Währungsmanagement
Wissenschaftliche Theorie und praktische Umsetzung in global agierenden Unternehmen des Mittelstands
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Manuel Reinhardt
- Abgabedatum: Juni 2003
- Umfang: 100 Seiten
- Dateigröße: 2,2 MB
- Note: 1,4
- Institution / Hochschule: Berufsakademie Villingen-Schwenningen Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-8216-9
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-8216-9 P - ISBN (CD) :978-3-8324-8216-9 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Reinhardt, Manuel Juni 2003: Währungsmanagement, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Wechselkurse, Devisen, Hedging, Risikobegriff, Zinsparität
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Diplomarbeit von Manuel Reinhardt
Einleitung:
Deutschland war im Jahr 2001 weltweit der zweitgrößte Warenexporteur ($570,8 Mrd.) und -importeur ($492,8 Mrd.). Somit sind sämtliche, am internationalen Handel, beteiligten Unternehmen durch das sich hieraus ergebende Währungsrisiko bedroht. Als Folge ihrer wirtschaftlichen Bedeutung in der Bundesrepublik Deutschland sind dies in besonderem Maße die mittelständischen Betriebe. Die Einführung des Euro als gesetzliches Zahlungsmittel in der EWU konnte die Mittelständler nur zum Teil von den Währungsrisiken befreien. Gründe dafür sind zum einen die Dominanz des US-Dollar im internationalen Warenverkehr und zum anderen die Nachfrage nach deutschen Qualitätsprodukten auch aus anderen Währungsräumen (z.B. Japan). Allerdings „...haben die meisten deutschen Unternehmen maximal 40 Prozent ihrer Gesamtforderungen in US-Dollar gegen Währungsrisiken abgesichert.“ Insbesondere die starken Wechselkurschwankungen der letzten Monate haben den KMU verdeutlicht, welche Gefahren sich hinter Währungstransaktionen verbergen können, und dass sie erheblichen Nachholbedarf bei der Absicherung ihrer Währungstransaktionen haben.
„Wir kalkulieren mit Kursen, die deutlich unter dem aktuellen Niveau liegen. Ich weiß schon heute, was ich Mitte des Jahres 2006 für einen Dollar bekomme.“ An dieser Aussage lässt sich nachvollziehen, dass mit Hilfe des Managements von Währungsrisiken erhebliche Vorteile für ein Unternehmen erzielt werden können. Deshalb ist es auch für den global agierenden Mittelstand in Deutschland unerlässlich, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen und bei einem bedrohlichen Ausmaß der Gefahren ein unternehmerisches Management von Devisenrisiken durchzuführen.
Teil eins dieses Werks diskutiert den Mittelstand an sich und seine Bedeutung im Hinblick auf die Wirtschaft in Deutschland. Außerdem wird der Leser in die komplexe Materie des Devisenhandels und die vorherrschenden Usancen auf diesem Markt eingeführt.
Danach wird zunächst eine Differenzierung der unterschiedlichen Währungsrisiken vorgenommen und darauf aufbauend, die Darstellung des Erfordernisses, ein Management solcher Risiken im Unternehmen zu implementieren. Unter Voranstellung eines ausführlichen Überblicks der heute einsetzbaren Hedging-Instrumente erfolgt schließlich die Erörterung des Implementierungsvorgangs eines Währungsmanagements innerhalb der Unternehmung.
Im weiteren Verlauf wird aufgezeigt, wie bei der Realisierung der empirischen Erhebung vorgegangen wurde. Daraufhin folgt die Analyse der befragten Unternehmungen und die Darstellung der Forschungsergebnisse, welche in einem weiteren Schritt mit den wissenschaftlichen Theorien verglichen werden. Hierbei wird aufgezeigt, wann und weshalb von den Normen der Fachliteratur abgewichen wird. Außerdem werden, wenn möglich, Lösungsansätze präsentiert, die eine Optimierung des unternehmerischen Währungsmanagements und dessen Implementierung im wirtschaftlichen Mittelstand ermöglichen könnten.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | I | |
| Abkürzungsverzeichnis | III | |
| Symbolverzeichnis | VI | |
| Abbildungsverzeichnis | VIII | |
| Tabellenverzeichnis | X | |
| 1. | Einführung | 1 |
| 2. | Grundlagen | 2 |
| 2.1 | Wirtschaftlicher Mittelstand’ in Deutschland | 2 |
| 2.1.1 | Definition | 2 |
| 2.1.2 | Struktur | 3 |
| 2.1.3 | Wirtschaftliche Bedeutung | 3 |
| 2.2 | Wechselkurs | 4 |
| 2.2.1 | Definition | 4 |
| 2.2.2 | Notierung und Quotierung | 4 |
| 2.2.3 | System fester Wechselkurse | 5 |
| 2.2.4 | System flexibler Wechselkurse | 6 |
| 2.2.5 | Reale Ausprägungen der Wechselkurssysteme | 6 |
| 2.2.6 | Ausgewählte Einflussfaktoren | 7 |
| 2.2.6.1 | Ausgangsbetrachtung | 7 |
| 2.2.6.2 | Kaufkraftparitätentheorie (Purchasing Power Parity) | 7 |
| 2.2.6.3 | Zinsparitätentheorie (Interest Parity) | 8 |
| 2.2.6.4 | Sonstige Einflussfaktoren | 9 |
| 2.3 | Devisenhandel | 9 |
| 2.3.1 | Devisen | 9 |
| 2.3.2 | Devisenmarkt | 9 |
| 3. | Währungsmanagement | 10 |
| 3.1 | Begriffsklärung | 10 |
| 3.2 | Währungsrisiko | 11 |
| 3.2.1 | Risikobegriff | 11 |
| 3.2.2 | Teilbereiche des Währungsrisikos | 12 |
| 3.2.2.1 | Vorüberlegungen | 12 |
| 3.2.2.2 | Translationsrisiko (Accounting Risk) | 12 |
| 3.2.2.3 | Transaktionsrisiko (Transaction Risk) | 13 |
| 3.2.2.4 | Ökonomisches Risiko (Operating Risk) | 14 |
| 3.3 | Notwendigkeit | 16 |
| 3.3.1 | Gesetzliche Vorgaben | 16 |
| 3.3.2 | Betriebswirtschaftliche Überlegungen | 17 |
| 3.3.3 | Ratingkriterien | 18 |
| 3.4 | Instrumente des Währungsmanagements | 19 |
| 3.4.1 | Unterscheidung der Einsatzbereiche | 19 |
| 3.4.2 | Interne Sicherungsinstrumente | 19 |
| 3.4.2.1 | Währungskredit und -anlage | 19 |
| 3.4.2.2 | Matching und Netting | 19 |
| 3.4.2.3 | Leading und Lagging | 20 |
| 3.4.2.4 | Wahl der Fakturierungswährung | 20 |
| 3.4.3 | Externe Sicherungsinstrumente | 21 |
| 3.4.3.1 | Devisenkassageschäft | 21 |
| 3.4.3.2 | Devisentermingeschäft | 22 |
| 3.4.3.3 | Devisenfuture | 23 |
| 3.4.3.4 | Devisen-Swap | 24 |
| 3.4.3.5 | Devisenoption | 25 |
| 3.4.3.6 | Strukturierte Produkte | 26 |
| 3.5 | Währungsmanagement als Prozess | 26 |
| 3.5.1 | Organisatorische Voraussetzungen | 26 |
| 3.5.2 | Identifizierung | 27 |
| 3.5.3 | Quantifizierung | 28 |
| 3.5.4 | Analyse | 29 |
| 3.5.5 | Steuerung | 31 |
| 3.5.6 | Überwachung und Reporting | 33 |
| 4. | Währungsmanagement im wirtschaftlichen Mittelstand: Eine empirische Analyse | 33 |
| 4.1 | Methodologie der empirischen Untersuchung | 33 |
| 4.2 | Ergebnisse | 35 |
| 4.2.1 | Organisation des Währungsmanagements | 35 |
| 4.2.2 | Exposure-Konzepte | 36 |
| 4.2.3 | Strategien und Instrumente des Hedgings | 38 |
| 4.2.4 | Kontrolle | 40 |
| 4.3 | Vergleich und kritische Betrachtung von Untersuchungsergebnis und akademischer Literatur | 41 |
| 5. | Schlusswort | 43 |
| Anhang | 45 | |
| Literatur- und Quellenverzeichnis | 78 | |
| Versicherung | 87 |
Als Ergänzung ist es unerlässlich, ein Stressszenario zu simulieren (worst case oder crash Szenario), welches eine extrem ungünstige Wechselkursentwicklung abbildet. Die Prognosen können auf Grundlage historischer Wechselkursdaten, externer Studien und subjektiver Einschätzungen erstellt werden.143 Weitere Vorteile dieser Methode gegenüber VaR und CFaR liegen darin, dass auch Chancen ermittelt werden. Hierdurch werden spätere Entscheidungen bei der Risikosteuerung durch ein Chance/Risiko-Profil erleichtert. Durch die unterschiedlichen Szenarien kann die Sensitivität bestimmter Monate überprüft werden und somit auch, welche Absicherungen in welchem Monat nötig sind. Schließlich beschäftigt sich der Währungsmanager durch die Prognostizierung sehr gründlich mit der Wechselkursproblematik, was sich besonders positiv auf das Bewusstsein für Währungsrisiken im Betrieb auswirkt.144 [...]
Cash Flow-Schwankung ermitteln. Ebenso wie beim VaR werden hier Standardabweichungen und Erwartungswerte der Wechselkurse für die Berechnung eingesetzt.142 Die Verfahren VaR und CFaR erfordern von den Unternehmen die Anwendung einer besonderen Software und die Vorhaltung enormer, statistischer Datenbanken. Betriebe im Bereich der mittelständischen Wirtschaft können sich dies jedoch oft nicht leisten bzw. verfügen nicht über eine schnittstellenfähige Controllingsoftware. Eine Alternative bietet sich hier mit der Szenarioanalyse an. Ausgangspunkt dieses Verfahrens sind Prognosen, mit deren Hilfe mehrere Wechselkursszenarien für die einzelnen Währungspaare gebildet werden. Das Prognoseintervall sollte entsprechend der Exposurezeitachse gewählt werden. Um eine ausreichende Aussagekraft zu erlangen, reicht es gleichwohl nicht aus, ein oder zwei Szenarien aufzustellen. Das Unternehmen sollte mögliche Wechselkursentwicklungen in folgender Weise prognostizieren: [...]
nicht überschritten wird.139 Unter diesen Bedingungen kommt besonders der Anforderung von ‚normalen’ Marktbedingungen große Bedeutung zu. Die Analyse der Währungsrisiken sowie sämtlicher anderer Risiken auf Basis des VaR fußt regelmäßig auf der Annahme, dass Wechselkursänderungen normalverteilt sind.140 Ein Problem bei der Anwendung der VaR-Methode für die Analyse von Währungsrisiken ist, dass die Unterstellung der Normalverteilung umstritten ist. Begründet wird dies oft dadurch, dass die Annahme teilweise zum Unterschätzen von Risiken führt und somit nicht die tatsächliche Gefährdung des Unternehmens widerspiegelt. Auch die Vergangenheitsorientierung ist kein Garant dafür, dass die Wechselkursentwicklung in Zukunft ebenfalls gemäß den beobachteten Bewegungen abläuft. Der Sachverhalt, dass sich im Währungsmanagement von Nichtbanken viele Positionen auf Zahlungsströme beziehen, legt den modifizierten Einsatz des Value at Risk bei Nichtbanken nahe. Da nicht die Überwachung der Eigenhandelsbestände an Finanzprodukten im Vordergrund steht, ist i.d.R. auch die Annahme einer Haltedauer von wenigen Tagen (üblich bei VaR-Modellen von Banken) nicht geeignet.141 Zur Behebung der soeben dargestellten Nachteile eignen sich besonders im Währungsmanagement die sog. Cash [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832482169
Arbeit zitieren:
Reinhardt, Manuel Juni 2003: Währungsmanagement, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Wechselkurse, Devisen, Hedging, Risikobegriff, Zinsparität



