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Vorbereitung, Durchführung und Auswertung von Bürgerbefragungen, Bestandsaufnahme und kritische Analyse anhand von Beispielen aus der Praxis

Vorbereitung, Durchführung und Auswertung von Bürgerbefragungen, Bestandsaufnahme und kritische Analyse anhand von Beispielen aus der Praxis
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Anja Leonhardt
  • Abgabedatum: April 1999
  • Umfang: 112 Seiten
  • Dateigröße: 475,0 KB
  • Note: 1,2
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Ludwigsburg, Hochschule für öffentliche Verwaltung Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-3016-0
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-3016-0 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-3016-0 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Leonhardt, Anja April 1999: Vorbereitung, Durchführung und Auswertung von Bürgerbefragungen, Bestandsaufnahme und kritische Analyse anhand von Beispielen aus der Praxis, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: empirische Sozialforschung, Kundenbefragung, Befragungen, öffentlicher Bereich, Verwaltungsmanagement

Diplomarbeit von Anja Leonhardt

Einleitung:

Immer häufiger findet man Zeitungsartikel über Bürgerbefragungen, Bürgerumfragen und Kundenorientierung. Zahlreiche Städte und Gemeinden führen Bürgerbefragungen durch. Die Verwaltungen greifen hiermit ein Instrumentarium auf, welches in der Privatwirtschaft schon seit längerer Zeit zur Messung der Kundenzufriedenheit dient. Viele Kommunen durchlaufen momentan diesen Verwaltungsmodernisierungsprozess. Gerade in Zeiten bei denen die Haushaltsmittel der Kommunen knapper werden, gewinnen Ergebnisse aus Bürgerbefragungen zunehmend an Bedeutung. Sie werden zu Kontrollinstrumenten des kommunalen Haushaltes und sind für eine effektive Verwaltungssteuerung unverzichtbar. Bürgerbefragungen sind ein Teil der Kundenorientierung, diese sind wiederum ein Bestandteil des Qualitätsmanagements.

Diese Diplomarbeit befasst sich mit der Methodik von Bürgerbefragungen und gibt gleichzeitig eine Hilfestellung bei deren Durchführung. Zahlreiche Beispiel aus der Praxis zeigen auf was beachtet werden muss und was zu vermeiden ist.

Durch die Politik und die Verwaltung werden Qualitätsstandards festgelegt. Das Amt oder der Fachbereich erbringt die Qualität. Diese Leistungen können objektiv und subjektiv gemessen werden, wie zum Beispiel die Bearbeitungsdauer einer Baugenehmigung, Anzahl der Widersprüche oder die Wartezeiten. Doch wie eine Wartezeit von 5 Minuten von den Bürgern empfunden wird, ob diese zu lang, angemessen oder zu kurz ist, kann mit objektiven Kriterien nicht genau beurteilt werden. Ebenso sind auch nicht alle festgelegten Qualitätsstandards objektiv messbar, vor allem nicht die Verhaltensweisen der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen und auch die Beratungsleistungen gegenüber dem Bürger.

Für das Empfinden, also die persönlichen Gefühle und Interessen, benötigen wir subjektive Messkriterien. Es kommt hierbei auf die Wirkung, das „Outcome“ an. Die Verwaltungen nutzen Befragungen, um zum einen die Erwartungen der Bürger/Innen an das Leistungsspektrum der Verwaltungen abzugreifen, zum anderen, um eben dieses Leistungsspektrum einer kritischen Bewertung durch die Bürger/Innen zu unterziehen. Auch die Städte Biberach, Böblingen, Fellbach, Heilbronn und Ludwigsburg haben eine Bürgerbefragung durchgeführt. In meiner Diplomarbeit verwende ich die Städte Biberach, Böblingen, Fellbach und Heilbronn vertieft als Beispiele. Die Stadt Ludwigsburg wird nur auszugsweise erwähnt, da diese als einzige der fünf Städte 1993 einen interkommunalen Leistungsvergleich im Rahmen des Pilotprojekts der Bertelsmann Stiftung angestrebt hat.

Inhaltsverzeichnis:

EINLEITUNG 1
1. BÜRGERBEFRAGUNGEN 3
1.1 Begriffliche Abgrenzung zwischen Bürgerbefragungen und Kundenbefragungen 3
1.1.1 Allgemeine Bürgerbefragungen 3
1.1.2 Kundenbefragungen 4
1.1.2.1 Allgemeine Kundenbefragungen 4
1.1.2.2 Spezielle Kundenbefragungen in einem Bereich 4
1.2 Gründe weshalb Bürgerbefragungen durchgeführt werden 7
1.3 Zielsetzungen beiBürgerbefragungen 7
1.4 Befragungsanlässe bei Bürgerbefragungen 8
1.5 Unterschiede zwischen Bürger und Kunde 8
2. VORBEREITUNG DER BÜRGERBEFRAGUNG .10
2.1 Zieldefinition 10
2.2 Träger der Befragungen 12
2.2.1 Durchführung der Befragung durch die Verwaltung 13
2.2.2 Durchführung der Befragung durch externen Berater 13
2.2.3 Durchführung der Befragung in Kooperation 14
2.3 Zeitpunkt der Befragung 15
2.4 Beteiligte bei der Befragung 16
2.5 Die Form der Arbeitsorganisation 16
2.6 Merkmalsarten bei einer Bürgerbefragung 16
2.7 Untersuchungsarten 17
2.7.1 Primäruntersuchung 17
2.7.2 Sekundärstatistische Untersuchung 17
2.7.3 Die Grundgesamtheit 17
2.7.4 Vollerhebung und Teilerhebung 18
2.7.4.1 Auswahl nicht zufällig 20
2.7.4.2 Zufällige Auswahl 21
2.7.5 Die Repräsentativität 23
2.8 Ziel - und Messdimensionen von Bürgerbefragungen 24
2.9 Die Operationalisierung 27
3. KONSTRUKTION UND TEST DER ERHEBUNGSINSTRUMENTE 28
3.1 Untersuchungsmethoden und deren Auswahl für eine Bürgerbefragung 28
3.1.1 Befragungen nach dem Grad der Strukturiertheit 28
3.1.1.1 Standardisiertes Interview 28
3.1.1.2 Teilstandardisiertes Interview 29
3.1.1.3 Freies Interview 29
3.1.2 Befragungen nach der Kommunikationsform 30
3.1.2.1 Die persönlich-mündliche Befragung 30
3.1.2.2 Die schriftliche Befragung 31
3.1.2.3 Die telefonische Befragung 32
3.1.3 Maßnahmen zur Steigerung der Rücklaufquote 33
3.2 Frageformen bei einer Bürgerbefragung 35
3.2.1 Offene Fragen 35
3.2.2 Geschlossene Fragen 37
3.2.2.1 Nominalskala 39
3.2.2.2 Ordinalskala 41
3.2.2.3 Kardinalskala 43
3.2.3 Direkte Fragen 44
3.2.4 Indirekte Fragen 45
3.3 Fragetypen bei einer Bürgerbefragung 45
3.3.1 Faktfragen 45
3.3.2 Meinungs- und Einstellungsfragen 46
3.3.3 Motivfragen 47
3.3.4 Verhaltensfragen .47
3.4 Formulierung der Fragen für den Fragebogen 48
3.4.1 Einfachheit 48
3.4.2 Klarheit 48
3.4.3 Keine Überforderung 49
3.4.4 Keine Beeinflussung 49
3.4.5 Verständlichkeit 49
3.5 Fragebogengestaltung und Fragebogenaufbau .50
3.5.1 Einleitende Fragen 51
3.5.2 Hauptfragen .51
3.5.3 Abschließende Fragen .51
3.6 Äußere Gestaltung des Fragebogens 52
3.7 Länge des Fragebogens .53
3.8 Gütekriterien .53
3.8.1 Objektivität 54
3.8.2 Reliabilität .54
3.8.3 Validität .55
3.9 Pretest 55
4. DIE DURCHFÜHRUNG EINER BÜRGERBEFRAGUNG 58
4.1 Durchführung einer schriftlichen Befragung .58
4.1.1 Anschreiben für den Fragebogen 59
4.2 Durchführung einer mündlichen Befragung 59
4.2.1 Interviewerschulung 59
5. DIE AUSWERTUNG DER BÜRGERBEFRAGUNG .61
5.1 Satzaufbau 61
5.2 Die Kodierung des Fragebogens .61
5.3 Auswertung .63
5.3.1 Häufigkeitsverteilung .63
5.3.2 Mittelwert 64
5.3.3 Kreuztabellen .64
6. DATENSCHUTZBEI EINER BÜRGERBEFRAGUNG 66
7. PRÄSENTATION EINER BÜRGERBEFRAGUNG .68
7.1 Möglichkeiten der Ergebnisdarstellung 68
7.1.1 Kurzbericht 68
7.1.2 Eckdatenbericht .68
7.1.3 Abschlußbericht .68
7.2 Präsentationsmittel bei einer Bürgerbefragung im Abschlußbericht 70
7.2.1 Tabellen 70
7.2.2 Grafiken .70
7.2.3 Texte 72
7.3 Möglichkeiten der Präsentation 73
7.3.1 Hausinterne Präsentation .74
7.3.2 Lokale Präsentation .74
7.3.3 Präsentation in den politischen Gremien .74
7.3.4 Überörtliche Präsentation 75
7.4 Verwendung der Ergebnisse und deren Umsetzung 75
7.5 Interkommunaler Leistungsvergleich bei Bürgerbefragungen 78
8. BETEILIGTE BEI EINER BÜRGERBEFRAGUNG 79
8.1 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Verwaltung .79
8.2 Gemeinderat 79
8.3 Presse 80
8.4 Personalrat 80
8.5 Bürger .81
9. DIE ZUKUNFT DER BÜRGERBEFRAGUNGEN PER ONLINE - MEDIEN 84
10. SCHLUßBETRACHTUNG 86
ABBILDUNGSVERZEICHNIS IX
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS XII
LITERATURVERZEICHNIS XIII

Automatisiert erstellter Textauszug:

der Form formuliert: Was halten sie hiervon ? Oder: Wie beurteilen sie jenes ?.“ 79 Beispiele in den vier Fragebögen, die am häufigsten verwendet wurden: - Wurden Sie freundlich bedient ? - Wie empfanden Sie die Wartezeiten ? - Wie ist Ihr Eindruck von der Einrichtung und der Ausstattung der Räumlichkeiten ? - Halten Sie die Öffnungszeiten für ausreichend ? - Wie zufrieden sind Sie mit der Bearbeitung insgesamt ? Einstellungs- und Meinungsfragen bilden bei Bürgerbefragungen den Schwerpunkt. Bei den vier Fragebögen der Beispielstädte, bildet dieser Fragetyp auch den Schwerpunkt. 80 3.3.3 Motivfragen Motivfragen sind Fragen, die Gründe für ganz bestimmte Einstellungen, Meinungen und Verhaltensweisen erforschen. Es wird nach dem „Warum“ gefragt. Motivfragen werden meistens im Anschluß an Einstellungs- bzw. Meinungsfragen gestellt, um herauszufinden, wie eine bestimmte Einstellung oder Meinung zustande kommt. [...]

Hätte der Interviewer eine direkte Frage gestellt, dann würde der Interviewte vielleicht falsch oder nur zögernd die Frage beantworten, da er oder sie nichts schlechtes über einen Kollegen oder Kollegin sagen möchte. Die direkte Frage hätte lauten können: Wie finden Sie das Arbeitsklima in Ihrer Firma ? 3.3 Fragetypen bei einer Bürgerbefragung Es werden bei Befragungen die unterschiedlichsten Fragen verwendet, die sich an vielerlei Gesichtspunkten klassifizieren lassen. Wird nach dem Inhalt gegliedert, so wird von Faktfragen, Einstellungs- und Meinungsfragen, Motivfragen und Verhaltensfragen gesprochen. Wird eine Gliederung nach der Stellung im Fragebogen vorgenommen, spricht man von Einleitungsfragen, Kontaktfragen und Übergangsfragen. Bei einer Unterteilung nach ihrer Funktion für den Befragten spricht man von Fragen, die das Selbstvertrauen kräftigen, die Phantasie anregen oder die Erinnerung beleben. Bei einer Bürgerbefragung werden vor allem Frageformen nach dem Inhalt gegliedert verwendet. Auf diese soll nun kurz eingegangen werden. 3.3.1 Faktfragen „Faktfragen sind Fragen, die sich auf die Eigenschaften der Befragten, der Dienstleistung oder sonstige objektive Tatbestände beziehen. Faktfragen dienen dazu, die Merkmale der Befragten, die Merkmale der Leistungsbeziehung sowie die objektiven Rahmenbedingungen zu erfahren.“ [...]

Die vier Städte haben vor allem geschlossene Fragen und wenig offene Fragen im Fragebogen verwendet. Bei den geschlossenen Fragen wurden alle Fragen in den Fragebögen nominal oder ordinal skaliert, denn die einzelnen Merkmale in den Fragebögen waren fast alle qualitativ. Dies haben alle vier Städte bei der Erstellung der Fragebögen beachtet. Heilbronn hat im Fragebogen meistens Schätzskalen verwendetet, Biberach, Böblingen und Fellbach dagegen höchstens zwei bis vier. Die Städte Biberach, Böblingen und Fellbach haben vor allem im Fragebogen Dichotomien verwendet. Um Unterschiede besser messen zu können, ist eine Skala von eins bis sechs besser als Dichotomien. Nur Heilbronn hat dies richtig beachtet. 3.2.3 Direkte Fragen „Die Fragen gelten dem Sachverhalten selbst, nicht irgendwelchen Hinweisen zu den Sachverhalten.“ 76 Direkte Fragen sind „Warum-Fragen“. Man bekommt meist keine konkrete Antwort auf die gestellte Frage. Beispiel: - Warum haben Sie sich für die Ausbildung zur Diplom-Verwaltungswirtin entschieden ? - Wie finden Sie das Arbeitsklima im Rathaus von Weil im Schönbuch ? Es sind verschiedene Faktoren, die genannt werden können. Direkte Fragen sollten vermieden werden. 3.2.4 Indirekte Fragen Bei indirekten Fragen wird das eigentliche Thema nicht angesprochen. Es werden Indizien für Sachverhalte, anstatt Sachverhalte unmittelbar abgefragt. Deshalb werden andere Fragen gestellt und aus deren Antwort bestimmte Rückschlüsse gezogen. Beispiel: - In welcher Abteilung möchten Sie gerne arbeiten ? [...]

Arbeit zitieren:
Leonhardt, Anja April 1999: Vorbereitung, Durchführung und Auswertung von Bürgerbefragungen, Bestandsaufnahme und kritische Analyse anhand von Beispielen aus der Praxis, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
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