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Vorteilhaftigkeit und Grenzen des "Beyond Budgeting"- Ansatzes

Vorteilhaftigkeit und Grenzen des "Beyond Budgeting"- Ansatzes
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Oliver Brinkmann
  • Abgabedatum: Januar 2004
  • Umfang: 71 Seiten
  • Dateigröße: 1,1 MB
  • Note: 2,3
  • Institution / Hochschule: Leuphana Universität Lüneburg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-7927-5
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-7927-5 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-7927-5 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Brinkmann, Oliver Januar 2004: Vorteilhaftigkeit und Grenzen des "Beyond Budgeting"- Ansatzes, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Budgetierung, Controlling, Balanced Scorecard, Planung, Unternehmenssteuerung

Diplomarbeit von Oliver Brinkmann

Einleitung:

Budgets und Budgetierung besitzen in der heutigen Unternehmenspraxis erhebliche Bedeutung. Kaum ein Unternehmen kommt ohne den alljährlichen Budgetierungsprozess aus. Budgets als wertmäßige Darstellung der Unternehmensplanung stecken dabei den Rahmen ab, in dem sich die Aktivitäten nach dem Willen der Unternehmensführung vollziehen sollen, und werden als Werkzeuge zur Unternehmensplanung, -steuerung und -überwachung genutzt. Es gibt aber auch viele Praktiker und Akademiker, die die klassische Budgetierung kritisieren und als nicht geeignet betrachten, um der steigenden Komplexität und Dynamik in der Unternehmensumwelt zu begegnen. Hoher Ressourcenverbrauch, Inflexibilität und disfunktionales Verhalten von Mitarbeitern werden dabei besonders häufig an der Budgetierung kritisiert. So regen einige Kritiker eine Reform des klassischen Budgetierungssystems unter dem Begriff „Better Budgeting“ bzw. „Advanced Budgeting“ an. Ziel dieses Ansatzes ist es, die Budgetierung flexibler und weniger aufwändig zu gestalten.

Einen ganz anderen Ansatz wählen Hope und Fraser. Sie entwickelten in Zusammenarbeit mit dem ‚Beyond Budgeting Round Table’ (BBRT) das Beyond Budgeting Modell. Generell wird dies mit „jenseits der Budgetierung“ übersetzt oder auch radikaler als „steuern ohne Budgets“ bezeichnet. Beyond Budgeting steht für ein Steuerungsmodell, das Budgets, absolute Ziele und fixe Pläne in Frage stellt und schließlich ganz beseitigen will. Die erforderlichen Funktionen der Budgetierung sollten durch andere modernere Instrumente wahrgenommen werden, die erst durch den Verzicht auf Budgets ihre volle Leistung entfalten könnten. Schließlich müsse die Entwicklung vom hierarchischen Führungsmodell zu einer Netzwerkorganisation konsequent vorangetrieben werden. Beyond Budgeting bedeutet also nicht nur das Verzichten auf die Budgetierung, sondern es ist ein alternatives kohärentes Managementmodell. Unter einem Managementmodell soll im Zusammenhang mit Beyond Budgeting das Steuerungsmodell der Organisation als Ganzes und die Gesamtheit aller Prinzipien, Instrumente, Prozesse und Praktiken verstanden werden.

Obwohl der Beyond Budgeting Ansatz von Managern und Controllern auf den ersten Blick häufig als unrealistisch und überzogen eingeschätzt wird, da wesentliche Grundlagen ihres Controlling-Systems in Frage gestellt werden, wird Beyond Budgeting in letzter Zeit in Literatur und Presse immer stärker propagiert. Diese Arbeit hat zum Ziel den Beyond Budgeting Ansatz vorzustellen und den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Diskussion darzulegen. Die neuen Lösungsansätze sollen auf ihre jeweiligen Stärken und Schwächen hinterfragt werden. Dabei wird auf die konzeptionelle Eignung und auf ihre Implementierbarkeit in der Praxis eingegangen.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1
1.1 Idee und Zielsetzung 1
1.2 Gliederung 3
2. Das Modell der Budgetsteuerung 4
2.1 Begriffsbestimmungen 4
2.2 Ursprung und Geschichte 6
2.3 Einordnung der Budgetierung in das Planungs- und Kontrollsystem 7
2.3.1 Definition Planung und Kontrolle 7
2.3.2 Planungstypen 9
2.4 Planungsformen bei der Budgeterstellung 10
2.5 Funktionen der Budgetierung 12
2.6 Kritikpunkte an der Budgetsteuerung 14
3. Das Beyond Budgeting Modell 18
3.1 Veränderungen in der Unternehmensumwelt 18
3.2 Anforderungen an ein neues Managementmodell 20
3.3 Der BBRT (Beyond Budgeting Round Table) 21
3.4 Grundlagen des Beyond Budgeting Modells 22
3.4.1 Die konzeptionellen Grundlagen des Beyond Budgeting Modells 22
3.4.2 Die Prinzipien flexibler Management- und Steuerungprozesse 25
3.4.3 Die Führungsprinzipien radikaler Dezentralisierung 32
3.5 Alternative Techniken zur Unternehmenssteuerung 37
3.5.1 Der Shareholder Value Ansatz 38
3.5.2 Benchmarking 39
3.5.3 Die Balanced Scorecard 40
3.5.4 Prozesskostenmanagement (Activity Based Management) 41
3.5.5 Customer Relationship Management 42
3.5.6 Rolling Forecasts 43
3.6 Die Umsetzung des Beyond Budgeting Modells 44
3.6.1 Strategien zur Implementierung 44
3.6.2 Praxisbeispiel: Svenska Handelsbanken 46
3.7 Bewertung des Beyond Budgeting Modells 52
3.7.1 Bewertung aus konzeptioneller Sicht 52
3.7.2 Bewertung aus Implementierungssicht 55
3.7.3 Kritikpunkte am Beyond Budgeting Modell 57
4. Fazit 58

Automatisiert erstellter Textauszug:

Die Zielsetzung des Beyond-Budgeting-Konzeptes im Bereich des Managements und der Führung liegt in der Betonung von Dezentralisierung und lokaler Autonomie und in einer Managementkultur, die Vertrauen, Offenheit und fairen internen und externen Wettbewerb fördert. Operative Manager sollen sich wie eigenständige Unternehmer verhalten. Sie sind selbständig für Strategie, Risikomanagement und Ressourceneinsatz zuständig. Das Management der Gesamtgruppe definiert Unternehmenswerte, Grenzen, Ausrichtungen sowie Richtlinien für Strategieentwicklung und Entscheidungsfindung.95 Die mittlere Managementebene wird nicht überflüssig. Sie ist die horizontale Verbindung zwischen den Einheiten und sorgt dafür das Wissen und Kompetenzen über die ganze Organisation verteilt werden.96 Solche Veränderungen sind jedoch mehr als nur Prozessveränderungen. Es sind Veränderungen in der Unternehmenskultur.97 [...]

Abbildung 5: Von der hierarchischen Führung zum Netzwerk (Quelle: BBRT, URL: http://www.bbrt.org [Stand: 15.01.04] leicht modifiziert) Abbildung 5 zeigt die Wandlung der traditionellen „M-Form“ (multidivisional organisation) als Führungsstruktur zu einer Netzwerkorganisation, der „N-Form“. Beim traditionellen Modell sind die obersten Führungskräfte die Wissensquellen. Sie übernehmen die strategische Planung und die Ressourcenverteilung. Auf der mittleren Managementebene wird der Ressourcenverbrauch kontrolliert. Außerdem treten sie als Bindeglied zwischen oberen Führungskräften und marktnahen Mitarbeitern auf. Die Manager der marktnahen Einheiten sorgen für die Ausführung der vorgegebenen Pläne. Diese Strukturen wurden eingeführt um das Wachstum von Unternehmen zu unterstützen, indem sie die Komplexität der einzelnen Managementaufgaben reduzieren und verteilen.93 In Zeiten als Kapital die Schlüssel-Ressource des Unternehmens darstellte, war dies eine erfolgreiche Unternehmensorganisation. Im heutigen Informationszeitalter führt sie jedoch zu einer Suboptimierung des ganzen Systems. Das Wissen konzentriert sich zu sehr an der Spitze und entmündigt Mitarbeiter und operative Manager. Der wichtigste Produktivfaktor heutiger Unternehmen, das Wissenskapital der Mitarbeiter, wird ignoriert.94 [...]

Die Analyse der finanziellen Daten wird schnell durchgeführt und beschränkt sich auf relevante Informationen. Gleitende Trendanalysen vermeiden den Fokus auf das Kalenderjahr. Die jährliche Planung wird durch einen kontinuierlichen Prozess der Kostenüberwachung verknüpft mit rollierender Planung ersetzt. Dadurch wird der Druck auf die Kosten permanent aufrecht erhalten. Zur Bereitstellung eines zeitnahen Ausblicks der finanziellen Ergebnisse sollten rollierende ‚Forecasts’ verwendet werden. Diese sind auf die wichtigen Daten begrenzt (z.B. Auftragseingang, Umsatz, Ergebnis, Cash Flow). Sie ermöglichen die Konsolidierung und Steuerung der Finanzmittel und unterstützen das operative Management bei der Entscheidungsfindung. Dieser Prozess sollte auf mehrere, miteinander verzahnte Zyklen aufbauen. Monatliche Vorhersagen betrachten das kommende Quartal; vierteljährlich rollierende ‚Forecasts’ decken ein Jahr ab, jährliche rollierende ‚Forecasts’ schauen vier Jahre in die Zukunft und ein jährlich durchgeführter strategischer Planungsprozess schaut zehn Jahre in die Zukunft. Key Performance Indikatoren (KPI) sollten zur Definition von Zielen und zur Steuerung eingesetzt werden. Diese Schlüsselkennzahlen basieren auf den kritischen Erfolgsfaktoren eines Unternehmens. Es kommen rückwärtsschauende (nachlaufende) oder vorausschauende (vorlaufende) Indikatoren zum Einsatz. Üblicherweise werden nur wenige Indikatoren verwendet, die allerdings der jeweiligen Managementebene angepasste sind. Alle Indikatoren zusammen zeichnen ein Bild der aktuellen Leistung und wahrscheinliche Ergebnisse der nahen Zukunft. Die aktuelle Leistung wird also durch eine KPI ausgedrückt und nicht im Vergleich zu einem Budget. Da eine Genauigkeit zu 100% bei der Vorhersage unmöglich ist, müssen Bandbreiten für die Zielvorgabe verwendet werden. Leistungsranglisten informieren Manager über relative Leistungen und den Umfang an in der Zukunft erforderlichen Verbesserungen. Das oberste Management steuert anhand von Ausnahmefällen, ungewöhnlichen Mustern und Trends, die vielleicht eine Veränderung im Kundenverhalten andeuten. Es sind oftmals diese Veränderungen, die zu einer Leistungsüberprüfung und einer Planüberarbeitung führen. [...]

Arbeit zitieren:
Brinkmann, Oliver Januar 2004: Vorteilhaftigkeit und Grenzen des "Beyond Budgeting"- Ansatzes, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Budgetierung, Controlling, Balanced Scorecard, Planung, Unternehmenssteuerung

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