Die Vorteilhaftigkeit eines IFRS-Abschlusses bei der Kapitalbeschaffung
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Jürgen Siemens
- Abgabedatum: Januar 2005
- Umfang: 68 Seiten
- Dateigröße: 497,1 KB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-4286-6
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-4286-6 P - ISBN (CD) :978-3-8324-4286-6 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Siemens, Jürgen Januar 2005: Die Vorteilhaftigkeit eines IFRS-Abschlusses bei der Kapitalbeschaffung, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: International, Basel II, Abschluss, IFRS, Kredit
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Diplomarbeit von Jürgen Siemens
Einleitung:
Die Globalisierung der Kapitalmärkte und die damit verbundene wachsende Konkurrenzfähigkeit stellen die Unternehmen vor immer neue Herausforderungen.
Die Beschaffung von Kapital und die große Bedeutung günstiger Finanzierungskosten zum Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit führen die Unternehmen dazu, ihre Bilanzierung zukünftig stärker auf die Informationsbedürfnisse der Investoren auszurichten.
Die Bilanzierung nach HGB mit ihren starken Einflüssen auf Ausschüttungs- und Steuerbemessung der Handelsbilanz und den hohen Gläubigerschutzaspekten wird von den großen deutschen Unternehmen in Anbetracht der Offenlegung von geeigneten Informationen oft vernachlässigt.
Die neuen gesetzlichen Anforderungen (Mindestanforderungen an das Kreditgeschäft) und eine unzureichende Vorbereitung auf das neue Rating-Verfahren nach Basel II machen eine mögliche Bilanzierung nach internationalen Gesichtspunkten auch für kleine und mittelständische Unternehmen interessant.
Im Zuge der Harmonisierung der internationalen Rechnungslegung sind die kapitalmarktorientierten Unternehmen laut EU-Verordnung ab dem Jahre 2005 zu einer Bilanzierung im Konzernabschluss nach IFRS verpflichtet. Des Weiteren sieht diese Verordnung ein Wahlrecht vor, dass es den Mitgliedsstaaten überlässt, die Anwendung der IFRS sowohl im Konzernabschluss der übrigen Unternehmen als auch im Einzelabschluss aller Unternehmen vorzuschreiben oder zu gestatten.
Vor diesem Hintergrund kann man davon ausgehen, dass sich im Verlauf der nächsten Jahre die Jahresabschlüsse aller Unternehmen europaweit annähern werden.
Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, herauszuarbeiten, inwieweit die Bilanzierung nach IFRS den Unternehmen Vorteile bei der Kapitalbeschaffung verschafft.
Dafür werden die Anforderungen der jeweiligen Adressaten an den Abschluss aufgezeigt und hinterfragt. Letztendlich soll durch die Zusammenfassung der Vorteile und Nachteile die Zweckmäßigkeit einer Einführung der IFRS für alle Marktteilnehmer erörtert werden.
Die Bilanzierungspraxis hat im Laufe der letzten Jahre einige grundlegende Veränderungen durchlaufen. Die Anwendung der IFRS ist ab dem 01.01.2005 Pflicht für alle kapitalmarktorientierten Unternehmen. Hinzu kommt die Möglichkeit für nicht kapitalmarktorientierte Unternehmen, freiwillig nach IFRS zu bilanzieren.
Im zweiten Kapitel wird eine kurze Übersicht über Entwicklungen und Möglichkeiten gegeben, die zum Übergang auf einen IFRS-Abschluss beigetragen haben.
In den zentralen Kapiteln drei und vier erfolgt eine genauere Untersuchung der Kapitalbeschaffung und der Rolle der Unternehmensdarstellung. Zunächst werden Entwicklungen in der Kapitalbeschaffung aufgezeigt und die Finanzierungsformen näher betrachtet. Darauf aufbauend werden die verschiedenen Adressaten eines Abschlusses und ihre jeweiligen Anforderungen an diesen herausgestellt.
Im vierten Kapitel werden die verschiedenen Anforderungen an den Abschluss auf Basis der IFRS hinsichtlich der Aspekte Gläubigerschutz, tatsächliche Lage, Prognosefähigkeit, Vergleichbarkeit und Nutzen für die Unternehmensführung analysiert und getestet.
Kapitel fünf fasst die Erkenntnisse aus der Überprüfung der Anforderungen zusammen. Hierbei wird diese Betrachtung um sonstige Aspekte ergänzt.
Anhand der Ergebnisse wird die eingangs aufgestellte Hypothese überprüft, ob die Anwendung von IFRS den Unternehmen in Bezug auf die Kapitalbeschaffung tatsächlich Vorteile bringen kann.
Mit einem Ausblick auf die zukünftige Entwicklung soll die Arbeit abgeschlossen werden.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | I | |
| Abbildungsverzeichnis | III | |
| Abkürzungsverzeichnis | IV | |
| 1. | Ausgangslage, Hypothese und Ziel der Untersuchung | 1 |
| 1.1 | Ausgangslage | 1 |
| 1.2 | Hypothese und Ziel der Untersuchung | 2 |
| 1.2.1 | Hypothese | 2 |
| 1.2.2 | Ziel der Untersuchung | 2 |
| 1.3 | Gang der Untersuchung | 2 |
| 2. | Der Übergang auf einen IFRS-Abschluss | 4 |
| 2.1 | Harmonisierung der Rechnungslegung in Deutschland | 4 |
| 2.1.1 | Gesetzgeberische Initiativen zur Erweiterung des HGB | 4 |
| 2.1.2 | Die Anwendung internationaler Rechnungslegungsstandards lt. EU-Verordnung vom 14.09.2002 | 5 |
| 2.2 | Ausgestaltung und Unterschiede | 6 |
| 2.2.1 | Entwicklung der IFRS und Ausgestaltung | 6 |
| 2.2.2 | Grundlegende Unterschiede zwischen IFRS und HGB | 7 |
| 2.3 | Ziele des IFRS-Abschlusses im Vergleich zum HGB-Abschluss | 8 |
| 2.3.1 | Erhöhung der Transparenz | 8 |
| 2.3.2 | Verbesserung der Vergleichbarkeit | 9 |
| 2.3.3 | Vereinfachung grenzüberschreitender Investitionen und Kapitalflüsse | 10 |
| 2.4 | Ausbreitung der IFRS im deutschen Kapitalmarkt | 11 |
| 3. | Kapitalbeschaffung und die Rolle der Unternehmensdarstellung | 13 |
| 3.1 | Rahmenbedingungen und Entwicklungen | 13 |
| 3.1.1 | Neue Wege in der Kapitalbeschaffung | 13 |
| 3.1.2 | Umbruch in der Finanzierungspraxis | 14 |
| 3.1.2.1 | Einführung der MaK | 14 |
| 3.1.2.2 | Neuregelungen nach Basel II | 14 |
| 3.1.2.3 | Die neue Bedeutung des Rating | 15 |
| 3.2 | Finanzierungsformen | 16 |
| 3.2.1 | Systematik der Finanzierungsformen | 16 |
| 3.2.1.1 | Eigenkapitalgeber | 16 |
| 3.2.1.2 | Fremdkapitalgeber | 17 |
| 3.2.1.3 | Mischformen | 17 |
| 3.2.2 | Unterschiede zwischen den Interessensgruppen? | 17 |
| 3.3 | Adressaten und Funktionen des Abschlusses | 19 |
| 3.3.1 | Grundsatz der Abschlusserstellung | 19 |
| 3.3.2 | Ausgewählte Adressaten und die Relevanz des Abschlusses | 19 |
| 3.3.2.1 | Kreditinstitute | 19 |
| 3.3.2.2 | Kapitalmarkt | 20 |
| 3.4 | Zusammenfassung: Anforderungen bei der Kapitalbeschaffung an den Abschluss | 21 |
| 4. | Überprüfung der Anforderungen auf Vorteilhaftigkeit | 23 |
| 4.1 | Gläubigerschutz | 23 |
| 4.1.1 | Gläubigerschutz und Anlegerschutz | 23 |
| 4.1.2 | Die Rolle des Gläubigerschutzes im Sinne der EU-Rechnungslegung | 24 |
| 4.1.3 | Institutioneller und informationeller Gläubigerschutz | 24 |
| 4.1.4 | Konzernabschluss und Einzelabschluss | 24 |
| 4.1.5 | Zusammenfassung | 25 |
| 4.2 | Tatsächliche Lage | 26 |
| 4.2.1 | Wahlrechte und Ermessensspielräume | 26 |
| 4.2.2 | Bilanzpolitische Spielräume der IFRS | 27 |
| 4.2.3 | Grenzen der bilanzpolitischen Spielräume | 28 |
| 4.2.4 | Zusammenfassung | 29 |
| 4.3 | Prognosefähigkeit | 30 |
| 4.3.1 | Anwendung von Prognosen bei der Unternehmensbewertung | 30 |
| 4.3.1.1 | Begriff und Grundlage | 30 |
| 4.3.1.2 | Arten und Ziele der Prognose | 30 |
| 4.3.2 | Grundvoraussetzungen für eine zuverlässige Prognose | 31 |
| 4.3.3 | Zusammenfassung | 32 |
| 4.4 | Vergleichbarkeit | 33 |
| 4.4.1 | Grundsatz der Vergleichbarkeit | 33 |
| 4.4.1.1 | Zwischenbetrieblicher Vergleich | 33 |
| 4.4.1.2 | Zeitlicher Vergleich | 34 |
| 4.4.2 | Grenzen durch uneinheitliche Anwendung | 34 |
| 4.4.3 | Rating auf Basis eines HGB/IFRS-Abschlusses | 35 |
| 4.4.4 | Zusammenfassung | 36 |
| 4.5 | Unternehmensführung | 36 |
| 4.5.1 | Veränderungen durch die Umstellung auf IFRS | 36 |
| 4.5.2 | Verbesserungen im internen Rechnungswesen | 37 |
| 4.5.2.1 | Controlling | 37 |
| 4.5.2.2 | Risikomanagement | 37 |
| 4.5.2.3 | Strategische Unternehmensführung | 38 |
| 4.5.3 | Zusammenfassung | 38 |
| 5. | Zusammenfassung der Ergebnisse, Überprüfung der Hypothese und Ausblick | 40 |
| 5.1 | Zusammenfassung der Ergebnisse | 40 |
| 5.2 | Sonstige Aspekte | 42 |
| 5.2.1 | Anforderungen an das Management | 42 |
| 5.2.2 | Zeit und Kosten | 42 |
| 5.3 | Überprüfung der Hypothese | 43 |
| 5.4 | Ausblick | 44 |
| Anhang | 46 | |
| Literaturverzeichnis | 53 |
Verzerrungen im Abschluss nach HGB treten auch durch die steuerpolitischen Einflüsse auf, die nach dem Prinzip der umgekehrten Maßgeblichkeit136 steuerliche Ansatz- und Bewertungsprinzipien in den handelsrechtlichen Abschluss einfließen lassen. Die Erstellung des Jahresabschlusses nach IFRS scheint ohne Vorsichtsprinzip und aufgrund des true and fair view der Bilanzierung nach HGB weit überlegen zu sein.137 Diese Tatsache lässt darauf schliessen, dass die Bilanzierung nach IFRS deutlich weniger „abschlusspolitische Gestaltungsmöglichkeiten“138 zulässt und damit einen höheren Informationsgrad sichert.139 Auch eine steuerpolitisch bedingte Verzerrung ist nicht gegeben.140 Engel-Ciric141 behauptet entgegen dieser Tatsachen, dass die IFRS viele offene und verdeckte Wahlrechte beinhalten, die durch ihre bilanzpolitische Ausgestaltung zu großen Unstimmigkeiten führen. Im Folgenden gilt es aufzuklären, inwieweit diese ein Gestaltungspotential im Rahmen der Erstellung eines IFRS-Abschlusses bieten. [...]
Aufgrund der Feststellung, dass der institutionelle Gläubigerschutz das oberste Ziel, den Kapitalerhalt im Falle der Insolvenz, verfehlt hat und es nur geringe Harmonisierungen im europäischen Haftungs- und Insolvenzrecht gibt130, scheint die Erstellung eines IFRS-Abschlusses sinnvoll. Der IFRS-Abschluss stellt eine breitere Informationsbasis für alle Abschlussadressaten dar und trägt durch den konzeptionellen Ansatz der „decision usefulness“ zum informationellen Gläubigerschutz bei.131 Diese Tatsache führt dazu, dass den Unternehmen voraussichtlich die Möglichkeit der Offenlegung eines IFRS-Einzelabschlusses zu Informationszwecken gegeben wird.132 Abschließend gilt es zu bedenken, dass der Entzug maßgeblicher Anteile des Kapitals eines Unternehmens in Form von thesaurierten Gewinnen oder Rückstellungen vor den Investoren, der unter Gläubigerschutzaspekten getroffen wurde, keine optimale Basis zur Kapitalbeschaffung bietet [...]
Finanzlage des Schuldnerunternehmens ist durch die Konsolidierung und Abbildung im Konzernabschluss nicht mehr gegeben. Konzern- und Einzelabschluss zusammen bilden erst eine Informationsbasis für die Beurteilung der Finanzsituation durch die Gläubiger. Die Verpflichtung zur Anwendung der IFRS muss also auch auf den Einzelabschluss ausgeweitet werden, um dem informationellen Gläubigerschutz gerecht zu werden und nicht zu einer Benachteiligung123 von Gläubigern kapitalmarktorientierter Unternehmen zu führen, die zu IFRS verpflichtet sind.124 Es gibt jedoch auch Aspekte, die gegen eine Verpflichtung zu IFRS auf den Einzelabschluss Einzelabschlusses sprechen. angesehen Watrin125 wird126, merkt an, dass der Wegfall Kommt der das Ausschüttungsbemessungsfunktion, die traditionell als wesentliche Aufgabe des Gläubiger benachteilige. Unternehmen durch die höheren Dividendenausschüttungen in eine wirtschaftliche Schieflage, so tragen allein die Gläubiger die Risiken des unternehmerischen Engagements.127 [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832442866
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