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Wie Web 2.0 die Politik verändert

Der Online-Wahlkampf hat begonnen

Wie Web 2.0 die Politik verändert
Über dieses Buch
  • Art: Bachelorarbeit
  • Autor: Samuel Ernst
  • Abgabedatum: September 2010
  • Umfang: 63 Seiten
  • Dateigröße: 1,3 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt Deutschland
  • Bibliografie: ca. 57
  • ISBN (eBook): 978-3-8428-0551-4
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Ernst, Samuel September 2010: Wie Web 2.0 die Politik verändert, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Medienpolitik, Web 2.0, Online-Wahlkampf, Facebook, Datenschutz

Bachelorarbeit von Samuel Ernst

Einleitung:

Barack Hussein Obama war der erste Web 2.0-Präsident. Mit Hilfe von Web 2.0-Diensten hat sich Obama in einer professionellen Internet-Wahlkampagne die Gunst von Millionen von amerikanischen Wählern und Wählerinnen sichern können. Die zentralen Botschaften von Obama im Wahlkampf waren Veränderung (Change) und Hoffnung (Hope). Mit dem Slogan ‘Yes We Can’ beeinflusste Obama innerhalb des neunmonatigen Wahlkampfs die öffentliche Meinung durch die unterschiedlichsten medialen Werkzeuge. Dabei setzte der erste afroamerikanische Präsident der USA neben den traditionellen Medien aus Print, Hörfunk und Fernsehen besonders auf ein neues Medium: das Internet.

Im US-Wahlkampf 2008 waren nicht die großen amerikanischen TV-Anstalten das Sprachrohr des Präsidenten, sondern die amerikanischen Bürger und Bürgerinnen selbst nahmen direkt politisch am Wahlkampf teil, organisierten sich über Foren, sammelten Spenden ein und waren somit aktiv. Das Marketingteam von Obama setzte auf die Strategie ‘Obama Everywhere’. Dies bedeutete, dass Obama auf jeglichen Sozialplattformen im Internet wie z.B. auf ‘Facebook’, ‘Twitter’, ‘Myspace’, ‘Youtube’ und ‘Linkedin’ vertreten war. Zudem unterstützen auch amerikanische Künstler, wie der Sänger der Black Eyed Peas ‘will.i.am’, den Wahlkampf auf YouTube. Das resultierende Yes-We-Can-Musikvideo, mit einer Länge von viereinhalb Minuten, wurde bis zum heutigen Tag knapp 21 Millionen mal abgerufen.

Rund ein Jahr vor den US-Präsidentschaftswahlen hatte Obama die Bedeutung der IT-Nutzung im Wahlkampf erkannt. Er nutzte das Internet, um eine neue Plattform von Basisdemokratie zu ermöglichen. So können die Bürger live die Regierung und deren Sitzungen mitverfolgen, Kommentare abgeben, und somit Einfluss auf die Politik nehmen.

Inspiriert durch den Wahlkampf 2008 in den USA wird im Verlauf dieser Ausarbeitung insbesondere aufgezeigt, wie Web 2.0 auf die Politik in Deutschland Einfluss nimmt. Zunächst werden einige Begrifflichkeiten definiert, um im Anschluss verschiedene Web 2.0-Instrumente an konkreten Beispielen im Online-Wahlkampf zu erklären; dabei werden Chancen und Risiken des Web 2.0s an kurzen Beispielen aufgezeigt. Im Hauptteil dieser Ausarbeitung findet sich eine medienpolitische Analyse zu den Themen Föderalismus, Jugend-, Verbraucher- und Datenschutz. Im vierten Kaptitel folgt ein Interview mit dem Internetspezialisten Matthias J. Lange. Abschließend ist das Fazit angefügt.

Inhaltsverzeichnis:

I. Danksagung 4
II. Abkürzungsverzeichnis 5
III. Abbildungsverzeichnis 6
1. Einleitung 7
2. Internet, das neue Leitmedium 9
2.1 Vom Web 1.0 zum Web 2.0 11
2.2 Definition Web 2.0 11
2.3 E-Government 12
3. Das Web 2.0 13
3.1 Facebook 13
3.1.1 Risiken bei Facebook 14
3.1.2 Vermarktung und Wahlkampf der Politiker 17
3.1.3 Die Online-Partizipation der Bürger 19
3.1.4 Obama auf Facebook 20
3.1.5 Bundespräsidentenwahl 2010: Gauck vs. Wulff 20
3.2 Blogs 22
3.2.1 Internationale Blogs 23
3.2.2 Yoani Sánchez – live aus Kuba 24
3.2.3 Nationale Blogs 27
3.2.4 netzpolitik.org 27
3.2.5 BILDBlog 28
3.2.6 Horst Köhler – gestürzt durch Blogger? 29
3.3 Twitter 31
3.3.1 Wahlprognose zur Bundestagswahl 2009 34
3.4 Medienpolitik 35
3.4.1 Artikel 5 des Grundgesetzes 36
3.4.2 Föderalismus 37
3.4.3 Jugendschutz 38
3.4.4 Datenschutz und Verbraucherschutz 41
4. Interview mit Internetspezialist Matthias J. Lange 46
5. Fazit und Ausblick 54
6. Literaturverzeichnis 56
6.1 Monographien / Sammelbände / Studien 56
6.2 Gesetzestexte 58
6.3 Fachzeitschriften / Zeitungen / Berichte 58
6.4 Elektronische Texte / Internetverweise 59

Textprobe:

Kapitel 3.2, Blogs:

Neben der ‘many-to-many’- gibt es zudem die ‘one-to-one’-Kommunikationsrichtung: Ein Blog, auch Webblog genannt, ist ein persönliches Online-Tagebuch, in das der Autor, der sogenannte Blogger, kontinuierlich Einträge schreibt. Seit 1990 gibt es Blogs im Internet. Dabei wurde der Kunstbegriff Blog aus den Wörtern ‘Web’ und ‘Logbuch’ gebildet. Der Terminus Weblog existiert seit 1997. Der Blog kann mit einem Logbuch eines Schiffskapitäns verglichen werden. Der Urheber verfasst täglich kurze Einträge über die wichtigsten Ereignisse des Tages auf seinem Blog. Das Thema, über das ein Blogger schreibt, ist beliebig. Die komplette Bandbreite aller bedenklichen Themen wird im Internet auf Blogs kommentiert: Politik, Wirtschaft, Technik, Musik, Sport, Medizin, Kunst, Bildung oder Liebe. Ein Blog ist wie eine Web 1.0-Internetseite ein Selbstdarstellungswerkzeug: ‘Kennzeichen ist ein persönlich gehaltener Stil in den Aussagen und Inhalten. Blogs geben persönliche Überzeugungen wieder, sie sind keine objektive Berichterstattung im journalistischen Sinne.’ Einen Blog kann jeder, der über eine E-Mail-Adresse verfügt, kostenlos bei verschiedenen Providern anlegen. Einen Blog zu kreieren ist simpel. Jeder Laie kann mit einigen Klicks einen Blog eröffnen, das beliebige Layout auswählen und mit dem Schreiben beginnen. Programmierungskenntnisse wie z.B. in HTML sind nicht nötig. Die meisten Blogger erlauben es, den Lesern Kommentare zu ihren Artikeln hinzuzufügen. Dadurch entsteht ‘user generated content’. Dies erhöht sowohl die Beliebtheit eines Blogs als auch die Aufmerksamkeit darauf. Oft aufgerufene und kommentierte Blogs werden z.B. von Suchmaschinen häufiger gefunden als weniger gelesene. Außerdem erscheinen oft aufgerufene Blogs in höheren Rankings als kaum abgerufene.

Damit ein Politiker erfolgreich einen politischen Blog betreiben kann, benötigt er/sie neben der Zeit, der technischen Affinität und der finanziellen Absicherung einen Hang zur öffentlichen Selbstdarstellung sowie den Wunsch, sich politisch zu äußern. Die Politik-, Sprach- und Publikationswissenschaftlerin Sarah Genner zieht dabei folgendes Resümee: ‘Blogs eignen sich als schnelle, billige Publikations- und Austauschplattform für (…) politische Akteure: Bürger, Politiker, politisch aktive Gruppen und Behörden. Die besonders dynamischen Websites vermögen jedoch als ‚Nischenöffentlichkeiten’ überwiegend internetaffine und ohnehin politisch aktive Bevölkerungsgruppen zu erreichen. Blogs sind weder tauglich für Massenkommunikation noch als Heilmittel gegen Politikverdrossenheit.’ 3.2.1, Internationale Blogs:

In den USA spielen Blogs im Gegensatz zu Deutschland eine bedeutende politische Rolle. Dabei beschäftigen sich Blogs zu 35 Prozent mit Politik und 42 Prozent mit News. Seit dem Wahlkampf 2008 wird die Stimme des ‘Netzvolkes’ längst auf Portalen wie Facebook, Twitter und Blogs wahrgenommen.

Laut einer Studie von ‘Pew Center for the People and the Press in Washington, D.C.’ ist für die 18- bis 29-jährigen US-Bürger das Internet die erste Anlaufstelle um Nachrichten über den Wahlkampf zu erhalten. Zu den Anlaufstellen gehören die traditionellen Medienunternehmen, soziale Netzwerke und Blogs. Laut der Weblog-Suchmaschine ‘Technorati’ ist der führende Blog im Bereich ‘World Politics’, ‘US Politics’ und ‘Politics’ weltweit die Web-Zeitung ‘The Huffington Post’. Bei ‘The Huffington Post’ handelt es sich um eine Online-Zeitung, die von Bürgerjournalisten betrieben wird. An zweiter und dritter Stelle der Top 100 Blogs folgen die Business/Technology-Portale ‘Mashable!’ und ‘Gizmodo’. Seit 2008 gibt es laut ‘Universal MCCann’ circa 184 Millionen aktiver und passiver Blogs. ‘Technorati’ geht von einer Zahl von 133 Millionen aktiver Blogs aus. Die häufigsten Blogger sind die US-Amerikaner mit über 14 Prozent Marktanteil.

Arbeit zitieren:
Ernst, Samuel September 2010: Wie Web 2.0 die Politik verändert, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Medienpolitik, Web 2.0, Online-Wahlkampf, Facebook, Datenschutz

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