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Die Wahl energiepolitischer Instrumente zur Förderung erneuerbarer Energien

Eine vergleichende Analyse ihrer Ursachen in Großbritannien, den Niederlanden und der Bundesrepublik Deutschland

Die Wahl energiepolitischer Instrumente zur Förderung erneuerbarer Energien
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Diplomarbeit von Vera Herhaus

Gang der Untersuchung:

Im Folgenden wird zunächst der Bezugsrahmen entwickelt, mit Hilfe dessen die Länder analysiert werden (vgl. Kap. 1). Anschließend wird die Theorie der implementierten Instrumente erläutert (vgl. Kap. 2).

Die drei folgenden Länderkapitel sind analog aufgebaut. In Kapitel 3 wird Deutschland und in Kapitel 4 Großbritannien untersucht, Kapitel 5 gilt den Niederlanden. Das Vorgehen geschieht nach folgendem Gliederungsschema: Zunächst werden die ökonomisch-technischen und politisch-institutionellen Rahmenbedingungen beschrieben, danach die Problemstruktur erläutert und anschließend die beteiligten Akteure vorgestellt. Abschließend erfolgen jeweils eine Prozessanalyse und eine thesenartige Zusammenfassung.

Die Diplomarbeit schließt mit einem Kapitel, in dem die Ergebnisse der Länderkapitel ausgewertet werden. Sie werden insbesondere auf ihre Verallgemeinerungsfähigkeit hin überprüft, um gegebenenfalls zu generellen Aussagen zu kommen, welche Faktoren ursächlich für die Instrumentenwahl sind (vgl. Kap. 6). Abschließend werden die gewählten Methoden auf ihren Erkenntnisgehalt hin kritisch hinterfragt und der Geltungsbereich der getroffenen Aussagen genannt, sowie der noch bestehende Forschungsbedarf aufgezeigt (vgl. Kap. 7).

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis 4
Abkürzungsverzeichnis 5
Einleitung 7
Bedeutung des Themas 7
Fragestellung und Ziele der Arbeit 9
Methodik 10
Gliederung der Arbeit 12
1. Ansatz 13
1.1 Forschungsstandanalyse 13
1.2 Der analytische Bezugsrahmen 16
1.2.1 Rahmenbedingungen 18
1.2.2 Problemstruktur 19
1.2.3 Akteure 21
1.3 Zusammenfassung 23
2. Instrumente zur Förderung erneuerbarer Energien 24
2.1 Bewertungskriterien 24
2.2 Die Modelle im Überblick 25
2.2.1 Das Ausschreibungsmodell 25
2.2.2 Das Quotenmodell 26
2.2.3 Die Einspeisevergütung 27
2.3 Vergleich der Instrumente 27
2.4 Zusammenfassung 28
3. Die Förderinstrumente in Deutschland 29
3.1 Ökonomisch-technische Rahmenbedingungen 29
3.1.1 Definition und Potentiale erneuerbarer Energien in Deutschland 29
3.1.2 Entwicklung der erneuerbaren Energien 30
3.1.3 Stromerzeugung und Verbrauch 32
3.1.4 Struktur der Stromwirtschaft 34
3.2 Politische-institutionelle Rahmenbedingungen 36
3.2.1 Staatsstruktur 36
3.2.2 Partizipation und Interessenvermittlung 37
3.2.3 Kompetenzverteilung in der Energiepolitik 38
3.3 Problemstruktur 38
3.3.1 Problemdruck 38
3.3.2 Restriktionen 40
3.4 Akteure 42
3.4.1 Politische Akteure 42
3.4.2 Wirtschaftliche Akteure 43
3.4.3 Gesellschaftliche Akteure 45
3.5 Prozessanalyse 45
3.5.1 Situation vor der gesetzlichen Regelung der Einspeisevergütung 45
3.5.2 Einspeisevergütung im Stromeinspeisegesetz (1990-1998) 46
3.5.3 Einspeisevergütung im novellierten Stromeinspeisegesetz (1998-2000) 47
3.5.4 Einspeisevergütung im Erneuerbare-Energien-Gesetz (ab 2000) 47
3.6 Zusammenfassung 48
4. Die Förderinstrumente in Großbritannien 51
4.1 Ökonomisch-technische Rahmenbedingungen 51
4.1.1 Definition und Potentiale erneuerbarer Energien in Großbritannien 51
4.1.2 Entwicklung der erneuerbaren Energien 52
4.1.3 Stromerzeugung und Verbrauch 54
4.1.4 Struktur der Stromwirtschaft 56
4.2 Politisch-institutionelle Rahmenbedingungen 58
4.2.1 Staatsstruktur 58
4.2.2 Partizipation und Interessenvermittlung 59
4.2.3 Kompetenzverteilung in der Energiepolitik 59
4.3 Problemstruktur 60
4.3.1 Problemdruck 60
4.3.2 Restriktionen 62
4.4 Akteure 63
4.4.1 Politische Akteure 63
4.4.2 Wirtschaftliche Akteure 65
4.4.3 Gesellschaftliche Akteure 66
4.5 Prozessanalyse 67
4.5.1 Situation vor Einführung des Ausschreibungsmodells 67
4.5.2 Ausschreibungssystem der Non Fossil Fuel Obligation (1990-1998) 67
4.5.3 Übergang zum Quotenmodell Renewable Obligation (ab 2002) 70
4.6 Zusammenfassung 72
5. Die Förderinstrumente in den Niederlanden 74
5.1 Ökonomische und technische Rahmenbedingungen 74
5.1.1 Definition und Potential erneuerbarer Energien in den Niederlanden 74
5.1.2 Entwicklung der erneuerbaren Energien 75
5.1.3 Stromerzeugung und Verbrauch 77
5.1.4 Struktur der Stromwirtschaft 79
5.2 Politisch-institutionelle Rahmenbedingungen 81
5.2.1 Staatsstruktur 81
5.2.2 Partizipation und Interessenvermittlung 82
5.2.3 Kompetenzverteilung in der Energiepolitik 82
5.3 Problemstruktur 82
5.3.1 Problemdruck 82
5.3.2 Restriktionen 85
5.4 Akteure 86
5.4.1 Politische Akteure 86
5.4.2 Wirtschaftliche Akteure 87
5.4.3 Gesellschaftliche Akteure 88
5.5 Prozessanalyse 89
5.5.1 Freiwillige Vereinbarungen in Umweltplänen 89
5.5.2 Quotenmodell mit Grüne-Label-System (1998-2000) 90
5.5.3 Übergang zum Quotenmodell mit Grüne-Zertifikate-System (ab 2001) 91
5.6 Zusammenfassung 94
6. Vergleich der Ergebnisse 96
6.1 Ökonomisch-technische Rahmenbedingungen 96
6.2 Politisch-institutionelle Rahmenbedingungen 98
6.3 Problemstruktur 100
6.4 Akteure 103
6.5 Ursachen für die Wahl der energiepolitischen Instrumente in Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden 105
6.6 Ansätze zur Verallgemeinerung der Aussagen 108
7. Zusammenfassung und Ausblick 112
8. Literaturverzeichnis 114

Automatisiert erstellter Textauszug:

Politische Akteure Als wichtigster politischer Akteur lässt sich in Deutschland das Parlament ausmachen. Aus seiner Mitte kamen 1990 und 2000 die Initiativen zur Einführung und Fortführung der Einspeisevergütung. Wirtschafts- und Umweltministerium, von verschiedenen Parteien geführt, waren beide mit der Einführung der Einspeisevergütung 1990 einverstanden, standen sich jedoch bei der Frage Ende der 90-er Jahre, ob diese Regelung fortgeführt werden sollte, als Konkurrenten gegenüber: Das Wirtschaftsministerium unterstützte ein effizienteres bzw. marktkonformeres Instrument, das Umweltministerium drang auf die Weiterführung der – hinsichtlich der neu installierten Kapazität – als effektiv wahrgenommen Einspeisevergütung. In Großbritannien trat aufgrund der Einparteienregierung keine Konkurrenzsituation auf. Hier gab die EC den entscheidenden Anstoß, der zur Aufnahme der EE in den Fördermechanismus für Kernenergie führte. Die Zentralregierung gestaltete unter hauptsächlicher Beteiligung des DTI und der Regulierungsbehörde OFFER die bereits bestehende NFFO für die Förderung der EE aus. Erst bei der Planung des Quotenmodells wurden andere Akteure, z. B. das Umweltministerium und das Ministerium für ländliche Entwicklung, beteiligt. In den Niederlanden existierte eine vergleichbare Konkurrenzsituation wie in Deutschland, dadurch dass auch hier Umwelt- und Wirtschaftsministerium von verschiedenen Parteien geführt wurden, die unterschiedliche Zielvorstellungen hatten. Das Wirtschaftsministerium verfolgte eine wirtschaftsverträgliche Förderung (Vorbild: Ausschreibungsmodell in Großbritannien), das Umweltministerium dagegen forderte ein möglichst effektives Instrument (Vorbild: Einspeisevergütung in Deutschland). Die Quote lag als Kompromissvorschlag der Platform Versnelling Energieliberalisering näher bei Vorstellung des Wirtschaftsministeriums und bot zusätzlich die Möglichkeit, das freiwillig erprobte Quotenmodell fortzuführen und die europäische Vorreiterrolle beizubehalten. [...]

Restriktionen Der Ausbau der EE trifft in den Ländern auf Restriktionen unterschiedlicher Art. In Deutschland wurden die Auswirkungen der Förderung auf die Strompreise und den Arbeitsmarkt kontrovers diskutiert, dieses Thema spielte in den Niederlanden und Großbritannien weniger eine Rolle. Lokaler Widerstand von Kommunen und Bevölkerung gegen EE-Anlagen ist in allen drei Ländern zu verzeichnen, in Großbritannien wird er durch überproportional viele Windräder an geeigneten Standorten forciert. In den Niederlanden trägt die dichte Besiedelung zu Nutzungskonflikten bei. Für die Installation einer Windkraftanlage sind eine Umwelt- und eine Baugenehmigung vorgeschrieben. Hierzu müssen lokale Pläne verändert werden, wobei verschiedene Akteure Einfluss ausüben können. Insgesamt dauern die Genehmigungsverfahren in den Niederlanden und Großbritannien bis zu drei Monate länger als in Deutschland. Dort werden seit 1997 bereits im Rahmen der Raumplanung Vorrangflächen [...]

In den Niederlanden lautet der Dreiklang: verlässliche, erschwingliche und saubere Energie. Wie in Großbritannien existierten in den Niederlanden Zielvorgaben, die die Wahl des Förderinstruments beeinflussten. Diese hatte die Regierung Kok im Jahr 1997 mit den Verteilungsunternehmen vereinbart. Das Ziel war der Bau von 1700 MW EE-Anlagenkapazitäten bis 2000. Ein Argument für das Ende der 80-er Jahre gewählte Ausschreibungsmodell in Großbritannien war der kostengünstige Aufbau der Kapazitäten. Ein weiteres war die angestrebte Entwicklung einer EE-Exportindustrie, das zweite energiepolitische Ziel, das durch den Ausbau der EE verfolgt wurde. Die Senkung der Stromgestehungskosten stand im Vordergrund und die Regierung hoffte, die Industrie durch den Wettbewerbsdruck in den Ausschreibungsrunden zu technologischen Innovationen anzuregen, die ihnen beim Export entscheidende Vorteile verschaffen sollten. In den Niederlanden war ein Argument für das 1998 implementierte Quotenmodell mit „Grüne Label“-Handel, dass den freiwillig am Quotenmodell teilnehmenden Verteilungsunternehmen damit ermöglicht werde, die hochgesteckten Zielvorgaben möglichst kosteneffizient zu erreichen. In Deutschland bestand keine Mengenvorgabe, darum konnten vor der Wahl der Einspeisevergütung Anfang der 90-er Jahre die Kosten nicht präzise kalkuliert werden. Mit dem großen Erfolg der Einspeisevergütung und den daraus resultierenden Mehrbelastungen der Unternehmen wurde nicht gerechnet. [...]

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Arbeit zitieren:
Herhaus, Vera Mai 2003: Die Wahl energiepolitischer Instrumente zur Förderung erneuerbarer Energien, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
umweltpolitische Förderinstrumente, Harmonisierungsrichtlinie der EU, Quotenmodell, Festpreissysteme, Ländervergleich

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