insbesondere die hierzu gehörenden multimedialen Medien Computer und Internet haben immer mehr an Bedeutung für den Englischunterricht gewonnen. Beide können Informationen übermitteln, Sprechanlässe bieten sowie der Kontextualisierung von Lerninhalten dienen. Der Computer kann dabei die Rolle eines Lehrmittels zur Präsentation und Demonstration, die Rolle eines Lernmittels zur individualisierten tutoriellen Hilfe sowie die Rolle eines Arbeitsmittels als Werkzeug zur Problemlösung übernehmen. Ein weiterer Grund, der für eine Verwendung des Computers und des Internets im Englischunterricht spricht, ist die Tatsache, dass heutige Lerner in einer sich ständig wandelnden Gesellschaft aufwachsen. Sie müssten deshalb darauf vorbereitet werden, sich lebenslang weiterzubilden.

Innerhalb des letzten Jahrzehnts hat das Internet einen Wandel durchlaufen, der dieses Medium für seine Nutzer interaktiver und kommunikativer gemacht hat. Um dieser Veränderung Ausdruck zu verleihen, wurde der Begriff des Web 2.0 geprägt. Dieses ‘neue’ Internet bietet zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten im Bereich der Bildung. Die potenziell größten Auswirkungen sieht Pegrum dabei in Fächern, deren zentrale Themen die Sprache und Kommunikation sind, da das textliche Wesen dieses Mediums sowie alle dort entstehenden Beziehungen und Gemeinschaften vornehmlich durch das Mittel der Sprache ermöglicht werden. Die Veränderungen des Internets finden jedoch in den praxisorientierten Standardwerken der Fachdidaktik des Englischunterrichts keine oder nur ungenügende Berücksichtigung. Haß etwa beschränkt sich lediglich auf die Vorstellung der E-Mail und ihrer Anwendungsmöglichkeiten und auch andere Autoren gehen über die bloße Erwähnung der neuen Internetanwendungen kaum hinaus. Dies liegt sowohl an der relativen Neuheit dieser Technologien, als auch an der ständigen Weiterentwicklung, der diese unterliegen.

Das Ziel dieser Diplomarbeit soll es deshalb sein, den aktuellen Stand jener Forschung zu beschreiben, die sich mit dem Web 2.0 und damit verbundenen Implikationen für den Englischunterricht auseinandersetzt. Um ein besseres Bild zeichnen zu können, wird hierfür zum Teil auch auf Quellen zurückgegriffen, die sich entweder mit einer anderen Fremdsprache befassen oder gänzlich auf einen fremdsprachlichen Kontext verzichten. Damit wird der Tatsache Rechnung getragen, dass diese Medien bisher nur in begrenztem Maße wissenschaftlich beleuchtet wurden. Aus dem gleichen Grund haben auch einige Beiträge aus den Blogs praktizierender Pädagogen Erwähnung in dieser Arbeit gefunden.

Im Kapitel 2 werden zunächst die Begriffe Web 2.0 und Web 2.0-Technologie näher erläutert. Anschließend folgt im Kapitel 3 die Vorstellung von einigen der bekanntesten und am häufigsten besprochenen Web 2.0-Technologien: das Weblog, das Wiki, der Podcast, Soziale Netwerke, RSS und das Social Tagging. Jedes dieser Medien wird zunächst definiert und technisch beschrieben. Im Anschluss daran wird jeweils die wissenschaftliche Diskussion im Bereich der Englischdidaktik zusammengefasst sowie die wesentlichen darin vorgestellten Anwendungsmöglichkeiten präsentiert.

Im Kapitel 4 sollen zentrale theoretische und praktische Ansätze aufgezeigt werden, die übergreifend im Zusammenhang mit dem Web 2.0 im Englischunterricht Erwähnung finden. Hierzu gehören Theorien wie der Sozialkonstruktivismus und die Lernmotivation, die sogenannte New Literacy, die Interkulturelle Kommunikative Kompetenz sowie die Verwendung als Medium der Unterrichtsvorbereitung.

Kapitel 5 gibt Kritikpunkte und Lösungsansätze wieder, die bei nahezu allen Web 2.0-Technologien bisher angebracht wurden. In Kapitel 6 schließlich wird der Versuch einer Bewertung des aktuellen Standes der Forschung unternommen. Dazu sei bereits erwähnt, dass das Thema Web 2.0 durchaus gegensätzlich diskutiert wird und dass unterschiedliche Meinungen darüber bestehen, wie sich die Bedeutung der Web 2.0-Technologien für den Englischunterricht entwickeln werden. Krajka kommentiert diese wissenschaftliche Diskussion wie folgt: ‘Regard almost any prediction of the future power of the technology itself as understated. Regard almost any prediction of what it will do to our everyday lives as overstated.’

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1
2. Web 2.0 3
2.1 Begriff 3
2.2 Web 2.0-Technologien 4
2.2.1 New Social Media 5
2.2.2 Harvesting Technologies 6
3. Web 2.0-Technologien 7
3.1 Blog 7
3.1.1 Technologische Erläuterung 7
3.1.1.1 Entstehung und Definition 7
3.1.1.2 Merkmale 7
3.1.1.3 Microblogging 8
3.1.2 Wissenschaftliche Diskussion 9
3.1.2.1 Studienüberblick 9
3.1.2.2 Anwendungsmöglichkeiten 9
3.1.2.2.1 Externer Blog 10
3.1.2.2.2 Tutorblog 10
3.1.2.2.3 Lernerblog 11
3.1.2.2.3.1 Onlinetagebuch 11
3.1.2.2.3.2 Onlineportfolio 14
3.1.2.2.3.3 Persönliche Onlineoberfläche 14
3.1.2.2.4 Klassenblog 15
3.1.2.2.4.1 Kollaborative Diskussionsräume 15
3.1.2.2.4.2 Projektbasiertes Sprachlernen 16
3.1.2.2.4.3 Internationaler Sprachaustausch 16
3.1.2.2.4.4 Wissensmanagement 17
3.1.2.2.5 Microblogging 18
3.1.2.3 Kritik 19
3.2 Wiki 19
3.2.1 Technologische Erläuterung 19
3.2.1.1 Entstehung und Definition 19
3.2.1.2 Merkmale 20
3.2.1.3 Wikipedia 20
3.2.1.4 Google Docs 21
3.2.2 Wissenschaftliche Diskussion 21
3.2.2.1 Studienüberblick 21
3.2.2.2 Anwendungsmöglichkeiten 22
3.2.2.2.1 Individuelle Nutzung 22
3.2.2.2.2 Kollaborative Nutzung 23
3.2.2.2.3 Seminar- und Wissensmanagement 26
3.2.2.2.4 Wikipedia 27
3.2.2.3 Kritik 27
3.3 Podcast 28
3.3.1 Technologische Erläuterung 28
3.3.1.1 Entstehung und Definition 28
3.3.1.2 Merkmale 29
3.3.2 Wissenschaftliche Diskussion 30
3.3.2.1 Studienüberblick 30
3.3.2.2 Anwendungsmöglichkeiten 31
3.3.2.2.1 Rezeption 31
3.3.2.2.1.1 Radio-Talk-Style Podcasts 31
3.3.2.2.1.2 Tailor-Made Language Learning Podcasts 32
3.3.2.2.1.3 Argumente für eine rezeptive Verwendung 34
3.3.2.2.2 Produktion 35
3.3.2.2.3 Kombination 37
3.3.2.3 Kritik 37
3.4 Soziale Netzwerksysteme 38
3.4.1 Technologische Erläuterung 38
3.4.1.1 Entstehung und Definition 38
3.4.1.2 Merkmale 39
3.4.2 Wissenschaftliche Diskussion 40
3.4.2.1 Studienüberblick 40
3.4.2.2 Anwendungsmöglichkeiten 41
3.4.2.2.1 Thema 41
3.4.2.2.2 Medium 42
3.4.2.2.2.1 Bestandteil des Unterrichts 43
3.4.2.2.2.2 Bestandteil interkultureller Austauschprogramme 44
3.4.2.2.2.3 Zusatzangebot zum Unterricht 44
3.4.2.2.3 Photosharing 45
3.4.2.2.4 Videosharing 48
3.4.2.3 Kritik 49
3.5 RSS 50
3.5.1 Technologische Erläuterung 50
3.5.1.1 Entstehung und Definition 50
3.5.1.2 Merkmale 50
3.5.2 Wissenschaftliche Diskussion 51
3.5.2.1 Anwendungsmöglichkeiten 51
3.5.2.2 Kritik 51
3.6 Social Tagging 52
3.6.1 Technologische Erläuterung 52
3.6.1.1 Entstehung und Definition 52
3.6.1.2 Merkmale 53
3.6.2 Wissenschaftliche Diskussion 55
3.6.2.1 Anwendungsmöglichkeiten 55
3.6.2.2 Kritik 56
4. Wissenschaftliche Diskussion 57
4.1 Neue Theorien oder existierende Ansätze 57
4.2 Theoretische Ansätze 57
4.2.1 Sozialkonstruktivismus 58
4.2.1.1 Authentizität und Relevanz 58
4.2.1.2 Soziale Eingebundenheit 59
4.2.1.3 Kollaboration 59
4.2.1.4 Verändertes Rollenverständnis 60
4.2.1.4.1 Schüler 60
4.2.1.4.2 Lehrer 61
4.2.2 Motivation 61
4.2.3 New Literacy 63
4.2.3.1 Informieren und Reflektieren 63
4.2.3.2 Kommunizieren 64
4.2.4 Interkulturelle Kommunikative Kompetenz 65
4.2.5 Medien zur Unterrichtsvorbereitung 66
4.3 Praktische Ansätze 66
5. Kritik 68
5.1 Datenschutz 68
5.2 Unangemessene Inhalte 68
5.3 Zeit- und Arbeitsaufwand 68
5.4 Kognitive Überlastung 68
5.5 Ablehnung durch die Schüler 70
5.6 Digital Divide 70
5.7 Bildungssystem 71
6. Resümee 72
7. Literaturverzeichnis 74

Textprobe:

Kapitel 3.4.2.2.2, Medium:

Soziale Netzwerksysteme können auch als pädagogische Werkzeuge betrachtet werden, deren Eignung auf den Möglichkeiten der Informationsentdeckung und -verbreitung, der Unterstützung von Netzwerken, der Förderung von informellem Lernen und Kreativität, expressiven Ausdrucksformen und der Identitätssuche basiert.

Die Interaktion innerhalb dieses Mediums ist für Pegrum dabei die entscheidende Motivation: das Bedürfnis zu kommunizieren und teilzunehmen, wobei Sprache das wesentliche Werkzeug ist. Insbesondere für Fremdsprachenlerner kann diese Interaktion eine größere Authentizität haben, als sie üblicherweise in einem Klassenzimmer zu finden ist, da dies keine Simulation anderer Formen der Interaktion, sondern eine reale Form selbst ist. Die weltweite Allgegenwärtigkeit Sozialer Netzwerksysteme erleichtert es Lernern zudem, Muttersprachler zu kontaktieren. Schon die Sichtung der Profile spiegelt ein Englisch wieder, wie es englischsprachige Jugendliche heute verwenden.

Doch selbst in einem kleineren Rahmen, indem lediglich die Teilnehmer einer Klasse die Materialien der anderen lesen, bieten sich Möglichkeiten eines authentischen Sprachgebrauchs, wenn man beispielsweise hochgeladene Fotos, Präsentationen oder Filme kommentiert. Zwar lassen sich so auch die Möglichkeiten der Kollaboration unterstützen, doch steht bei Sozialen Netzwerksystemen wie Facebook die soziale Gemeinschaft im Vordergrund, der Inhalt ist lediglich das Medium des Austauschs. McCarty betont, dass es nicht darauf ankomme, dass Nachrichten in Sozialen Netzwerksystemen in der Regel sehr kurz und einfach gehalten sind. Bereits die Verwendung der englischen Sprache für einen authentischen Zweck mag für den Lerner eine signifikante Handlung sein.

Ein Hinweis darauf, dass Soziale Netzwerksysteme eine besondere Motivation für Sprachlerner hervorrufen könnte, kann in der bisher einzigen Studie in diesem Kontext gefunden werden. Halvorsen ließ 27 japanische Studenten an einer privaten Universität 14 Wochen lang mit dem Sozialen Netzwerk MySpace in- und außerhalb des Klassenzimmers herum experimentieren. Der Inhalt stand ihnen frei, es wurde lediglich vorgegeben, wie oft schriftliche oder Audiobeiträge hochgeladen werden sollten. Zwei Befragungen und einige informelle Interviews ergaben, dass das Interesse an dem Projekt zu Beginn sehr hoch war und dass auch am Ende des Seminars die Äußerungen sehr positiv ausfielen.

3.4.2.2.2.1, Bestandteil des Unterrichts:

Soziale Netzwerksysteme können als Bestandteil des Unterrichts implementiert werden. Denkbar ist beispielsweise, sie klassenspezifisch als Kommunikationswerkzeuge und Plattformen für Materialien und Aufgaben zu verwenden. Hier sollte jedoch wie bei Wikis und Blogs berücksichtigt werden, ob derartige Aufgaben von anderen Medien, wie z.B. der populären Lernplattform Moodle (), nicht besser erfüllt werden könnten.

Ein Ansatz, der deutlicher auf den Eigenschaften des Mediums basiert, ist der Beitrag Sozialer Netzwerksysteme zur Identitätsbildung. Von Angesicht zu Angesicht drückt ein Mensch seine Identität über die Kleidung, den Klang der Stimme sowie den Körper und seine Sprache aus. Das Web 2.0 verändert jedoch die Art und Weise, wie sich Individuen präsentieren und wie sie von anderen wahrgenommen werden. So drückt sich die eigene Persönlichkeit neben verbalen Beiträgen, die in verschiedenen sprachlichen Formen auf verschiedenen Kanälen verbreitet werden, auch in Bildern, Musikstücken, Videos und Beziehungsnetzwerken aus, in denen man seine Verbindungen und Präferenzen darstellt. Für McBride hat der Benutzer eines Sozialen Netzwerksystems in doppelter Weise die Möglichkeit, sein eigener Autor zu sein. Zum einen erschafft er sich, indem er mit Identitäten experimentiert, ein eigenes Ich. Gleiches geschieht beim Erwerb einer Fremdsprache. Lerner würden deshalb in einem fremdsprachigen Sozialen Netzwerksystem die notwendige Pragmatik, die Manipulation von Symbolen und die damit einhergehende Verwendung der Fremdsprache erlernen. Zum anderen ermöglicht es die Interaktion in einem Sozialen Netzwerksystem, neues Wissen in die eigene Perspektive einzubauen. So überarbeitet man seine eigene Sichtweise auf die Welt und schreibt sein eigenes Ich in gewisser Weise neu.

Eine praktischere Anwendung, die jedoch auch den Gedanken der Identitätsbildung aufgreift, ist der von McBride vorgeschlagene Einsatz Sozialer Netzwerksysteme in Projekten, die sich auf Benutzerprofile konzentrieren. Drei verschiedene Ideen werden dabei angebracht. Erstens kann man Lerner ein Profil erstellen lassen und somit typische Themen wie charakterliche und körperliche Beschreibungen oder persönliche Präferenzen behandeln. Es ist denkbar, diese Profile auch erst offline zu erstellen und gegebenenfalls zu korrigieren, um Lerner behutsam an das Medium heranzuführen. Erst dann werden die Profile hochgeladen und können untereinander von Lernern besucht und zur Interaktion verwendet werden. Hargadon (2008) listet eine ganze Reihe derartiger ‘Classroom-Networks’ auf. Das Netzwerk der Schülerprofile kann des Weiteren auch auf mehrere, möglicherweise weltweit verbreitete Klassen ausgeweitet werden. Ein Beispiel für Letzteres ist das Netzwerk Inglês Verde e Amarelo (), in dem brasilianische Englischlerner und englischsprachige Portugiesischlerner aufeinandertreffen.

Zweitens können Schüler zur Vermeidung der Preisgabe sensibler Informationen Profile mit alternativen Identitäten erfinden und sich gegebenenfalls auch als Muttersprachler ausgeben. Sie würden dadurch die Perspektive der anderen Kultur einnehmen und ein größeres interkulturelles Verständnis erlangen. Dieses Vorgehen stellt jedoch ein ethisches Problem dar, da man die wirklichen Muttersprachler täuscht. Um dies zu vermeiden, kann man in Soziale Netzwerksysteme eintreten, deren Zweck die bewusste Nutzung einer Fremdsprache ist (z.B. ). Beim Erwerb des Englischen als Fremd- oder Zweitsprache kann man aufgrund der Popularität und Verbreitung der Sprache auch existierende Netzwerke wie MySpace oder Facebook verwenden.

Drittens ist es denkbar, Schüler in Gruppen das Profil eines vermeintlichen Muttersprachlers erstellen zu lassen und so etwa innerhalb der Klasse verschiedene Charaktere zu erfinden. Die Gruppen können diskutieren, was die geschaffene Identität sagen würde und der Lehrer könnte durch Vorgaben einiger demografischer Eigenschaften die Vielfalt einer Kultur aufzeigen.

Projekte können aber auch um Themen herum aufgebaut werden, indem man Profile über Events und andere kulturelle Phänomene erstellt. Je kreativer und interessanter diese Projekte gestaltet sind, desto eher werden sich auch Klassenfremde, möglicherweise auch Muttersprachler, damit beschäftigen.

3.4.2.2.2.2, Bestandteil interkultureller Austauschprogramme:

Wenn Lerner an einem interkulturellen Austausch teilnehmen und für Wochen oder Monate in ein anderes Land gehen, können sie Soziale Netzwerksysteme nutzen, um sich über die Sprache und Kultur auszutauschen. Lerner würden so eine Plattform für ihre Reflexion erhalten und könnten sehen, dass sie mit ihren Sorgen und Ängsten nicht allein sind. McCulloch beispielsweise ließ 20 australische Schüler vor, während und nach ihrem sechswöchigen Aufenthalt in China über ein privates Soziales Netzwerksystem () untereinander sowie mit ihren Gastgebern, Eltern und Lehrern kommunizieren. Ein weiteres Beispiel ist der ‘German Exchange Student Survival Guide’ (), eine Deutschlandhilfe für Austauschschüler.

3.4.2.2.2.3, Zusatzangebot zum Unterricht:

Ein weiteres denkbares Szenario besteht darin, Soziale Netzwerksysteme lediglich als freiwilliges Zusatzangebot parallel zu einem Seminar anzubieten. Gerade weil dieses Angebot freiwillig ist, bietet sich eine neue Motivation bezüglich des Fremdsprachenerwerbs und der Entwicklung einer bilingualen Identität. Auch lassen sich Soziale Netzwerksysteme als Ergänzung reiner Onlineklassen auf Hochschullevel verwenden. Wie eine Teilnehmerin einer Diskussion betont, suche sie immer nach Werkzeugen, die in derartigen Seminaren zur Entstehung einer Gemeinschaft beitragen.

McCarty beschreibt Soziale Netzwerksysteme zudem als eine Möglichkeit, Kontakte mit und zwischen Schülern aufrecht zu erhalten. So wäre es Lehrern seiner Meinung nach möglich, mehr über die langfristigen Ergebnisse ihres Unterrichts zu erfahren und Lerner weiterhin zu motivieren. Ein Beispiel für Schüler, die erfolgreich nach einem Seminar in Kontakt geblieben sind, ist das Netzwerk ListeningPlus (). Nachdem ihr Onlineseminar an einer brasilianischen Bildungseinrichtung endete, kommunizierten die Lerner zum Üben der englischen Sprache dort weiter.

Arbeit zitieren:
Hoffmann, André November 2009: Web 2.0-Technologien, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
RSS, Blog, Wiki, Podcast, Soziale Netzwerke

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