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Virtuelle Facilities Manager

B2B-Marktplätze als Institution zur Bereitstellung von Gebäudemanagementdienstleistungen

Virtuelle Facilities Manager
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Nadine Spörl
  • Abgabedatum: Februar 2001
  • Umfang: 87 Seiten
  • Dateigröße: 505,8 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: European Business School Schloß Reichartshausen, Oestrich-Winkel Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-4168-5
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-4168-5 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-4168-5 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Spörl, Nadine Februar 2001: Virtuelle Facilities Manager, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Facility Management, Institutionenökonomie, Dienstleistung, Prinicipal-Agent-Theorie, Fachportal

Diplomarbeit von Nadine Spörl

Einleitung:

Business-to-Business (B2B) bezeichnet alle Transaktionen zwischen Unternehmen und sonstigen Organisationen. B2B-Markplätze sind virtuelle Räume im Internet, in denen sich mehrere institutionelle Anbieter und Nachfrager versammeln, um konkrete Transaktionen anzubahnen und deren direkte Abwicklung zu ermöglichen. Für den Zeitraum von November 1999 bis Juli 2000 verzeichnete Berlecon Research einen überproportionalen Anstieg der Anzahl an B2B-Marktplätzen von 34 auf 133 in Deutschland. Goldman Sachs vermutet, daß über die nächsten 20 Jahre weltweit 80% der Business-to-Business Transaktionen online abgewickelt werden. Gemäß einer von KPMG durchgeführten Studie erwarten 70% der Facilities Management Anbieter spürbare Auswirkungen des eBusiness auf ihre Branche innerhalb der nächsten 2 Jahre. Diese Beobachtungen lassen vermuten, dass sich B2B-Marktplätze auch im Rahmen des Facilities Managements als vorteilhaft erweisen könnten. Facilities Management ist einfach ausgedrückt ein Bündel von Leistungen, die an Gebäuden, Anlagen und Einrichtungen (facilities) erbracht werden, um deren Nutzungsflexibilität, Arbeitsproduktivität und Kapitalrentabilität zu verbessern. Es stellt sich die Frage, ob die Informations- und Kommunikationstechnologien von B2B-Marktplätzen ausreichen, einen „virtuellen“ Facilities Manager zu schaffen. Dabei wird unter einem „virtuellen“ Facilities Manager eine Website verstanden, deren Funktionalität den Benutzer zur Lösung aller Facilities Management Aufgaben befähigt.

Die Facilities Management Leistung wird individuell und unter Einbeziehung von Faktoren, die sich in der Verfügungsgewalt der Nachfrager befinden, erstellt. Neben einer Reihe von anderen Besonderheiten bereitet besonders diese Eigenschaft der Facilities Management Leistung Schwierigkeiten bei der Modellierung eines „virtuellen“ Facilities Managers. Können „traditionellen“ Facilities Manager tatsächlich durch „virtuelle“ Facilities Manager ersetzt werden oder können die Informations- und Kommunikationstechnologien lediglich Lösung der Facilities Management Aufgaben unterstützen? Unabhängig davon, ob die „traditionellen“ Facilities Manager ersetzt oder unterstützt werden sollen, muß ein geeignetes elektronisches Geschäftsmodell konzipiert werden. Dabei müssen in jedem Fall die Unsicherheiten der Nachfrager Berücksichtigung finden, da nur Nachfrager, die ihre Unsicherheit bezüglich des Verhaltens der Anbieterseite auf ein von ihnen subjektiv akzeptiertes Anspruchsniveau senken können, sich zu einem Vertragsabschluß über Facilities Management Leistungen entscheiden werden. Die Unsicherheit der Nachfrager resultiert abermals aus den spezifischen Facilities Management Eigenschaften. Der Nachfrager kann die Qualität der Leistung nämlich vor Vertragsabschluß nicht prüfen, weil das die Inanspruchnahme derselben erfordern würde. Er muß gezwungenermassen Verträge über ein vom Anbieter abgegebenes Leistungsversprechen abschließen. Dabei muß er auf die Richtigkeit der vom Anbieter signalisierten Leistungsfähigkeit und -willigkeit vertrauen. Es existieren bereits verschiedene Erscheinungsformen elektronischer Geschäftsmodelle. Welche Erscheinungsform ist jedoch am besten geeignet, den „traditionellen“ Facilities Managemer zu ersetzen bzw. zu unterstützen und außerdem die Unsicherheit der Nachfrager auf deren Anspruchsniveau zu reduzieren? Die Bearbeitung dieser Problemstellung ist auch deshalb interessant, weil dadurch für das Facilities Management allgemeingültige absatzwirtschaftliche Erkenntnisse gewonnen werden können.

Gang der Untersuchung:

Zentrales Erkenntnisziel dieser Arbeit ist die Konzeption eines „virtuellen“ Facilities Managers. Dazu muß zunächst die Facilities Management Leistung charakterisiert (Abschnitt 2) und ein Grundverständnis von elektronischen Märkten aufgebaut (Abschnitt 3) werden. Bevor jedoch mit der eigentlichen Modellierung des elektronischen Marktes begonnen werden kann (Abschnitt 5), müssen zur Lösung dieser Aufgabe nützliche Methoden erarbeitet werden (Abschnitt 4). Die Charakterisierung der Facilities Management Leistung beginnt mit einer grundlegenden Definition des Begriffs Facilities Management. Im weiteren werden die Interessen der Nachfrager untersucht, um daraus die Aufgaben eines Facilities Management Anbieters abzuleiten. Auf der Basis dieser beidseitigen Betrachtung kann das Facilities Management dann in seine Hauptaufgaben gegliedert werden. Diese Gliederung ist notwendig, um in Abschnitt 5 abschätzen zu können, welche der Aufgaben internettauglich sind, d.h. durch den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien gelöst werden können. Wenn externe Dritte - sei es ein „traditioneller“ oder ein „virtueller“ Facilities Manager - mit der Durchführung dieser Aufgaben beauftragt werden sollen, muß die Betrachtung auf die dadurch stattfindenden Transaktionsbeziehungen ausgedehnt werden. Dafür bietet sich die Anwendung des von Mattmüller/Tunder entwickelten Integrativ-Prozessualen-Marketingansatzes an, da dieser einen „konzeptionellen Bezugsrahmen zur Analyse von Austauschprozessen“ bereitstellt.

Zum Abschluß von Abschnitt 2 wird anhand der konstitutiven Merkmale einer Dienstleistung geprüft, ob es sich beim Facilities Management um eine Dienstleistung handelt oder nicht. Die Beantwortung dieser Frage ist entscheidend, weil Dienstleistungseigenschaften die Transaktionsbeziehung nachhaltig beeinflussen. Um dann in Abschnitt 3 ein Grundverständnis für elektronische Märkte aufbauen zu können, ist es sinnvoll, zunächst die Grundideen der Internetökonomie zu vermitteln, um dann eine Auswahl an Transaktionsmodellen für elektronische Märkte detaillieren zu können.

Ziel von Abschnitt 4 ist es, nützliche Methoden zur Bearbeitung der eigentlichen Problemstellung dieser Arbeit zu suchen. Diese lassen sich vor allem innerhalb der Marketingwissenschaft finden, denn „Marketing ist marktorientiertes Denken und Handeln“, weshalb es sich vorwiegend mit der Analyse von Austauschbeziehungen beschäftigt. Viele Theorien der Marketingwissenschaft stammen aus dem Denkgebäude der Neuen Institutionenökonomik. Es müssen deshalb zunächst die Kerngedanken dieser Theorie betrachtet werden. Anschließend werden verschiedene Marketingtypologien vorgestellt, die auf den Eigenschaften der ausgetauschten Güter oder Dienstleistungen beruhen. Diese Typologisierung erlaubt es, anhand der in Abschnitt 1 festgestellten charakteristischen Eigenschaften der Facilities Management Leistung, dieselbe in den Marketingtypologien zu positionieren, um so in Abschnitt 5 das passende Marketinginstrumentarium anwenden zu können. Um die Austauschbeziehung zwischen Anbieter und Nachfrager weiter zu konkretisieren, wird zum Abschluß von Abschnitt 4 die Principal-Agent-Theorie eingeführt. Die Principal-Agent-Theorie gehört ebenfalls zum Theoriegebäude der Neuen Institutionenökonomik. Sie behandelt die arbeitsteilige Auftraggeber-Auftragnehmer-Beziehung. Bei der Beschreibung dieser Beziehung finden die Unsicherheiten auf der Auftraggeberseite und Möglichkeiten zu deren Reduzierung besondere Berücksichtigung. In Abschnitt 5 werden die bis dahin gewonnenen Erkenntnisse eingesetzt, um zum einen ein geeignetes Grundkonzept eines „virtuellen“ Facilities Managers zu modellieren und diesen zum anderen so auszugestalten, daß die Unsicherheiten auf der Nachfragerseite größtmöglichst verringert werden. Wie schon angedeutet, werden dazu die in Abschnitt 2 herausgearbeiteten Facilities Management Aufgaben auf ihre Internetfähigkeit geprüft. Diese Vorgehensweise erlaubt es, im nächsten Schritt, in Verbindung mit einer Analyse potentieller Zielgruppen, den internetfähigen Aufgaben passende elektronische Geschäftsmodelle (Abschnitt 3) zuzuordnen. Zur Entwicklung unsicherheitsreduzierender Maßnahmen werden die in Abschnitt 4 erarbeiteten Methoden eingesetzt. Die Facilities Management Leistung wird an dieser Stelle in die Marketingtypologien (Abschnitt 4) eingeordnet, um so wichtige Anhaltspunkte für die Ausgestaltung der Auftraggeber-Auftragnehmer-Beziehung mit dem Instrumentarium der Principal-Agent-Theorie zu erhalten. Zum Abschluß werden die in Abschnitt 5 erzielten Ergebnisse zusammengefaßt und Hinweise auf weiterführende Untersuchungsbereiche gegeben.

Inhaltsverzeichnis:

Abkürzungsverzeichnis IV
1. Einleitung 1
1.1 Problemstellung 1
1.2 Gang der Untersuchung 2
2. Die charakteristischen Facilities Management Eigenschaften 4
2.1 Die Facilities Management Aufgaben 4
2.2 Die Transaktionsbeziehung zwischen Anbieter und Nachfrager 7
2.3 Facilities Management als Dienstleistungsbündel 8
2.3.1 Die konstitutiven Merkmale einer Dienstleistung 8
2.3.2 Die Dienstleistungseigenschaften der Facilities Management Leistung 11
3. Die Grundidee elektronischer Märkte 12
3.1 Begriffe der Internet-Ökonomie 12
3.2 Ausgewählte Erscheinungsformen elektronischer Geschäftsmodelle 13
3.2.1 Die Elektronische Einkaufsplattformen 13
3.2.2 Der Elektronische Marktplatz 14
3.2.3 Das Fachportal 15
4. Institutionenökonomische Interpretation des Marketing zur Überwindung von Informations- und Unsicherheitsproblemen 16
4.1 Die Annahmen der Neuen Institutionenökonomik 16
4.2 Die Typologien des Marketing aus institutionenökonomischer Sicht 18
4.3 Die Transaktionsbeziehung als Principal-Agent-Beziehung 20
4.3.1 Die Principal-Agent-Theorie 20
4.3.2 Ursachen und Gefahren der Informationsasymmetrien zwischen Principal und Agent 21
4.3.2.1 Hidden Characteristics: Adverse Selection 21
4.3.2.2 Hidden Action: Moral Hazard 23
4.3.2.3 Hidden Intention: Hold up 24
5. Die Konzeption eines virtuellen Facilities Managers unter Berücksichtigung der Facilities Management Eigenschaften 25
5.1 Entwicklung eines elektronischen Geschäftsmodells 25
5.1.1 Die Internetfähigkeit der Facilities Management Aufgaben 28
5.1.2 Die potentiellen Zielgruppen 30
5.1.3 Ableitung eines Grundkonzepts 32
5.2 Die Ausgestaltung des elektronischen Geschäftsmodells 32
5.2.1 Positionierung des Facilities Managements in den Marketingtypologien 34
5.2.2 Die Transaktionsbeziehung als Principal-Agent-Beziehung 36
5.2.3 Bestimmung unsicherheitsreduzierender Institutionen 36
5.2.3.1 Die unsicherheitsreduzierende Wirkung von Signalen 36
5.2.3.2 Die stabilisierende Wirkung von Geschäftsbeziehungen 39
6. Zusammenfassung und Ausblick 42
Anhang 46
Verzeichnis des Anhangs 47
Literaturverzeichnis 66

Automatisiert erstellter Textauszug:

erforderliche Fachwissen fehlt, um sie adäquat beurteilen zu können.164 „Hidden action" ist immer dann möglich, wenn keine eindeutige, dem Principal bekannte Beziehung zwischen dem Einsatz des Anbieters und dem Ergebnis besteht.165 Der Agent kann diese Informationsvorteile ausnutzen, indem er im Eigeninteresse, aber den Interessen des Principal zuwider handelt. Diese Art von Opportunismus wird als „moral hazard“ (moralisches Risiko) bezeichnet.166 Die Auswirkungen von Moral Hazard bleiben dem Principal auch ex post verborgen, besonders weil das Ergebnis nicht nur vom Handeln von Agenten, sondern auch vom Zufall abhängig ist.167 Zur Verhinderung des Auftretens von moralischem Risiko beim Agent können ökonomische Anreizsysteme geschaffen werden. Diese Anreizsysteme müssen so gestaltet sein, daß der Agent, obwohl er seine eigenen Interessen verfolgt, gleichzeitig im Interesse des Principal handelt.168 4.3.2.3 Hidden Intention: Hold up [...]

Beim Signaling überträgt der gut informierte Agent dem schlechter informierten Principal Informationen (Informationsübertragung), indem er in geeigneter Weise sein Leistungspotential zu signalisieren versucht. Beim Screening bemüht sich der schlechter informierte Principal, Informationen zu beschaffen (Informationsbeschaffung).157 Beide Mechanismen sollen dem Principal helfen, die unerwünschten Vertragspartner herauszufiltern.158 Es gibt es zwei Arten von Signaling: „Exogeneous costly signals“ und „Contingent contracts“.159 „Exogeneous costly signals“ sind Signale, deren Kosten für den opportunistischen Anbieter zu teuer sind. Bspw. können der Agent selbst oder die von ihm angebotenen Güter und Dienste einer freiwilligen oder gesetzlichen Prüfung unterzogen werden. Die Prüfungsergebnisse in Form von Qualitätssiegeln, Güteklassen, Bilanzen, Handelsbriefen oder Zeugnissen dienen dann dem Principal als Signal für das Leistungspotential des Agent.160 „Contingent contracts“ sind vertragliche Regelungen, um die Risiken einer Interaktion für den Principal vertraglich zu begrenzen, wie z.B. durch eine Qualitätsgarantie.161 Beim „screening“ versucht sich die schlechter informierte Seite Informationen durch Prüfen, Inspizieren und Aussondern zu beschaffen, indem sie z.B. die besser informierte Seite vor ein Entscheidungsproblem stellt und aus deren Entscheidungsverhalten Rückschlüsse auf die ihr unbekannten Qualitätsmerkmale des Partners zieht („self selection“).162 Der Principal konfrontiert also den Agenten mit einer Entscheidungssituation, die er speziell so gestaltet hat, daß er aus der Entscheidung des Agenten wesentliche Eigenschaften seiner Persönlichkeit oder seiner Leistung erkennen kann.163 4.3.2.2 Hidden Action: Moral Hazard [...]

Das Problem der „hidden characteristics“ besteht darin, daß der Principal feststehende Eigenschaften, wie z.B. Fähigkeiten, Qualifikationen, Präferenzen oder Erstausstattung des Agenten oder der von ihm angebotenen Leistungen vor Vertragsabschluß nicht kennt.152 Der Principal muß befürchten, daß seine Erwartungen bezüglich wichtiger Eigenschaften des Agent oder hinsichtlich der Qualität der vom Agent angebotenen Leistungen enttäuscht werden.153 Darüber hinaus besteht die Gefahr, daß der Agent diesen Informationsvorsprung opportunistisch ausnutzen könnte, indem er dem Principal unvollständige oder verzerrte Informationen gibt, um „irrezuführen, zu verzerren, zu verbergen, zu verschleiern oder sonstwie zu verwirren“154. Eine daraus resultierende Gefahr für den Principal besteht in der möglichen Auswahl schlechter Vertragspartner („adverse selection“ Negativ-auslese oder Fehlauswahl).155 Zur Vermeidung von Adverse selection-Problemen schlägt die Principal-Agent-Theorie Signaling und Screening Mechanismen vor.156 [...]

Arbeit zitieren:
Spörl, Nadine Februar 2001: Virtuelle Facilities Manager, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Facility Management, Institutionenökonomie, Dienstleistung, Prinicipal-Agent-Theorie, Fachportal

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