Vision für die Zukunft - Qualitätstourismus in Kroatien
Möglichkeiten und Grenzen unter Berücksichtigung des Integrierten regionalen Gesamtansatzes zur Restrukturierung und Entwicklung des Tourismus in Kroatien
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Kerstin Meyer
- Abgabedatum: April 2004
- Umfang: 180 Seiten
- Dateigröße: 6,0 MB
- Note: 1,7
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Kempten Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-8501-6
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-8501-6 P - ISBN (CD) :978-3-8324-8501-6 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Meyer, Kerstin April 2004: Vision für die Zukunft - Qualitätstourismus in Kroatien, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Qualität, Qualitätsstandard, Masterplan, Tourismuswirtschaft, Qualitätsverbesserung
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Diplomarbeit von Kerstin Meyer
Problemstellung:
Kroatiens Tourismuswirtschaft konnte in den vergangenen Jahren wieder aufblicken. Im Gegensatz zu den rückläufigen Zahlen seiner Konkurrenten im Mittelmeertourismus ist Kroatien eines der wenigen Länder, die eine Steigerung ihrer Touristenankünfte verbuchen können. Bereits vor dem Jugoslawienkrieg, welcher von 1990 bis 1995 andauerte, war Kroatien ein Tourismusmagnet. Aufgrund der Nähe zu den wichtigsten Quellmärkten Deutschland, Österreich und Italien, seiner atemberaubenden Landschaft und der adriatischen Küste rangierte Kroatien auf den oberen Plätzen der Beliebtheitsskala.
Der kroatische Tourismus richtete sich hauptsächlich an den Jahresurlaub von Familien, welche ruhige Badeferien bevorzugten. Vorrangige Ziele der Tourismuswirtschaft waren die Anziehung hoher Besucherzahlen und die Beschaffung ausländischer Devisen. Die Folge war ein massiver Ausbau der Unterkunftskapazitäten. Große Hotelkomplexe wurden ohne Rücksicht auf das Landschaftsbild und die Umwelt erbaut, um der immer stärker werdenden Nachfrage gerecht zu werden. Es wurde zunehmend auf Masse gesetzt, anstatt auf die Qualität des kroatischen Tourismus zu achten.
Während des Krieges erlag der Tourismus nahezu völlig. Die Kriegsfolgen machten sich auch im Tourismus bemerkbar, insbesondere waren die Beherbergungsindustrie sowie zahlreiche Verkehrsverbindungen betroffen.
Im Rahmen des Stabilitätspaktes für Südosteuropa, welcher auf Initiative der deutschen Bundesregierung geschlossen wurde, wurde die Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG) beauftragt, einen touristischen Masterplan zu entwerfen, welcher den Tourismus in Kroatien und Montenegro neu strukturieren sollte. Ziel des Masterplans ist es, das hohe touristische Potential beider Länder zu schützen. Gleichzeitig mit dem Masterplan sollte ein Konzept erarbeitet werden, welches in Zukunft einen nachhaltigen Qualitätstourismus unter der besonderen Berücksichtigung der Umwelt anstrebt.
Langfristig soll mit dem Fokus auf Qualitätstourismus die Wettbewerbsfähigkeit der Destination Kroatien im europäischen Tourismusmarkt gesichert werden. Eine der Prämissen des Masterplans besteht in der Qualitätserhöhung des touristischen Angebotes in Übereinstimmung mit den zeitgemäßen Trends in Europa. Dies besteht in einer Notwendigkeit, das touristische Angebot Kroatiens zu modernisieren und mit den vorherrschenden Trends in Einklang zu bringen. Qualität ist auch im Tourismus immer mehr zum Schlagwort geworden und bietet Kroatien eine Möglichkeit, diesen wichtigen Aspekt in die Zukunft des kroatischen Tourismus zu implementieren.
In der vorliegenden Diplomarbeit wird untersucht, inwieweit Qualitätstourismus in Kroatien verwirklicht werden kann. Es wird analysiert, ob es sich bei der Neuorientierung der kroatischen.
Tourismuswirtschaft nur um eine Vision handelt, oder ob konkrete Ansätze existieren, welche die richtigen Schritte zur Umsetzung von Qualitätstourismus vorweisen.
Darüber hinaus wird geprüft, was unter Qualitätstourismus in der Tourismuswirtschaft verstanden wird, inwiefern das kroatische Tourismusministerium seine Ansicht von Qualitätstourismus definiert hat, und welche Maßnahmen im Sinne des Masterplans getroffen worden sind. Eingegangen wird auf die Problematiken, welche in direktem und indirektem Zusammenhang mit dem jugoslawischen Bürgerkrieg, aber auch mit der sozialistischen Vergangenheit Kroatiens stehen. Es sollen dabei die Stärken und Schwächen in Hinsicht auf die Implementierung von Qualitätstourismus analysiert werden.
Im Rahmen der vorliegenden Diplomarbeit werden Möglichkeiten aufgewiesen, mit denen die kroatische Tourismuswirtschaft unter den vorherrschenden Bedingungen qualitativen Tourismus anbieten kann. Des weiteren wird verdeutlicht, in welche Richtung sich der kroatische Tourismus in Zukunft orientieren muss, um im wettbewerbsstarken Mittelmeertourismus erfolgreich zu bleiben.
Inhaltsverzeichnis:
| I. | Inhaltsverzeichnis | I |
| II. | Abbildungsverzeichnis | IV |
| III. | Abkürzungsverzeichnis | V |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Problemstellung und Intention | 2 |
| 1.2 | Struktur der Arbeit | 3 |
| 2. | Die Balkankrise und ihre tourismuspolitischen Folgen für die kroatische Tourismuswirtschaft | 5 |
| 2.1 | Der Jugoslawienkrieg | 5 |
| 2.2 | Der Stabilitätspakt für Südosteuropa | 6 |
| 2.3 | Der integrierte regionale Gesamtansatz zur Restrukturierung und Entwicklung des Tourismus in Kroatien und Montenegro (Masterplan) | 8 |
| 2.3.1 | Bedeutung für den kroatischen Tourismus | 8 |
| 2.3.2 | Strategische Ziele | 9 |
| 2.3.3 | Struktur des touristischen Masterplans | 11 |
| 2.4 | Die Bedeutung des Tourismus für Kroatiens europäische Integration | 12 |
| 3. | Das Konzept Qualitätstourismus im kroatischen Tourismus | 14 |
| 3.1 | Allgemeine Markttrends und Reisemotive | 14 |
| 3.1.1 | Aktuelle Trends im Tourismus | 14 |
| 3.1.2 | Boom bestimmter Tourismusformen | 15 |
| 3.1.3 | Bedeutung der Trends für den kroatischen Tourismus | 16 |
| 3.2 | Zum Konzept Qualitätstourismus | 17 |
| 3.2.1 | Definition und Abgrenzung zu verwandten Begriffsverwendungen | 17 |
| 3.2.2 | Das Modell „Qualität im Tourismus“ | 20 |
| 3.2.3 | Qualitätsstandards | 25 |
| 3.2.4 | Traditionelle Qualitätskontrollen und Gütesiegel | 26 |
| 3.2.5 | Total Quality Management (TQM) | 27 |
| 3.2.6 | Total Quality Service (TQS) | 28 |
| 3.2.7 | Schlussfolgerungen für die Tourismusentwicklung Kroatiens | 30 |
| 4. | Situationsanalyse der Destination Kroatien | 32 |
| 4.1 | Landeskundliche Hintergründe | 32 |
| 4.1.1 | Geographische Lage | 32 |
| 4.1.2 | Staat und Regierung | 33 |
| 4.1.3 | Wirtschaftsprofil | 34 |
| 4.1.4 | Bevölkerung | 35 |
| 4.1.5 | Bildungswesen | 35 |
| 4.2 | Allgemeine Infrastruktur | 36 |
| 4.2.1 | Verkehrsan- und -verbindung | 36 |
| 4.2.2 | Wasserent- und -versorgung | 38 |
| 4.3 | Die Tourismusentwicklung Kroatiens | 39 |
| 4.3.1 | Die Entwicklung des Tourismus vor Kriegsbeginn | 39 |
| 4.3.2 | Die touristische Entwicklung während der Kriegsjahre | 43 |
| 4.3.3 | Die Ausgangslage Kroatiens seit Kriegsende | 45 |
| 4.4 | Organisations- und Beschäftigungsstruktur des kroatischen Tourismus | 46 |
| 4.4.1 | Organisationsstruktur | 46 |
| 4.4.2 | Beschäftigungsstruktur | 47 |
| 4.5 | Merkmale der touristischen Angebotsstruktur | 48 |
| 4.5.1 | Das ursprüngliche Angebot | 48 |
| 4.5.1.1 | Naturgeographische Gegebenheiten | 48 |
| 4.5.1.2 | Kulturhistorische Gegebenheiten | 50 |
| 4.5.1.3 | Soziokulturelle Verhältnisse | 50 |
| 4.5.2 | Das abgeleitete Angebot | 51 |
| 4.5.2.1 | Touristische Suprastruktur | 51 |
| 4.5.2.2 | Touristische Infrastruktur | 53 |
| 4.5.3 | Fremdenverkehrsregionen | 54 |
| 4.6 | Merkmale der touristischen Nachfragestruktur | 57 |
| 4.6.1 | Gästeankünfte und -übernachtungen | 57 |
| 4.6.2 | Häufigkeit und Dauer des Aufenthaltes | 58 |
| 4.6.3 | Herkunftsstruktur | 58 |
| 4.6.4 | Reiseausgaben | 59 |
| 4.6.5 | Reisemotive | 59 |
| 4.6.6 | Reiseorganisation und -mittel | 59 |
| 5. | Strategische Analyse der kroatischen Tourismuswirtschaft | 61 |
| 5.1 | Stärken-Schwächen-Profil | 61 |
| 5.1.1 | Strategische Erfolgsfaktoren | 61 |
| 5.1.2 | Strategische Problemfelder | 63 |
| 5.2 | Chancen-Risiken-Analyse | 67 |
| 5.3 | Bewertung der Komponenten für Qualitätstourismus | 70 |
| 6. | Notwendige Handlungsansätze auf tourismuswirtschaftlicher Ebene | 73 |
| 6.1 | Aufbau eines Qualitätsimages | 73 |
| 6.2 | Ökonomische Transformation touristischer Unternehmen | 74 |
| 6.3 | Qualitätsverbesserung des Beherbergungssektors | 76 |
| 6.4 | Ausbau der touristischen Infrastruktur | 78 |
| 6.5 | Diversifikation der touristischen Produkte | 80 |
| 6.6 | Verbesserung des Ausbildungsangebotes | 87 |
| 6.7 | Umweltpolitische Maßnahmen | 88 |
| 6.8 | Qualitätskontrollen durch das Tourismusministerium | 89 |
| 7. | Notwendige Handlungsansätze auf einzelbetrieblicher Ebene | 91 |
| 7.1 | Einsetzen von Qualitätsmanagern und -zirkeln | 91 |
| 7.2 | Festlegung von Qualitätsstandards | 92 |
| 7.3 | Personaltechnische Maßnahmen | 93 |
| 7.4 | Beschwerdemanagement | 94 |
| 7.5 | Qualitätskontrollen | 95 |
| 8. | Konklusion und Ausblick | 96 |
| 9. | Zusammenfassung | 97 |
| IV. | Literaturverzeichnis | 100 |
| V. | Anhangsverzeichnis | 106 |
Der Anteil der Privatunterkünfte und Campingplätze an den Gesamtunterkünften macht deutlich, dass der kroatische Tourismus Ende der 80er Jahre begonnen hat, sich zunehmend auf Massentourismus zu konzentrieren. Eine Studie der Unternehmensberatung Horwath Consulting, Zagreb bestätigt, dass sich zu diesem Zeitpunkt 90% der vorhandenen Hotels im niedrigen Preis- und Qualitätssegment befanden. Hotels in der oberen Preisklasse waren so gut wie nicht vorhanden.88 Mit dieser Strategie konnte das ehemalige Jugoslawien ca. 22 Mio. Ankünfte und 110 Mio. Übernachtungen in seinen besten Jahren 1985-1988 verzeichnen, mit einem Anteil von 8,7 Millionen an ausländischen Touristen. Der Marktanteil im Mittelmeertourismus betrug in diesen Jahren ca. 4-5%.89 [...]
Aufgrund dieser infrastrukturellen Maßnahmen kam es zu einem rasanten Anstieg der Ausländerübernachtungen.84 Die Anzahl der ausländischen Übernachtungen an der kroatischen Küste stieg von 1950 bis 1973 von weniger als einer Million auf 32 Millionen.85 Die meisten Touristen kamen aus der damaligen Bundesrepublik Deutschland (43%), gefolgt von Österreich (14,9%) und Großbritannien (13%). In der zweiten Hälfte der Nachkriegszeit (ab 1973) veränderte sich die Struktur des Ausländertourismus: die Anteile der Deutschen, Österreicher und Briten gingen zugunsten von Italienern, Tschechoslowaken und Niederländern zurück. Der Schwerpunkt des Ausländertourismus verlagerte sich gen Norden bedingt durch vermehrte Kurzurlaube von Italienern und Österreichern sowie durch Überlastung und abnehmende Attraktivität der Küstenstraße Jadranska Magistrale.86 [...]
3.2.6 Total Quality Service (TQS) Die bereits angesprochene Service-Qualität ist die Weiterentwicklung des Total Quality Management zum Total Quality Service (TQS). Die Umsetzung von TQS ist ein besonders anspruchsvolles Programm. Hier spielt die persönliche Kommunikation zwischen Dienstleister und Kunden eine zentrale Rolle. Sie zu steuern und zu verändern ist schwieriger als ein fehlerhaftes Produkt vom Fließband zu nehmen oder zu ersetzen. Die Qualität einer Dienstleistung zeigt sich erst, wenn die „Produktion“ irreversibel läuft, und der Kunde das „Produkt“ schon konsumiert hat. Wenn bei einer touristischen Dienstleistung etwas fehlschlägt, wie z. B. die Vergabe von Fehlinformationen oder Unfreundlichkeit in der Tourismusauskunft, kann dies praktisch nicht mehr ungeschehen gemacht werden.60 [...]
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