Verwertung steuerrelevanter Ermittlungsergebnisse bei Banken gegenüber deren Kunden
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Ingo Schamberger
- Abgabedatum: November 1998
- Umfang: 97 Seiten
- Dateigröße: 496,2 KB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-5685-6
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-5685-6 P - ISBN (CD) :978-3-8324-5685-6 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Schamberger, Ingo November 1998: Verwertung steuerrelevanter Ermittlungsergebnisse bei Banken gegenüber deren Kunden, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Spekulationsgewinn, Steuerfahndung, Kontrollmitteilung, Zinsen, Bankgeheimnis
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Diplomarbeit von Ingo Schamberger
Einleitung:
Mit seinem Vorlagebeschluß (Az.: IX R 62/99) vom Juli 2002 beim Bundesverfassungsgericht hat der Bundesfinanzhof die Diskussion um die Besteuerung von Einkünften aus Kapitalvermögen wieder angeheizt. Ihren bisherigen Höhepunkt hatte diese Diskussion im Jahre 1994/1995 als durch zahlreiche Durchsuchungsaktionen der Steuerfahndung bei Banken eine Besteuerung durchgesetzt werden sollte, die so nie von der Finanzverwaltung praktiziert wurde. Als Hauptgrund für den Unterschied zwischen praktizierter Besteuerung und von der durch § 20 EStG und § 85 AO geforderten Besteuerung erwies sich § 30a AO, das sogenannte Bankgeheimnis im Steuerrecht.
Die Diplomarbeit klärt, welche Kompetenzen die Finanzverwaltung bei Außenprüfungen von Banken hat, ob § 30a Abs. 3 AO einen wirksamen Schutz für Bankkunden gegen die Verwertung von bei solchen Ermittlungen gewonnen Erkenntnissen bietet und ob ein solcher Sonderschutz für Bankkunden überhaupt gerechtfertigt ist. Dies geschieht auf Basis eines umfangreichen Literaturstudiums, der Auseinandersetzung mit der Entstehungsgeschichte von § 30a AO und der Analyse der zahlreichen Richtersprüche zu dieser Thematik – angefangen vom Zins-Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 27.6.1991 bis hin zu den sich teilweise widersprechenden Entscheidungen des Bundesfinanzhofs vom 18. Februar 1997 und vom 28. Oktober 1997.
Inhaltsverzeichnis:
| INHALTSVERZEICHNIS | 2 | |
| TABELLENVERZEICHNIS | 6 | |
| ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS | 7 | |
| PROBLEMSTELLUNG UND GANG DER UNTERSUCHUNG | 11 | |
| 1. TEIL: THEMATIK | 12 | |
| A. | Die Außenprüfung gem. §§ 193 - 207 AO als besonderes Verfahren der Sachaufklärung | 12 |
| I. | Abgrenzung von Einzelermittlungsmaßnahmen i. S. d. §§ 93 ff. AO | 12 |
| II. | Außenprüfung bei Kreditinstituten gem. § 193 Abs. 1 AO | 13 |
| B. | Steuerfahndungsermittlungen gem. § 208 AO | 15 |
| I. | Aufgaben und Befugnisse der Steuerfahndung gem. §§ 208, 404 AO | 15 |
| II. | Das Verhältnis des Besteuerungs- zum Strafverfahren | 16 |
| III. | Steuerfahndungsermittlungen gem. § 208 AO bei Banken | 18 |
| 2. TEIL: KONTROLLMITTEILUNGEN GEM. § 194 ABS. 3 AO | 19 | |
| A. | Systematische Grundlagen des Instituts der Kontrollmitteilungen | 19 |
| I. | Begriff und Zweck der Kontrollmitteilungen | 19 |
| II. | Besonderheiten der Stellung des Steuerpflichtigen | 20 |
| B. | Zulässigkeit von Kontrollmitteilungen | 21 |
| I. | Recht auf informationelle Selbstbestimmung | 21 |
| II. | Das Steuergeheimnis gem. § 30 AO | 22 |
| C. | Kontrollmitteilungen anläßlich einer steuerlichen Außenprüfung | 23 |
| I. | Rechtsgrundlage und Tatbestand | 23 |
| II. | Feststellungen von Kontrollmitteilungen | 24 |
| 1. | Der Begriff der Feststellung | 24 |
| 2. | Feststellungen anläßlich einer Außenprüfung | 24 |
| 3. | Feststellung von Verhältnissen | 25 |
| 4. | Feststellungen hinsichtlich anderer Personen | 25 |
| III. | Die Zulässigkeit der Fertigung | 26 |
| 1. | Verbot der systematischen Erfassung aller Geschäftsvorfälle | 26 |
| 2. | Rechtslage | 26 |
| 3. | Untersuchung des Wortlauts | 26 |
| 4. | Untersuchung des Rechts auf informationelle Selbstbestimmung | 27 |
| 5. | Untersuchung des Selbstveranlagungsprinzips gem. § 150 Abs. 1 S. 2 AO | 28 |
| 6. | Untersuchung des § 201 RAO | 30 |
| 7. | Bedingungen für die Fertigung | 31 |
| 3. TEIL: DAS BANKGEHEIMNIS IM STEUERRECHT | 32 | |
| A. | Entstehung und Entwicklung des § 30a AO | 32 |
| I. | Die gesetzlichen Bestimmungen bis zur Reichsabgabenordnung 1919 | 32 |
| II. | Die gesetzlichen Bestimmungen unter Geltung der Reichsabgabenordnung 1919 | 33 |
| III. | Der Bankenerlaß 1949 | 34 |
| IV. | Der Bankenerlaß 1979 | 35 |
| V. | Das Steuerreformgesetz 1990 | 35 |
| VI. | Das Zinsabschlaggesetz 1992 | 36 |
| VII. | Entwicklungstendenzen auf Europäischer Ebene | 36 |
| B. | Der rechtliche Stellenwert des Bankgeheimnisses | 37 |
| I. | Der Begriff des Bankgeheimnisses | 37 |
| II. | Umfang und Gegenstand des Bankgeheimnisses | 37 |
| III. | Die Rechtsgrundlagen des Bankgeheimnisses | 38 |
| 1. | Verfassungsrechtliche Grundlagen | 38 |
| a) | Grundrechte des Kunden | 38 |
| b) | Grundrechte der Bank | 39 |
| 2. | Zivilrechtliche Grundlagen | 39 |
| 3. | Strafrechtlicher Schutz | 40 |
| 4. | Arbeitsrechtlicher Schutz | 41 |
| IV. | Das sogenannte Bankgeheimnis im Steuerrecht | 41 |
| 1. | Grundsätzliche Bedeutung | 41 |
| 2. | Einschränkungen der finanzbehördlichen Prüfungsrechte durch § 30a AO | 42 |
| a) | Untersuchung des § 30a Abs. 1 | AO |
| b) | Verbote und Einschränkungen | 43 |
| V. | Durchbrechungen des sogenannten Bankgeheimnisses im Steuerrecht | 44 |
| 1. | Steuerliche Auskunftserteilung der Bank in Einzelfällen | 44 |
| 2. | Auskunftsersuchen bei Ermittlungen der Steuerfahndung | 44 |
| 3. | Anzeigepflicht der Kreditinstitute gem. § 33 ErbStG | 45 |
| 4. | Auswertung von Mitteilungen gem. § 45 d EStG | 45 |
| 4. TEIL: KONTROLLMITTEILUNGEN IM BANKBEREICH | 46 | |
| A. | Die Interpretation des § 30a Abs. 3 AO in der Rechtsprechung | 46 |
| I. | Das Urteil des Bundesverfassungsgericht vom 27.6.1991 | 46 |
| 1. | Vorgeschichte | 46 |
| a) | Das Urteil des Finanzgerichts Baden-Württemberg vom 5.5.1986 | 46 |
| b) | Das Urteil des Bundesfinanzhofs vom 20.6.1989 | 47 |
| 3. | Wesentliche Aussagen | 47 |
| II. | Das Urteil des Bundesfinanzhofs vom 18.2.1997 | 48 |
| 1. | Vorgeschichte | 48 |
| 2. | Wesentliche Aussagen | 49 |
| 3. | Anmerkungen zum Urteil | 49 |
| III. | Der Beschluß des Bundesfinanzhofs vom 28.10.1997 | 51 |
| 1. | Vorgeschichte | 51 |
| 2. | Wesentliche Aussagen | 51 |
| 3. | Unterschiede zur Parallelentscheidung vom 18.2.1997 | 52 |
| 4. | Anmerkungen zum Beschluß | 53 |
| IV. | Weitere Urteile der Finanzgerichte zur Zinsbesteuerung | 53 |
| B. | Kontrollmitteilungen gem. § 30a Abs. 3 AO | 54 |
| I. | Die einzelnen Tatbestandsmerkmale des § 30a Abs. 3 AO | 54 |
| 1. | Überblick | 54 |
| 2. | Begriff des Kontos und Depots | 54 |
| a) | Definitionen | 54 |
| b) | Personenbezogene Konten | 55 |
| c) | Betriebsinterne Konten | 56 |
| d) | CpD-Konten | 56 |
| e) | Sonderfall: Zwischenkonten | 57 |
| 3. | Zulässigkeit von Kontrollmitteilungen | 58 |
| II. | Rechtfertigungsgründe für die Regelung des § 30a Abs. 3 AO | 59 |
| 1. | Kapitalmarktpolitische Gründe | 59 |
| 2. | Vertrauensverhältnis zwischen Kreditinstitut und Kunden | 62 |
| 3. | Rechtsstaatliche Erwägungen | 64 |
| 5. TEIL: VERWERTUNG VON KONTROLLMITTEILUNGEN NACH EINER AUßENPRÜFUNG BEI EINER BANK | 64 | |
| A. | Auswertung von Kontrollmitteilungen gegenüber Kunden | 64 |
| I. | Auswertung von Kontrollmitteilungen | 64 |
| II. | Auswertung von Kontrollmitteilungen im Besteuerungsverfahren | 65 |
| III. | Korrektur der Steuerbescheide aufgrund von Kontrollmitteilungen | 66 |
| B. | Rechtsschutz gegen die Fertigung und Verwertung von Kontrollmitteilungen | 67 |
| I. | Verwertungsverbot rechtswidrig erlangter Kenntnisse | 67 |
| II. | Rechtliche Maßnahmen gegen Kontrollmitteilungen | 68 |
| 1. | Einordnung von Kontrollmitteilungen | 68 |
| 2. | Rechtsmöglichkeiten der Kreditinstitute | 69 |
| 3. | Rechtsmöglichkeiten der Bankkunden | 70 |
| AUSBLICK | 71 | |
| ANHANG | 73 | |
| LITERATURVERZEICHNIS | 76 | |
| VERZEICHNIS DER RECHTSQUELLEN UND SONSTIGEN QUELLEN | 91 | |
| EIDESSTATTLICHE ERKLÄRUNG | 96 |
a) Das Urteil des Finanzgerichts Baden-Württemberg vom 5.5.1986 Während die Geschichte der Zinsbesteuerung und mit ihr der Versuch eine Art Bankgeheimnis im Steuerrecht zu etablieren bis zum Anfang dieses Jahrhunderts zurückreicht212, befaßt sich die Rechtsprechung mit diesem Problemkreis seit dem Urteil des FG Baden-Württemberg vom 5.6.1986213. Die Kläger hatten für das Jahr 1982 Einkünfte aus Kapitalvermögen erklärt. Nachdem sie das Finanzamt gem. § 26b EStG zusammenveranlagt hatte, wandten sie sich in ihrer Klage gegen die Heranziehung der Zinsen zur Einkommensteuer. Sie machten geltend, daß im allgemeinen Zinseinkünfte nur in geringem Umfang steuerlich erfaßt würden, was sich aus den Feststellungen des Bundesrechnungshofs214 ergebe. Der Bankenerlaß 1979 verhindere eine genaue Ermittlung, was dazu führe, daß die Besteuerung der Zinseinkünfte nicht gesetzesmäßig, sondern teilweise gesetzeswidrig sei. Infolgedessen sei auch bei den Klägern von der Besteuerung der Zinseinkünfte abzusehen. Das Finanzgericht wies die Klage ab. Zwar störe die Ermittlungs- und Erhebungspraxis der Finanzverwaltung bei der Besteuerung von Zinserträgen aus Guthaben bei Kreditinstituten und aus festverzinslichen Wertpapieren im Ergebnis das Gleichgewicht der steuerlichen Lastenverteilung in einem unerträglichen Maß, aber dieses [...]
Die Kreditinstitute haben, als die für die Einbehaltung und Abführung des Zinsabschlags sowie die Verwaltung der Freistellungsaufträge zuständigen Stellen dem Bundesamt für Finanzen die in § 45d Abs. 1 S. 1 Nr. 1 - 4 EStG aufgeführten Daten mitzuteilen. Zwar handelt es sich nicht um ein Kontrollmitteilungssystem über Zinserträge, da gem. § 45d Abs. 2 EStG diese Mitteilungen ausschließlich zur Prüfung der rechtmäßigen Inanspruchnahme des Sparer-Freibetrages und des Pauschbetrages für Werbungskosten verwandt werden dürfen. Doch können diese Mitteilungen zu Steuerkontrollzwecken ausgewertet werden. Ist das Volumen des Freibetrages bewußt überschritten worden und ist es insoweit zu keiner Einbehaltung des Zinsabschlags durch die Bank gekommen, besteht Aufklärungsbedarf, um die [...]
Beim Tod eines Bankkunden wird das Bankgeheimnis dadurch durchbrochen, daß Kreditinstitute und geschäftsmäßige Vermögensverwalter gem. § 33 ErbStG verpflichtet sind, Vermögen, das sie beim Tod des Eigentümers im Gewahrsam haben, dem Erbschaftsteuerfinanzamt mitzuteilen. Zu erfassen sind die Salden sämtlicher Konten des Verstorbenen, alle bei der Bank verwahrten Wertpapiere sowie andere zur Verwahrung überlassene Gegenstände. Außerdem müssen die Banken melden, ob der Erblasser ein Schließfach unterhalten hat. Diesen zunächst erbschaftsteuerlichen Zwecken dienenden Informationsfluß wertet das Finanzamt beim Überschreiten bestimmter Höchstgrenzen208 auch für die Einkommensteuer und die Vermögensteuer des Erblassers aus209. Die Anzeigepflicht der Kreditinstitute nach § 33 ErbStG und die Auswertung der Anzeigen im daran anschließenden Kontrollmitteilungsverfahren bleiben durch § 30a AO unberührt210. [...]
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Arbeit zitieren:
Schamberger, Ingo November 1998: Verwertung steuerrelevanter Ermittlungsergebnisse bei Banken gegenüber deren Kunden, Hamburg: Diplomica Verlag
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Spekulationsgewinn, Steuerfahndung, Kontrollmitteilung, Zinsen, Bankgeheimnis



