Virtuelle Communities
Systematiserung virtueller Communities und Entwicklung eines Vorgehensmodells zur Realiserung von virtuellen Communities
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Kirsten Lenz
- Abgabedatum: November 1999
- Umfang: 105 Seiten
- Dateigröße: 767,3 KB
- Note: 2,3
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg, Standort Rheinbach Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-4658-1
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-4658-1 P - ISBN (CD) :978-3-8324-4658-1 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Lenz, Kirsten November 1999: Virtuelle Communities, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Aufbauphasen, Typologie, Konzeption und Entwicklung
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Diplomarbeit von Kirsten Lenz
Einleitung:
Virtuelle Communities können als neue und erfolgversprechende Geschäftsidee bezeichnet werden. Sie schöpfen Vorteile bisheriger Web-Technologien aus und bieten neue, interaktive Kommunikationsmöglichkeiten für Unternehmen und Privatpersonen.
Eine virtuelle Community zu einem bestimmten Thema ist der Marktplatz für alle interessierten Menschen. Eine eigene Homepage, ein kurzes Chatgespräch mit einem Teilnehmer von der anderen Seite des Erdballs oder auch das Abfragen eingegangener E-Mails kann als Service genutzt werden. Kunden besitzen große Verhandlungsmacht und einen verbesserten Zugang zu Informationen. Die Mitglieder werden aktiv in den Gemeinschaftsprozeß einbezogen und erhalten die Gelegenheit, eigene Inhalte zu erstellen und diese zu publizieren.
Aber nicht nur für Privatpersonen, sondern besonders für innovative Unternehmen bieten virtuelle Communities neue Wege der Kommunikation – einen Ausstellungsraum zu niedrigen Kosten, weltweit sofort erreichbar und das 24 Stunden am Tag. Das Webangebot wird aufgewertet und die Kundenbindung verstärkt. Die Anbieter finden potentielle Kunden mit hoher Kaufbereitschaft vor. Produkte und Werbung sprechen die Kunden direkt und individuell an. Der Zwischenhandel wird ausgeschaltet.
Es existieren unterschiedliche Alternativen für den Betreiber, Gewinne zu realisieren. Mitglieder-, Benutzungs- und Teilnahmegebühren fallen für das Mitglied an, wenn es generell an der Gemeinschaft teilnehmen, Informationen abrufen und bestimmte Servicedienste in Anspruch nehmen möchte. Allgemein werden Erträge aber über Transaktions- und Werbeeinnahmen erzielt.
Virtuelle Communities lassen sich in zwei Gruppen einteilen – die geschäfts- (vertikale, funktionale, geographische Communities und Communities für bestimmte Unternehmensgruppen) und die verbraucherorientierten (demographische, geographische und themenspezifische) Gemeinschaften. Jede von ihnen weist ein unterschiedliches Wachstumspotential auf. Wichtig für die weitere Entwicklung ist die Aufspaltung in Subgemeinschaften. Verbraucherorientierte Communities begünstigen diese Bildung. Zudem sollten sich die Gemeinschaften so weit entwickeln, daß sie mit ihrem eigentlichen Interessengebiet nichts mehr gemein haben. Dieser Aspekt gilt sowohl für die Business-to-business- als auch für die Business-to-consumer-Communities.
Der Vergleich der unterschiedlichen Community-Arten zeigt, daß sie sich hinsichtlich der Zielgruppe und der angebotenen Produkte bzw. Dienstleistungen unterscheiden. Ansonsten kann festgestellt werden, daß die Ziele der Gemeinschaften hauptsächlich in der Erfüllung der Informationsbeschaffung, der Bereitstellung von Kommunikationsmöglichkeiten und der Abwicklung elektronischer Geschäfte liegen. Eine Vielzahl weist die gleichen Merkmale bzgl. Aufbau (Chaträume, Diskussionsforen, Einkaufsgelegenheiten) und Service (Recherchedienste, Veröffentlichung eigener Homepages, kostenlose E-Mail-Adressen, Ansprechpartner) auf.
Das Konzept zur Realisierung einer virtuellen Gemeinschaft deutet darauf hin, daß es zu Anfang wichtig ist, die Zielgruppe sorgfältig und unter Einbezug der Kriterien Zielgruppengröße und Breite des Interesses auszuwählen. Ein wichtiger Aspekt für den Organisator ist es, die Gemeinschaftsziele zu definieren. Bestimmte Dienstleistungen sollten in jeder Community vorhanden sein, um den Erfolg zu garantieren. Die Phase der Mitgliederakquisition zeigt Möglichkeiten, wie das Interesse der Mitglieder für die Gemeinschaft geweckt wird. In der zweiten Phase werden die Mitglieder aufgefordert sich aktiv am Gemeinschaftsleben zu beteiligen. Auch hierfür stehen verschiedene Alternativen bereit.
Die Mitgliederbindung soll Menschen dazu veranlassen, dauerhaft der Community beizutreten. Von großer Bedeutung sind auch die Fragen, welche Art von Erträgen erzielt werden sollen und welche Kosten beim Aufbau entstehen. Organisatorische Dinge, wie z. B. Personaleinsatz und die Bereitstellung der benötigten Technologien müssen seitens des Organisators sorgfältig durchdacht werden.
Für die Zukunft läßt sich sagen, daß virtuelle Communities, die Märkte neu definieren. Sie verlagern die Verhandlungsmacht vom Anbieter auf den Kunden. Die Nachfrage wird steigen, da die Kosten durch Gemeinschaften gesenkt werden. Zudem ergibt sich die Gelegenheit, internationale Märkte zu betreten. Viele Menschen mit gleichen Interessen konzentrieren sich innerhalb einer Gemeinschaft und machen es Anbietern und Inserenten leicht, sie zu erreichen. Unternehmen kooperieren branchenübergreifend. Communities bedrohen Einzel-, Großhändler und Vertreter. Die Organisatoren übernehmen die Vermittlerrolle. Für große Unternehmen stellen sie eine Gefahr dar, falls sie in der Lage sind, einen großen Teil des Kundenstammes abzuwerben. Auch für kleine Unternehmen besteht die Chance, in das Geschäft einzusteigen, da die Anfangsinvestitionen gering sind. Nach angemessener Zeit kann die Investition zu hohen Erträgen führen.
Als Nachfolger der virtuellen Communities werden die Portale, wie z. B. Yahoo, Excite oder AOL, gehandelt. Sie bieten ein breites Spektrum an Diensten (Suchmaschinen, E-Mail, Homebanking) an. Eine breite Masse von Nutzern soll überzeugt werden, diese Portale als Einstiegsseite in das Internet zu nutzen und sich auf diese Weise zu binden. Die hohe Reichweite wird die Zunahme von Werbeeinnahmen ermöglichen.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | I | |
| Abbildungsverzeichnis | IV | |
| Abkürzungsverzeichnis | V | |
| 1. | EINLEITUNG | 1 |
| 1.1 | Ziele der Diplomarbeit | 4 |
| 1.2 | Motivation für die Wahl des Themas | 4 |
| 2. | THEORETISCHE GRUNDLAGEN VIRTUELLER COMMUNITIES | 6 |
| 2.1 | Voraussetzungen | 7 |
| 2.2 | Funktionalität | 10 |
| 2.3 | Nutzen und Risiken | 11 |
| 2.3.1 | Nutzen für den Kunden | 12 |
| 2.3.2 | Nutzen für den Anbieter | 13 |
| 2.3.3 | Nutzen für den Organisator | 15 |
| 2.3.4 | Risiken für Mitglieder, Organisatoren und Anbieter | 15 |
| 2.4 | Zweck | 16 |
| 2.5 | Ökonomie | 17 |
| 2.5.1 | Ertragskomponenten | 18 |
| 2.5.2 | Kostenfaktoren | 20 |
| 2.6 | Technologie | 20 |
| 3. | TYPOLOGIE VIRTUELLER COMMUNITIES | 23 |
| 3.1 | Business-to-Business-Communities | 23 |
| 3.1.1 | Communities der vertikalen Industrie | 24 |
| 3.1.2 | Funktionsbezogene Communities | 25 |
| 3.1.3 | Geographische Communities | 26 |
| 3.1.4 | Communities für bestimmte Unternehmensgruppen | 27 |
| 3.2 | Business-to-Consumer-Communities | 28 |
| 3.2.1 | Geographische Communities | 28 |
| 3.2.2 | Demographische Communities | 30 |
| 3.2.3 | Themenspezifische Communities | 31 |
| 3.3 | Entwicklungsmöglichkeiten unterschiedlicher Communities | 33 |
| 3.4 | Vergleichskriterien und -durchführung | 34 |
| 3.4.1 | Marktplatz-Recht | 36 |
| 3.4.2 | Mondus | 39 |
| 3.4.3 | Software-Forum | 40 |
| 3.4.4 | Publikom | 41 |
| 3.4.5 | Woman | 43 |
| 3.4.6 | Compunity | 44 |
| 3.4.7 | Unterschiede und Gemeinsamkeiten | 45 |
| 4. | AUFBAUPHASEN EINER VIRTUELLEN COMMUNITY | 50 |
| 4.1 | Mitgliederakquisition | 51 |
| 4.2 | Teilnahmeförderung | 52 |
| 4.3 | Mitgliederbindung | 53 |
| 5. | KONZEPTION UND ENTWICKLUNG EINER VIRTUELLEN COMMUNITY FÜR MUSIKINTERESSENTEN | 54 |
| 5.1 | Zielgruppendefinition | 54 |
| 5.2 | Ziele | 57 |
| 5.3 | Layout | 58 |
| 5.4 | Aufbauphasen | 64 |
| 5.5 | Kosten-Nutzen-Analyse | 70 |
| 5.6 | Bedeutung für das Management | 75 |
| 5.6.1 | Berufsbilder | 76 |
| 5.6.2 | Technologien | 77 |
| 5.7 | Entwicklungsmöglichkeiten | 78 |
| 5.8 | Zusammenfassung | 81 |
| 6. | SCHLUßBETRACHTUNG UND AUSBLICK | 84 |
| Abkürzungsverzeichnis | VI |
Die vier Hauptbereiche der Gemeinschaft sind untereinander verbunden, so daß eine Produkterwähnung in der Pinnwand automatisch mit der passenden Produktinformation im Shop und der Datei im Software-Bereich verknüpft wird. Compunity kann sowohl als Interessen- als auch als Transaktionsgemeinde bezeichnet werden, da die Abwicklung von Geschäften ein Ziel der Gemeinschaft ist. Das Interesse der Mitglieder und Anbieter gilt dem Computer und allem, was dazu gehört. Pinnwände und Chaträume geben Gelegenheit Beziehungen aufzubauen, zu intensivieren und Erfahrungen auszutauschen. In dem Bereich Pinnwand werden alle Inhalte durch die Mitglieder selbst erstellt. Die Chance Beziehungen einzelner Mitglieder untereinander und Beziehungen zwischen Mitgliedern und Anbietern zu fördern, ist gegeben. Informationsfluß ist beidseitig – vom Kunden zum Unternehmen und umgekehrt – möglich. Nutzungsprofile geben die Gelegenheit, die Produkte und Anzeigen individuell auf die Teilnehmer zuzuschneiden. Die Kaufangebote unterliegen einer stetigen Aktualisierung. [...]
und Wissenschaft, Freizeit, Gesellschaft und Soziales, Gesundheit, Politik, Wirtschaft und Medien bilden die Informationsschwerpunkte. Ein wichtiger Aspekt der Frauengemeinschaft ist der Aufbau von zwischenmenschlichen Beziehungen. Pinnwände geben die Möglichkeit, sich über Aktionen, Tagungen, Ausstellungen, Seminare usw. zu informieren. Die Termine können kostenlos und unverbindlich eingetragen werden. Suchmaschinen machen auf andere deutschsprachige Frauenwebseiten aufmerksam. Links weisen auf private Homepages hin. Bei der Konzeption und Gestaltung der eigenen Homepage stehen Ansprechpartner zur Verfügung. Private E-Mail-Adressen können eingerichtet werden. Forumsbeiträge werden kostenlos veröffentlicht. Die Einwahl in das Frauennetz geschieht bundesweit zum Ortstarif. Drei Zugangstarife stehen zur Auswahl. 1. 20,- DM pro Monat inkl. 4 Freistunden, jede weitere Minute 8,3 Pf. für Wenigsurfer 2. 10,- DM Grundgebühr, 6,5 Pf. pro Minute für Normalsurfer 3. 30,- DM Grundgebühr, 3-8 Pf. (tageszeitabhängig) für Vielsurfer Vorteilhaft ist die einfache Bedienung und Übersichtlichkeit. Die Gemeinschaft bezieht sich nicht nur auf eigene Seiten, sondern ermöglicht den Kontakt zu anderen Frauengemeinschaften. Das Gefühl ausreichend informiert zu sein, ist gegeben. [...]
E-Mail-Adresse einrichten. Drei Chaträume (Café Komm, Preußen-Chat und Tea42) stehen zum Austausch zur Verfügung. Unternehmen haben die Möglichkeit, sich kostenlos in das Branchenbuch eintragen zu lassen. Spezielle Links weisen auf private Homepages hin. Beiträge in die Foren zu setzen, ist simpel. Die drei Chaträume lassen sich schnell, unter Angabe eines Spitznamens, betreten. In das Gästebuch kann jeder seine Beiträge eintragen. Erklärungen zu der Funktionalität des Systems können abgerufen werden. Um dem Nutzer die Anwendung des Branchenbuches zu erleichtern, sind alle Adressen nach Branchen bzw. alphabetisch geordnet. Publikom ermöglicht es den Besuchern, Unternehmen und Geschäfte auf direktem Wege zu kontaktieren. Links weisen z. B. auf die Geschäfte rund um den Prinzipalmarkt (Einkaufsstraße) hin. Homepages diverser Geschäfte, die Online-Shopping betreiben, können direkt angeklickt und aufgerufen werden. Die Chance selbst bei der Gestaltung der Gemeinschaftsseiten aktiv zu sein, macht die Gemeinschaft für Mitglieder attraktiv. Eigene Homepages können publiziert, virtuelle Auktionen getätigt und Diskussionen geführt werden. Die Beziehungen zwischen Unternehmen, Bürgern und Behörden verbessern und intensivieren sich. Der Verkauf von Produkten steht nicht im Vordergrund der Gemeinschaft, dennoch ist es möglich, mit Unternehmen und Anbietern in Kontakt zu treten und elektronische Geschäfte abzuwickeln. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832446581
Arbeit zitieren:
Lenz, Kirsten November 1999: Virtuelle Communities, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Aufbauphasen, Typologie, Konzeption und Entwicklung



