Zur Vermittlung von Schönheitsnormen und deren Bedeutsamkeit für psychische Störungen
Eine qualitative Inhaltsanalyse von Printmedien
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Barbara Diertl
- Abgabedatum: Juli 2007
- Umfang: 135 Seiten
- Dateigröße: 2,3 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Bayerische Hochschule Deutschland
- Bibliografie: ca. 33
- ISBN (eBook): 978-3-8366-0724-7
- ISBN (CD) :978-3-8366-0724-7 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Diertl, Barbara Juli 2007: Zur Vermittlung von Schönheitsnormen und deren Bedeutsamkeit für psychische Störungen, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Klinische Psychologie, Anorexie, Bulimie, Printmedien, Schönheitsideal
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Diplomarbeit von Barbara Diertl
Zusammenfassung:
Zentrales Anliegen der vorliegenden Diplomarbeit ist die Erfassung und Analyse von Inhalten zum Bereich Schönheit bzw. Attraktivität, wie sie durch die Medien vermittelt werden. Im Mittelpunkt des Interesses stehen dabei die gesellschaftlichen Schönheitsideale, deren Bedeutung und Erreichbarkeit.
Den theoretischen Hintergrund bilden die psychischen Störungen Anorexia und Bulimia nervosa sowie die Körperdysmorphe Störung: Ätiologiemodelle zählen die soziokulturell vermittelten Schönheitsideale zu den prädisponierenden Merkmalen dieser Störungsbilder.
Zur Untersuchung konkreter „Botschaften“, die von den Medien an die Rezipienten übermittelt werden, werden aus dem Bereich der Printmedien Zeitschriften der Publikumspresse für die Zielgruppen Frauen, Männer sowie Frauen & Männer herangezogen. Die zugrunde liegende empirische Methode stellt eine strukturierende qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring (2003) dar. Darin werden die mediale inhaltliche Vermittlung von Schönheitsnormen, die Vermittlung der Bedeutung, die diesen Schönheitsnormen zugemessen wird, und die Vermittlung von Methoden, mit deren Hilfe diese Schönheitsnormen erreicht werden sollen, untersucht.
Durch exploratives, materialgeleitetes Vorgehen wurden drei Kategoriensysteme entwickelt, die die Aspekte Normen, Bedeutung und Erreichbarkeit erfassen.
Zwei Beobachter kodierten das Material unabhängig voneinander, die Interraterreliabilität beträgt .83.
Die Ergebnisse zeigen, dass sich über die Printmedien vermittelte Schönheitsnormen in erster Linie auf einen schlanken und makellosen Körper sowie auf einen modischen Kleidungsstil beziehen. Die Bedeutung von Attraktivität wird sowohl in Zusammenhang mit positiven Aspekten als auch unter Aspekten der Fragwürdigkeit dargestellt. Methoden zur Erreichbarkeit von Schönheitsnormen betreffen vorwiegend die Bereiche Kosmetik, Ernährung und Sport.
Die Ergebnisse werfen vor dem Hintergrund der genannten Störungsbilder Implikationen für den Bereich der Klinischen Psychologie hinsichtlich Gesundheitsförderung und Prävention auf.
Inhaltsverzeichnis:
| ZUSAMMENFASSUNG | 1 | |
| 1. | EINLEITUNG | 2 |
| 2. | BEGRIFFSBESTIMMUNG | 5 |
| 2.1 | DEFINITION DES BEGRIFFS SCHÖNHEIT | 5 |
| 2.2 | SCHÖNHEITSKOMPONENTEN: NATÜRLICH VERSUS MODISCH | 6 |
| 2.3 | SCHÖNHEITSSTANDARDS: UNIVERSELL VERSUS SOZIOKULTURELL | 7 |
| 3. | THEORETISCHER HINTERGRUND | 10 |
| 3.1 | PSYCHISCHE STÖRUNGEN MIT BEZUG ZU SOZIOKULTURELL VERMITTELTEN SCHÖNHEITSNORMEN | 10 |
| 3.1.1 | ESSSTÖRUNGEN: ANOREXIA NERVOSA UND BULIMIA NERVOSA | 10 |
| 3.1.1.1 | Beschreibung und Klassifikation | 10 |
| 3.1.1.2 | Epidemiologie und Verlauf | 14 |
| 3.1.1.3 | Ätiologie | 15 |
| 3.1.1.4 | Interventionsansätze | 17 |
| 3.1.2 | KÖRPERDYSMORPHE STÖRUNG | 17 |
| 3.1.2.1 | Beschreibung und Klassifikation | 17 |
| 3.1.2.2 | Epidemiologie und Verlauf | 19 |
| 3.1.2.3 | Ätiologie | 20 |
| 3.1.2.4 | Interventionsansätze | 22 |
| 3.2 | PRÄDISPONIERENDES MERKMAL: SOZIOKULTURELLER FAKTOR SCHÖNHEITSNORM | 23 |
| 3.2.1 | DAS WEIBLICHE SCHLANKHEITSIDEAL | 23 |
| 3.2.2 | DAS HYPERMASKULINE IDEAL | 25 |
| 3.3 | WIRKUNG DER MEDIALEN DARSTELLUNG VON SCHÖNHEITSNORMEN? | 28 |
| 3.3.1 | FORSCHUNGSERGEBNISSE ZUR WIRKUNG AUF FRAUEN | 28 |
| 3.3.2 | FORSCHUNGSERGEBNISSE ZUR WIRKUNG AUF MÄNNER | 30 |
| 4. | FRAGESTELLUNGEN | 32 |
| 5. | METHODISCHES VORGEHEN | 34 |
| 5.1 | STICHPROBE | 34 |
| 5.1.1 | PRINTMEDIEN: PUBLIKUMSZEITSCHRIFTEN | 34 |
| 5.1.2 | STICHPROBENAUSWAHL | 36 |
| 5.1.2.1 | Vorgehen | 36 |
| 5.1.2.2 | Auswahlkriterien | 38 |
| 5.1.3 | BESCHREIBUNG DER STICHPROBE | 39 |
| 5.1.3.1 | Zielgruppe Frauen | 40 |
| 5.1.3.2 | Zielgruppe Männer | 43 |
| 5.1.3.3 | Zielgruppe Frauen & Männer | 43 |
| 5.1.4 | ARTIKELAUSWAHL INNERHALB DER STICHPROBE | 45 |
| 5.1.4.1 | Auswahlkriterien | 45 |
| 5.1.4.2 | Ausschlusskriterien | 46 |
| 5.2 | QUALITATIVE INHALTSANALYSE | 48 |
| 5.2.1 | ALLGEMEINE GRUNDSÄTZE NACH MAYRING (2003) | 48 |
| 5.2.2 | BEGRÜNDUNG DER ANWENDUNG DER QUALITATIVEN INHALTSANALYSE | 53 |
| 5.2.3 | KONKRETES INHALTSANALYTISCHES VORGEHEN | 54 |
| 5.2.3.1 | Bestimmung der Analyseeinheiten | 54 |
| 5.2.3.2 | Festlegung der Strukturierungsdimensionen | 55 |
| 5.2.3.3 | Entwicklung der Kategoriensysteme | 56 |
| 5.3 | KATEGORIENSYSTEME | 58 |
| 5.3.1 | ALLGEMEINE ERLÄUTERUNGEN | 58 |
| 5.3.2 | BESCHREIBUNG DER KATEGORIENSYSTEME | 58 |
| 5.3.2.1 | Kategoriensystem 1: Normen | 59 |
| 5.3.2.2 | Kategoriensystem 2: Bedeutung | 63 |
| 5.3.2.3 | Kategoriensystem 3: Erreichbarkeit | 68 |
| 5.3.3 | MODIFIKATION VON KATEGORIEN | 74 |
| 5.3.4 | KATEGORIENZUORDNUNG | 75 |
| 5.3.4.1 | Ergänzende Anmerkungen | 75 |
| 5.3.4.2 | Beschreibung der schriftlichen Dokumentation | 75 |
| 5.4 | BEOBACHTERÜBEREINSTIMMUNG | 78 |
| 5.4.1 | MATERIAL | 78 |
| 5.4.2 | ZWEITKODIERER | 79 |
| 5.4.3 | BERECHNUNG DES ÜBEREINSTIMMUNGSKOEFFIZIENTEN | 79 |
| 6. | ERGEBNISSE | 82 |
| 6.1 | ALLGEMEINE ERGEBNISSE | 82 |
| 6.2 | KATEGORIENSYSTEME | 85 |
| 6.2.1 | KATEGORIENSYSTEM 1: NORMEN | 85 |
| 6.2.2 | KATEGORIENSYSTEM 2: BEDEUTUNG | 88 |
| 6.2.3 | KATEGORIENSYSTEM 3: ERREICHBARKEIT | 92 |
| 6.2.4 | RESTKATEGORIEN | 96 |
| 6.3 | ZEITSCHRIFTENGRUPPEN | 97 |
| 6.3.1 | KATEGORIENSYSTEM 1: NORMEN | 99 |
| 6.3.2 | KATEGORIENSYSTEM 2: BEDEUTUNG | 100 |
| 6.3.3 | KATEGORIENSYSTEM 3: ERREICHBARKEIT | 101 |
| 6.4 | GESONDERTE BETRACHTUNG DER KATEGORIE ÄSTHETISCHE MEDIZIN | 103 |
| 7 | DISKUSSION | 104 |
| 7.1 | ÜBERBLICK | 104 |
| 7.2 | BEANTWORTUNG DER FRAGESTELLUNGEN | 104 |
| 7.2.1 | NORMEN: WAS IST ATTRAKTIVITÄT? WIE DEFINIEREN DIE MEDIEN ATTRAKTIVITÄT? | 104 |
| 7.2.2 | BEDEUTUNG: WIE WICHTIG IST ATTRAKTIVITÄT? WOFÜR IST SIE WICHTIG? | 106 |
| 7.2.2.1 | Wird ein Zusammenhang zwischen Attraktivität und Attributen wie erfolgreich, gesund, selbstbewusst, glücklich dargestellt? | 106 |
| 7.2.2.2 | Wird ein Zusammenhang zwischen dem Streben nach Attraktivität und negativen Auswirkungen dargestellt? | 107 |
| 7.2.2.3 | Sind auch kritische Stellungnahmen hinsichtlich der Bedeutung von Attraktivität zu finden? | 107 |
| 7.2.3 | ERREICHBARKEIT: WIE SOLLEN DIE DEFINIERTEN ATTRAKTIVITÄTSNORMEN ERREICHT WERDEN? WELCHE WEGE WERDEN AUFGEZEIGT, WELCHE METHODEN VORGESCHLAGEN? | 109 |
| 7.2.3.1 | Wie häufig werden sehr invasive Methoden wie chirurgische Eingriffe genannt? | 110 |
| 7.3 | ZEITSCHRIFTENGRUPPEN | 111 |
| 7.4 | ZUSAMMENFASSENDE BETRACHTUNG | 113 |
| 7.5 | IMPLIKATIONEN FÜR DEN BEREICH DER KLINISCHEN PSYCHOLOGIE | 115 |
| 7.6 | KRITISCHE BETRACHTUNG DES METHODISCHEN VORGEHENS | 118 |
| 7.6.1 | STICHPROBE | 118 |
| 7.6.2 | KATEGORIENSYSTEME | 120 |
| 7.6.3 | ABSCHLIEßENDES FAZIT | 121 |
| 7.7 | AUSBLICK | 122 |
| 8 | LITERATURVERZEICHNIS | 124 |
| ANHANG: LISTE DER ZEITSCHRIFTEN FÜR DIE STICHPROBENAUSWAHL |
Textprobe:
Kapitel 5.2.3.3, Entwicklung der Kategoriensysteme:
Unter Beachtung der festgelegten Strukturierungsdimensionen wurde ein erster Überblick über das Material gewonnen und die Entwicklung der Kategorien an einem Teil des Materials vorgenommen. Aus der zugrunde liegenden Stichprobe war jeder Zeitschriftentitel einmal vertreten, woraus sich eine Anzahl von insgesamt 22 Zeitschriften ergab. Die aus diesen Zeitschriften ausgewählten Artikel wurden zunächst daraufhin überprüft, ob eine hinsichtlich der Strukturierungsdimensionen adäquate Passage im Text gefunden wurde.
Ein inhaltlicher Verweis auf eine der drei Strukturierungsdimensionen stellte das Selektionskriterium dar. Jede Textstelle, in der sich Hinweise auf eine Attraktivitätsnorm, auf die Bedeutung von Attraktivität oder auf Methoden zur Erreichbarkeit einer Attraktivitätsnorm finden ließen, wurde gekennzeichnet und in Form einer kurzen inhaltlichen Umschreibung in eine Stoffsammlung übertragen. Parallel dazu wurde ein Kodierleitfaden erstellt, in dem Textstellen als Beispiele zusammengetragen und Regeln für die Kodierung aufgestellt wurden. Die Stoffsammlung konnte im weiteren Verlauf grob gegliedert und deren Inhalte sukzessiv in verschiedene Kategorien zusammengefasst werden. Nach dem ersten Materialdurchlauf wurden diese Kategorien mit vorläufigen Benennungen, Beispielen und Regeln versehen und unter die jeweilige inhaltlich passende Strukturierungsdimension eingeordnet.
Mit der anschließenden Durchführung einer Revision sollte getestet werden, ob die Kategorien dem Ziel der Analyse gerecht werden: Die gekennzeichneten Textstellen wurden in einem zweiten Materialdurchlauf probeweise kodiert und daraufhin überprüft, ob sie sich an Hand der Definitionen, Beispiele und Regeln den gebildeten Kategorien eindeutig zuordnen ließen. Dabei konnten noch bestehende Unklarheiten bei der Kategorienzuweisung relativ schnell erkannt werden. Definitionen, Regeln und Benennungen wurden verfeinert bzw. enger gefasst, einige Kategorien in Unterkategorien differenziert und redundante Kategorien zusammengefasst.
So ergab sich schließlich eine Auflistung von Kategorien, aus der drei verschiedene, den jeweiligen Strukturierungsdimensionen entsprechende Kategoriensysteme erstellt wurden, die unter „5.3.2 Beschreibung der Kategoriensysteme“ erläutert werden.
Schließlich erfolgte der Hauptdurchlauf, d.h. die eigentliche Analyse am gesamten Stichprobenmaterial: Wieder wurde jede – dem Selektionskriterium entsprechende – Fundstelle bezeichnet, extrahiert und einer oder mehreren entsprechenden Kategorien systematisch zugewiesen. Eine Fundstelle wurde im Hinblick auf die drei Dimensionen Normen, Bedeutung und Erreichbarkeit untersucht und konnte theoretisch jedem der drei verschiedenen Kategoriensysteme einmal zugeordnet werden. Die ausgewählten Textstellen wurden daraufhin überprüft, welche Norm(en) „bedient“ wurden, ob auch etwas über die Bedeutung der Norm(en) und über die Erreichbarkeit der Norm(en) ausgesagt wurde. Es war also möglich, eine Kodiereinheit jedem der drei Kategoriensysteme zuzuweisen.
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783836607247
Arbeit zitieren:
Diertl, Barbara Juli 2007: Zur Vermittlung von Schönheitsnormen und deren Bedeutsamkeit für psychische Störungen, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Klinische Psychologie, Anorexie, Bulimie, Printmedien, Schönheitsideal



