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Der Wasserbau - Eine Collage

Der Wasserbau - Eine Collage
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Oliver Parodi
  • Abgabedatum: September 2002
  • Umfang: 438 Seiten
  • Dateigröße: 8,3 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Universität Fridericiana Karlsruhe (TH) Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-7418-8
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-7418-8 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-7418-8 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Parodi, Oliver September 2002: Der Wasserbau - Eine Collage, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Wasser, Kultur, Philosophie, Reflexion, Kunst

Diplomarbeit von Oliver Parodi

Einleitung:

Die Arbeit stellt eine freie Reflexion auf den Wasserbau dar. Sie trägt - das Ingenieurwesen ergänzend – philosophische, kulturwissenschaftliche und künstlerische Züge und eignet sich ganz allgemein als Hintergrund- und Horizonterweiterung – speziell für den Ingenieur. Konkrete Anwendung kann diese Studie auch als Vorlage für die Vorlesungs- bzw. Seminargestaltung an Hochschulen bieten, die sich mit dem Thema Wasserbau beschäftigen und ihr Angebot über das rein fachtechnische hinaus ergänzen wollen.

Das Werk gliedert sich in fünf Teile. Der kurze, einführende Prolog (10 S.) steht am Anfang und gibt über Aufgabenstellung, Inhalt und Vorgehensweise Aufschluss. Es folgen drei eigenständige Bände zu Menschen (116 S.), Wasser (112 S.) und Wissenschaft (85 S.), die ohne vorgegebene Reihenfolge rezipiert werden können. Sie sind voneinander unabhängig und jeweils in sich geschlossen. Am Ende schließt der Kommentar (des Autors, 134 S.) mit Aufgreifen der drei Themenblöcke und ihrer Kommentierung die Arbeit ab.

Der Wasserbau - als ingenieurische Disziplin, wissenschaftliche Institution und als menschliches Unterfangen - bildet den Gegenstand dieser Arbeit.

Der Autor hat sich zum Ziel gesetzt, in freier Reflexion über den Wasserbau, ein Bild desselben zu entwerfen, welches Zusammenhänge innerhalb des Wasserbaus, sowie Verflechtungen desselben nach außen hin aufzeigt.

Er möchte seine Kräfte in den Dienst des Wasserbaus stellen und aus diesem heraus Betrachtungen anbringen, die den Bereich des klassischen Wasserbaus zunächst verlassen, aber für diesen im Rückschluß von Interesse und Nutzen sind - und nach Meinung des Autors auch von Bedeutung sein dürften.

Seine Betrachtungen sollen Anregung bieten und der Disziplin des Wasserbaus ergänzend zur Seite stehen.

Als Ausgangspunkt seiner möglichst umfassenden Betrachtungen über den Wasserbau wählt er einen Zugang über die begriffliche Definition des Wasserbaus, sucht sich anhand dieser an den Kern des Wasserbaus anzunähern und von dort aus seine Reise rund um den Wasserbau zu beginnen.

Wasserbau bezeichnet laut Wörterbuch: den Bau von Anlagen im Wasser.

Diese Definition ist, was Aufgabe und Tätigkeit des Wasserbaus als Ingenieurwissenschaft angeht, zu eng gefaßt und zudem überkommen. Allerdings ist diese Definition als Ausgangspunkt geeignet, sich anhand ihrer dem heutigen Stand des Wasserbaus zu nähern und gleichzeitig auf eine weiter gefaßte Begriffsbestimmung des Wasserbaus zuzusteuern, welche der Autor der gesamten vorliegenden Arbeit zugrundelegt und anhand derer er seine Gedanken ausführt.

Nicht die Summe der wasserbaulichen Tätigkeitsfelder, sondern ihr größter gemeinsamer Teiler wäre also zu bilden. Wasserbau wird so nicht im Sinne einer Abgrenzung gegenüber anderen Fachbereichen definiert, sondern über eine Gemeinsamkeit beschrieben, die jeglicher wasserbaulicher Tätigkeit innewohnt. Das Augenmerk soll also auf dem Gemeinsamen all dieser wasserbaulichen Aufgabenbereiche liegen. Der Autor möchte dieses in eine Aussage fassen, die nicht ausschließlich, aber vor allem den Wasserbau beschreibt:

Menschen behandeln Wasser mit Wissenschaft.

Dieser Zusammenhang kann jeglicher wasserbaulichen Unternehmung zugrunde gelegt werden. Er bildet das Gemeinsame, den größten gemeinsamen Teiler des Wasserbaus. Dieser Zusammenhang bleibt allerdings sehr allgemein und bedarf näherer Erläuterung:

Mit dem ‘Be-handeln’ von Wasser sind hier sämtliche Handlungen gemeint, die sich praktisch, aber auch theoretisch, experimentell und virtuell mit dem stofflichen Element Wasser auseinandersetzen. Ein Experiment, das die Qualität von Abwasser zum Gegenstand hat, be-handelt Wasser in diesem Sinne genauso, wie es eine computergestützte Strömungssimulation oder der Bau einer Wasserkraftanlage tun. ‘Mit Wissenschaft’ beinhaltet in diesem Kontext sowohl die reine wissenschaftliche Forschung, als auch ihre Ergebnisse und ihre letzten Endes technischen Umsetzungen. So werden im Bau einer Wasserkraftanlage - oder auch im Rückbau eines Flußabschnittes - eine Vielzahl wissenschaftlicher Erkenntnisse in technische Maßnahmen umgesetzt.

Unter die Aussage: im Wasserbau behandeln Menschen Wasser mit Wissenschaft, möchte der Autor seine Arbeit stellen und den Wasserbau gemäß diesem Zusammenhang gesamtheitlich betrachten.

Steht bei einer gängigen wasserbaulichen Arbeit, bezogen auf die obige Aussage, eine höchst spezifische Handlung im Mittelpunkt der Arbeit, ein Projekt, ein Versuch, ein Computermodell, das ein konkretes wasserbauliches Problem ‘behandelt’, so möchte der Autor seine Betrachtungen gewollt von diesem ‘Behandeln’ lösen und vielmehr die dieses Handeln umgebenden Kategorien: den Menschen, das Wasser und die Wissenschaft betrachten. Diese Kategorien bilden für den Wasserbau immanent wichtige Elemente seines Wesens und charakterisieren in ihrem Zusammenhang sämtliche wasserbaulichen Unternehmungen. Diesen Elementen und ihrem Zusammenhang im Wasserbau ist diese Arbeit gewidmet.

Somit behandelt diese Arbeit kein konkretes, technisch verdichtetes Problem, führt nicht zu einer ähnlich konkreten Lösung und wird auch nicht produktiv - in dem Sinn, daß sie die Entwicklung eines konkreten wasserbaulichen Produktes fördert, oder allgemeiner, den technischen Fortschritt vorantreibt. Vielmehr wohnt dieser Arbeit mit ihren weitläufigen Betrachtungen ein interpunktierendes, reflektierendes und retardierendes Moment inne, was Gelegenheit und Freiraum schafft, in einer gänzlich anderen Weise produktiv zu wirken. So schwingt auch in allen Kapiteln die Frage nach dem ‘Warum’, warum Menschen Wasserbau betreiben, immer offen oder unterschwellig mit.

Der Leser findet Kapitel, die im wesentlichen Autoren anderer Disziplinen zitieren. Diese Vorgehensweise erscheint dem Autor gerechtfertigt, da er seine Aufgabe nicht in der Schaffung neuen Wissens in den jeweiligen Disziplinen, beispielsweise der Kunstgeschichte, Anthropologie oder Philosophie sieht, sondern - als Sammler, Bewahrer und Vermittler - dieses Wissen dem Wasserbau zur Verfügung und zur Internalisierung ans Herz legen möchte.

Der Kommentar des Autors, kann ebenso zu einem beliebigen Zeitpunkt in beliebiger Abfolge der Unterkapitel gelesen werden. Vornehmlich aber möge der Leser im Falle der Verwirrung und bei Aufkommen der Frage nach dem Sinn oder der Berechtigung einer Collage in Form dieser Einzelhefte, zum Kommentar greifen, um dort Ergänzendes über die Motivation des Autors, seine Intention sowie über die Themen Wasser, Menschen, Wissenschaft, deren Zusammenhänge im und als Wasserbau, und das Umfeld des Wasserbaus zu erfahren. Dies kann zur Klärung der einen oder anderen Frage beitragen.

Als Absolvent zum Wasserbauingenieur erstellt der Autor diese Arbeit als Konklusion seines Studiums.

Das Bild, die Collage des Wasserbaus, das in dieser Arbeit entsteht, wird möglicherweise ungewohnt erscheinen, ist es doch weit entfernt von einer nüchternen Beschreibung des Wasserbaus. Es ist ein lebendiges und farbenfrohes Bild, ein mögliches unter vielen, aber auch eines, das es sich lohnt - für den Wasserbau - zu erstellen.

Inhaltsverzeichnis:

Band Menschen
Vorwort 3
Kapitel I
Der Mensch - Ein ökologisches Wesen 4
Einleitung 6
1. Ökologie des Menschen 8
1.1 Allgemein voraussetzende Betrachtungen 8
1.2 Eine historische Betrachtung der Gattung Homo 10
1.3 Begrenzungsdruck 13
Begrenzung durch Hunger 15
Begrenzung durch aggressive Auseinandersetzung 15
Begrenzung durch Krankheit 16
1.4 Der Mensch und die Natur 17
2. Ökologie des Menschen - Von der Steinzeit zum Ackerbau 24
2.1 Ökologie und Ökonomie der Steinzeit 24
2.2 Das Beispiel der !Kung San 26
2.3 Begrenzungsdruck und Antwort der !Kung San 31
2.4 Übergang zum Ackerbau - Der neolithische Weltmodell-Wechsel 34
2.5 Ökologischer Ausblick 38
Schlußbemerkung 41
Kapitel II
Die hydraulische Gesellschaft 42
Einleitung 44
1. Der Weg zur hydraulischen Gesellschaft 45
2. Natürliche Grundlagen der hydraulischen Gesellschaft 48
Mensch und Natur 48
Der natürliche Faktor Wasser 48
Weitere Faktoren 50
Die spezifischen Eigenschaften von Wasser 51
3. Zwingende Bewässerungslandwirtschaft? 53
4. Bewässerungslandwirtschaft 55
Verschiedene Klimata 56
Energieertrag 56
5. Ökonomie der hydraulischen Agrikultur 58
Vorbereitungsarbeiten 58
Schutzarbeiten 59
Organisation der Arbeit 60
Folgen für die Führung 61
Regional unterschiedliche wasserbauliche Maßnahmen 62
Abflußregime und Astronomie 64
Weitere bauliche Unternehmungen 65
Aquädukte 65
Schiffahrtskanäle 66
Straßen 67
Kolossale Verteidigungsanlagen 67
Repräsentative Bauten 68
Wirtschaftliche Vormachtstellung 70
6. Weitere Kennzeichen der hydraulischen Gesellschaft 72
Manager 72
Buchhalter 72
Schriftliches Gedächtnis 72
Wasserverwaltung 73
Post 73
7. Ausübung der Macht 75
Macht nach außen - Das Kriegswesen 75
Macht nach innen 75
Folgen für das Individuum 77
8. Zusammenfassung 79
Kapitel III
Der Mensch - Ein kulturelles Wesen 80
Einleitung 82
Ismael 84
Genesis 94
Ismael 98
Genesis 102
Ismael 105
Anhang: Genesis 110
Band Wasser
An Statt eines Vorwortes 3
Kapitel I
Wasser - Fakten und Erstaunliches 4
Einleitung 6
1. Wasser im Großen 7
1.1 Wasserkreislauf 7
1.2 Flüsse und Seen 9
1.3 Ozeane 10
1.4 Gefrorenes Wasser 15
2. Wasser im Kleinen 17
2.1 Chemisches und Physikalisches 17
Die Struktur von flüssigem Wasser 17
Die Anomalien 19
2.2 Umstrittene Herkunft 22
3. Wasserphänomene 23
3.1 Wolken am Himmel 23
3.2 Feste Wasserstrukturen 24
Das Wunder der Schneeflocke 25
3.3 Optische Phänomene 26
4. Wasser und Leben 29
4.1 Leben im Wasser 29
4.2 Wasser als Lebensumwelt 29
4.3 Wasser im Leben 30
4.4 Leben von Wasser 32
4.5 Leben aus Wasser 33
5. Wasser - Wechselwirkungen und Gedächtnis 35
5.1 Der Mond 35
5.2 Sonne und Planeten 36
5.3 Magnetfelder, Wärmequellen und andere Energien 37
5.4 Gedächtnis und Heilwirkung 39
Schlußbemerkung 42
Kapitel II
Wasser - Ein sozialer Stoff 43
Einleitung 45
Trank Wasser wie das liebe Vieh
Marginalien zur Sozialgeschichte des Umgangs mit Wasser 47
1. Rückständigkeit und lebendiges Gedächtnis 47
2. `Versuch einer Beschreibung von Eiderstedt´ 48
3. Zuviel und zuwenig Wasser 50
4. Indirekte Rede 53
5. Man vergleiche 56
6. Seitenblick auf Literatur: Genauigkeit und Desinteresse 59
7. Wasser-Hierarchien 61
8. Abschweifung nordwärts 63
9. Vergessenes Wasser und Wiederkehr 68
Kapitel III
Wasser - Ein geistiges Kulturgut 74
Einleitung 76
Wasserangst und Wasserfreude in Renaissance und Manierismus 78
1. Wasserangst 78
1.1 Himmelswasser 78
1.2 Meere 82
1.3 Erdadern 89
2. Wasserfreude 94
2.1 Arkadien 94
2.2 „Liebeskampftraum“ 96
2.3 Gärten 102
Band Wissenschaft
Vorwort 3
Kapitel I
Wissenschaft - Eine Denkgeschichte 5
Einleitung 7
Pythagoras 9
Platon und Aristoteles 11
Das Mittelalter und die christliche Lehre 13
Die Renaissance und die aufkommende moderne Wissenschaft 14
Die Wurzeln von Atomismus und Materialismus 20
Newtons Synthese 22
Einsteins Theorien 24
Die Quantentheorie von Bohr bis Schrödinger 26
Ewigkeit und Evolution heute 29
Schluß 30
Kapitel II
Warum gibt es ein wissenschaftliches Zeitalter? 33
Einleitung 35
Warum gibt es ein wissenschaftliches Zeitalter? 36
Kapitel III
Wissenschaft als Kunst 51
Einleitung 53
1. Kunst als Wissenschaft - Ein Renaissance-Experiment 55
2. Kunst - Zwei Theorien 59
Fortschrittsidee 59
Stilpluralismus 63
Kurze Zusammenfassung 66
3. Wissenschaft und Kunst - Die Wirklichkeit 67
4. Wissenschaft als Kunst 73
5. Zusammenfassung 81
Schlußwort 83
Band Kommentar und Anhang
Kommentar 1
Einleitung 3
1. Motivation 6
2. Intention 8
3. Wasserbau - Eine Collage 15
Natur 15
Mensch 15
Kultur 15
3.1 Die Wissenschaft - Stütze des Wasserbaus 18
3.1.1 Wissenschaftliches Zeitalter 18
3.1.2 Metaphysik und Eigenheiten 19
3.1.3 Wissenschaft als Werkzeug 23
3.1.4 Wissenschaftliche Korrektheit 24
3.1.5 Wissenschaft und Mensch 27
3.1.6 Resümee 34
3.2 Wasser - Das Objekt des Wasserbaus 36
3.2.1 Wasser und Mensch 36
3.2.2 Schutz des Wassers 38
3.2.3 Resümee 41
3.3 Der Mensch - Subjekt des Wasserbaus 42
3.3.1 Der Mensch als Wasserbauer 42
3.3.2 Das Interesse an der menschlichen Entwicklung 43
3.3.3 Weltsicht und Ziele des Menschen 47
Der Anthropozentrismus - Weltsicht des klassischen Ingenieurs 48
Der Biozentrismus 50
Der Pathozentrismus 51
Der Holismus 52
Die Mischformen 52
3.3.4 Resümee 53
4. Wasserbau - Der Rahmen 55
4.1 Wasserbau als gesellschaftliche Unternehmung 56
4.1.1 Berechtigung 56
4.1.2 Wechselwirkungen 57
4.2 Wasserbau als kulturelle Unternehmung 59
4.2.1 Wasserbau als Bindeglied zwischen Mensch und Natur 59
4.2.2 Die Frage der Renaturierung und des Naturschutzes 60
4.2.3 Wasserbau als Kunst 62
4.2.4 Zusammenfassung 63
4.3 Wasserbau als Teil der Technik 64
4.4 Wasserbau im Fortschritt 68
4.5 Wasserbau und Wirtschaft 73
4.6 Wasserbau als ethische Unternehmung 75
Ethik Exkurs 76
4.7 Wasserbau als ökologische Unternehmung 79
4.8 Wasserbau als universitäre Lehre 84
4.9 Wasserbau ohne kommentierende Stimme 86
4.10 Resümee und Wunschliste 87
Wünsche und Anregungen des Autors für den Wasserbau 88
Schlußbemerkung 89
Anhang I
Literaturverzeichnis XXXVI

Arbeit zitieren:
Parodi, Oliver September 2002: Der Wasserbau - Eine Collage, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Wasser, Kultur, Philosophie, Reflexion, Kunst

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