Virtuelle Universitäten
State of the art - Analyse und Entwicklungstendenzen
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Christian Schawel
- Abgabedatum: Dezember 1997
- Umfang: 112 Seiten
- Dateigröße: 899,6 KB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Universität des Saarlandes Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-4864-6
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-4864-6 P - ISBN (CD) :978-3-8324-4864-6 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Schawel, Christian Dezember 1997: Virtuelle Universitäten, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: learning, Online, education, Fernstudium, distance
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Diplomarbeit von Christian Schawel
Einleitung:
Die Neunziger Jahre sind geprägt durch vielfältige Bestrebungen der Umstrukturierung fester Organisationen. Diese Aktivitäten sind der Startpunkt, um sich dem immer härter werdenden Wettbewerb auf den globalen Märkten zu stellen. Im Vordergrund steht vor allem die Tendenz der Dezentralisierung, die zunehmende Verknüpfungen durch neue Kommunikationsmedien erfordert. Diese Grundentwicklung hat einen erheblichen Einfluss auf den Wissensbildungsbereich, denn es wurde erkannt, dass eine sich schnell verändernde Gesellschaft eine ständige Weiterbildung verlangt.
In den letzten Jahren hat sich das Internet als ein Medium der weltweit offenen Kommunikation etabliert, das aus vielen Bereichen unseres Lebens kaum noch wegzudenken ist. Der Entwicklungsprozess befindet sich in vollem Gange und viele Interessenten versuchen, diesen zu ihrem persönlichen Vorteil zu nutzen. Als Medium zur Kommunikation wird das Internet auch konventionelle Wissensbildungsprozesse, also die Erzeugung und Vermittlung von Wissen, in Frage stellen.
Neben den vielseitigen Einsatzfeldern der neuen Technologien hat der Lehrbetrieb die Möglichkeit, diese neuen Multimedia- und Kommunikationstechnologien in sein Arbeitsspektrum zu integrieren.
Die Nutzung der computertechnischen Möglichkeiten wird durch vielfältige Begriffe wie den Computerunterstützten Unterricht (CUU) oder das Computer Based Training (CBT) beschrieben. All diese Begriffsbeschreibungen charakterisieren die neuen Lehr- und Lernformen, die ein räumlich und zeitlich flexibles, individualisiertes, bedarfsorientiertes und eventuell berufsbegleitendes Studium ermöglichen. Das neue Paradigma des lebenslangen Lernens in der Wissensgesellschaft kann auf diese Weise verwirklicht werden. Durch den Einsatz innovativer Technologien, die die Kommunikation unterstützen, können traditionelle Studienformen modifiziert werden, was den Bildungsanbietern neue Zielgruppen für ein Studium erschließt.
In den Überlegungen zur Entwicklung des computergestützten Studiums hat sich der Begriff der Virtuellen Universität gebildet, wobei das eigentliche Konzept noch nicht eindeutig definiert wurde. Häufig wird der Begriff der Virtuellen Universität für Wissensbildungsmöglichkeiten im Internet benutzt oder an anderer Stelle als eine abgegrenzte Institution verstanden, an der Studenten ausgebildet werden. Einige Entwicklungen zielen auf eine die Präsenzuniversität ergänzende Funktion der Virtuellen Universität, andere hingegen streben den vollkommenen Ersatz des Studiums an einer traditionellen Präsenz- oder Fernuniversität an.
Viele Staaten haben erkannt, dass das Bildungsniveau eines Landes einen entscheidenden Faktor für ihren Wohlstand darstellt, wodurch der Trend der weltweit steigenden Zahl offener Bildungsstätten und die vielfältigen Bestrebungen zur Bildungsreform erklärt werden können. Benötigt werden flexible Strategien zur Problemlösung, was durch eine partizipative Integration gesellschaftlicher Bereiche wie die Wissenschaft, Forschung und Politik gefördert werden kann. Die Virtuelle Universität kann bei erfolgreicher Umsetzung die Bestrebungen, wie die der Europäischen Gemeinschaft, die Bildungsangebote der Universitäten zu einem europäischen Bildungsraum zu integrieren, unterstützen. Dabei ist es Aufgabe der einzelnen Staaten, den Aufbau der internen Infrastruktur voranzutreiben. Das schließt die dazugehörigen gesetzlichen Grundlagen mit ein, da andernfalls der Aufbau einer offenen bildungsorientierten Gesellschaft behindert werden kann.
Gang der Untersuchung:
Ziel dieser Diplomarbeit ist die Darstellung des Konzeptes der Virtuellen Universität. Dazu werden zunächst die allgemeinen Charakteristika der Distance Education und die der Online Education beschrieben, die durch den Einsatz der Computertechnologie möglich wird. Der darauf folgende Abschnitt beschäftigt sich mit dem Aufbau der Virtuellen Universität durch sechs voneinander abgegrenzte Module. Anschließend werden die aktuellen Angebote der Online Education auf weltweiter Ebene analysiert. Der letzte Teil der Arbeit zeigt anhand einer Portfolioanalyse die Perspektiven des Konzeptes der Virtuellen Universität basierend auf zwei Datenerhebungen.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | PROBLEMSTELLUNG | 1 |
| 2. | DIE DISTANCE EDUCATION | 3 |
| 2.1 | BEGRIFFSEINGRENZUNG | 3 |
| 2.2 | DIE BESONDEREN CHARAKTERISTIKA DES FERNSTUDENTEN | 4 |
| 2.3 | ENTWICKLUNGSSCHRITTE ZUM AUFBAU DER DISTANCE EDUCATION | 5 |
| 2.4 | DIE EINSATZMÖGLICHKEITEN DER INFORMATIONSTECHNOLOGIE | 8 |
| 3. | DAS ONLINE LEARNING | 11 |
| 3.1 | GRUNDLEGENDE ANFORDERUNGEN | 11 |
| 3.1.1 | Allgemeine Voraussetzungen | 11 |
| 3.1.2 | Anforderungen an die Studenten der Virtuellen Universität | 11 |
| 3.1.3 | Anforderungen an die Virtuelle Universität | 12 |
| 3.2 | DIE NEUEN ZIELGRUPPEN DES STUDIUMS | 15 |
| 3.3 | DIE BEDEUTUNG DER MEDIEN FÜR DEN WISSENSTRANSFER | 17 |
| 3.3.1 | Der Text als Lernmedium | 18 |
| 3.3.2 | Auditive Lernmedien | 19 |
| 3.3.3 | Die Nutzungsmöglichkeiten der Videotechnik | 21 |
| 3.3.4 | Die interaktive Videokonferenz | 22 |
| 3.3.5 | Weitere internetbasierende Anwendungen | 24 |
| 3.3.6 | Die Auswahl geeigneter Medien | 25 |
| 3.4 | DER ASPEKT DER KOMMUNIKATION | 28 |
| 3.5 | DIE NEUE LEHRSITUATION | 30 |
| 3.6 | DIE EFFEKTIVITÄT DES ONLINE LEARNING | 32 |
| 4. | DIE VIRTUELLE UNIVERSITÄT | 35 |
| 4.1 | DAS KONZEPT DER VIRTUELLEN UNIVERSITÄT | 35 |
| 4.2 | BAUSTEINE DER VIRTUELLEN UNIVERSITÄT | 35 |
| 4.2.1 | Das Informationsmodul | 37 |
| 4.2.2 | Das Adminmodul | 37 |
| 4.2.3 | Das Lehrmodul | 38 |
| 4.2.4 | Das Kommunikationsmodul | 39 |
| 4.2.5 | Das Bibliotheksmodul | 39 |
| 4.2.6 | Das Forschungsmodul | 40 |
| 4.3 | DAS KONZEPT DER WELTWEIT OFFENEN VIRTUELLEN UNIVERSITÄT | 40 |
| 5. | ANALYSE DER AKTUELLEN ONLINE EDUCATION ANGEBOTE | 44 |
| 5.1 | NATIONALE ANGEBOTE | 44 |
| 5.1.1 | Status quo - Übersicht und Analyse | 45 |
| 5.1.2 | Die Virtuelle Universität Hagen als State of the Art | 50 |
| 5.1.3 | Neudefinition der Benchmark | 55 |
| 5.2 | INTERNATIONALE ANGEBOTE | 58 |
| 5.2.1 | Status quo des innereuropäischen Auslands | 58 |
| 5.2.2 | Status quo des außereuropäischen Auslands | 62 |
| 5.2.3 | Beispiel einer State of the Art Universität | 68 |
| 6. | PERSPEKTIVEN DER VIRTUELLEN UNIVERSITÄT | 70 |
| 6.1 | DURCHFÜHRUNG UND ANALYSE DER ERHEBUNG | 70 |
| 6.2 | PORTFOLIOANALYSE | 86 |
| 7. | ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK | 91 |
| 8. | ANHANG | 93 |
| INTERNETADRESSEN WIRTSCHAFTSWISSENSCHAFTLICHER FAKULTÄTEN | 93 | |
| 9. | LITERATURVERZEICHNIS | 95 |
4.2.6 Das Forschungsmodul Da ein virtuelles Studium ohne dieses Modul möglich ist, wird das Forschungsmodul zu dem Servicebereich der Virtuellen Universität gezählt. Die Forschung einer Universität ist ein eigenständiger Bereich, der aber in der Vollständigkeit der angebotenen Dienste von den anderen fünf Bereichen nicht genau abgrenzbar ist. Dennoch sollte er getrennt betrachtet werden. Dieser Bereich umfaßt das Darstellen vergangener und aktueller Forschungsprojekte sowie die Publikation der Ergebnisse und stellt damit auch ein Forum für die Kontaktaufnahme zwischen Forschern dar. Dazu zählt auch die Veröffentlichung von aktuellen und fertigen Diplom- und Seminararbeiten sowie Stellenangebote und -gesuche des Lehrstuhls. In diesem Modul wird keine Stufung vorgenommen, lediglich die Umsetzung einzelner Teilbereiche für das virtuelle Studium wird untersucht. [...]
1. Stufe: Auf der ersten Stufe wird den Studenten die Literaturrecherche online ermöglicht, was in den meisten Fällen über ein OPAC-System (Open Public Access Catalogue) geschieht. Im Rahmen dieser Stufe sollte teilweise die Bestellung oder Reservierung online möglich sein, jedoch ist das Abholen der Literatur an die Ausleihtheke der Bibliothek örtlich gebunden. 2. Stufe: Bei der Umsetzung der zweiten Stufe werden neben der Literaturrecherche und der Fernleihe online auch andere Vorgänge wie die Ausgabe eines Kontoauszuges online angeboten. Der Versand der Schriftwerke geschieht durch den Postversand. Die finanzielle Abwicklung dieser Dienstleistung ist direkt über einen Lieferservice oder ein eingerichtetes Studentenkonto denkbar. 3. Stufe: Die dritte Stufe geht einen Schritt weiter und ermöglicht den Versand der Literatur in digitaler Form, was die virtuelle Literaturarbeit vervollständigt. [...]
4.2.4 Das Kommunikationsmodul Der Kommunikationsbereich wird in dem Konzept der Virtuellen Universität als Servicemodul betrachtet, da auch ohne Kommunikation mit anderen Studenten und den Dozenten der Abschluß eines Studiengangs möglich ist. Deshalb sollte beim Aufbau einer Virtuellen Universität überlegt werden, ob und wenn ja, in welchem Rahmen die Kommunikation die soziale Vernetzung zwischen den Beteiligten unterstützt. Auch dieses Modul wird in drei Stufen differenziert betrachtet. 1. Stufe: Auf der ersten Stufe wird die asynchrone und dezentrale Kommunikation zwischen den beteiligten Akteuren einer Virtuellen Universität ermöglicht. Medien, die diese Kommunikationsform unterstützen sind beispielsweise Email und News. 2. Stufe: Bei der Umsetzung der zweiten Stufe wird neben der asynchronen auch teilweise die synchrone Kommunikation ohne visuelle oder auditive Medien angeboten. Dabei bietet sich der Einsatz von Chatsitzungen im Rahmen von Diskussionsrunden an. Durch diese Art der Kommunikation können Foren für soziale Kontakte wie eine virtuelle Cafeteria gebildet werden. 3. Stufe: Wenn neben den Möglichkeiten der zweiten Stufe auch visuelle und auditive Medien eingesetzt werden, um die synchrone Kommunikation zu ermöglichen, ist die dritte Stufe des Kommunikationsmoduls im Rahmen der Virtuellen Universität umgesetzt. Diese Art der medienvermittelten Kommunikation ersetzt die reale Situation. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832448646
Arbeit zitieren:
Schawel, Christian Dezember 1997: Virtuelle Universitäten, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
learning, Online, education, Fernstudium, distance



