Versuch eines Unternehmens, eine philosophische Grundhaltung zu vermitteln
Die externe Unternehmenskommunikation von WELEDA
- Art: Magisterarbeit
- Autor: Stefanie Weber
- Abgabedatum: August 2000
- Umfang: 176 Seiten
- Dateigröße: 5,0 MB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Universität - Gesamthochschule Essen Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-2853-2
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-2853-2 P - ISBN (CD) :978-3-8324-2853-2 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Weber, Stefanie August 2000: Versuch eines Unternehmens, eine philosophische Grundhaltung zu vermitteln, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Analyse der Unternehmenskommunikation, Marketing-Mix, Anthroposophie, Externe Unternehmenskommunikation, Ganzheitlichkeit der Kommunikationsinstrumente
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Magisterarbeit von Stefanie Weber
Einleitung:
Der Begriff „Unternehmenskommunikation“ und auch das Konzept der „Corporate Identity“ sind häufig genutzte Schlagworte für den immer wichtiger werdenden Kommunikationsbereich von Wirtschaftsorganisationen. Aber was genau verbirgt sich hinter diesen Begriffen? Welche Unternehmenskultur, Philosophie oder Identität drückt sich im kommunikativen Verhalten von Unternehmen aus? Vor allen Dingen aber ist in dem hier betrachteten Zusammenhang die Frage von Bedeutung, welche Inhalte Unternehmen mit dieser Kommunikationsform überhaupt vermitteln können. Um ihre Zielgruppen systematisch anzusprechen, sind Unternehmen darauf angewiesen, neue und in der strategischen Planung verbesserte Formen der Unternehmenskommunikation zu suchen. Unternehmen versuchen, die einzelnen Kommunikationsinstrumente des Unternehmens so aufeinander abzustimmen, dass eine schnellere und einfachere Aufnahme der Werbebotschaft durch den Verbraucher erfolgen kann. Insgesamt zeigt sich, dass Unternehmenskommunikation längst nicht mehr nur ein unterstützendes Verkaufsinstrument, sondern ein eigenständiges Instrument der modernen Unternehmensführung darstellt, und als solches ist es sowohl professionell als auch strategisch einzusetzen. Zusammenfassend lässt sich sagen:
„Unausweichlich wird damit die >>Persönlichkeit<< des Unternehmens, seine Identität, der bedeutsamste Faktor bei der Wahl zwischen einem Unternehmen und seinen Produkten und einem anderen werden.“ In dieser Arbeit wird nun untersucht, wie die WELEDA AG in Schwäbisch Gmünd in ihrer externen Unternehmenskommunikation versucht, ihre anthroposophische Grundhaltung zu vermitteln. Die externe Unternehmenskommunikation eines philosophisch geprägten Unternehmens ist für die Kommunikationswissenschaft relevant, da die kommunikationswissenschaftliche Forschung sich mit Phänomenen zwischenmenschlicher Verständigung befasst und neben dem Kommunikationsprozess an sich die Bedingungen von Kommunikationsverhältnissen untersucht. Betrachtet man nun die Kommunikation zwischen einem Unternehmen – das ja aus vielen einzelnen Personen besteht – und seinen ökonomischen Zielgruppen und der Öffentlichkeit, ist besonders interessant die Berücksichtigung der gesellschaftlichen und ökonomischen Rahmenbedingungen, unter denen eine Kommunikation stattfindet. Somit läßt sich aus kommunikationswissenschaftlicher Sicht fragen: Wie gelingt es einem Unternehmen, unter gegebenen Bedingungen einen bestimmten Inhalt zu vermitteln?
Die WELEDA wurde von einem Anthroposophen, nämlich Rudolf Steiner gegründet. Die WELEDA wird noch heute unter anthroposophischen Gesichtspunkten geleitet und richtet ihre Produktion nach den von Rudolf Steiner vorgegebenen Idealen aus. Also sind die Bedingungen, unter denen die externe Unternehmenskommunikation von WELEDA stattfindet, ganz besondere. So wie grundsätzlich die Art und Weise einer Kommunikation und ihr Inhalt von Rahmenbedingungen beeinflusst wird, so kann die externe Unternehmenskommunikation der WELEDA nicht ohne die Anthroposophie verstanden werden.
Daher sind die zentralen Fragestellungen dieser Arbeit: Was ist die Anthroposophie des Rudolf Steiner für eine philosophische Lehre, und welche Inhalte hat sie? Wie und warum entwickeln Unternehmen Unternehmensphilosophien. Wie und warum versuchen Unternehmen durch strategische Planung und Einsatz ihrer externen Unternehmenskommunikation sich eine Corporate Identity aufzubauen? Welche Firmengeschichte hat die WELEDA, und wie positioniert sie sich heutzutage zwischen Anthroposophie und Ökonomie? Mit welchen Mitteln kommuniziert WELEDA den philosophischen Hintergrund gegenüber den Zielgruppen der externen Unternehmenskommunikation? Welchen Vorteil hat die WELEDA von dem Bezug auf die Anthroposophie, und welche Nachteile muss sie dadurch in Kauf nehmen?
Aufbau und Inhalt der vorliegenden Arbeit entsprechen diesen Fragen und ihrer Reihenfolge. Es wird allerdings keine Kritik an der Anthroposophie erfolgen, da eine solche für die Bearbeitung des Themas nicht erforderlich ist. Denn aus kommunikationswissenschaftlicher Sicht geht es allein um die Darstellung eines – letztlich beliebigen – Inhalts, um anschließend beurteilen zu können, ob dieser erfolgreich vermittelt wurde. Daher liegt auch der Fokus der Arbeit auf der Beurteilung des Versuchs der WELEDA, die Anthroposophie durch ihre externe Unternehmenskommunikation zu vermitteln. Diese Beurteilung erfolgt ausschließlich durch Verwendung des Materials, das WELEDA jedem interessierten Verbraucher zur Verfügung stellt. Es wird also quasi die Perspektive eines Verbrauchers eingenommen, der durch die externe Unternehmenskommunikation der WELEDA angesprochen worden ist und alle Möglichkeiten in Anspruch genommen hat, sich intensiv über die WELEDA, ihren Hintergrund und ihre Produkte zu informieren.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 6 |
| 2. | Anthroposophie | 7 |
| 2.1 | Ursprünge und Entstehungsumstände der Anthroposophie | 8 |
| 2.2 | Rudolf Steiners Weg bis zur Gründung der Anthroposophischen Gesellschaft | 11 |
| 2.3 | Steiners philosophische Grundpositionen als Basis der Anthroposophie | 14 |
| 2.4 | Entwicklung der Anthroposophie und Ausbildung ihrer praktischen Formen | 18 |
| 2.4.1 | Die Dreigliederungs-Bewegung als gesellschaftspolitische Initiative und Spuren der Anthroposophie in der Wirtschaft | 19 |
| 2.4.2 | Architektur und Kunst | 20 |
| 2.4.3 | Sprachgestaltung | 22 |
| 2.4.4 | Das Entstehen der Waldorfschul-Pädagogik | 23 |
| 2.4.5 | Biologisch-dynamische Landwirtschaft | 24 |
| 2.4.6 | Medizin | 25 |
| 3. | Unternehmenskommunikation | 29 |
| 3.1 | Definition von „Unternehmenskommunikation“ | 33 |
| 3.2 | Teilbereiche der Unternehmenskommunikation | 37 |
| 3.3 | Ziele und Grundelemente der Unternehmenskommunikation | 43 |
| 4. | Corporate Identity | 48 |
| 4.1 | Definition von „Corporate Identity“ | 50 |
| 4.2 | Entwicklungsperioden der Corporate Identity | 52 |
| 4.3 | Die Struktur der Corporate Identity und die Elemente des Identitäts-Mix | 54 |
| 4.3.1 | Unternehmens-Persönlichkeit | 55 |
| 4.3.2 | Unternehmens-Verhalten | 57 |
| 4.3.3 | Unternehmens-Erscheinungsbild | 58 |
| 4.3.4 | Unternehmens-Kommunikation | 61 |
| 5. | WELEDA | 62 |
| 5.1 | Die historische VELEDA als Namensgeberin | 63 |
| 5.2 | WELEDA als Unternehmen zwischen moderner Wirtschaft und anthroposophischer Grundhaltung | 65 |
| 5.3 | WELEDA als Hersteller von Produkten gemäß anthroposophischer Menschen- und Naturerkenntnis | 67 |
| 5.4 | Bestandteile des Identitäts-Mix bei WELEDA | 70 |
| 5.4.1 | Die Unternehmens-Persönlichkeit und ihre Formulierung als Leitbild | 70 |
| 5.4.2 | Das Unternehmens-Verhalten der WELEDA | 72 |
| 5.4.3 | Das Unternehmens-Erscheinungsbild der WELEDA | 76 |
| 6. | Die externe Unternehmenskommunikation von WELEDA | 85 |
| 6.1 | Welche Kommunikationsinstrumente nutzt WELEDA, um sich als anthroposophisch orientiertes Unternehmen zu präsentieren? | 93 |
| 6.1.1 | Klassische Werbung | 93 |
| 6.1.2 | Öffentlichkeitsarbeit | 97 |
| 6.1.3 | Verkaufsförderung | 112 |
| 6.1.4 | Persönlicher Verkauf | 114 |
| 6.1.5 | Messen und Ausstellungen | 115 |
| 6.1.6 | Sponsoring | 116 |
| 7. | Abschließende Betrachtung | 118 |
| Eidesstattliche Erklärung | 123 | |
| Literaturverzeichnis | 124 | |
| Verzeichnis des Anhangs | 133 | |
| Anhang |
Zunächst ist die Unternehmens-Persönlichkeit – manchmal auch als Corporate Personality bezeichnet – als das manifestierte Selbstverständnis des Unternehmens zu erläutern. Voraussetzung ist hierbei, daß das Unternehmen ein gewisses Selbstverständnis in seinem mikroökonomischen Bestand, seinen Zielen und Zwecken sowie auch seinem makroökonomischen Bestand und seiner sozialen Rolle hat. Daher definieren Unternehmen – wie der Beschreibung der Unternehmenskommunikation zu entnehmen war – einen Ist-Status, auf dessen möglichst realitätsnaher Basis alle in die Zukunft weisenden Überlegungen des Unternehmens ruhen. „Das Unternehmen versteht sich als historische Person bzw. Organisation, deren bisheriges Handeln eine beschreibbare Identität (oder Non-Identität) geschaffen hat.“168 In die Bestimmung des Ist-Status werden die Zwecke des Unternehmens miteinbezogen, die auf eine kontinuierlich zu erbringende Leistung des Unternehmens abzielen, wie [...]
55 wirklichung der Unternehmens-Persönlichkeit werden das Unternehmens-Verhalten, das Unternehmens-Erscheinungsbild und die Unternehmens-Kommunikation – nicht zu verwechseln mit der oben definierten Unternehmenskommunikation – bezeichnet. Sie bilden den sogenannten Identitäts-Mix.165 Die Bezeichnung als „Instrumente“ ist aber irreführend, da es hier nicht um die Frage geht, wie eine Unternehmens-Persönlichkeit in der Praxis zu vermitteln ist – dies ist die Frage nach der idealen Unternehmenskommunikation. Es geht vielmehr um die Komponenten der Corporate Identity, die analysiert werden müssen, um den Ist-Zustand der Corporate Identity eines Unternehmens beschreiben zu können. Daher soll hier im folgenden nicht von den „Instrumenten“, sondern von den „Bestandteilen“ der Corporate Identity die Rede sein. Corporate Identity ist in Hinsicht auf ihre hier dargestellten Bestandteile immer als eine grundlegende Strategie aufzufassen, die sich gemäß ihrer Struktur gleichzeitig auf das Verhalten, das Erscheinungsbild und die Kommunikation des Unternehmens bezieht.166 Das ineinanderfließende Wirken dieser Bestandteile des Identitäts-Mix stellt die Corporate Identity des Unternehmens nach außen und innen dar und ist als Corporate Image im äußeren Umfeld des Unternehmens wahrnehmbar.167 [...]
Bei der Beschäftigung mit „Corporate Identity“ ergibt sich eine Vielzahl weiterer „Corporate-Begriffe“, wie „Corporate Personality“, „Corporate Design“, „Corporate Advertising“, „Corporate Image“, „Corporate Communications“, „Corporate Culture“ und so weiter. Diese umfangereiche Bildung von „Corporate-Begriffen“ scheint ein deutliches Zeichen für einen fehlenden Konsens hinsichtlich einer konkreten inhaltlichen Bestimmung der Aufgaben von Corporate Identity-Konzepten zu sein.163 Bei dieser Menge von „Corporate-Begriffen“ ist zu beachten, daß der Begriff „Corporate“ immer die Integration einer Einzelaktivität in die Gesamtkommunikation des Unternehmens ausdrückt. Da der Begriff „Corporate Identity“ als zentrale Kommunikationsstrategie eines Unternehmens zu verstehen ist, erhalten auch die einzelnen Corporate Identity-Instrumente quasi kommunikative Funktionen.164 Woraus setzt sich aber die Struktur einer Corporate Identity zusammen? Nach der hier verwandten Definition von Corporate Identity ist als Basis der Corporate Identity eine Unternehmens-Persönlichkeit anzunehmen, die sich in einer formulierten Unternehmensphilosophie ausdrückt. Die Unternehmens-Persönlichkeit stellt den dynamischen Kern und Ausgangspunkt der Corporate Identity dar. Als „Instrumente“ der Selbstver163 164 [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832428532
Arbeit zitieren:
Weber, Stefanie August 2000: Versuch eines Unternehmens, eine philosophische Grundhaltung zu vermitteln, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Analyse der Unternehmenskommunikation, Marketing-Mix, Anthroposophie, Externe Unternehmenskommunikation, Ganzheitlichkeit der Kommunikationsinstrumente



