Vertriebsstrukturen im Tourismus im Zeitalter des Internets
Bedeutung und Zukunft des stationären Reisebüros im Vergleich zum Online-Vertrieb touristischer Leistungen
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Rashmi Bhatnagar
- Abgabedatum: Februar 2002
- Umfang: 106 Seiten
- Dateigröße: 4,1 MB
- Note: 1,7
- Institution / Hochschule: Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-5632-0
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-5632-0 P - ISBN (CD) :978-3-8324-5632-0 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Bhatnagar, Rashmi Februar 2002: Vertriebsstrukturen im Tourismus im Zeitalter des Internets, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Nutzung touristischer Onine-Angebote, Reisebuchung, Reisen, Reisebranche, Internetnutzung
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Diplomarbeit von Rashmi Bhatnagar
Einleitung:
Vorliegende Arbeit systematisiert die Vertriebskanäle des deutschen Tourismusmarktes unter besonderer Betrachtung des Distributionskanals Internet. Betrachtet werden dabei Reisebüros und Reiseveranstalter in ihrer Rolle als Organisatoren und Verkäufer von touristischen Dienstleistungen, soweit sie für den deutschen Reisemarkt relevant sind.
Auf die Leistungsträger selbst (Fluggesellschaften, Bahn, Hotels, Autovermietungen, Zielgebietsagenturen) mit ihren Direktvertriebsangeboten wird nur insoweit eingegangen, als es für die Zusammenhänge notwendig erscheint. Ansonsten sind sie nicht Gegenstand dieser Arbeit.
Betrachtungsebene ist der Freizeitreisemarkt. Der Geschäftsreisemarkt mit seinen Potenzialen für e-commerce wird nicht untersucht, da dies ein eigenständiges Thema unter anderen Gesichtspunkten bildet.
Ziel der Arbeit ist die Darstellung und Bewertung des derzeitigen Internetangebotes im Touristikbereich, dessen tatsächliche Nutzung und damit verbunden die Erwartungen der Nachfrager von touristischen Produkten. Die Arbeit versucht zu klären, in welchen Bereichen das Internet das klassische Reisebüro in seiner Mittlerfunktion mit der persönlichen Beratungsleistung wahrscheinlich ersetzen wird, unter welchen Voraussetzungen es aber für welche Leistungen auch weiterhin seine Bestandsberechtigung haben wird.
Entscheidend ist hierfür nicht, was die Technik kann, sondern was der Urlaubsreisende als Kunde möchte, und welche Kriterien für ihn bei Buchungen im Freizeitreisebereich wichtig sind. Die zentrale Frage ist, ob er trotz Technikfortschritt und vorhandenem Internetangebot überhaupt generell auf die Handelsstufe „Reisebüro“ verzichten möchte.
Auf dieser Basis wird analysiert, inwiefern sich Reisebüros vom Internet nicht nur bedroht sehen müssen, sondern wie sie sogar von seinen Potenzialen profitieren können. Außerdem wird darauf eingegangen, was Online-Anbieter touristischer Leistungen beachten sollten, um erfolgreich zu sein.
Inhaltsverzeichnis:
| Abkürzungsverzeichnis | V | |
| Abbildungsverzeichnis | VI | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Problemstellung und Zielsetzung | 1 |
| 1.2 | Vorgehensweise | 3 |
| 2. | Der Reisemarkt in Deutschland | 5 |
| 2.1 | Tourismusdefinition | 5 |
| 2.1.1 | Freizeitreisen (leisure travel) | 6 |
| 2.1.2 | Geschäftsreisen (business travel) | 7 |
| 2.2 | Der Tourismusmarkt und seine Akteure | 8 |
| 2.2.1 | Leistungsträger | 8 |
| 2.2.2 | Reiseveranstalter | 9 |
| 2.2.3 | Reisevermittler | 11 |
| 2.2.4 | Reisende/Nicht-Reisende | 14 |
| 2.3 | Das touristische Produkt als Leistungsbündel und seine Besonderheiten | 14 |
| 2.4 | Traditioneller Vertrieb von Reiseleistungen | 19 |
| 2.4.1 | Distributionskanäle im Tourismus | 21 |
| 2.4.2 | Funktion und Stellung des Reisebüros im Tourismus-Vertriebssystem | 22 |
| 2.5 | Entwicklungen der letzten Jahre | 24 |
| 2.5.1 | Konzentration und Integration im deutschen Tourismusmarkt | 24 |
| 2.5.2 | Auswirkungen auf den Vertrieb und deren Bedeutung für Reisebüros | 25 |
| 3. | Vertrieb von Reiseleistungen über das Internet | 29 |
| 3.1 | Definition e-commerce | 29 |
| 3.2 | Eignung touristischer Leistungen für den Online-Vertrieb | 31 |
| 3.3 | Vorteile des Online-Vertriebes touristischer Leistungen | 34 |
| 3.3.1 | Nutzenpotenziale aus Anbietersicht | 34 |
| 3.3.2 | Nutzenpotenziale aus Konsumentensicht | 35 |
| 3.4 | Reiseentscheidungen als Ergebnis eines Kaufverhaltensprozesses | 36 |
| 3.5 | Auswahlkriterien der Nachfrager von Reiseleistungen | 42 |
| 3.5.1 | Kundenerwartungen an das Reisebüro | 42 |
| 3.5.2 | Kundenerwartungen an Online-Anbieter touristischer Leistungen | 45 |
| 4. | Bestandsaufnahme des Online-Vertriebes von Reiseleistungen | 48 |
| 4.1 | Internetnutzung in Deutschland | 48 |
| 4.1.1 | Profil der Internetnutzer | 48 |
| 4.1.2 | Gegenwärtige Nutzung | 52 |
| 4.1.3 | Stand und Entwicklung des Angebotes von e-commerce in Deutschland | 55 |
| 4.2 | Abriss des Angebotes touristischer Leistungen im Internet | 56 |
| 4.2.1 | Übersicht der Online-Anbieter von Reiseleistungen im Freizeitbereich | 56 |
| 4.2.2 | Darstellung und Bewertung des Online-Angebotes von Reiseleistungen anhand ausgewählter Beispiele | 59 |
| 4.3 | Derzeitige Nutzung touristischer Online-Angebote | 65 |
| 4.3.1 | Konkrete Zahlen der Internetnutzung im Tourismus | 65 |
| 4.3.2 | Akzeptanzprobleme aus Konsumentensicht | 69 |
| 5. | Tendenzen und Erfolgsvoraussetzungen im Tourismusvertrieb | 73 |
| 5.1 | Handlungsempfehlungen für Online-Anbieter | 73 |
| 5.2 | Handlungsempfehlungen für traditionelle Reisebüros | 77 |
| 5.2.1 | Stationärer Verkauf | 77 |
| 5.2.2 | Internet-Präsenz | 81 |
| 5.3 | Fazit und Ausblick | 82 |
| Quellenverzeichnis | 84 | |
| Ehrenwörtliche Erklärung |
Internetnutzer von Reise-Websites reagieren empfindlich auf undetaillierte oder fehlerhafte Informationen. Die regelmäßige Aktualisierung der Angebote wird vorausgesetzt. Die Gestaltung des Angebotes sollte übersichtlich und die Navigation intuitiv durch den Kunden zu erfassen sein. Dem reiseinteressierten Kunden ist es wichtig, schnell die gewünschten Informationen zu erhalten – lange Ladezeiten der Websites empfindet er als unzumutbar. (SYMPOSION 2000, S. 60 f) Wie in Punkt 3.5.1 deutlich wurde, suchen Reisekunden Hilfe und Beratung bei ihrer Reisebuchung. Dies gilt auch für Kunden, die Online-Angebote nutzen: Sie erwarten eine zuverlässige Möglichkeit, mit dem Anbieter Kontakt aufnehmen zu können. Viele Kunden brechen Transaktionen ab, weil entscheidende Fragen für sie ungeklärt bleiben, und sie keine schnelle und zuverlässige Hilfemöglichkeit finden. (SYMPOSION 2000, S. 62) Abbildung 9 gibt einen Überblick über die speziellen Anforderungen, die Nutzer von Online-Reiseangeboten an den Anbieter stellen: [...]
– Produkt-, Sortiments-, und Zielgebietskenntnisse – Leistungssicherheit • Die Einhaltung von Preisvorgaben Die Angebote sollen im gewünschten Preisrahmen liegen und ein angemessenes Preis- Leistungsverhältnis haben. Die Preisberechnung soll korrekt sein. • Serviceleistungen Individuelle Reisetipps; Gesamtbetreuung vor und nach dem Urlaub; Terminvereinbarungen; Spielecken für Kinder; Überbrückung der Wartezeit in angenehmer Atmosphäre mit Getränkeangebot • Gute Lage und angenehmes Ambiente Problemlose Erreichbarkeit des Reisebüros; ansprechendes und eigenständiges Erscheinungsbild des Büros an sich und der Mitarbeiter; kundenfreundliches Counterkonzept (Raumaufteilung); hoher Technisierungs- und Automatisierungsgrad. 3.5.2 Kundenerwartungen an Online-Anbieter touristischer Leistungen Prinzipiell ist sicher zunächst davon auszugehen, dass Reisekunden an Reisevermittler und Anbieter im Internet die gleichen Erwartungen haben wie an stationäre Reisebüros. Sie erwarten genauso Beratungsqualität und Leistungskompetenz. Einige Punkte sind bei Buchung über das Internet allerdings hinfällig – so bedarf es beispielsweise keiner Spielmöglichkeiten für Kinder oder der Überbrückung von Wartezeit. Wichtigste Buchungskriterien sind für Online-Bucher von Reisen ein reibungsloser Ablauf und eine sichere Zahlungsabwicklung. Generell ist für die Kunden eine sichere Übertragung persönlicher Daten sehr wichtig, die Angst vor Missbrauch durch Dritte ist sehr hoch. Ein bedeutendes Kriterium für Reisekunden im Internet ist weiterhin, durch diesen gewählten Buchungsweg einen Preisvor- [...]
viele Erfahrungs- und Vertrauenseigenschaften zu haben (POMPL/LIEB, S. 20 f). Vertrauen spielt also beim Kauf von Reiseleistungen eine bedeutende Rolle. “Vertrauen“ ist das Zugeständnis des Spielraums der einen Seite in einem Austausch an die andere Seite, eine Handlung zum Schaden des Vertrauenden ausführen zu können, ohne dass dieser das verhindern kann (LUHMANN 2000, S. 27-31). Die Vertrauensbildung gegenüber dem Reisebüro ist also oft ein entscheidender Punkt bei der Buchung touristischer Leistungen. Hinsichtlich von Buchungen über das Internet ist zu bedenken, wie diese Vertrauensbildung hier erzeugt werden kann. Laut HEINE (1998, S. 627) kauft der Touristikkunde ein Versprechen, für das er im Reisebüro eine Bestätigung erhält – warum sollte er sich hier einer anonymen Technik anvertrauen? Gerade in jüngster Zeit nach den Terroranschlägen vom 11.09.2001 in Amerika hat sich die Bedeutung des Vertrauens gegenüber dem stationären Reisebüro eindrucksvoll gezeigt. Die Reisebüromitarbeiter konnten viele aufgeregte und verunsicherte Kunden beruhigen, informieren oder umbuchen, während OnlineReisebüros weitaus mehr Stornierungen zu verzeichnen hatten. (JÜNGERT FVW 24/01, S. 1) Zusammengefasst haben verschiedene Untersuchungen der 90er Jahre ergeben, dass Kunden folgende Punkte bei der Erbringung der Reisemittlerleistung von einem Reisebüro erwarten (MENEKSE 1999, S. 64 f; FROMMER 1999, S. 91): • Beratungsqualität und Leistungskompetenz Die Kunden verlangen fachlich gut geschultes Personal, das sich durch Geduld, Ehrlichkeit, Neutralität sowie Aufmerksamkeit und Freundlichkeit auszeichnet. Gewünscht wird außerdem eine intensive Beratung, bei der die Expedienten auf individuelle Kundenwünsche eingehen. Weiterhin erwarten die Kunden – Aktualität der Informationen und Verfügbarkeiten [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832456320
Arbeit zitieren:
Bhatnagar, Rashmi Februar 2002: Vertriebsstrukturen im Tourismus im Zeitalter des Internets, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Nutzung touristischer Onine-Angebote, Reisebuchung, Reisen, Reisebranche, Internetnutzung



