Die Vorteilhaftigkeit der vertikalen Integration von Touristikkonzernen
Eine transaktionskostentheoretische Analyse am Beispiel der Flugzeugflotten
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Christoph Teubert
- Abgabedatum: Juni 2003
- Umfang: 52 Seiten
- Dateigröße: 441,7 KB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Universität Passau Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-7270-2
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-7270-2 P - ISBN (CD) :978-3-8324-7270-2 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Teubert, Christoph Juni 2003: Die Vorteilhaftigkeit der vertikalen Integration von Touristikkonzernen, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Transaktionskosten, Reiseveranstalter, Tourismus, Strategie, Unternehmensintegration
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Diplomarbeit von Christoph Teubert
Einleitung:
Seit Ende der Neunzigerjahre gibt es in der deutschen und europäischen Reiseveranstalter-Branche einen zunehmenden Trend zu horizontaler und vertikaler Integration. Neben der Übernahme anderer Reiseveranstalter werden vermehrt vor- und nachgelagerte Wertschöpfungsstufen, wie Hotels, Zielgebietsagenturen, Fluggesellschaften, Reisebüros und Reiseversicherer eingegliedert.
Bei Flugpauschalreisen ist ein Reiseveranstalter für die Beförderung der Urlauber in die jeweiligen Zielgebiete verantwortlich, wobei er seine Kunden von konzernunabhängigen Charterfluggesellschaften, Kooperationspartnern oder eigenen Flugzeugen in die Urlaubsgebiete transportieren lassen kann.
So befördert beispielsweise der Reiseveranstalter Öger Tours seine Kunden mit der konzernunabhängigen Fluggesellschaft Aero Lloyd, Rewe-Touristik transportiert seine Urlauber mittels seines Kooperationspartners LTU International Airways und TUI fliegt seine Gäste u.a. mit der konzerneigenen Fluggesellschaft Hapag-Lloyd in die jeweiligen Urlaubsgebiete.
Soll der Transport der Reisenden mit konzerneigenen Flugzeugen erfolgen, muss ein Reiseveranstalter eine Fluggesellschaft integrieren.
Im Rahmen dieser Arbeit wird untersucht, ob für einen Reiseveranstalter die Integration einer Fluggesellschaft unter transaktionskostentheoretischen Gesichtspunkten vorteilhaft ist. Dabei wird folgendermaßen vorgegangen:
In den Kapiteln 2, 3 und 4 wird untersucht, welche Transaktionskostenvor- bzw. -nachteile die interne Organisation im Rahmen der Vertrags-, Organisations- und Steuerungskosten gegenüber dem Markt und der Kooperation aufweist. Dabei werden die Transaktionskostenvor- und -nachteile danach beurteilt, in welchem Maße sie die Rentabilität der Integration beeinflussen.
In Kapitel 5 werden anschließend zusammenfassend alle analysierten Transaktionskostenvorteile der internen Organisation den Transaktionskostennachteilen gegenübergestellt.
Die Akquisition einer Fluggesellschaft erweist sich als vorteilhaft, wenn die interne Organisation gegenüber dem Markt und der Kooperation Transaktionskostenvorteile besitzt, die über die Kosten der Integration, bestehend aus Transaktionskostennachteilen und Investitionssumme, hinausgehen.
Bei der Analyse wird sich ausschließlich auf den deutschen Reiseveranstalter-Markt beschränkt, da sich eine Untersuchung mehrerer Länder als zu umfangreich erweisen würde.
Im Folgenden wird von „Reiseveranstalter“ gesprochen, wenn es sich um ein nicht-integriertes Unternehmen handelt, d.h., wenn ein Reiseveranstalter seine Flugkapazitäten über den Markt oder von einem Kooperationspartner bezieht. Der Begriff „Touristikkonzern“ wird verwendet, wenn auf einen Reiseveranstalter Bezug genommen wird, der über eine eigene Flugzeugflotte verfügt.
Inhaltsverzeichnis:
| INHALTSVERZEICHNIS | I | |
| ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS | II | |
| ABBILDUNGSVERZEICHNIS | III | |
| TABELLENVERZEICHNIS | III | |
| KAPITEL 1 | EINLEITUNG | 1 |
| KAPITEL 2 | VERTRAGSKOSTEN | 3 |
| 2.1 | VERTRAGSKONZEPTION | 3 |
| 2.2 | VERTRAGSREVISION | 7 |
| KAPITEL 3 | ORGANISATIONSKOSTEN | 13 |
| 3.1 | ORGANISATIONSSTRUKTUR | 13 |
| 3.2 | PERSONALMANAGEMENT | 17 |
| KAPITEL 4 | STEUERUNGSKOSTEN | 20 |
| 4.1 | AUSLASTUNGSMANAGEMENT | 20 |
| 4.2 | QUALITÄTSMANAGEMENT | 27 |
| KAPITEL 5 | ZUSAMMENFASSUNG | 32 |
| ANHANG | GESPRÄCHSPROTOKOLL HERR BAAKE | IV |
| LITERATURVERZEICHNIS | VIII | |
| EIDESSTATTLICHE ERKLÄRUNG | XVI |
Ferner können Reibungskosten anfallen, wenn die Mitarbeiter einer Fluggesellschaft die Unternehmenskultur oder Führungskräfte des Touristikkonzerns nicht akzeptieren („Clash of Corporate Cultures“).90 Ein solches Akzeptanzproblem gibt es derzeit bei TUI. Da kein ausgebildeter Touristiker im Vorstand vertreten ist, fällt es einigen Mitarbeitern in der augenblicklichen Unternehmenslage schwer, Entscheidungen der Geschäftsleitung, wie z.B. die Gründung der neuen Billig-Marke Discount Travel, nachzuvollziehen.91 Damit die Reibungsverluste der Eingliederung möglichst gering bleiben, ist die Durchführung von Integrationsmaßnahmen notwendig. Nach der Akquisition des Reiseveranstalters Nouvelles Frontières wurde beispielsweise das TUI-Vorstandsmitglied Ralf Corsten nach Frankreich entsandt, um die Integration von oberster Managementebene aus umzusetzen.92 Zudem werden Reibungsverluste verringert, indem durch Schulungen den neuen Mitarbeitern die Ziele und Unternehmenswerte des Touristikkonzerns vermittelt werden.93 Durch diese notwendigen Eingliederungsmaßnahmen entstehen Integrationskosten. Nicht nur im Falle der Unternehmensakquisition, sondern auch im Falle einer Kooperation sind Anpassungsmaßnahmen im Personalbereich nötig. Die Kooperationsvereinbarung wird zwar durch die Unternehmensleitung geschlossen, die Umsetzung erfolgt i.d.R. jedoch auf Mitarbeiterebene. Stehen Mitarbeiter der Kooperation ablehnend gegenüber, ist der Erfolg der Geschäftsbeziehung gefährdet.94 Die von der Zusammenarbeit betroffenen Angestellten müssen folglich von der Vorteilhaftigkeit der Kooperation überzeugt werden. Dies ist vor allem wichtig, wenn es sich um eine sehr enge Zusammenarbeit handelt oder sehr spezifische Investitionen getätigt werden. Bei der Kooperation entstehen folglich Integrationskosten in Form von Überzeugungskosten. Bezieht ein Reiseveranstalter seine Flugkontingente über den Markt, sind keine Integrationsmaßnahmen erforderlich. Die interne Organisation und [...]
Funktionsbereichen „Auslastungsmanagement“, „Personal“ und „Finanzen“ (Buchstaben A, B und C) kommen.86 Auch die Praxis zeigt, dass solche Kompetenzüberlagerungen auftreten. TUI wird vorgehalten, dass aufgrund vieler Unternehmenskäufe und erworbener Beteiligungen in den Unternehmenseinheiten TUI AG und TUI Deutschland Arbeiten mehrfach verrichtet werden.87 Die Restrukturierungskosten, die nach der Integration in einem Touristikkonzern anfallen, sind höher als die Restrukturierungskosten, die durch die Ernennung eines Kooperationsbeauftragten bzw. durch Einrichtung einer Abteilung „Beteiligungen/ Kooperationen“ verursacht werden. Da bei der marktlichen Koordination keine Restrukturierungsmaßnahmen durchgeführt werden müssen, entsteht bei der internen Organisation ein Transaktionskostennachteil. Diesem Transaktionskostennachteil ist besonders hohes Gewicht beizumessen, da er im hohen Maße die Rentabilität der Integration negativ beeinflussen kann. Dies vor allem, wenn die Restrukturierungsmaßnahmen sehr umfangreich sind und über einen langen Zeitraum andauern. [...]
Zudem muss beachtet werden, dass sich Synergieeffekte oft als kleiner erweisen als im Vorfeld prognostiziert wurde und dass Synergieeffekte durch gleichzeitig auftretende Transaktionskostennachteile vermindert werden.72 Um diese Transaktionskostennachteile zu vermeiden, müssen beispielsweise Restrukturierungsmaßnahmen im Bereich der Unternehmensleitung vorgenommen werden.73 Da die neu hinzugekommenen Aufgabenbereiche mit den bestehenden Aufgabenbereichen koordiniert werden müssen,74 wird durch die Integration die Steuerung eines Touristikkonzerns komplexer.75 Durch diese gestiegene Komplexität kann aufgrund beschränkter Rationalität ein Informationsüberfluss auftreten,76 der dazu führen kann, dass der Geschäftsführung eine effiziente Leitung des Gesamtunternehmens erschwert wird.77 Dieser Mangel kann behoben werden, indem operative Entscheidungen an die einzelnen Funktionsbereiche abgegeben werden78 und die Unternehmensleitung sich nur noch strategischen Aufgaben zuwendet (Dezentralisation).79 Weitere Restrukturierungsmaßnahmen werden erforderlich, da durch die Integration die Kostenkontrollfunktion und der Leistungsanreiz des Marktes80 verloren gehen.81 Der Verlust dieser Marktfunktionen kann bewirken, dass sich die Mitarbeiter auf den Abnahmegarantien des eigenen Konzerns „ausruhen“.82 Eine Anpassung der Organisationsstruktur muss dafür sorgen, dass die Kostenkontrollfunktion und der Leistungsanreiz des Marktes internalisiert werden. Dies kann geschehen, indem einzelne Funktionsbereiche als Profit-Center geführt werden.83 Die Funktionsbereiche „Kontingent- [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832472702
Arbeit zitieren:
Teubert, Christoph Juni 2003: Die Vorteilhaftigkeit der vertikalen Integration von Touristikkonzernen, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Transaktionskosten, Reiseveranstalter, Tourismus, Strategie, Unternehmensintegration



