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Versuch einer Wertung der Lederherstellung und Untersuchung wichtiger Schuhkomponenten unter ökologischen Aspekten

Versuch einer Wertung der Lederherstellung und Untersuchung wichtiger Schuhkomponenten unter ökologischen Aspekten
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Anke Schröter
  • Abgabedatum: Juni 1995
  • Umfang: 175 Seiten
  • Dateigröße: 6,2 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Hochschule Niederrhein, Abt. Mönchengladbach Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-0305-8
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-0305-8 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-0305-8 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Schröter, Anke Juni 1995: Versuch einer Wertung der Lederherstellung und Untersuchung wichtiger Schuhkomponenten unter ökologischen Aspekten, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Leder, Umweltschutz, Schuhherstellung, Esprit

Diplomarbeit von Anke Schröter

Einleitung:

Kaum ein anderes Thema beeinflußt seit geraumer Zeit die Entwicklung der Industrie so nachhaltig wie der Umweltschutz.

Die Dringlichkeit, mit der sich heute ganze Branchen und Unternehmen bezüglich der Umweltschutzproblematik konfrontiert sehen, macht jedoch auch deutlich, daß eine intensive Auseinandersetzung mit den ökologischen Pro-blemstellungen unserer Gesellschaft, wie beispielsweise die drastisch gestie-genen Entsorgungsprobleme, die Endlichkeit von Ressourcen, der Treibhauseffekt etc., bisher vielfach versäumt wurde.

Umweltschutz ist also nicht ein vorübergehendes Modethema, sondern wird von Gesellschaft, Staat und Wirtschaft inzwischen als Jahrhundertaufgabe aufgefaßt. Davon zeugen wachsende Umweltschäden, das gestiegene Um-weltbewußtsein der Bevölkerung sowie weltweite Bemühungen zum globalen Umweltschutz.

Im Zuge dieser Entwicklung wurden in den letzten 20 Jahren zahlreiche Gesetze und Vorschriften zum Schutz der Umwelt erlassen, die die Unternehmen vor eine große Herausforderung stellen. Die Bewältigung dieser branchenbezogenen Herausforderungen eröffnet aber auch denjenigen Unternehmen Chancen, die es sich zur Aufgabe machen, durch innovative Lösungen im Umweltschutz die anstehenden Probleme zu bewältigen und gleichzeitig Möglichkeiten der Wettbewerbsprofilierung zu nutzen. Die Erschließung neuer Marktanteile in Umweltschutzmärkten oder das Angebot umweltverträglicher Produkte in bestehenden Märkten wird zukünftig den Erfolg vieler Unternehmen bestimmen.

Wünschenswert wäre es allerdings den Umweltschutz nicht - wie es häufig der Fall ist - als reines Marketinginstrument, sondern als ökologische Notwendigkeit zu betrachten und ihn in alle Unternehmensbelange zu integrieren.

Auch die Textilindustrie, die in ganz erheblichem Maße zur Zerstörung der Umwelt beiträgt, hat erkannt, daß es unerläßlich ist, ökologisch orientierte Produktentwicklung zu betreiben und nach Produktionsmethoden zu suchen, die so wenig wie möglich in die natürlichen Ökosysteme eingreifen.

Die Firma ESPRIT als international tätiges Bekleidungsunternehmen hat sich aufgrund des wachsenden Umweltbewußtseins auch innerhalb des Unternehmens die Frage gestellt, inwieweit es möglich ist, Kleidung unter ökologi-schen Aspekten herzustellen. Im Rahmen dieser Überlegung sind in den letzten Jahren mit der Entwicklung der "ecollection" und der Produktlinie "Blueprint" Maßnahmen in Richtung ökologisch orientierter Produktentwicklung von ESPRIT ergriffen worden. Auch innerhalb der Produktgruppen "Shoes" und "Accessoires" soll nach umweltgerechteren Produkten und Produktionsmethoden gesucht werden.

Ein dabei häufig zum Einsatz kommendes Material ist Leder. Es wird festgestellt, daß die Lederherstellung, bei Nichteinhaltung der gesetzlichen Vorschriften, als Industriezweig mit erheblicher Umweltbelastung angesehen werden muß.

Gang der Untersuchung:

Gegenstand dieser Arbeit ist die Untersuchung eines Schuhs im Hinblick auf ökologische Aspekte seiner Bestandteile.

In erster Linie wird dabei der Werkstoff Leder berücksichtigt, da er häufig die wichtigste Komponente am Schuh darstellt und zudem immer wieder Gegenstand von Diskussionen in Bezug auf in ihm verbliebene Schadstoffe ist.

Einerseits wird die Lederherstellung unter besonderer Berücksichtigung der notwendigen Verfahrensschritte und dabei einzusetzender Hilfsmittel (Chemikalien) untersucht, sowie aufgezeigt, aus welchen Prozeßstufen die möglicherweise im fertigen Produkt verbliebenen Schadstoffe stammen.

Andererseits wird auf weitere Schuhkomponenten eingegangen, wobei ein wesentliches Augenmerk auf die ökotoxikologische Bedeutung der von der Schuhindustrie eingesetzten Klebstoffe gelegt wird.

In diesem Zusammenhang wird anschließend die Aussagefähigkeit zweier Ökolabei für Lederartikel bzw. -schuhe diskutiert.

Ziel der Arbeit ist die Beurteilung ökologischer Auswirkungen der in ver-schiedenen Fertigungsprozessen eingesetzten chemischen Hilfsmüttel sowie die Darstellung von Möglichkeiten zur ökologischen Verbesserung der Lederproduktion.

Im Rahmen dieser Arbeit soll zudem festgestellt werden, inwiefern bezüglich der Gerbung von Leder die Vegetabilgerbung eine sinnvolle Alternative zur Chromgerbung darstellt, die weltweit am häufigsten zur Anwendung kommt.

Weiterhin werden Alternativen aufgezeigt, die es ermöglichen, die bei der Schuhherstellung verwendeten Materialien, wie beispielsweise Klebstoff, durch weniger problematische Produkte zu ersetzen oder ihren Einsatz gänz-lich zu vermeiden.

Die vorliegende Arbeit versteht sich als Basis für eine ökologisch orientierte Produktentwicklung im Bereich "Lederschuhe".

Inhaltsverzeichnis:

Vorwort 2
Inhaltsverzeichnis 3
Abbildungsverzeichnis 8
Tabellenverzeichnis 10
Abkürzungsverzeichnis 12
Zeichenerklärung 13
1. Einleitung 14
1.1. Problemstellung 14
1.2 Ziel der Arbeit 15
2. Theoretische Grundlagen zur Beurteilung ökologischer Aspekte bei Schuhen 17
2.1 Unterscheidung zwischen Produkt- und Produktionsökologie 17
2.1.1 Humanökologie 18
2.1.2 Herstellungsökologie 19
2.2 Textilien und Ökologie: Ökolabel 20
2.2.1 Einleitung 20
2.2.2 Was sind Öko-Textilien? 20
2.2.3 Spezielle Ökolabel 21
2.2.4 Ökolabei für Lederartikel und Schuhe 25
2.3 Ökobilanzierung 26
2.3.1 Begriffserläuterung 26
2.3.2 Produktbezogene Ökobilanzen 27
2.3.3 Bewertungsproblematik von Produktökobilanzen 29
2.4 Theoretische Grundlagen zum Lederherstellungsprozeß 30
2.4.1 Definition: Leder 30
2.4.2 Aufbau und Zusammensetzung der Rohware 30
2.4.3 Einführung in die Technologie der Lederherstellung 32
2.5 Entwicklung und Tendenzen in der Schuhindustrie 37
2.5.1 Produktionszahlen der deutschen Schuhindustrie 1993 38
2.5.2 Statistische Daten der ledererzeugenden Industrie 39
2.5.3 Die globale Entwicklung der Schuhindustrie von 1968 - 1992 40
3. Der Schuh 42
3.1 Allgemeines 42
3.1.1 Die Bedeutung des Schuhs für den Menschen 42
3.1.2 Prinzipielle Komponenten eines Schuhs 43
3.2 Qualitative Analyse 44
3.3 Quantitative Analyse 46
3.3.1 Gravimetrische Untersuchung eines Damenschuhs 46
3.3.2 Ergebnis 51
4. Ökologische Aspekte bei der Lederherstellung 52
4.1 Problembeschreibung 52
4.2 Weiche 55
4.3 Äscher 56
4.3.1 Haarzerstörende Technologie 57
4.3.2 Haarerhaltende Technologie 59
4.3.2.1 Möglichkeiten der haarerhaltenden Enthaarung 60
4.3.2.2 Möglichkeiten der Haarverwertung 61
4.4 Entkälken und Beizen 61
4.5 Chromgerbung 62
4.5.1 Problemstellung 62
4.5.2 Eigenschaften und biologische Wirkungsweise von Chrom 63
4.5.3 Theorie der Chromgerbung 65
4.5.4 Lösungsansätze 68
4.5.4.1 Hochauszehrende Chromgerbyerfahren 69
4.5.4.2 Chromgerbstoff-recycling 71
4.5.4.3 Entsorgung chromhaltiger Schlamme 72
4.5.4.4 Vermeidung und Verwertung von Chronilederabfällen 73
4.5.4.5 Recycling von Gerbereiabwasser 76
4.5.5 Alternativen zur Chromgerbung 78
4.5.5.1 Vegetabilgerbstoffe 78
4.5.5.2 Alternative Mineralsalze 83
4.5.5.3 Reaktive organische Verbindungen 85
4.5.5.4 Rationelle Gerbverfahren für Vegetabilleder 86
4.6 Naßzurichtung: Färben, Fetten, Nachgerben 88
4.6.1 Lederfärbung 88
4.6.2 Lederfettung 91
4.6.3 Nachgerbung 92
4.7 Zurichtung 93
4.8 Zusammenfassung 96
4.9 Abschließende Diskussion 98
5. Ökolgische Betrachtung anderer Schuhkomponenten 101
5.1 Einleitung 101
5.2 Klebstoffe für die Schuhherstellung 103
5.2.1 Zusammensetzung von Klebstoffen 103
5.2.2 Klebstoffarten 104
5.2.3 Grundsätzliche Eigenschaften von Klebstoffen 106
5.2.4 Sohlenklebstoffe 108
5.2.5 Lösemittelklebstoffe 109
5.2.5.1 Polyurethan-Klebstoffe 113
5.2.5.2 Polychloropren-Klebstoffe 118
5.2.6 Lösemittelfreie Sohlenklebstoffe 119
5.2.7 Klebstoffe für Hilfsarbeiten 120
5.3 Zusammenfassende Überlegungen 122
6. Öko-Siegel und -Konzepte 124
6.1 Allgemeines 124
6.2 Kategorien von Öko-Siegeln 124
6.2.1 Textilbezogene Siegel zur Bewertung der humantoxikologischen Eigenschaften von Textilien 124
6.2.2 Öko-Siegel oder Zertifikate, die primär die Produktionsökologie bewerten 125
6.2.3 Kennzeichnungen auf Basis umfassender Ökobilanzen und Produktlinienanalysen 126
6.3 Der Öko-Tex Standard 116 für Leder / Lederbekleidung 127
6.3.1 pH 130
6.3.1.1 pH-Definition 130
6.3.1.2 Problembeschreibung 130
6.3.2 Formaldehyd 131
6.3.2.1 Toxikologischer Hintergrund 131
6.3.2.2 Formaldehyd-Grenzwerte für Öko-Siegel 132
6.3.3 Schwermetalle 132
6.3.3.1 Allgemeines 133
6.3.3.2 Toxikologische Relevanz von Schwermetallen 134
6.3.4 Pestizide 135
6.3.4.1 Allgemeines zur Pestizidproblematik 135
6.3.4.2 Chlor-Pestizide 136
6.3.5 Kanzerogene Farbstoffe 137
6.3.5.1 Farbstoffe, die selbst krebserregend sind 137
6.3.5.2 Farbstoffe, die krebserregende Amine abspalten können 138
6.3.5.3 Die Bedeutung der MAK-Werte-Liste 139
6.3.6 Echtheiten 140
6.4 Das "SG-schadstoffgeprüft" - Zeichen 141
6.5 Problemdiskussion 143
7. Lederprodukte -und Umweltschutz 147
7.1 Anforderungsprofil eines "Öko-Leders" 147
7.2 Ergebnisse einer Umfrage 148
7.3 Möglichkeiten des Schuhrecyclings 150
7.4 Entwurf eines ökologischen Bewertungsbogens für Lederprodukte 154
8. Schlußbetrachtung 157
Literaturverzeichnis 161
Anlage 166-171
Eidesstattliche Versicherung

Arbeit zitieren:
Schröter, Anke Juni 1995: Versuch einer Wertung der Lederherstellung und Untersuchung wichtiger Schuhkomponenten unter ökologischen Aspekten, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Leder, Umweltschutz, Schuhherstellung, Esprit

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