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Vorgesetztenbeurteilung als Möglichkeit zur Weiterentwicklung der sozialen Kompetenz von Führungskräften

Eine empirische Untersuchung

Vorgesetztenbeurteilung als Möglichkeit zur Weiterentwicklung der sozialen Kompetenz von Führungskräften
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Maren Heye
  • Abgabedatum: Februar 1999
  • Umfang: 168 Seiten
  • Dateigröße: 983,8 KB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Münster Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-2287-5
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-2287-5 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-2287-5 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Heye, Maren Februar 1999: Vorgesetztenbeurteilung als Möglichkeit zur Weiterentwicklung der sozialen Kompetenz von Führungskräften, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: soziale Kompetenz, kommunikative Kompetenz, Vorgesetzten-Feedback, Vorgesetztenbeurteilung, Aufwärtsbeurteilung

Diplomarbeit von Maren Heye

Einleitung:

Schon seit Heraklit von Ephesos ist bekannt, daß das einzig Beständige der Wandel ist. Gegenwärtig ist zu beobachten, wie sich in der Arbeitswelt turbulente Veränderungsprozesse abzeichnen, die durch Intensivierung und Globalisierung des Wettbewerbs sowie technologische Innovationen hervorgerufen werden. Diese Entwicklungen stehen im Zusammenhang mit einem gesellschaftlichen Wertewandel, der gruppenübergreifend gekennzeichnet ist durch eine Zunahme des Wunsches nach Selbstverwirklichung und Autonomie bei gleichzeitigem Rückgang der Pflicht- und Akzeptanzwerte. Damit einher geht ein veränderter Anspruch an die berufliche Arbeit, die den hohen Anforderungen, wie interessante Tätigkeit, Selbstverwirklichung und mehr Verantwortung, nicht mehr gerecht werden kann. Es findet eine verstärkte Hinwendung zu außerberuflichen Bereichen statt mit dem Ziel, in der Freizeit die nicht erfüllten Ansprüche zu befriedigen.

Dieser wirtschaftliche und gesellschaftliche Wandel erfordert von den Unternehmen permanente Anpassungsprozesse. Dadurch werden die Organisationsmitglieder immer wieder vor neuen Herausforderungen gestellt, denn nur durch sie können die notwendigen kontinuierlichen Veränderungen bewirkt werden. Die Schwierigkeit ist, alte Denkmuster abzulegen und neue zu erlernen. Dies ist ein langwieriger Prozeß, denn: "Menschen sind keine trivialen Maschinen, die sich auf Knopfdruck bewegen. Das System »Mensch« ist zwar durch externe Einflüsse beeinflußbar, aber nicht steuerbar. Der Mensch verändert sich nur, wenn er selbst es will." Den Führungskräften kommt im Rahmen der Veränderungsprozesse eine herausragende Rolle zu, da sie als Multiplikator über den Führungsprozeß Einfluß auf das ganze Unternehmen und somit auf ihre Mitarbeiter ausüben. Im Zuge der Abkehr von der tayloristischen Arbeitsteilung und der Hinwendung zu verstärkter Teamarbeit stellt die soziale Kompetenz, wie z. B. Integrationskraft, kommunikative Kompetenz und vor allem Teamfähigkeit, eine notwendige Führungseigenschaft dar. Sie ist die Basiskompetenz, um Entscheidungen und Strategien in einer lebendigen Organisation durchzusetzen, den Wandel zu managen und die Grundlagen für eine lernende Organisation zu schaffen. Von den sozialen Fähigkeiten ist insbesondere die Kommunikation als Führungsinstrument weiterzuentwickeln, denn "wer eine innovative Unternehmenskultur schaffen will, ... der muß dies seinen Mitarbeitern kommunizieren und seine Visionen mit ihnen austauschen". Zudem lassen sich Führungsprobleme primär auf unzulängliche Kommunikation im Unternehmen zurückführen.

Die wachsende Komplexität von Aufgaben und Problemen hat fortlaufende Veränderungen in der Rolle und Funktion der Führungskräfte zur Folge. Die Vorgesetztenbeurteilung ist ein personalpolitisches Instrument, welches die kommunikative Auseinandersetzung mit diesen Veränderungen initiiert. Um dem permanenten Wandel im Führungsverständnis gerecht zu werden, brauchen Manager offene und konstruktive Kritik durch ihr Umfeld, insbesondere durch ihre Mitarbeiter. Auf diese Weise erhalten sie die Möglichkeit zur Korrektur und Anpassung ihres Verhaltens. Der Weg zu einer hierarchiefreien Kommunikation wird geebnet.

Inhaltsverzeichnis:

Abkürzungsverzeichnis IV
Abbildungsverzeichnis VI
Tabellenverzeichnis VIII
1. Einleitung 1
1.1 Im Wandel stabil bleiben oder Stabilität im Wandel suchen 1
1.2 Gang der Untersuchung 3
2. Anforderungen an Führungskräfte 9
2.1 Das neue Führungsverständnis 10
2.2 Soziale Kompetenz: eine bedeutende Schlüsselqualifikation zum erfolgreichen Führen 13
2.3 Es ist unmöglich, nicht zu kommunizieren 15
2.3.1 Kommunikationsmodelle 17
2.3.2 Aspekte der zentralen Relevanz kommunikativer Kompetenz 21
3. Überblick zur Vorgesetztenbeurteilung 24
3.1 Beurteilung: Ein alltägliches Phänomen 24
3.2 Grundlagen der Vorgesetztenbeurteilung 27
3.2.1 Philosophie und Einbindung in die Unternehmenskultur 27
3.2.2 Funktionen und Ziele 31
3.3 Phasen und Ablauf 33
3.3.1 Planung und vorbereitende Maßnahmen 33
3.3.1.1 Entscheidungen von grundsätzlicher Bedeutung 33
3.3.1.2 Fragebogenkonstruktion 36
3.3.1.3 Maßnahmen zur Steigerung der Akzeptanz 38
3.3.2 Ergebnisrückmeldung und Vereinbarung von Maßnahmen 40
3.3.2.1 Rückmeldung an die Führungskraft 41
3.3.2.2 Rückmeldung an die Mitarbeiter 42
3.3.2.3 Einleitung von Verbesserungsmaßnahmen 45
4. Kritische Betrachtung der Vorgesetztenbeurteilung 47
4.1 Funktionale und dysfunktionale Wirkungen 47
4.2 Widerstände der Prozeßbeteiligten 47
4.3 Relativierter Stellenwert der Ergebnisse 52
5. Hintergründe und Vorgehensweise der Untersuchung 57
5.1 Ablauf der Vorgesetzteneinschätzung 57
5.2 Prozeßrückmeldung zur Vorgesetzteneinschätzung 61
5.2.1 Nutzen und Ablauf der Prozeßrückmeldung 61
5.2.2 Entwicklung der Fragebögen 64
5.2.3 Qualität der Daten 68
5.2.4 Auswertung 69
5.2.5 Untersuchungsziel und Vorgehensweise 71
6. Darstellung und Analyse der empirischen Ergebnisse 73
6.1 Beschreibung und Analyse der Ergebnisse der Prozeßrückmeldung 73
6.1.1 Basis für Veränderungsprozesse 73
6.1.2 Information der Mitarbeiter im Vorfeld der Implementierung 84
6.1.3 Ergebnisrückmeldung an die Mitarbeiter 85
6.1.3.1 Art und Weise der Rückmeldung 85
6.1.3.2 Teamgesprächssituation 91
6.1.3.3 Offener Meinungsaustausch versus Diskussion der Ergebnisse 97
6.1.3.4 Qualität der Rückmeldung 103
6.1.3.5 Verbindung zu den Ergebnissen der Vorgesetzteneinschätzung 104
6.1.4 Förderung der Kommunikation durch den Vorstand 107
6.1.5 Veränderungen durch die Vorgesetzteneinschätzung 109
6.2 Zusammenfassung der wesentlichen Ergebnisse 111
7. Handlungsempfehlungen 114
Anhangverzeichnis 118
Literaturverzeichnis 143
Eidesstattliche Erklärung 154

Automatisiert erstellter Textauszug:

- in einer hierfür reifen Unternehmenskultur“1. In der Praxis wird anstelle von Vorgesetztenbeurteilung häufig von Vorgesetzten-Feedback, Feedback-Gespräch oder auch Vorgesetzteneinschätzung gesprochen. Diese Synonyme werden verwendet, um sich bewußt von dem Begriff „Beurteilung“ zu distanzieren, da er Konsequenzen suggeriert, die in der Regel nicht angestrebt werden, wie z. B. Minderung des Gehalts der Führungskräfte oder Statusverlust.2 Bei der Vorgesetztenbeurteilung handelt es sich weniger um eine Beurteilung im traditionellen Sinne, sondern vielmehr „um eine Facette in einem umfassenden Organisations- und Teamentwicklungsprozeß“3. Dabei fungiert die Vorgesetztenbeurteilung erfahrungsgemäß als Initialzündung von Organisationsveränderungsprozessen, da im Rahmen der angestrebten Diagnose und Entwicklung von Führung im Unternehmen Informationen generiert werden, die Handlungsnotwendigkeiten auslösen.4 Ein einmal durch die Vorgesetztenbeurteilung angestoßener Prozeß kann demnach nicht mehr ohne Schaden für das Unternehmen abgebrochen werden.5 In diesem Zusammenhang ist Organisationsentwicklung als „Philosophie“ der Veränderungsgenerierung in Organisationen aufzufassen.6 [...]

Die am meisten verbreitete und am ehesten akzeptierte Form der Personalbeurteilung ist die Mitarbeiterbeurteilung durch den direkten Vorgesetzten.1 Selten dagegen wird in Europa die Kollegenbeurteilung, die auch als Peer-Rating oder Gleichgestelltenbeurteilung bezeichnet wird, praktiziert.2 Die Selbstbeurteilung erlangt ihre praktische Relevanz in erster Linie durch die somit ermöglichte Gegenüberstellung von Selbstund Fremdbild, wobei letzteres in der Regel im Rahmen einer Mitarbeiterbeurteilung und im zunehmenden Maße auch im Zuge einer Vorgesetztenbeurteilung erstellt wird.3 Dabei ist zu festzustellen, daß die Selbstbeurteilung häufig positiver ausfällt als die entsprechende Fremdbeurteilung. Dies wird damit begründet, daß eine Tendenz zur Überschätzung der eigenen Person besteht, um das Selbstwertgefühl nicht zu gefährden.4 Bezüglich der Vorgesetztenbeurteilung wird auf die nachfolgenden Abschnitte verwiesen. [...]

ne Interaktion die Basisvoraussetzung für effizientes Arbeiten.1 Ferner verdient im Zuge eines immer härter werdenden Kampfs um Marktanteile und Kunden die immaterielle Qualität der Produkte verstärkte Beachtung. Wettbewerbsvorteile lassen sich demzufolge vor allem durch Werbung, Service und kundenorientierte Beratung generieren, wobei diese Maßnahmen mit einem hohen Aufwand an Kommunikation verbunden sind.2 Die Weiterentwicklung der Kommunikationsfähigkeit und deren Anpassung an die technologischen Neuheiten wird zum entscheidenden Erfolgsfaktor. Anzustreben ist somit eine innovative und auf Vertrauen basierende Kommunikationskultur, die von allen Beteiligten ein hohes Maß an kommunikativer Kompetenz erfordert. Insofern zeichnet sie sich u. a. dadurch aus, daß der Umgang miteinander auf Akzeptanz und Verständnis basiert. Des weiteren sind die Kommunikationspartner fähig, Gedankengänge logisch darzustellen und bereit, Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen. Sie verwenden Ich-Botschaften, scheuen sich nicht, Gefühle zu artikulieren und sind authentisch in ihrem Verhalten. Identifizierte Probleme und Konflikte werden ohne Umschweife benannt und angegangen. Zudem sind sie Neuerungen der Kommunikationstechnologie gegenüber aufgeschlossen und nutzen die daraus resultierenden Möglichkeiten. Die Interaktion ist geprägt von Meinungsvielfalt, innerhalb derer Feedback geben und aktives Zuhören selbstverständliche Elemente jedes Gesprächs sind.3 Diese Charakterisierung zeigt, daß vor allem bezogen auf die Konfliktfähigkeit der Übergang zwischen den Elementen der kommunikativen und sozialen Kompetenz (s. Kapitel 2.2) fließend ist. [...]

Arbeit zitieren:
Heye, Maren Februar 1999: Vorgesetztenbeurteilung als Möglichkeit zur Weiterentwicklung der sozialen Kompetenz von Führungskräften, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
soziale Kompetenz, kommunikative Kompetenz, Vorgesetzten-Feedback, Vorgesetztenbeurteilung, Aufwärtsbeurteilung

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