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Voraussetzungen für ein effizientes Management by Objectives in der Bekleidungsindustrie

Voraussetzungen für ein effizientes Management by Objectives in der Bekleidungsindustrie
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Ulrike Laubner
  • Abgabedatum: April 2003
  • Umfang: 77 Seiten
  • Dateigröße: 1,1 MB
  • Note: 1,5
  • Institution / Hochschule: Private Hochschule Wirtschaft Schweiz
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-7048-7
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-7048-7 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-7048-7 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Laubner, Ulrike April 2003: Voraussetzungen für ein effizientes Management by Objectives in der Bekleidungsindustrie, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Führung, Personal, Mitarbeiter, Textil, Unternehmen

Diplomarbeit von Ulrike Laubner

Einleitung:

Die Unternehmen der Bekleidungsindustrie befinden sich seit mehr als einem Jahrzehnt in einer rezessiven Phase, da der weltweite Konkurrenzdruck mit der Deregulierung des globalen Handels zugenommen hat. Nach langen Phasen von Kosteneinsparungen und der damit verbundenen Auslagerung von Produktionsstätten und Einführung von Lean Management müssen andere Konzepte gefunden werden, im globalen Wettbewerb bestehen zu können. Erfolg wird nicht mehr nur durch den Preis erzielt, sondern in besonderem Masse durch Innovationsfähigkeit, Wandelungsfähigkeit und Serviceleistungen. Diese Fähigkeiten können aber nicht eingekauft werden, sondern müssen vom Unternehmen selbst generiert werden. Deswegen sind die erfolgreichen Schlüsselfaktoren der Zukunft neben einer klaren Unternehmensausrichtung entwicklungsfähige und motivierte Mitarbeiter, die sich mit dem Unternehmen identifizieren und sich für dessen Erfolg einsetzen. Durch die Entwicklung von Mitarbeitern in kooperativer Zusammenarbeit können erhebliche interne Leistungspotenziale entwickelt werden.

Gang der Untersuchung:

Um diese Anforderungen zu erfüllen, wurde die Führungstechnik Management by Objectives auf ihre notwendigen Voraussetzungen zur effizienten Anwendung untersucht. Es wurde analysiert, welche Faktoren Mitarbeiter zur erhöhten Leistung motivieren und welche Erfordernisse seitens Führungskraft und Unternehmen bestehen müssen. Die Analyse basiert auf einer umfassenden Literaturrecherche zur Motivation, Unternehmenskultur sowie Personalmanagement und Umfragen bei Angestellten und leitenden Angestellten in der Bekleidungsbranche. Als Ergebnis wurden die motivationalen Faktoren zusammengestellt und Checklisten für die Anwendung von Management by Objectives erarbeitet. Diese ermöglichen Führungskräften, die Motivation von Mitarbeitern zu erkennen, geeignete Motivatoren zu erstellen, Mitarbeitergespräche und Mitarbeiterbeurteilungen vorzubereiten und durchzuführen.

In der Untersuchung wurde festgestellt, dass ein erhebliches Kriterium zur erfolgreichen Anwendung von Management by Objektives die Qualifikation der Führungskraft ist. Die Anforderungen an eine Führungskraft wurden explizit dargestellt, um nötigen Eigenschaften zu verdeutlichen und somit auf Entwicklungspotentiale hinzuweisen, wenn es Defizite im Führungsverhalten zu verzeichnen gibt. Auch die Anforderung an ein lernendes Unternehmen und deren Organisation wurden erarbeitet, um die ganzheitliche Betrachtung abzurunden und die Wichtigkeit einer integrierten Betrachtung zu verdeutlichen. Abschliessend wird die Anwendung von Management by Objectives kritisch betrachtet und die positiven wie negativen Auswirkungen gegenübergestellt.

Die Untersuchung zeigt, dass Management by Objectives die geeignete Führungstechnik ist, um die aktuellen und zukünftigen Anforderungen für eine lernende Organisation zu erfüllen und gleichzeitig die Bedürfnisse der Mitarbeiter zu befriedigen. Unternehmen, die im intensiven Wettbewerb mit einheitlichen, klar kommunizierten und anspruchsvollen Zielen ihre Mitarbeiter führen, sind Konkurrenten überlegen, die ihren Mitarbeiter nur vage Ziele setzen und ihnen kein Mitspracherecht einräumen. Mitarbeiter benötigen Orientierung und klare Ziele, um hohe und kreative Leistungen zu erbringen. Die Zielsetzung, nicht die Vorgabe des Weges, fördert den Mitarbeiter sich mit seinen Fähigkeiten und Möglichkeiten auseinander zu setzen und den besten Weg zur Zielerreichung zu finden. Damit wird die Selbständigkeit und Verantwortung des Mitarbeiters erhöht. Bei erfolgreicher Aufgabenerfüllung und Anerkennung ist der Mitarbeiter überzeugt, dass er für diesen Erfolg verantwortlich ist und ist motiviert auch weiterhin die adäquate Leistung zu erbringen, da es auch seine Bedürfnisse nach Selbstverwirklichung befriedigt. Die Delegation von Aufgaben und Verantwortung ermöglicht die Erweiterung von Handlungsspielräumen für die Mitarbeiter und gleichzeitig steht der Führungskraft mehr Zeit für strategische Aufgaben zur Verfügung.

Management by Objectives ist eine sehr komplexe Führungstechnik, die als integrativer Bestandteil des Unternehmens angesehen werden muss. Die Prinzipien von Management by Objectives verlangen Beachtung und Unterstützung im ganzen Unternehmen: von der Unternehmensstrategie, der Unternehmenskultur und der Organisation. Diese Führungstechnik ist daher nicht nur sehr anspruchsvoll in ihren Zielsetzungen, sondern auch in ihren Voraussetzungen und der Umsetzung.

Dies verlangt von den Führungskräften hohe soziale Kompetenz, Fachkompetenz und Lernbereitschaft, welche die Führungskraft für die Entwicklung des Mitarbeiters und der Realisierung der unternehmerischen Ziele einsetzen muss. Die hohen Anforderungen an die Persönlichkeit und Auseinandersetzung mit dem Mitarbeiter erfordern viel Energie und Zeit und die Führungskraft muss gewillt sein diese einzusetzen, wenn sie den Mitarbeiter langfristig erfolgreich fordern und fördern will. Angst oder Widerstände von Führungskräften gegenüber Management bei Objectives muss durch die nächste höhere Ebene oder durch das Personalwesen eliminiert werden.

Die Studie zeigt, dass erfolgreiches Führen mit Zielen langfristig von einem kooperativen Führungsstil abhängig ist und in besonderem Masse von der Persönlichkeit der Führungskraft, deren Führungsfähigkeiten sowie von ausreichender Information über die Unternehmensziele und der Unternehmenskultur. Daher muss es ein Ziel jedes Unternehmen sein, eine passende Organisationsstruktur zu schaffen und Führungskräfte zu schulen und zu unterstützen. Dies bedeutet auch, dass Führungskräfte sich den Anforderungen bewusst sind, die an sie gestellt werden, damit sie sich entsprechend entwickeln können. Sowohl das Unternehmen, als auch die Führungskräfte sind dafür verantwortlich, eine offene und vertrauensvolle Kommunikationsbasis zu schaffen, in der Zeit und Raum für innovative Ideen ist. Dabei ist auch von erheblicher Bedeutung, dass die Bedürfnisse des Mitarbeiters berücksichtigt und seine Leistungen anerkannt werden. Trotz der Komplexität dieser Führungstechnik kann schon mit einfachen Mitteln, wie sie in dieser Arbeit gezeigt wurden, die Anwendung von Management by Objectives eingeführt werden, die Kooperation zwischen Führungskraft und Mitarbeiter sowie die bilaterale Bedürfnisbefriedigung und die Zukunftssicherung der Unternehmen in der Bekleidungsindustrie unterstützt werden.

Inhaltsverzeichnis:

ABBILDUNGSVERZEICHNIS IV
MANAGEMENT SUMMARY V
VORWORT 1
1. EINFÜHRUNG ZU MANAGEMENT BY OBJECTIVES 3
1.1 BEDEUTUNG VON MANAGEMENT BY OBJECTIVES FÜR DIE BEKLEIDUNGSINDUSTRIE 3
1.2 ENTWICKLUNG VON MANAGEMENT BY OBJECTIVES 4
1.3 GRUNDPRINZIPIEN VON MANAGEMENT BY OBJECTIVES 5
2. PSYCHOLOGIE DES MITARBEITERVERHALTENS 7
2.1 GRUNDLAGEN DER MOTIVATION 7
2.2 MOTIVATIONSTHEORIEN 8
2.2.1 Humanistische Konzepte 8
2.2.2 Kognitivistische Konzepte 13
2.3 EINFLUSSFAKTOREN AUF MOTIVATION VON MITARBEITERN 14
2.4 Praktische Ansätze zur Motivationserkennung 15
3. RAHMENBEDINGUNGENFÜR EINE ERFOLGREICHE FÜHRUNG MIT ZIELVEREINBARUNGEN 17
3.1 EINFLÜSSE DER FÜHRUNGKRAFT AUF DIE MOTIVATION DES MITARBEITERS 17
3.1.1 Sicht der Menschen - Menschenbilder 17
3.1.2 Führungsstile und Führungsverhalten 19
3.1.3 Studien zur Untersuchung von Führungsverhalten 21
3.2 BETRACHTUNG DER FÜHRUNGSKRAFT 25
3.2.1 Anforderungen an Führungskräfte 26
3.2.2 Eigenschaften der Führungskraft 28
3.2.3 Aufgaben der Führungskraft 30
3.2.4 Führungserfolg 30
3.2.5 Wer kann mit Zielvereinbarungen geführt werden? 31
3.3 UNTERNEHMERISCHE VORAUSSETZUNGEN 32
3.3.1 Unternehmensstrategie 33
3.3.2 Unternehmenskultur 34
3.3.3 Unternehmensorganisation 35
4. DER WEG IST DAS ZIEL 38
4.1 ZIELDEFINITION 38
4.1.1 Personelle Einflussfaktoren auf die Zielsetzung 38
4.1.2 Konsequenzen der Zielsetzung auf die Handlung 39
4.1.3 Formulierung der Zielsetzung 39
4.1.4 Merkmale erfolgreicher Zielsetzungen 43
4.1.5 Grenzen und Hindernisse bei Zieldefinition 43
4.2 ZIELVEREINBARUNGEN 44
4.2.1 Grundlagen 44
4.2.2 Controlling der Zielvereinbarung 45
4.3 ZIELBEURTEILUNG 46
4.3.1 Belohnung der Zielerreichung 47
4.3.2 Beurteilungssysteme für die Zielerreichung 47
4.3.3 Beurteilungsfehler 49
5. ERFOLGREICH MITARBEITERGESPRÄCHE FÜHREN 51
5.1 ALLGEMEINES ÜBER MITARBEITERGESPRÄCHE 51
5.2 ZIELVEREINBARUNGSGERSPRÄCHE 52
5.2.1 Nutzen 52
5.2.2 Inhalte und Ablauf 52
5.2.3 Vorbereitung 53
5.3 JAHRESGESPRÄCH 54
5.3.1 Nutzen 54
5.3.2 Inhalte und Ablauf 55
5.3.3 Vorbereitung 55
5.4 CONTROLLING-GESPRÄCH 56
5.4.1 Nutzen 56
5.4.2 Inhalte und Ablauf 56
5.4.3 Vorbereitung 57
6. KRITISCHE AUSEINANDERSETZUNG MIT MANAGEMENT BY OBJECTIVES 58
LITERATURVERZEICHNIS I
ANHANG III
SCHLUSSERKLÄRUNG X

Automatisiert erstellter Textauszug:

Der Führungserfolg ist nicht immer von beiden Kriterien abhängig, denn (Neuberger, 1993, S.15) „ Erfolg wird nicht von der Führungskraft allein erbracht, sondern ist das Ergebnis komplexen Zusammenwirkens, das sie in wechselndem Mass beeinflussen kann.“ Kurzzeitig kann auch ein Führungserfolg nur auf der mitarbeiterorientierten oder nur auf der unternehmerischen Ebene erfolgreich sein. Dies ist der Fall, wenn die Umweltfaktoren wie Konjunktur, Handelsbarrieren oder politische Konsequenzen nicht von der Führungskraft beeinflusst werden können oder auch der Mitarbeiter seine Ziele aufgrund von privaten Problemen sich nur auf die Unternehmensziele konzentriert und nicht auf seine Entwicklung. Dieses Ungleichgewicht darf aber nur kurzfristig auftreten, da sonst Unzufriedenheit auf seiten der Führungskraft oder des Mitarbeiters auftritt und die Fortschrittsfähigkeit gefährdet wird. 3.2.5 Wer kann mit Zielvereinbarungen geführt werden? Die Anwendung von MbO ist hierarchieneutral zu betrachten. Sie kann sowohl für einen Produktionsmitarbeiter, Verpacker als auch für eine Gruppenleitern in der Näherei, einer Abteilungsleitung Logistik oder auch dem Marketingleiter angewendet werden. Die Anwendung unterscheidet sich dann nicht mehr in der Technik, sondern in der Kommunikation und der inhaltlichen Zielvereinbarung. Die kooperative Zielvereinbarung gewinnt mit zunehmender Hierarchiestufe an Bedeutung, um die Bedürfnisse nach Selbstverwirklichung und Anerkennung zu befriedigen. Dann wird der Anteil der Ziele zur Entwicklung persönlicher und sozialer Kompetenzen und auch vermehrter Verantwortungsübernahme zunehmen. [...]

Die Zielvereinbarungen von MbO basieren auf Unternehmenszielen und persönlichen Zielen des Mitarbeiters. Daher liegt es nahe, dass sowohl der wirtschaftliche - unternehmerische (z.B. Kennzahlen wie Umsatz, Absatz, Produktionskennzahlen, Beschaffungskennzahlen, Qualität, Retouren, Lieferfähigkeit, DB, Marktanteile, Fluktuation, Anzahl Nachfragen, Anzahl Überarbeitung) als auch der individuelle Erfolg (Zufriedenheit, Verantwortungsübernahme, Kooperationsbereitschaft, Ansehen, Lernfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit)28 zur Messung der Zielerreichung beitragen. Die individuellen Leistungen können aufgrund von arbeitsbezogenen und persönlichen Einstellungen bewertet werden. Diese Bewertungen sind anhand des subjektiven Einflusses durch die Fähigkeiten der Führungskraft und von Rahmenbedingungen abhängig. Dennoch lässt sich erfolgreiche Führung ganz allgemein auf die Kriterien unternehmerische (sachorientierte) Zielerreichung und individuelle (mitarbeiterorientierte) Zielerreichung beschreiben: [...]

3.2.3 Aufgaben der Führungskraft Die Aufgaben der Führungskraft haben sich analog zu den Anforderungen verändert. Früher beschränkten sich die Aufgaben einer Führungskraft im wesentlich darauf, Mitarbeiter einzustellen und zu entlassen, Aufgaben zu verteilen und die Zielerreichung zu kontrollieren. Die veränderten Umweltbedingungen und die Komplexität der Aufgaben haben auch die Aufgabenbreite beeinflusst, so dass sie den steigenden Anforderungen und Veränderungen gerecht werden. Die Aufgaben einer Führungskraft, die richtig und konsequent MbO anwendet, sind denen eines Leaders oder eines Changes Managers, je nach Aufgabenerfüllung sogar identisch. Die Begriffe sind aus der neueren Literatur und weisen auf die Wichtigkeit der Führung hin. Als Leader werden Führungskräfte, die sich auf die Mitarbeiterorientierung konzentrieren, bezeichnet und Change Manager sind Führungskräfte, die Mitarbeiter durch Veränderungsprozesse führen. Allen ist gemein, dass sie sich auf die Mitarbeiter, deren Entwicklung und die veränderten Umgebungseinflüsse konzentrieren, um zu einzigartigen und/oder höchsten Leistungen zu gelangen, sich von der Konkurrenz zu unterscheiden und zum Unternehmenserfolg beitragen. [...]

Arbeit zitieren:
Laubner, Ulrike April 2003: Voraussetzungen für ein effizientes Management by Objectives in der Bekleidungsindustrie, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Führung, Personal, Mitarbeiter, Textil, Unternehmen

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