Währungsmanagement mit Devisentermingeschäften und Devisenoptionen
- Art: Fachbuch
- Autor: Katja Lindenlaub
- Abgabedatum: Juli 2005
- Umfang: 90 Seiten
- Dateigröße: 539,7 KB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Aachen Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8428-0535-4
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8428-0535-4 P - ISBN (CD) :978-3-8428-0535-4 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Lindenlaub, Katja Juli 2005: Währungsmanagement mit Devisentermingeschäften und Devisenoptionen, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Unternehmen, Währungsrisiko, Risikomanagement, Wechselkurs, Absicherungsinstrument
In den Warenkorb
49,50 €
Fachbuch von Katja Lindenlaub
Problemstellung:
Zielsetzung dieser Arbeit ist es, das Währungsmanagement sowie die Absicherungsinstrumente Devisentermingeschäft und Devisenoption vorzustellen und deren Einsatzmöglichkeiten zu thematisieren.
In der vorliegenden Arbeit wird zunächst auf das Währungsmanagement, das Währungsrisiko sowie auf die Relevanz der Wechselkurse für die Unternehmen eingegangen. Um zu verdeutlichen, wie offene Währungspositionen abgesichert werden können, werden die Absicherungsinstrumente Devisentermingeschäft und Devisenoption sowie verschiedene Absicherungsstrategien vorgestellt. Im Anschluss daran erfolgen Ausführungen über Anwendungsbeispiele und Anwendungsprobleme sowie deren Lösungsmöglichkeiten. Danach wird auf die Bilanzierung von Finanzinstrumenten nach IAS 39 eingegangen, sowie eine Schlussbetrachtung vollzogen.
Das Thema dieser Arbeit ist von großer Aktualität. Der Export sowie der Import haben für Deutschland eine große Bedeutung. Es existieren viele international tätige Unternehmen, deren wirtschaftlicher Erfolg von den Wechselkursveränderungen beeinflusst wird. Um das daraus resultierende Risiko rational steuern zu können, ist ein effektives Währungsmanagement unumgänglich geworden. Dennoch sichern viele Unternehmen ihre Währungsrisiken nicht bzw. nicht in genügendem Ausmaß ab und haben aufgrund der starken Wechselkursschwankungen der letzten Jahre erhebliche Verluste zu tragen.
Es kann jedoch keine generelle Empfehlung zur Anwendung der einzelnen Absicherungsinstrumente und Absicherungsstrategien gegeben werden, da die Wahl von vielen Faktoren beeinflusst wird. Welche Risiken abgesichert werden können, wann sich welche Instrumente eignen, welche Probleme bei einer gewünschten Absicherung entstehen und wie diese gelöst werden können bzw. wo die Grenzen der jeweiligen Strategien liegen, wird im Rahmen dieser Arbeit thematisiert.
Einleitung:
Deutschland war im Jahr 2003 weltweit der größte Warenexporteur mit Ausfuhren in Höhe von 746,74 Mrd. USD und der zweitgrößte Warenimporteur mit Einfuhren in Höhe von 600,42 Mrd. USD.
Auch nahmen in den letzten Jahren in Deutschland sowohl die Exporte als auch die Importe kontinuierlich zu.
Durch die Steigerung des globalen Warenaustausches sowie durch die Dominanz des USD im internationalen Wettbewerb werden Verträge zwischen Unternehmen aus unterschiedlichen Währungsgebieten in der Regel in USD geschlossen. Dies erhöht die dem Währungsrisiko unterliegenden Positionen eines Unternehmens. Der durchschnittliche Tagesumsatz an den Devisenmärkten erhöhte sich von 15 Mrd. USD im Jahr 1973 auf 1.210 Mrd. USD im Jahr 2001. Auch sind durch den globalen Wettbewerb die Gewinnmargen der Unternehmen kleiner geworden, so dass auch bereits eine geringfügige Veränderung des Wechselkurses den Unternehmenserfolg wesentlich beeinflussen kann.
Der Wechselkurs beschreibt das Verhältnis zwischen zwei Währungen und definiert, wie viele Einheiten ausländischer Währung für eine Einheit inländischer Währung zu zahlen sind. Diese Mengennotierung ersetzte im Rahmen der Euroeinführung die Preisnotierung und stellt somit die aktuelle amtliche Notierung in Deutschland dar.
Auch wenn sich durch die Einführung des EUR als gesetzliches Zahlungsmittel für viele Unternehmen im europäischen Währungsgebiet die Währungsrisiken reduziert haben, sind Währungsrisiken bei Transaktionen in anderen Währungen unverändert von hoher Bedeutung, nicht zuletzt auch aufgrund der zunehmenden Ausweitung und Globalisierung der Handelsströme. Zu den Rahmenbedingungen gehört die bereits angesprochene Dominanz des USD im internationalen Handel und weiterhin die Nachfrage nach europäischen Qualitätsprodukten auch aus anderen Währungsgebieten wie bspw. Fernost. Ferner rücken die Märkte in Europa, Asien und den USA aufgrund der vielseitigen Kommunikationstechniken immer mehr zusammen.
Schlagzeilen mit dem Wortlaut „Starker EUR frisst VW Gewinn“ oder „Dollar belastet BMW Gewinn“ belegen die Aktualität des Themas. Vergleichbare Probleme haben auch viele andere Unternehmen wie bspw. Siemens, Porsche, Philips, DaimlerChrysler und Boss.
Seit den achtziger Jahren hat die Wechselkursentwicklung des USD das Ergebnis der europäischen Automobilindustrie beeinflusst. Das Handelsblatt schreibt in der Ausgabe vom 04/05.05.2005, dass bei BMW das Vorsteuerergebnis trotz eines Quartalumsatzrekords um etwa 5% auf 812 Mio. EUR - bei erwarteten 830 Mio. EUR – sank. Dies sei u.a. auf den schwachen USD und eine höhere Wettbewerbsintensität zurückzuführen. BMW wurde kritisiert, sich nicht in genügendem Ausmaß gegen das Währungsrisiko abgesichert zu haben. Sollte der USD schwach bleiben, wird das - aufgrund der Wichtigkeit des amerikanischen Marktes - das Ergebnis von BMW stark negativ beeinflussen.
VW hatte Anfang 2003 lediglich unter 40% des Währungsrisikos abgesichert. Nachdem der Neun-Monats-Gewinn in Nordamerika dann um über 90% sank, sicherte der neue Finanzvorstand in 2004 etwa 70% des USD Risikos ab. DaimlerChrysler sicherte das Währungsrisiko in 2004 zu fast 100% ab.
Verschiedene Untersuchungen zeigen, dass Unternehmen unabhängig von der Größe in der Regel die Währungsrisiken zu wenig absichern. Dies belegt einen erheblichen Handlungsbedarf bei den Unternehmen bezüglich der Absicherung von Währungstransaktionen.
Die Auswirkungen von Wechselkursveränderungen können in gleichem Ausmaß das Unternehmensergebnis beeinflussen wie die Produktion und Vermarktung der Produkte. So kann bei einem fehlenden Währungsmanagement das gesamte operative Jahresergebnis aufgrund einer ungünstigen Wechselkursentwicklung verloren gehen oder sogar darüber hinaus einen Verlust begründen.
In den letzten Jahren traten immer häufiger starke Wechselkursschwankungen an den internationalen Devisenmärkten auf. So kann eine Aufwertung des EUR gegenüber dem USD den Unternehmenserfolg bei europäischen Exportunternehmen sehr negativ beeinflussen.
Die Differenz des Wechselkurses lag bspw. zwischen dem Tiefstkurs im Oktober 2000 mit 0,8160 USD/EUR und dem Kurs im Dezember 2004 mit 1,3600 USD/EUR bei 0,5440 USD/EUR. Das bedeutet - vom Tiefstpunkt aus betrachtet - eine Aufwertung des EUR von etwa 67%. In den letzten Wochen vollzog sich wieder eine kleinere Abwertung des EUR.
Seit Anfang der siebziger Jahre wurde das Wechselkursrisiko immer bedeutender, nicht zuletzt deshalb, weil sich die Länder mit frei handelbaren Währungen von etwa 35 auf heute etwa 140 erhöhten.
All dies erhöhte den Stellenwert von Absicherungsmöglichkeiten und schärfte das Problembewusstsein für die Notwendigkeit eines effektiven Währungsmanagements bei international tätigen Unternehmen.
Neben der klassischen Absicherung gegen Wechselkursrisiken mit Devisentermingeschäften gewannen in den letzten Jahren immer mehr auch Devisenoptionen an Bedeutung.
Inhaltsverzeichnis:
| Abkürzungsverzeichnis | 5 | |
| Abbildungsverzeichnis | 6 | |
| Tabellenverzeichnis | 6 | |
| 1. | Einleitung | 7 |
| 2. | Währungsmanagement | 11 |
| 2.1. | Definition | 11 |
| 2.2. | Aufgaben | 12 |
| 3. | Währungsrisiko | 14 |
| 3.1. | Transferrisiko | 14 |
| 3.2. | Währungseventualrisiko | 15 |
| 3.3. | Wechselkursrisiko | 16 |
| 4. | Relevanz der Wechselkurse | 20 |
| 4.1. | Wechselkursprognose | 20 |
| 4.2. | Konsequenzen aus Wechselkursveränderungen | 21 |
| 4.3. | Bestimmungsfaktoren für Wechselkursgewinne bzw. Wechselkursverluste | 23 |
| 5. | Absicherungsinstrumente | 27 |
| 5.1. | Devisentermingeschäfte | 30 |
| 5.2. | Devisenoptionen | 37 |
| 5.2.1. | Definition | 37 |
| 5.2.2. | Gewinn- und Verlustpotential | 38 |
| 5.2.3. | Berechnung der Optionsprämie | 43 |
| 6. | Absicherungsstrategien | 45 |
| 6.1. | Vollabsicherung | 46 |
| 6.2. | Absicherungsverzicht | 47 |
| 6.3. | Teilabsicherung | 48 |
| 6.4. | Absicherung innerhalb eines Kurssicherungskanals | 52 |
| 7. | Anwendungsbeispiele | 57 |
| 7.1. | Vertragsabschlüsse | 57 |
| 7.2. | Angebotsabgaben | 61 |
| 8. | Anwendungsprobleme | 71 |
| 8.1. | Währung | 71 |
| 8.2. | Laufzeit | 72 |
| 8.3. | Betrag | 77 |
| 9. | Bilanzierung von Finanzinstrumenten nach „IAS 39“ | 78 |
| 10. | Schlussbetrachtung | 81 |
| Literaturverzeichnis | 85 |
Bei den Strategien der Wechselkurssicherung existieren die Strategie der Vollabsicherung, die Strategie des Absicherungsverzichtes und die Strategie der Teilabsicherung. Ferner kann eine Absicherung innerhalb eines bestimmten Kurssicherungskanals erfolgen. Während die Strategie der Vollabsicherung und die Strategie des Absicherungsverzichts eindeutig definiert sind, muss bei der Strategie der Teilabsicherung noch darüber entschieden werden, in welchem Ausmaß Absicherungsmaßnahmen ergriffen werden sollen und welche Höhe, welcher Zeitraum und in welcher Währung abgesichert werden soll. Die Vollabsicherung und die Teilabsicherung stellen aktive Absicherungsstrategien, der Absicherungsverzicht stellt eine passive Absicherungsstrategie dar.158 Die Teilabsicherung sowie der Absicherungsverzicht ähneln der Spekulation, da Wechselkursprognosen lediglich mit erheblicher Unsicherheit erstellt werden können und diese beiden Strategien somit ein erhöhtes Wechselkursrisiko begründen.159 Die Wahl der Strategie ist abhängig von der jeweiligen Wechselkursprognose, der entsprechenden offenen Währungsposition,160 den individuellen Unternehmenszielen, der Risikobereitschaft und der Risikotragfähigkeit des Unternehmens, den Absicherungskosten sowie der Geeignetheit der einzelnen Absicherungsinstrumente.161 Nach der Festlegung der zu verfolgenden Strategie erfolgt der Einsatz der entsprechenden Absicherungsinstrumente.162 [...]
Der Zeitwert der Option ist der Bestandteil der Optionsprämie, den der Inhaber der Option zusätzlich zum inneren Wert zu zahlen hat, er ist in der Regel positiv und bezeichnet den Wert der Wahrscheinlichkeit eines zukünftigen Gewinnes oder das Risiko eines zukünftigen Verlustes an innerem Wert. Dem Stillhalter dient der Zeitwert der Option als Prämie für das Risiko, dass der Inhaber der Option diese ausübt. Für den Inhaber begründet er die Möglichkeit, bei einer Ausübung der Option Gewinne zu erzielen. Der Zeitwert wird bestimmt vom Verhältnis des aktuellen Kassakurses zum Basispreis. Er sinkt ebenso, wenn die Option weit aus dem Geld ist, da die Wahrscheinlichkeit, dass die Option ausgeübt wird, niedrig ist, wie wenn sie tief im Geld ist, da die Option dann in der Regel ausgeübt wird. Ist die Option am Geld, ist er am höchsten. Auch wird der Zeitwert von der Restlaufzeit sowie von der Volatilität der zugrundeliegenden Währung in der Vergangenheit und den Erwartungen des Marktes beeinflusst. Sowohl bei einer langen Restlaufzeit als auch bei einer hohen Volatilität erhöht sich die Unsicherheit über die Vorteilhaftigkeit der Ausübung.156 Da man bei Fälligkeit der Option lediglich den inneren Wert realisieren oder die Option wertlos verfallen lassen kann, ist der Zeitwert bei Fälligkeit gleich Null.157 [...]
5.2.3. Berechnung der Optionsprämie Die Optionsprämie ist der Preis, den der Käufer dem Verkäufer für das Optionsrecht zahlt. Sie besteht aus dem inneren Wert und dem Zeitwert. Der innere Wert der Option errechnet sich aus der Differenz aus dem Basispreis und dem aktuellen Kassakurs der jeweiligen Währung. Hat ein europäischer Exporteur eine amerikanische EUR-Call-Option erworben und liegt der aktuelle Kassakurs des USD über dem Basispreis, ist die Option im Geld und der innere Wert positiv. Der Inhaber wird die Option ausüben bzw. bei gegebener Restlaufzeit wieder verkaufen. Liegt der aktuelle Kassakurs des USD hingegen unter dem Basispreis, hat der innere Wert einen Wert von Null, da er aufgrund der nicht bestehenden Verpflichtung zur Ausübung nicht negativ werden kann. Bei vorhandener Restlaufzeit der Option kann der Inhaber abwarten, ob die Option an Wert gewinnt. Den erhaltenen USD-Betrag wird er zu einem niedrigeren Wechselkurs am Kassamarkt in EUR umtauschen. Hat ein europäischer Importeur eine amerikanische EUR-Put-Option erworben und liegt der aktuelle Kassakurs des USD unter dem Basispreis, ist die [...]
In den Warenkorb
49,50 €
Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783842805354
Arbeit zitieren:
Lindenlaub, Katja Juli 2005: Währungsmanagement mit Devisentermingeschäften und Devisenoptionen, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Unternehmen, Währungsrisiko, Risikomanagement, Wechselkurs, Absicherungsinstrument



