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Das Vertrauenskalkül des Nachfragers

Implikationen für den Anbieter

Das Vertrauenskalkül des Nachfragers
Über dieses Buch

Diplomarbeit von Boris Rahming

Einleitung:

Im Rahmen dieser Arbeit werden verschiedene Teilaspekte des Vertrauens und seines Konstruktes im ökonomischen Kontext untersucht. Dabei steht vor allem die Frage im Mittelpunkt, welche Abwägungsentscheidungen der Nachfrager in bezug auf Vertrauen vornimmt, wie diese die Transaktionskosten beeinflussen und welche Implikationen und Handlungsempfehlungen sich daraus für die Akteure ableiten lassen, insbesondere in bezug auf das Marketing eines Anbieters.

Erklärungsansätze für die Existenz nicht rationaler Entscheidungen und Verhaltensweisen werden gegeben.

In bezug auf bestimmte sehr komplexe und mit unbeseitigbarer Informationsasymmetrie behaftete Güter, deren Bedeutung bei der momentanen Entwicklung zur Dienstleistungs- und Wissensgesellschaft ständig an Bedeutung gewinnt, kann Vertrauen Transaktionen teilweise überhaupt erst ermöglichen, jedoch zumindest die mit der Transaktion verbunden Kosten senken.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1
2. Grundlagen 3
2.1 Das Verständnis des Begriffs Vertrauen in verschiedenen Wissenschaften 3
2.2 Definition, Eigenschaften und Träger von Vertrauen 3
2.3 Der komplexitätsreduzierende und zeitüberbrückende Charakter von Vertrauen 6
2.4 Explizite und implizite Verträge - komplementäres Sicherungsinstrument zu Vertrauen 7
3. Theorie der Neuen Institutionenökonomie 9
3.1 Neue Institutionenökonomie - ein Überblick 9
3.2 Transaktionskostentheorie 10
3.3 Definition, Bestandteile und Determinaten von Transaktionskosten 11
3.4 Eigenschaften der Transaktionspartner 13
3.5 Die Prinzipal-Agent-Theorie 13
3.6 Informationsasymmetrien 14
3.6.1 Qualitätsunsicherheit 15
3.6.2 Verhaltensunsicherheiten 16
4. Das Entscheidungskalkül des Nachfragers als Vertrauensgeber 18
4.1 Die Vertrauensbeziehung als Prinzipal-Agenten-Beziehung 18
4.2 Das Verhalten des Nachfragers als Vertrauensgeber 19
4.3 Generalisiertes und spezifisches Vertrauen des Vertrauensgebers 20
4.4 Die Modellierung der Vertrauensentscheidung 21
4.5 Explizite Sicherungs- und Kontrollmaßnahmen und die Vertrauensatmosphäre 24
4.6 Die transaktionskostenreduzierenden Eigenschaften von Vertrauen 25
4.7 Vertrauensbildende Merkmale des Anbieters aus Nachfragersicht 28
4.8 Konsequenzen des Vertrauenskalküls für verschiedene Leistungen 29
5. Implikationen für den Anbieter 32
5.1 Generelle Maßnahmen des Vertrauensmanagements des Anbieters 32
5.2 Reputation als vertrauensbestimmendes Merkmal 36
5.3 Vertrauensbildung durch Instrumente des Marketings 38
5.3.1 Produktpolitik, Preispolitik, Distributionspolitik 39
5.3.2 Kommunikationspolitik 40
5.4 Vorteilhaftigkeitsentscheidungen zum Vertrauensmanagement 44
6. Handlungsempfehlungen in bezug auf das Vertrauenskalkül am Praxisbeispiel einer komplexen Beratungsleistung 45
6.1 Hohe Spezifität der Beratungsleistung 46
6.2 Maßnahmen zur Vertrauensgewinnung und Vertrauensfestigung 47
6.3 Kommunikationspolitik und Preannouncements der Beratung 49
7. Fazit 50
8. Literaturverzeichnis 51
9. Anhang 66

Automatisiert erstellter Textauszug:

Die individuelle Risikoneigung eines Akteurs beschreibt die Bereitschaft, ein gegebenes Risiko zu akzeptieren und ist bei jedem einzelnen Akteur unterschiedlich ausgeprägt. Sowohl die subjektive Risikoaversion eines Akteurs (als personenspezifische Risikoneigung), als auch die absolute Höhe des situationsspezifischen Risikos beeinflussen somit maßgeblich die Vertrauensentscheidung. Ein Akteur wird eine Vertrauenshandlung vornehmen, wenn der erwartete Nutzen der Handlung positiv ist und die Risikoprämie (als Preis zur Beseitigung der Ergebnisstreuung) den Nutzen nicht übersteigt. In diesem Fall ist sein Sicherheitsäquivalent (Erwartungsnutzen abzüglich Risikoprämie) positiv. Je mehr sich p A dem Wert 0,5 als Punkt der maximalen Unsicherheit des Vertrauensgebers bezüglich der Absichten des Vertrauensnehmers nährt, um so riskanter erscheint die Vertrauensentscheidung (Ripperger 1998, S. 125). [...]

exogenen Einflüssen der Natur beruht. Es gilt daher für die subjektiv durch den Vertrauensgeber wahrgenommene Eintrittswahrscheinlichkeit: p = p A ∗ p N Der Akteur entschließt sich rational für eine Vertrauenshandlung (Vertrauensgewährung), wenn der zu erwartende Nutzen positiv ist, also gilt: E [U ] = p A ∗ p N G + (1 − ( p A ∗ p N )) ∗ L > 0 Dieses Kriterium ist hinreichend jedoch noch nicht notwendig. Es fehlt die Berücksichtigung des mit der Vertrauenshandlung verbundenen Risikos, da dieses mit absoluter steigender Höhe an Bedeutung gewinnt. Zur Messung des Risikos kann hier das Erwartungsnutzenkriterium verwendet werden (Ripperger 1998 S. 121). Die Varianz, mit der die tatsächlichen Werte um den Erwartungswert streuen, ist dabei ein Maß für das mit der Vertrauensentscheidung verbundene Risiko. [...]

Die Vertrauensentscheidung ist als ein Prozess aufzufassen, an dessen Beginn die Vertrauenserwartung und an dessen Ende die Vertrauenshandlung steht (Ripperger 1998, S. 117). Die Vertrauenserwartung ist die vom Vertrauensgeber angenommene subjektive Wahrscheinlichkeit vertrauenswürdigen Verhaltens (Ripperger 1998, S. 190/191). Eine mögliche modellhafte Beschreibung der Vertrauenserwartung und der Vertrauenshandlung nimmt Ripperger vor, deren Modell in Auszügen nachfolgend dargestellt (Ripperger 1998, S. 116f.) wird: Modellierung der Vertrauenserwartung Bei der Modellierung der Vertrauenserwartung muss das Risiko einer Vertrauensentscheidung zutreffend berücksichtigt werden. Das mit einer Vertrauensentscheidung verbunden Risiko steigt sowohl mit der Wahrscheinlichkeit wie mit der absoluten Höhe des potenziellen Schadens (Amount of Stake bzw. Theorie des wahrgenommen Risikos), eine reine Risiko-Nutzen-Abwägung greift zu kurz. Der Vertrauensgeber legt für seine subjektive Einschätzung E [A] der vertrauensvollen Absichten eines möglichen Vertrauensnehmers folgenden Erwartungswert zu Grunde: [...]

Arbeit zitieren:
Rahming, Boris Februar 2002: Das Vertrauenskalkül des Nachfragers, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Transaktionskosten, Prinzipal-Agent-Theorie, Modellierung der Vertrauensentscheidung, Vertrauensmanagement, Vertrauensbildung durch Instrumente des Marketings

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