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Viabilität neuerer Systemtheorien für das Human Resource Management

Mit Fokus auf das Management von Personal-Ressorts vor dem Hintergrund 6 komparativer Fallstudien

Viabilität neuerer Systemtheorien für das Human Resource Management
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Jan Schneider
  • Abgabedatum: Januar 2002
  • Umfang: 217 Seiten
  • Dateigröße: 2,2 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Universität Mannheim Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-4932-2
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-4932-2 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-4932-2 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Schneider, Jan Januar 2002: Viabilität neuerer Systemtheorien für das Human Resource Management, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: HRM, Systemtheorien, Strategic Business Partner, Fallstudien, Management von Personal-Ressorts

Diplomarbeit von Jan Schneider

Zusammenfassung:

Die Arbeit tritt mit der Fragestellung an, ob sich aus den Benchmarking-Ergebnissen zum Management von Personal-Ressorts sechs internationaler Konzerne vor dem Hintergrund der neueren Systemtheorien weiterführende Erkenntnisse gewinnen lassen. Dabei wird zunächst versucht, dem den Systemtheorien möglicherweise fernstehenden Leser die Wurzeln und Grundkonzepte dieser Theoriegebäude darzustellen. Eine Besonderheit der vorliegenden Arbeit liegt in der Vermeidung einer eingeschränkten Sichtweise, aufgrund der möglichst umfassenden Darstellung und Diskussion der verschiedenen theoretisch sehr spannenden system-theoretischen Ansätze.

Eine weitere Besonderheit der Arbeit liegt im Bestreben eine Brücke zwischen praktischen Managementthematiken im Human Resource Management (HRM) und den schwer zugänglichen Ansätzen der neueren Systemtheorien zu bauen. Hierbei wird der Forderung einer Vielzahl an Arbeiten nach praxisnäherer Forschung entsprochen, indem die Fruchtbarkeit (Viabilität) dieser theoretischen Aussagen direkt anhand der Benchmarking-Ergebnisse untersucht wird.

Besondere Stärken der Arbeit liegen in der grundsätzlichen Offenheit gegenüber den verschiedenen systemtheoretischen Ansätzen und den verschieden Lösungen der Personal-Ressorts. Damit wird sowohl den Ansprüchen der Wissenschaft als auch der betrieblichen Praxis entsprochen.

Ohne den Ergebnissen vorweg zu greifen, lässt sich feststellen, dass die neuere Systemtheorie als Instrument der interdisziplinären Zusammenarbeit gerade im Rahmen des HRMs verschiedene Forschungsdisziplinen und -bereiche in einen einheitlichen Bezugsrahmen integriert. Die Unterschiedlichkeit wird dabei gewahrt, und sie trägt somit dazu bei, dass Impulse für neue Forschungsgebiete entstehen.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis IV
Tabellenverzeichnis VI
Abkürzungsverzeichnis VII
1. EINLEITUNG 1
1.1 Problemstellung der Arbeit 1
1.2 Zielsetzung der Arbeit 3
1.3 Wissenschaftliches Grundverständnis der Arbeit 6
1.4 Aufbau der Arbeit 7
2. GRUNDLAGEN - DIE KONZEPTIONELLE BASIS 11
2.1 Entwicklung des Human-Resource-Managements 11
2.1.1 Entwicklung des HRMs in der Praxis 11
2.1.2 Entwicklung des HRMs in der Theorie 13
2.2 Begriffliche Grundlagen 16
2.2.1 Der Begriff HRM 16
2.2.2 Der Begriff System 17
2.2.3 HRM als soziales System 18
2.3 Grundlagen naturwissenschaftlicher Systemtheorien 19
2.3.1 Klassische Systemtheorien 21
2.3.2 Neuere Systemtheorien 25
2.3.2.1 Theorie selbstorganisierender Systeme 26
2.3.2.2 Formalanalytische Systemtheorien 27
2.3.2.3 Gegenstandsbezogene Systemtheorien 31
2.3.3 Zusammenfassung der neueren Systemtheorien zur NST 37
3. ÜBERTRAGUNG DER NST AUF DAS HRM 41
3.1 Bisherige Übertragungen auf soziale Systeme 41
3.1.1 Luhmanns Theorie autopoietischer Systeme 42
3.1.2 Übertragungsansätze auf Unternehmen als soziale Systeme 43
3.2 Übertragbarkeitsproblem 46
3.3 Respezifizierung der NST auf das HRM-System 50
3.3.1 Komplexitätsmanagement als „Management of Dualities“ 52
3.3.2 Organisation des HRM-Systems 55
3.3.2.1 Stabilisierende Organisationsformen 56
3.3.2.2 Flexibilisierende Organisationsformen 58
3.3.3 Management des Personal-Ressorts als synreferenzielles System 62
3.3.3.1 Sinngebung 64
3.3.3.2 Strategische Ausrichtung und Ziele 66
3.3.3.3 Frühwarnsystem und Controlling 69
3.3.3.4 Kommunikation 71
3.3.3.5 Entwicklungsfähigkeit 72
4. EMPIRISCHES VORGEHEN 75
4.1 Wissenschaftsverständnis der Arbeit 75
4.1.1 Radikaler Konstruktivismus 76
4.1.2 Neopragmatismus 77
4.1.3 Interpretatives Paradigma 78
4.2 Untersuchungsdesign: Grounded Theory 80
4.3 Erhebungsverfahren 83
4.3.1 Problemzentriertes Leitfaden-Interview 84
4.3.2 Ergänzende Dokumentenanalyse 85
4.3.3 Gruppeninterviews (Workshops) 85
4.4 Auswertungsverfahren 86
4.5 Methodenkritik & Gütekriterien 87
5. ERGEBNISSE UND INTERPRETATION 90
5.1 Organisation des Human-Resource-Managements 90
5.1.1 Stabilisierende Organisationsformen 91
5.1.2 Flexibilisierende Organisationsformen 92
5.1.3 Zentralisierung vs. Dezentralisierung 93
5.1.3.1 Outsourcing 95
5.1.3.2 HRM-Intranetanwendungen 96
5.2 Sinngebung - Konstruktion von Realität & Identität 99
5.2.1 Rollenverständnis, Leitbild & Vision 99
5.2.2 Strategieinhalt, Ziele & Strategy Maps 102
5.2.3 Strategieprozess 106
5.2.4 Frühwarnsystem - Personalplanung & Personal-Controlling 110
5.2.5 Kommunikation & Marketing 113
5.3 Entwicklungsfähigkeit 115
6. DISKUSSION UND AUSBLICK 118
6.1 Bewertung der Viabilität 118
6.2 Reflexion der Vorgehensweise 123
6.3 Ausblick 125
Glossar 128
Literaturverzeichnis 144
Anhang A i
Anhang B iv

Automatisiert erstellter Textauszug:

Dies soll anhand einer transparenten Darstellung der empirischen Vorgehensweise in Kapitel 4.2, 4.3 und 4.4 annäherungsweise versucht werden. Wichtig ist ferner die Ablehnung des Solipsismus, der davon ausgeht, dass es gar keine objektive Realität gibt. Es wird lediglich festgestellt, dass "wir nicht wissen, wie diese Realität ist, ... [und] daß wir nur über mehr oder weniger adäquate Konstruktionen dieser Realität verfügen." (Kirsch, 1992, S. 503). Im Radikalen Konstruktivismus wird eine partielle Korrespondenz zwischen der Realität und diesen Konstrukten angenommen (Heinl, 1996). Die Bewertung der Gültigkeit solchermaßen konstruierter Wirklichkeit wird nicht in der Kategorie wahr vs. falsch vorgenommen, sondern ist abhängig davon, ob sie einer Konfrontation mit der Realität standhält (von Glasersfeld, 1996; Gumin & Meier, 1996). Das hierfür angenommene neopragmatische Verständnis soll im nächsten Kapitel näher dargestellt werden. [...]

3.3.3.4 Kommunikation Das in den letzten Kapiteln beschriebene neue Rollenverständnis des Managers von Personal-Ressorts verschiebt sich von "jemandem, der über Ziele entscheidet und Anweisungen zu ihrer Realisierung gibt, zu jemandem, der sich für den unternehmenspolitischen Dialog verantwortlich fühlt .... " (Lutz, 1990, S. 147). Der Kommunikation kommt dabei in zweifacher Hinsicht eine wichtige Funktion zu. Erstens sorgt sie für die in Kapitel 3.3.3.2 geforderte Interessentransparenz. Ziel ist zunächst, eine größtmögliche Heterogenität und damit Flexibilität des Systems aufrecht zu erhalten. Dabei müssen individuelle Interessen integriert werden, so dass dem Mitarbeiter Anreize geboten werden, sich am Systementwicklungsprozess zu beteiligen. Die Anschlussfähigkeit der Subsysteme ist jedoch hierfür eine wesentliche Voraussetzung, denn was eine Information impliziert oder nicht impliziert, entscheidet sich erst im Wahrnehmen des Empfängers (Zwingmann et al., 1998). Norbert Wiener (1963) verdeutlicht dies in seiner Feststellung: "Was ich gesagt habe, weiß ich erst, wenn ich die Antwort darauf kenne." (S. 122). Neben den im vorigen Kapitel diskutierten Informationsinstrumenten des Controllings und flexiblen Informationsinstrumenten, wie dem Intranet, den Mitarbeiter-Zeitungen oder dem Unternehmens-TV, kommt daher der Kommunikation eine entscheidende Bedeutung zu. Denn Kommunikationsprozesse haben die Tendenz, die Anschlussfähigkeit der jeweils beteiligten Subsysteme zu erhöhen (Lutz, 1990). A.2.10: Zur Sicherung der Interessentransparenz sind hierarchie- und funktionsübergreifende Kommunikationsforen, wie bspw. Versammlungen oder offene Kamin-Gespräche zu implementieren. [...]

Oftmals bestehen große Unterschiede in den sogenannten theories-in-use zu den espoused theories (Stacey, 1995) oder Mintzbergs Unterscheidung folgend zwischen emergenten und geplanten Strategien (Mintzberg & Waters, 1985). "Die meisten wirklich wichtigen strategischen Entscheidungen kommen außerhalb der formalen Planungsprozesse zustande." (Malik, 1989, S. 342). Analog den im vorigen Kapitel diskutierten Modellen des HRM-Systems soll im Strategieprozess versucht werden, die unbewussten Modelle in den Köpfen der Manager und Mitarbeiter zu explizieren, da sie oftmals wichtiger sind als die papierene Form der Strategie (Stacey, 1995). Nach der NST ist der Vorgabe eines konsistenten bindenden Zielsystems mit Skepsis zu begegnen, denn gerade die Interessenkonflikte erzeugen die bestmögliche Strategie in flexiblen selbstorganisierenden Systemen, da sie für die erforderliche Gleichgewichtsferne sorgen. Folglich gilt es, statt der Vorgabe von Zielen, einen "kontinuierlichen, diskursiven, hermeneutischen Prozeß pluraler Selbstbeobachtung und –beschreibung des Organisationssystems (im Ungleichgewicht) zu forcieren." (Heinl, 1996, S. 462). A.2.4: Das Management ist primär für die notwendigen Randbedingungen des Strategieprozesses verantwortlich. Es wird kein Zielkatalog vorgegeben, sondern ein Austragen von Interessenkonflikten ermöglicht. [...]

Arbeit zitieren:
Schneider, Jan Januar 2002: Viabilität neuerer Systemtheorien für das Human Resource Management, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
HRM, Systemtheorien, Strategic Business Partner, Fallstudien, Management von Personal-Ressorts

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