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Wasserspiegellinienberechnung mit Bewuchs

Wasserspiegellinienberechnung mit Bewuchs
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Oktay Kocaman
  • Abgabedatum: Januar 2005
  • Umfang: 124 Seiten
  • Dateigröße: 16,0 MB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Kaiserslautern Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8588-7
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8588-7 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8588-7 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Kocaman, Oktay Januar 2005: Wasserspiegellinienberechnung mit Bewuchs, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Anthropogene Flußgewässer, Renaturierung, Hochwasser, Querschnittsformen, Berechnungsprogramme

Diplomarbeit von Oktay Kocaman

Einleitung:

Auch wenn das verheerende Hochwasser im Jahre 2002 in Ostdeutschland nicht der Anstoss war über Renaturierungen der Fließgewässer nachzudenken, so wurde zumindest nochmals eindrucksvoll von der Natur demonstriert, dass u.a. Gewässerbegradigungen und dadurch die morphologischen Veränderungen an den Fließgewässern im Laufe der letzten Jahrzehnte, sich nun rächen.

Seitdem der Mensch sesshaft wurde und in seiner immer fortschreitenden Entwicklung auch die Ufergebiete von Gewässern besiedelte, nutzte er diese Gewässer um seine zahlreichen Bedürfnisse zu erfüllen.

Fischerei.

Schiffahrt.

Entwässerung von Böden für Siedlung und Landwirtschaft.

Entnahme von Wasser für Land- und Forstwirtschaft.

Entnahme von Wasser als Trink-, Brauch- und Kühlwasser.

Einleitung von Abwasser.

Energiegewinnung.

Erholung im und am Wasser.

Aufgezählt sind nur die wichtigsten Nutzungen, um diese zu erlangen bzw. zu erhalten, wurde in den Kreislauf der Natur eingegriffen.

Dabei wurden durch wasserbauliche Maßnahmen wie Staudämme oder Flussbettregulierungen (Begradigungen) sowie Abholzung der Uferzonen, das Ökosystem der Gewässer gestört, deren Folgen nun massiv zur Geltung kommen:

Erhöhte Hochwassergefahr.

Bedrohte Tier- und Pflanzenwelt.

Kaum Selbstreinigungsvermögen der Gewässer.

Gewässerverschmutzung.

Grosse Fließgeschwindigkeiten.

Gestörtes Landschaftsbild.

Keine fruchtbaren Überschwemmungsgebiete (Vorländer).

In der jüngsten Vergangenheit ist nun das Bewusstsein für die Erhaltung unserer natürlichen Lebensräume gewachsen und führt nun zu der Forderung nach einem Rückbau insbesondere des Lebensraumes „Fließgewässer“.

Bei diesen Renaturierungsmaßnahmen bzw. bei einem naturnahen Ausbau müssen viele Kriterien beachtet werden:

Sohlgefälle.

Böschungsneigungen.

Gerinneform.

Gewässergeometrie.

Bauwerke (Wehr, Damm, Schleuse,…).

Linienführung.

Bewuchs.

Alle aufgeführten Faktoren haben Einfluss auf das Abflussverhalten eines Fließgewässers, das für eine natürliche Gestaltung relevant ist.

Im Rahmen dieser Diplomarbeit wird insbesondere die Beeinflussung des Bewuchses auf die Wasserspiegellinie untersucht.

Dabei erfolgt zunächst anhand einer intensiven Literaturstudie, eine Zusammenfassung der Grundlagen für eine Wasserspiegellinienberechnung mit Bewuchs.

Dabei werden verschiedene manuelle Berechnungsverfahren erläutert und miteinander verglichen.

Danach erfolgt eine Übersicht der in Deutschland gängigen Berechnungsprogramme im Hinblick auf die Berücksichtigung des Bewuchses.

Abschließend wird ein fiktives Beispiel mit zwei unterschiedlichen Programmen berechnet und gegenübergestellt.

Eine genaue Wasserspiegellagenberechnung ist für einen naturnahen Ausbau eines Gewässers unumgänglich.

Da aber viele hydraulische Fragen, wegen der strukturellen Vielfalt und der hohen Anzahl komplexer Geometrien in den Fließgewässern, die zu mehrdimensionalen, von vielen Parametern beeinflussten Strömungsvorgängen führen, nicht einfach zu beantworten sind, wurden seit Ende der 80iger Jahre zahlreiche Untersuchungen gestartet.

Durch diese Forschungen ist das Verständnis über die strömungsphysikalischen Vorgänge in Gewässern stark verbessert worden und es kamen neue, umfangreiche mathematische Berechnungsverfahren zustande, die es möglich machten ein- und mehrdimensionale Berechnungsansätze aufzustellen.

Während man früher einfache Verfahren bevorzugte, die man per Hand oder höchstens unter Einsatz von gewöhnlichen Taschenrechnern lösen konnte, gibt es heute, auch durch den technischen Fortschritt begünstigt, umfangreiche EDV – gestützte numerische Strömungsmodelle.

Allerdings stellt die Vielfalt der verfügbaren Methoden ein Problem bei der richtigen Auswahl dar.

Da man sich immer vor Augen halten muss die Natur nie 100%ig berechnen zu können, sollte man sich von den hohen Genauigkeitswerten, die man insbesondere bei zwei- bzw. dreidimensionalen Verfahren erhält, nicht täuschen lassen.

Im Hinblick auf Genauigkeit und Aufwand sind heute in der Ingenieurpraxis eindimensionale Spiegellinienmodelle bevorzugt, weil diese einen „guten Kompromiß zwischen dem fachlich Notwendigen und dem wirtschaftlich Machbaren darstellen“.

Im weiteren Verlauf werden deswegen folgende Rahmenbedingungen vorgegeben:

Eindimensionaler Berechnungsansatz.

Stationärer Abfluss.

Konvektive Beschleunigungstherme vernachlässigbar (Gerinnegeometrie ändert sich im Grundriss, Quer- und Längsschnitt nur mäßig).

Kompakte Querschnittsformen (Rechteck, Trapez, Parabel,…), weil nur bei diesen Querschnitten die mittlere Fließgeschwindigkeit vm in der Fließformel zutrifft, d.h. gegliederte Querschnitte müssen unterteilt werden.

Inhaltsverzeichnis:

Abkürzungen und Formelzeichen 4
Einleitung 7
1. Allgemeines 9
2. Grundlagen 10
2.1 Fließformeln 10
2.1.1 Manning-Strickler 10
2.1.2 Darcy-Weisbach 13
2.2 Morphologisch-hydraulische Charakterisierung der Fließgewässer 15
2.2.1 Kerb- und Klammtalgewässer 16
2.2.2 Mäandertalgewässer 17
2.2.3 Flachtalgewässer 18
2.2.4 Flachlandgewässer 19
2.2.5 anthropogen veränderte Gewässer 20
2.3 Zusammenfassung der unterschiedlichen Einflussgrößen in den Gewässern 21
3. Bewuchs 23
3.1 Definition und Einteilung des Bewuchses 23
3.2 Berechnungsansätze für den Bewuchs 24
3.2.1 Berechnungsansätze für überströmten Bewuchs 25
3.2.2 Berechnungsansätze für durchströmten und isoliert wirkendem Bewuchs 26
4. Gliederung des Fliessgewässers 34
4.1 Gliederung aus Geometriegründen 34
4.2 Gliederung aus Bewuchsgründen 35
5. Berechnungsverfahren 37
5.1 Chronologische Zusammenfassung der Berechnungsverfahren nach DVWK 72 38
5.1.1 Berechnungsansätze für nicht gegliederte Gerinne 38
5.1.1.1 Ansatz nach Felkel (1960) 40
5.1.1.2 Ansatz nach Klaasen/ van Der Zwaard (1974) 40
5.1.1.3 Indlekofer/ Rouvé (1979-82) 41
5.1.1.4 Lindner (1982) 42
5.1.1.5 Ansatz nach Kaiser (1983) 42
5.1.1.6 Ansatz nach Bertram (1984) 43
5.1.1.7 Ansatz nach Kauch (1984) 44
5.1.2 Berechnungsansätze für gegliederte Gerinne 46
5.1.2.1 Ansatz nach Posey (1967) 47
5.1.2.2 Yen/ Overton (1973) 48
5.1.2.3 Ansatz nach Nicollet/ Uan (1979) 49
5.1.2.4 Ansatz nach Könemann (1980) 50
5.1.2.5 Wormleaton/ Allen/ Hadjipanos (1982) 51
5.1.2.6 Pasche/ Evers (1983) 52
5.2 Neuere Berechnungsansätze 56
5.2.1 Flächenabzugsverfahren 56
5.2.2 Verfahren nach Mertens 57
5.2.3 Verfahren nach Pasche 59
6. Wasserspiegellagenberechnung unter Bewuchs 62
6.1 Gleichungen der Wasserspiegellinie 62
6.2 Berechnungsbeispiel mit Rechengang nach Mertens 64
6.2.1 Berechnung der Trennflächenrauheit 65
6.2.2 Abfluss im Hauptgerinne ohne Bewuchs 67
6.2.3 Abfluss in den Teilquerschnitten mit Bewuchs 69
6.2.4 Berechnung der Wasserspiegellinie 71
6.2.5 Zusammenstellung der Ergebnisse für die Spiegellage 73
6.3 Rechengang nach Pasche 74
6.3.1 Abfluss in den Teilflächen des Vorlandes 74
6.3.2 Abfluss im Hauptgerinne 75
6.3.3 Gesamtabfluss 76
6.3.4 Ergebnisse aus der Abflussberechnung 77
6.3.5 Berechnung der Wasserspiegellinie 78
6.3.6 Ergebnisübersicht für die Wasserspiegellage 79
7. Auswahl von EDV-Programmen 80
7.1 Programm HYSEMO 1D, Environumerix Ingenieurgesellschaft mbH 80
7.2 Programm FLUSS, Büro Rehm „Software für die Wasserwirtschaft“ 84
7.3 HEC-RAS 85
7.4 Jabron, Ingenieurgesellschaft Hydrotec 86
7.5 WSP-ASS 3.0 (WSPR-2002), Sydro Software GbR 88
7.6 WASPLA, Brandt Gerdes Sitzman (BGS) Wasserwirtschaft GmbH 91
8. Berechnung mit Programmen 94
8.1 Trapezprofil mit Böschungsbewuchs 94
8.1.1 Berechnung mit WASPLA 95
8.1.1.1 Eingabe der Profildaten in der MNN-Datei 95
8.1.1.2 Umwandlung der MNN-Datei in eine PRF-Datei 96
8.1.1.3 Eingabe der Berechnungsabflüsse 96
8.1.1.4 Definition der Varianten 97
8.1.1.5 Eingabe der Bewuchsparameter in der BIO-Datei 97
8.1.1.6 Starten des Berechnungsprogramms WASPLA 98
8.1.1.7 Ausgabe der Ergebnisse 99
8.1.1.8 Zusammenfassung der Ergebnisse (im Oberwasser) 100
8.1.2 Berechnung mit WSP-ASS 3.0 101
8.1.2.1 Eingabe der Profildaten und Bewuchsparameter 102
8.1.2.2 Eingabe des Abflusses und der Sohlrauheit 103
8.1.2.3 Profilübersicht 103
8.1.2.4 Starten des Berechnungsprogramms WSP-ASS 3.0 104
8.1.2.5 Ausgabe der Ergebnisse 105
8.1.2.6 Zusammenfassung der Ergebnisse (im Oberwasser) 107
8.1.3 Vergleich der beiden Programmergebnisse 107
8.2 Gegliedertes Profil mit Bewuchs 108
8.2.1 Berechnung mit WASPLA 109
8.2.1.1 Profildaten 109
8.2.1.2 Eingabe der Bewuchsparameter in der BIO-Datei 110
8.2.1.3 Ausgabe der Ergebnisse 110
8.2.1.4 Zusammenfassung der Ergebnisse 112
8.2.2 Berechnung mit WSP-ASS 3.0 113
8.2.2.1 Eingabe der Profildaten und Bewuchsparameter 113
8.2.2.2 Profilübersicht 114
8.2.2.3 Ausgabe der Ergebnisse 114
8.2.2.4 Zusammenfassung der Ergebnisse 116
8.2.2.5 Vergleich der beiden Programmergebnisse 116
9. Zusammenfassung 117
10 Literaturverzeichnis 119

Automatisiert erstellter Textauszug:

Der Abfluss im unbeeinflussten Böschungs- bzw. Bewuchsbereich kann nach Lindner berechnet werden, wobei die mit der Wassertiefe veränderliche Schubspannung an der geneigten Böschung durch Integration über d y berücksichtigt wird. Als Vorstufe für die Untersuchung der Abflussverhältnisse im bewuchsfreien Mittelquerschnitt wird zunächst eine Gerinneströmung mit horizontaler Sohle und seitlichem Bewuchs betrachtet (s. Bild 19). Die Geschwindigkeitsverteilung v( z ) wird aus dem Prandtlschen Mischwegansatz abgeleitet, unter der Annahme, dass der Einfluss der Sohlenrauheit auf die Verteilung vernachlässigbar klein ist. Bei entsprechender Wahl der fiktiven Rauheitshöhe b0 und der Breite b1 ist eine gute Übereinstimmung zwischen der logarithmischen Verteilung nach Bild 19 und den Geschwindigkeitsmessungen im Gerinnemodell von Bertram festgestellt worden. In weiterführenden Arbeiten wurde der Einfluss der Sohlenrauheit berücksichtigt, indem man aufgrund der Verteilung v( z ) eine Rauheit für die fiktiven Trennflächen zuordnete und diese dann mit der Sohlrauheit überlagerte. Dadurch konnten Berechnungsansätze zur Ermittlung der Fliessgeschwindigkeiten in allen Abflusszonen bestimmt werden. 5.1.1.7 Ansatz nach Kauch (1984) [...]

5.1.1.4 Lindner (1982) Beziehungen für die mittlere Geschwindigkeit auf, mit der ein Pflanzenelement angeströmt wird, das inmitten einer Gruppe von Elementen steht. Durch die Simulation in Modellversuchen mit Rundstäben als Ersatz für die Pflanzenelemente, bestimmte Lindner entsprechende Widerstandszahlen, wobei die Einflüsse der gegenseitigen Abstände der Elemente und der Schwerewellen, die beim Abfluss durch die simulierten Pflanzenbestände entstehen, berücksichtigt wurden. Die Anwendung der Lindnerschen Beziehungen ist mit einem relativ großen Rechenaufwand verbunden, besonders weil sie die Abhängigkeit der Widerstandszahl eines Elementes von der zugehörigen Anströmgeschwindigkeit enthalten. Die Verwendbarkeit der Gleichungen auf natürlichem Bewuchs überprüfte Lindner anhand von Naturversuchen. Zum Vergleich wurden dabei durchströmte Weizen-, Sorghum- und Baumwollbestände herangezogen, deren äquivalente Durchmesser d pi im Vergleich zu den natürlichen Halm- oder Stängeldurchmessern das zwei- bis dreifache betrugen. Dadurch erzielte Lindner Widerstandszahlen c w , die deutlich kleiner waren als der Wert c w = 1,0 , der von Petryk/ Bosmajin für durchströmte Pflanzenbestände vorgeschlagen wurde. 5.1.1.5 Ansatz nach Kaiser (1983) Im Rahmen eines von der DFG geförderten Schwerpunktprogramms, führte Kaiser Modelluntersuchungen in einem teilweise mit simuliertem Bewuchs (Rundstäbe) besetzten Rechteckgerinne durch. Durch seine Ergebnisse stellte Kaiser eine Abflussberechnung für nicht gegliederte Querschnitte mit Uferbewuchs auf. Dabei betrachtete er den bewuchsfreien Querschnittsteil und die Bewuchsbestände getrennt voneinander und führte an den Übergängen zwischen diesen zwei Abschnitten fiktive Trennflächen ein, die er bei der Abflussbestimmung für den Querschnittsteil ohne Bewuchs als rauhe Wand definierte. Bei der Erfassung der Wechselwirkungen zwischen dem bewuchsfreien Querschnitt und einem Bewuchsbestand, stellte Kaiser zwei Thesen auf: [...]

Die Bestimmung des Beiwertes c w für die Hecken erfolgte durch einen Vergleich mit der Chezy-Formel, wobei allerdings die Größen ∆h und v m aus Versuchen bekannt waren. Die Schwierigkeit lag bei der Ermittlung des Widerstandes der Obstbäume in der Maas. Durch intensive Versuchsreihen wurden Widerstandsbeiwerte zwischen 1,0 und 3,0 ermittelt und für die Vorländer der Maas mit c w = 1,5 gerechnet. Als Kritikpunkt wird in der DVWK 72 angeführt, dass der Widerstandsbeiwert c w auch durch die Anordnung des Bewuchses beeinflusst wird, die aber in dem Ansatz von Klaasen/ van Der Zwaard keine Berücksichtigung findet. 5.1.1.3 Indlekofer/ Rouvé (1979-82) Die Gleichung geht aus der Gleichgewichtsbedingung in Fliessrichtung für den Abfluss durch einen Großbewuchsbestand hervor, unter Einfluss des Manning-Strickler- Wertes bei bewachsenen Gerinnen. Dabei ist I E ,o das Teilenergieliniengefälle, das durch die Sohlenrauheit ohne zusätzlichen Bewuchs erzeugt wird. Weil aber dieses Gefälle im allgemeinen genauso wenig bekannt ist wie v m , muss eine Iterationsrechnung erfolgen. Um dies zu vermeiden sollte laut DVWK 72, l 0 aus dem Widerstandsbeiwert der Sohle bestimmt werden. Beispielsweise aus der Fliessformel nach Manning-Strickler: [...]

Arbeit zitieren:
Kocaman, Oktay Januar 2005: Wasserspiegellinienberechnung mit Bewuchs, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Anthropogene Flußgewässer, Renaturierung, Hochwasser, Querschnittsformen, Berechnungsprogramme

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