Voraussetzung zur Implementierung der Wirtschaftsmediation in Ungarn
- Art: MA-Thesis / Master
- Autor: Elisabeth Wolfond
- Abgabedatum: April 2006
- Umfang: 85 Seiten
- Dateigröße: 1,7 MB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: FernUniversität in Hagen Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9818-4
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9818-4 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9818-4 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Wolfond, Elisabeth April 2006: Voraussetzung zur Implementierung der Wirtschaftsmediation in Ungarn, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Konflikt, Lösung, Wirtschaft, Mediation, Schiedsgericht
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MA-Thesis / Master von Elisabeth Wolfond
Einleitung:
Vergleicht man die Anzahl der Publikationen der Fachliteratur im Bereich Wirtschaftsmediation der letzten Jahre so ist eine stetige Zunahme zu verzeichnen. Als Vorteile von Wirtschaftsmediation werden vor allem die Kostengünstigkeit des Verfahrens im Verhältnis zum gerichtlichen Weg, die Möglichkeit der raschen und zukunftsgerichteten Konfliktlösung, die Vertraulichkeit des Verfahrens, das Finden praxisnaher und gegebenenfalls „ungewöhnlicher“ Lösungen, sowie die Berücksichtigung des Gesamtsystems „Betriebs“ (systemisches Denken) propagiert.
Eine tatsächliche Einschätzung über die Verbreitung und die Anzahl von stattfindenden Mediationen lässt sich jedoch schwer beziffern. Auffallend ist der Implementierungsgrad von Mediation in den einzelnen Ländern. Während beispielsweise Australien und die USA eine Vorreiterrolle einnehmen ist Mediation in Europa weitgehend noch nicht ausreichend implementiert. Vor allem die neuen EU Beitrittsländer weisen einen niedrigen Implementierungsgrad auf. Mit dieser Arbeit soll am Beispiel von Ungarn, als einem der größten und wirtschaftlich stärksten der EU Ostbeitrittsländer, aufgezeigt werden, welche Voraussetzungen zur Implementierung von Wirtschaftsmediation gegeben sein müssen.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Implementierung von Mediation im Wirtschaftsbereich und befasst sich sowohl mit Konflikten innerhalb eines Unternehmens als auch im Kontakt mit anderen Unternehmen, Kunden oder Lieferanten. Die Arbeit versucht zu ergründen welche Voraussetzungen gegeben sein müssen, um eine erfolgreiche Implementierung von Wirtschaftsmediation in Ungarn gewährleisten zu können, herauszufinden wie die Haltung gegenüber Mediation in der ungarischen Wirtschaft ist und wie man es schaffen kann eventuelle Vorurteile, Bedenken und Hindernisse (rechtlicher und anderer Art) beiseite zu räumen.
Die folgende Arbeit behandelt somit im Allgemeinen Teil (Kapitel B) die Besonderheiten der Wirtschaftsmediation und deren Einfluss auf die Implementierungsvoraussetzungen, sowie die zu berücksichtigenden Ebenen der Beteiligten. Es werden die für die Implementierung signifikanten wirtschaftlichen Daten Ungarns aufgezeigt, sowie der aktuelle Ist-Zustand der beteiligten Ebenen in Ungarn hinsichtlich Mediation mittels Fragebogentechnik und Expertengesprächen evaluiert (Kapitel C).
Die Ermittlung der relevanten Daten über Ungarns Wirtschaft, sowie die Besonderheiten der Wirtschaftsmediation und die Analyse der Ebenen der Beteiligten, basieren auf einer Literaturrecherche. Es wird dabei zwischen einer aktiven und einer passiven Ebene der Beteiligten unterschieden. Aus jedem Bereich der aktiven Ebene wurde eine Person repräsentativ gewählt und mittels Gespräch befragt. Um den Ist-Zustand der passiven Ebene festzustellen wurde ein dreisprachiger (Ungarisch, Englisch, Deutsch) Fragebogen an die Top 100 Unternehmen Ungarns verschickt und in weiterer Folge statistisch ausgearbeitet.
Daraus resultierend (Kapitel D) wurden Maßnahmen und Vorkehrungen für eine erfolgreiche Implementierung von Wirtschaftsmediation in Ungarn abgeleitet, sowie die Interaktion der Ebenen der Beteiligten aufgezeigt. Die Arbeit schließt mit einem Resümee und einem Ausblick auf zukünftige mögliche Entwicklungen.
Inhaltsverzeichnis:
| A. | Einleitung | 5 |
| B. | Wirtschaftsmediation | 7 |
| I. | Abgrenzung zur Mediation im Allgemeinen | 7 |
| II. | Ebenen der Beteiligten | 9 |
| 1. | Aktive Ebene | 9 |
| 2. | Passive Ebene | 10 |
| C. | Landesspezifische Rahmenbedingungen der Implementierung | 12 |
| I. | Voraussetzung zur begrifflichen Implementierung | 12 |
| 1. | Mediationsbegriff in Ungarn | 12 |
| II. | Voraussetzung zur Implementierung unter juridischen Konditionen | 13 |
| 1. | Das Rechtssystem in Ungarn mit Fokus auf Prozesskosten | 14 |
| 2. | Rechtliches Agieren bei Wirtschaftsfällen | 17 |
| 3. | Restriktionen und vorhandenes Potential bei Verfahren der alternativen Konfliktbeilegung | 20 |
| 4. | Entlohnungssystem und Ausbildung von Richtern und Anwälten | 21 |
| III. | Voraussetzung zur Implementierung unter wirtschaftlichen Konditionen | 23 |
| 1. | Wirtschaftsprofil Ungarn – Kennzahlen und Problemfelder | 24 |
| 2. | Notwendige Implementierungsmaßnahmen | 26 |
| IV. | Voraussetzung zur Implementierung unter dem kulturellen Aspekt | 27 |
| 1. | Landeskultur und die damit verbundene Mentalität der Ungarn | 28 |
| 2. | Konfliktkultur in Ungarn | 31 |
| 3. | Unternehmenskultur in Ungarn | 33 |
| V. | Voraussetzung zur werbewirksamen Implementierung | 35 |
| 1. | Länderspezifisches Marketing | 36 |
| VI. | Personenspezifische Rahmenbedingungen der Implementierung | 39 |
| 1. | Voraussetzung zur Implementierung auf der aktiven Ebene | 40 |
| 2. | Voraussetzung zur Implementierung auf der passiven Ebene | 45 |
| D. | Resümee und Ausblick | 51 |
| E. | Anhang | 55 |
| I. | Expertengespräche | 55 |
| 1. | Gesprächsleitfaden | 55 |
| 2. | Abschrift der einzelnen Gespräche | 56 |
| II. | Umfrage per e-mail | 63 |
| 1. | Fragebogen | 63 |
| 2. | Statistische Auswertung | 71 |
| F. | Glossar | 78 |
| G. | Literaturverzeichnis | 83 |
| I. | Monographien | 83 |
| II. | Sammelwerke und Zeitschriften | 84 |
| III. | Internet Quellen | 84 |
| IV. | Sonstige Quellen | 85 |
3. Unternehmenskultur in Ungarn Was Menschen und damit auch Mitarbeiter in Unternehmen als gerecht erleben und wie sie mit Konflikten umgehen, ist sehr unterschiedlich und differiert je nach kultureller Herkunft der Personen. Zusätzlich prägt das unternehmerische Umfeld ihre Wertvorstellungen. Jedes Unternehmen, unabhängig von seiner Größe und seinem Tätigkeitsfeld, ist durch eine mehr oder weniger starke Unternehmenskultur geprägt. Diese lässt sich durch zwei Dimensionen bestimmen – einerseits dem Grad der hierarchischen Über- und Unterordnung, andererseits dem Grad der Einbindung der Mitarbeiter in eine Gruppe. Die folgende Abbildung zeigt vier Unternehmenskulturmuster, die sich bei einer Klassifizierung in geringe und hohe Gruppeneinbindung, sowie hohe und flache Hierarchien ergeben. [...]
es, wenn der Konflikt gemäß seiner chinesischen Bedeutung 28 nicht nur als Risiko, sondern auch als Chance aufgefasst wird und sowohl die negativen, als auch die positiven Aspekte gesehen werden würden. Der Aspekt „Chance“, dien ein Konflikt bietet wird gar nicht bis zuwenig genutzt. Die Chance besteht in der Wirtschaft darin die Produktivität eines Unternehmens zu fördern, Kosten einzusparen, für Motivation zu sorgen und damit zum Wohle aller beizutragen. Die Ungarn gelten zwar allgemein als temperamentvolles Volk - man spricht nicht umsonst von „Paprika im Blut“, das seine Streitigkeiten gerne laut und emotionsgeladen löst - jedoch trifft dies im wirtschaftlichen Kontext nur bedingt zu. Durch die weitgehend vorherrschenden strengen Unternehmenshierarchien gibt es in der Konfliktkultur meist zwei Vorgehensweisen. Entweder wird vorgegeben, dass das Problem einen selbst gar nicht betreffe, oder man sieht sich nach jemanden um, dem man das Problem anlasten kann. Vor allem wenn es um die Befugnisse im Unternehmen, die eigene Position oder gar um einen Arbeitsplatz geht, ist oft jedes Mittel recht um nicht für das Problem in Verantwortung gezogen zu werden. In hierarchisch orientierten Unternehmen erfolgt die Abwälzung meist auf Mitarbeiter der gleichen oder unteren Hierarchieebene. Unterstützung oder gar Hilfe anzunehmen wird den Beteiligten als Schwäche angelastet, womit sich diese Möglichkeit von vornherein ausschließt. Dadurch entfernen sich die Beteiligten jedoch von der Möglichkeit den Konflikt zu lösen. Um Mediation implementieren zu können ist es daher notwendig, das oben erwähnte Umdenken zu initiieren. Dies muss einerseits auf der obersten Hierarchieebene erfolgen, andererseits aber auch auf den unteren Hierarchieebenen. Der oberen Hierarchieebene muss bewusst gemacht werden, wie wichtig es ist Konflikte einzugestehen und sich aktiv mit ihnen auseinanderzusetzen. Um die Streitkultur in Unternehmen weiterentwickeln zu können, muss zuerst der Konflikt als etwas Normales akzeptiert werden. Die Streitkultur in einem Unternehmen oder zwischen verschiedenen Unternehmen sollte von einem für alle akzeptablen Umgang mit auftretenden Konflikten geprägt sein. Den unteren Hierarchieebenen muss [...]
sowie die Schaffung moderner Schulen mit zeitgemäßen Ausstattungen. Um die Fremdsprachenkenntnisse der Bevölkerung zu erhöhen, wurde ferner ein "Weltsprachenprogramm" mit zahlreichen Maßnahmen aufgelegt, das erstmals im Schuljahr 2004/05 zur Einführung neuer Vorbereitungsklassen mit intensivem Fremdsprachenunterricht führen wird. In der Kulturpolitik ist in den letzten Jahren eine beachtliche Öffnung gegenüber modernen Strömungen in allen Kulturbereichen gelungen. Damit einher geht aber auch eine Besinnung auf die eigene Kultur und Sprache. Ein neues Gesetz über die Filmförderung stellt diese auf eine bessere Grundlage. Eine Besonderheit der ungarischen Kultur- und Bildungspolitik ist schließlich die entsprechende Förderung der ungarischsprachigen Bevölkerung in den Nachbarländern. Für die Voraussetzung zur Implementierung von Wirtschaftsmediation in Ungarn sind der EU – Beitritt und die damit verbundenen Änderungen im kulturellen und bildungspolitischen Bereich förderlich und unterstützend. Änderungen bzw. das Setzen von Maßnahmen auf dem Gebiet der Kultur und Bildung sind aber für eine erfolgreiche Implementierung nicht unbedingt notwendig. Wichtig ist es jedoch, zu berücksichtigen, dass Ungarn trotz des EU Beitritts und der starken westlichen Orientierung eine Kultur mit starkem Nationalitätsbewusstsein und Stolz hat. Wenn man die für die Implementierung notwendigen Kommunikationsstrategien plant und umsetzt, muss dies unbedingt berücksichtigt werden. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832498184
Arbeit zitieren:
Wolfond, Elisabeth April 2006: Voraussetzung zur Implementierung der Wirtschaftsmediation in Ungarn, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Konflikt, Lösung, Wirtschaft, Mediation, Schiedsgericht



