Das Verständnis englischsprachiger Slogans und Claims in Deutschland
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Robert Neuendorf
- Abgabedatum: März 2004
- Umfang: 67 Seiten
- Dateigröße: 1,8 MB
- Note: 1,1
- Institution / Hochschule: Privates Institut für Marketing und Kommunikation (IMK Berlin) Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-8036-3
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-8036-3 P - ISBN (CD) :978-3-8324-8036-3 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Neuendorf, Robert März 2004: Das Verständnis englischsprachiger Slogans und Claims in Deutschland, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Werbeslogan, Werbesprache, Linguistik, Anzeigensprache, Verständlichkeit
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Diplomarbeit von Robert Neuendorf
Zusammenfassung:
Die Werbesprache hat die Funktion, die im Namen bereits enthalten ist: sie soll werben. Sie soll animieren, sich für ein Produkt oder ein Unternehmen zu entscheiden. Die Werbesprache bildet ein Image. Sie ist eine schnelllebige Sprache, weil sie aktuell, modern und ihrer Zeit voraus sein muss. Immer mehr Produkte und Dienstleistungen werden daher auch in Englisch angepriesen. Vor allem dann, wenn das Internationale und Zukunftsorientierte in den Vordergrund gestellt werden soll.
Im Zeitalter des Internets und der zunehmenden Globalisierung ist der Einfluss des Englischen auf das Deutsche, hauptsächlich im Bereich der Werbung, unverkennbar. Die Tendenz zur vermehrten Verwendung englischsprachiger Ausdrücke hat insbesondere in den letzten Jahren immer schneller und stärker zugenommen, denn die englische Sprache vermittelt Jugendlichkeit, Dynamik, Freiheit, Modernität und Internationalität. Selbst nur national oder gar regional operierende Unternehmen versuchen damit einen Hauch von Weltoffenheit zu kommunizieren. Die deutsche Sprache scheint dafür ungeeignet zu sein.
Angesichts der erschütternden Ergebnisse der Pisa-Studie und der zunehmend älter werdenden Gesellschaft stellt sich allerdings eine berechtigte Frage: Verstehen die Deutschen überhaupt die englischsprachige Werbung?
Diese Arbeit hat das Ziel, den Einfluss des Englischen auf die Werbung zu betrachten. Das Hauptaugenmerk liegt hierbei auf dem Verständnis englischsprachiger Claims in der deutschen Bevölkerung. Die Arbeit besteht aus zwei großen Blöcken:
Im ersten Teil stelle ich hierzu einleitend begriffliche Grundlagen der Werbung, insbesondere des Claims vor. Um einen ersten Eindruck über den Zusammenhang von Werbung und Sprache zu geben, berücksichtige ich im Anschluss daran den Sonderstatus des Englischen in seiner Rolle als „Global Language“. Hierbei betrachte ich den Einfluss und die Bedeutung der Sprache in Bezug auf die Werbung. Abschließend wird im ersten Teil die Akzeptanz von Anglizismen in Deutschland erörtert, um so einführend auf die Problematik der Verständlichkeit hinzuweisen.
Im zweiten Teil der Arbeit werden eingangs die Englischkenntnisse der deutschen Bevölkerung untersucht, um eine Basis für nachfolgende Analysen zu bilden. Im Anschluss untersuche ich die Verständlichkeit der englischen Claims. Dabei soll der Hauptfrage nachgegangen werden, ob die Aussagen englischsprachiger Claims von der Mehrheit der Bevölkerung verstanden werden. In diesem Zusammenhang gehe ich auf die Ursachen eines möglichen Unverständnisses ein und zeige Lösungswege auf. Inwieweit gerade die älteren Zielgruppen davon betroffen sind, möchte ich nur sekundär analysieren.
Abschließend sollen nochmals alle relevanten Arbeitsergebnisse zusammenfassend dargestellt werden.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 2 |
| 1.1 | Hintergrund und Problemstellung | 2 |
| 1.2 | Ziel und Aufbau der Arbeit | 3 |
| 2. | Begriffliche Grundlagen und Wesenserklärungen | 4 |
| 2.1 | Allgemeine Grundlagen zur Werbung | 4 |
| 2.2 | Definition Claim / Slogan | 8 |
| 3. | Sprache und Werbung | 10 |
| 3.1 | Werbesprache | 10 |
| 3.2 | Einfluss der Umgangssprache | 11 |
| 3.3 | Einfluss von Fremdsprachen | 13 |
| 3.4 | Die Bedeutung der englischen Sprache | 14 |
| 3.5 | Die englische Sprache in der Werbung | 17 |
| 4. | Die Akzeptanz englischsprachiger Werbung | 23 |
| 4.1 | Akzeptanz in Deutschland | 23 |
| 4.2 | Sprachgesetze | 25 |
| 5. | Das Verständnis englischsprachiger Claims | 28 |
| 5.1 | Hypothesen | 28 |
| 5.2 | Verständlichkeit von Sprache | 29 |
| 5.3 | Englischkenntnisse in Deutschland | 32 |
| 5.4 | Untersuchung zur Verständnisfähigkeit englischer Claims | 35 |
| 5.5 | Verständnis englischsprachiger Claims am Beispiel Amazon | 40 |
| 5.6 | Altersspezifische Verständnisfähigkeit | 45 |
| 5.7 | Lösungswege zur besseren Verständlichkeit englischer Claims | 47 |
| 6. | Zusammenfassung und Ausblick | 54 |
| 7. | Abkürzungsverzeichnis | 58 |
| 8. | Abbildungs- und Tabellenverzeichnis | 59 |
| 9. | Anhang | 60 |
| 10. | Literaturverzeichnis | 63 |
weltweit erfolgreich operieren, also z.B. der Bereich der neuen Medien, der Nukleartechnik, des Tourismus und des Handels.24 Die Kulturnation Frankreich besteht auf Erhalt der Sprache von Molière und Voltaire. Parlamentarier, Regierung, Gerichte und die Sprachhüter der Académie Française setzen alles daran, die Landessprache zu schützen. Die Sprachbewahrer haben seit 4.8.1994 Unterstützung durch den Gesetzgeber. Der damalige Kulturminister Jacques Toubon erließ ein strenges Sprachgesetz. Das „Loi Toubon“ verbietet die Benutzung ausländischer Wörter in Werbung, Radio und Fernsehen. Bei Nichtbeachtung drohen Gerichtsprozesse und Geldstrafen. Englische Wörter, die in Deutschland zum Alltag gehören, sind in Frankreich tabu. Mit eigenen Wortkreationen werden englische Begriffe verdrängt. So heißt der Walkman „balladeur“ und das Fax „telecopie“. [...]
„Loi Toubon“ - Das französische Sprachengesetz In Frankreich haben Maßnahmen zum Schutz des Französischen seit langem Tradition. Nach dem 2. Weltkrieg gab es nach Meinung einflussreicher Publizisten eine massive Amerikanisierung des Französischen, eine Invasion englischer Wörter, die 1964 René Etiemblen zu der polemischen Frage veranlaßte: „Parlez-vous franglais?“ („Sprechen Sie frenglisch?“). Durch diese Polemik aufgerüttelt, entfaltete der Staat Aktivitäten zur Zurückdrängung von Anglizismen. In den Ministerien wurden Terminologiekommissionen eingesetzt, die seit den sechziger Jahren Tausende von Ersatzvorschlägen für englische Wörter gemacht haben, welche heute ein dickes Buch füllen, das „Dictionnaire des termes officiels“. Die Redefelder, auf denen die amerikanischen Wörter ins Französische eindringen, sind natürlich diejenigen, auf denen amerikanische Kultur und Technik [...]
Genervt von den Anglizismen sprachen sich 2001 einige Politiker für ein Sprachschutzgesetz aus. Bundespräsident Rau sagte in einer Bundestagsrede im Februar 2001: Der "inflationäre Gebrauch von Amerikanismen in der Werbung und in den Medien" sei "albern" und "dumm".23 Die Reaktionen auf den Vorstoß waren dennoch geteilt. Ein Gesetz mit Strafandrohung gibt es z.B. in Frankreich - wo allerdings der Staat seit jeher großen Einfluss auf die Sprache nimmt. Das ist in Deutschland anders. Ebenso wie die neue deutsche Rechtschreibung, ist ein Sprachengesetz, gerade in Deutschland nur schwer umzusetzen. Nicht zuletzt aus geschichtlichen Gründen, schließlich war Sprache schon immer ein Mittel der Abgrenzung und Beeinflussung. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832480363
Arbeit zitieren:
Neuendorf, Robert März 2004: Das Verständnis englischsprachiger Slogans und Claims in Deutschland, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Werbeslogan, Werbesprache, Linguistik, Anzeigensprache, Verständlichkeit



