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Vermarktung der TV - Übertragungsrechte von Sportveranstaltungen im Kontext europäischer Wettbewerbspolitik

Vermarktung der TV - Übertragungsrechte von Sportveranstaltungen im Kontext europäischer Wettbewerbspolitik
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Andrea Mersch
  • Abgabedatum: Juli 2002
  • Umfang: 114 Seiten
  • Dateigröße: 470,1 KB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: FernUniversität in Hagen Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6412-7
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6412-7 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6412-7 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Mersch, Andrea Juli 2002: Vermarktung der TV - Übertragungsrechte von Sportveranstaltungen im Kontext europäischer Wettbewerbspolitik, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Zentralvermarktung, Fernsehrechte, Exklusivvermarktung, Sportrechte, Sportpolitik

Diplomarbeit von Andrea Mersch

Zusammenfassung:

Die Vermarktung von Übertragungsrechten herausragender Sportveranstaltungen hat sich zur größten Finanzierungsquelle für den Profisport in Europa entwickelt. Bestimmte Sportarten, neben dem Fußball auch beispielsweise Formel-1-Autorennen erzielen außerordentlich hohe Einschaltquoten. Das garantiert den übertragenden Fernsehanbietern neben der Steigerung des Bekanntheitsgrades ein großes Interesse der Werbewirtschaft.

Aus diesem Grund sind die Rundfunkanstalten bereit, bemerkenswerte Summen für die Übertragungsrechte auszugeben. Mit dieser Entwicklung geht eine starke Zunahme an gewinnorientierten Sportveranstaltungen einher. Das kann dazu führen, dass die kommerziellen Interessen schwerer wiegen als die sportliche und die soziale Funktion des Sports. Zum Beispiel versuchen einige Verbände über die Änderung von Spielregeln und Wettkampfplänen ihre Sportart für das Fernsehen interessanter zu gestalten, um von den Fernseheinnahmen profitieren zu können. Der Sport wird auf diese Weise mehr und mehr zu einem Teil des Wirtschaftslebens und fällt zunehmend unter die Anwendung des Wettbewerbsrechts. Insbesondere die zentrale Vermarktung seitens der Verbände sowie die exklusive Vergabe von Fernsehrechten haben die TV-Vermarktung von Sportveranstaltungen in das Blickfeld der europäischen Wettbewerbspolitik gerückt. Die Anwendung der Wettbewerbsvorschriften in diesem Bereich gestaltet sich aufgrund der engen Verflechtung zwischen soziokulturellen und wirtschaftlichen Aspekten sehr komplex.

Gang der Untersuchung:

Die Diplomarbeit gibt Aufschluss darüber, welche Aspekte der TV-Vermarktung von sportlichen Großereignissen innerhalb der europäischen Wettbewerbspolitik berücksichtigt werden müssen. Im Vordergrund steht zunächst die Frage, welche Konflikte bei der Vermarktung von TV-Übertragungsrechten von Sportveranstaltungen im Kontext europäischer Wettbewerbspolitik entstehen. Darauf aufbauend wird erörtert, welche Aspekte bei einer einheitlichen Sport- und Wettbewerbspolitik in Europa berücksichtigt werden müssen und abschließend die Alternativen und möglichen Konsequenzen einer europäischen Lösung der Konflikte dargestellt.

Die Darstellung der Verankerung des Sports im Europäischen Vertragswerk und den sportpolitischen Aktivitäten der Europäischen Union im zweiten Kapitel dient zunächst dem allgemeinen Verständnis, der für diese Thematik relevanten rechtlichen Grundlagen.

Im dritten Kapitel stehen die besonderen Merkmale des Sports im Vordergrund, die bei einer wettbewerbspolitischen Lösungsfindung im europäischen Rahmen berücksichtigt werden müssen. Die große Bedeutung, die die Fernsehstationen den Veranstaltungen des professionellen Sports beimessen, hängt mit der Entwicklung des europäischen Fernsehmarktes zusammen.

Im vierten Kapitel wird diese Entwicklung des TV-Marktes in Europa aufgeführt. Eine Darstellung der Relevanz von Sportveranstaltungen innerhalb dieser Entwicklung des Fernsehmarktes soll ferner Aufschluss geben, aus welchem Grund die Veranstaltungen des professionellen Sports für die Fernsehsender nicht substituierbar sind.

Auf der Basis der in den vorausgehenden Kapiteln gewonnenen Erkenntnisse, werden anschließend im fünften Kapitel die wechselseitige Einflussnahme von Sport und Fernsehen sowie ihre Auswirkungen auf beide Bereiche dargestellt. Insbesondere die öffentlich-rechtlichen Sender stehen durch die Entwicklung der Beziehung von Sport und Fernsehen einer neuen Situation gegenüber. Diesen sich vornehmlich aus den allgemeinen Rundfunkgebühren finanzierenden Fernsehanbietern fällt es schwer, auf dem Markt für Sportrechte den Konkurrenten Stand zu halten. Es resultiert aus dieser Entwicklung die Frage , inwiefern der/die Bürger/in ein Anrecht auf den freien Zugang von sportlichen Großereignissen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen hat. Im Zentrum dieses Abschnittes stehen die mit TV-Vermarktung der Übertragungsrechte von Sportveranstaltungen verbundenen Konflikte innerhalb der Wettbewerbspolitik. Zwei Problembereiche stehen dabei im Vordergrund: Zum einen die kollektive Vermarktung der Senderechte und die damit verbundene Frage nach der Solidarität des Sports, zum anderen die wettbewerbsrechtlichen Bedenken gegenüber der exklusive Vergabe der Rechte. Eine abschließende Zusammenfassung dieses Kapitels unter Einbeziehung der aktuellen Situation soll Antwort auf die Frage geben, welche Konflikte bei der TV-Vermarktung von Sportveranstaltungen im Kontext europäischer Wettbewerbspolitik entstehen. Da die meisten Schwierigkeiten innerhalb der TV-Vermarktung von Sportveranstaltungen im Bereich des Fußballs aufgetreten sind, steht dieser bei der Untersuchung Vordergrund.

Nach einer Zusammenfassung der gewonnen Erkenntnisse (Kap. 6), werden im siebten Kapitel abschließend die Aspekte der TV-Vermarktung von Sportveranstaltungen aufgezeigt, die im Hinblick auf eine einheitliche europäische Sport und Wettbewerbspolitik berücksichtigt werden sollten.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1
2. Rechtsgrundlagen zur Europäischen Sportpolitik 5
2.1 Das EU-Recht 5
2.2 Das EU Recht und der Sport 7
2.3 Das EU Recht und die Fernsehübertragungsrechte im Sport 13
2.3.1 Die Zentralvermarktung von Fernsehübertragungsrechten 14
2.3.2 Exklusivrechte 17
2.3.3 Europäische Sportpolitik im Bereich »Sport und Fernsehen« 22
2.4 Zusammenfassung 24
3. Besondere Merkmale der Märkte im Sport 26
3.1 Die gesellschaftliche Funktion des Sports 27
3.2 Die Organisationsstruktur des Sports 28
3.3 Die Kommerzialisierung des Sports 31
3.4 Merkmale von Sportveranstaltungen 33
3.4.1 Die Angebots- und Nachfragestruktur von Sportveranstaltungen 34
3.4.2 Einflussfaktoren der Nachfrage 37
3.4.2.1 Qualitative Determinanten 39
3.4.2.2 Ökonomische und soziodemographische Determinanten 40
3.4.2.3 Popularität einer Sportart 41
3.5 Zusammenfassung 42
4. Die Entwicklung des TV-Marktes in Europa 44
4.1 Einführung des dualen Systems 44
4.2 Das digitale Fernsehsystem 46
4.3 Die Relevanz von Sportveranstaltungen innerhalb der Entwicklung des TV-Marktes 49
4.4 Zusammenfassung 53
5. Wechselseitige Einflussnahme von Sport und Fernsehen 55
5.1 Die Entwicklung der Märkte für Fernsehsportrechte 56
5.1.1 Die Sportrechteagenturen 61
5.1.2 Die Auswirkungen der Entwicklung des Sportrechtemarkt auf das öffentlich-rechtliche Fernsehen 63
5.1.3 Auswirkungen der Entwicklung des Sportrechtemarktes auf den Sport 65
5.2 Die Vermarktung von Fernsehübertragungsrechten als Konfliktfeld innerhalb der Wettbewerbspolitik am Beispiel Fußball 71
5.2.1 Die Zentralvermarktung unter wettbewerbsrechtlichen Aspekten 71
5.2.1.1 Argumente für die Freistellung vom Kartellverbot 74
5.2.1.2 Argumente gegen eine Freistellung vom Kartellverbot 77
5.2.2 Die exklusive Vergabe von Fernsehrechten 78
5.2.2.1 Dauer und Art der Exklusivverträge 80
5.2.2.2 Exklusivverträge im Konflikt mit dem freien Zugang auf Information 80
5.3 Zusammenfassende Gegenüberstellung der positiven und negativen Auswirkungen der wirtschaftlichen Beziehung zwischen Fernsehen und Sport mit Blick auf die aktuelle Situation 83
6. Zusammenfassung 86
7. Relevante Aspekte der TV-Vermarktung von Sportveranstaltungen im Hinblick auf eine einheitliche Sport- und Wettbewerbspolitik 90

Automatisiert erstellter Textauszug:

Die Sportvereine profitieren finanziell von dieser Entwicklung. Insbesondere die Fußballvereine haben über die hohen Einnahmen die Möglichkeit, ihren Spielern hohe Gehälter zu zahlen und darüber hinaus über ihre Präsenz im Fernsehen lukrative Sponsorenverträge abzuschließen. Auch die Rundfunkanstalten ziehen ihren Nutzen aus der Ausstrahlung der gefragten Sportveranstaltungen, indem sie aufgrund der hohen Einschaltquoten große Einnahmen aus der Werbewirtschaft erzielen und ihren Bekanntheitsgrad steigern. Darüber hinaus können die Rechteagenturen, die als Zwischenhändler die Vermarktungsrechte der Sportereignisses von den Sportverbänden erwerben, hohe Gewinnmargen erzielen, indem sie die Fernsehrechte gewinnbringend an die Fernsehanbieter weiterveräußern. Auf diese Weise profitieren alle Beteiligten: der Sport, das Fernsehen und die Rechteagenturen. [...]

5.3 Zusammenfassende Gegenüberstellung der positiven und negativen Auswirkungen der wirtschaftlichen Beziehung zwischen Fernsehen und Sport mit Blick auf die aktuelle Situation Die wechselseitige Einflussnahme von Sport und Fernsehen hat in den letzten 15 Jahren wesentlich an Bedeutung gewonnen. Seit der Einführung des dualen Systems bemühen sich die privaten Fernsehanbieter auf der Suche nach attraktiven Programminhalten, die Übertragungsrechte an großen Sportereignissen zu erwerben. Das Auftreten von professionellen Rechteagenturen, die aufgrund ihrer Investitionsbereitschaft zur Übernahme von großen Rechtepaketen, den Sportverbänden hohe Zahlungen anbieten können, hat zu einer weiteren Dynamik auf dem Markt für Fernsehsportrechte geführt. Zudem nahm die Konkurrenz um die Rechte erneut zu, als Mitte der neunziger Jahre mit der Einfü hrung der digitalen Übertragungstechnik eine weitere Vervielfachung an Kanälen stattfand. [...]

Wie bereits im vorausgehenden Abschnitt erwähnt, wurde der erste große Vertrag 1988 zwischen der Ufa und dem DFB über die Rechte an der FußballBundesliga abgeschlossen. Die Anschlussverträge waren durch den Wettbewerb von Ufa und ISPR geprägt. Mit der Ufa und der ISPR stehen sich auf dem deutschen Markt für Sportrechte zwei Agenturen gegenüber, an denen zum einen der Bertelsmannkonzern (Ufa) und zum anderen die KirchGruppe bzw. der Axel Springer-Verlag (ISPR) beteiligt sind 81. Zu Beginn des dualen Rundfunksystems standen beide Agenturen mit der Etablierung ihrer Vollprogramme RTL bzw. SAT1 unter einem erheblichen Konkurrenzdruck. Die Fernsehanbieter wollten durch die Übertragung der Spitzensport-Veranstaltungen die kurzfristige [...]

Arbeit zitieren:
Mersch, Andrea Juli 2002: Vermarktung der TV - Übertragungsrechte von Sportveranstaltungen im Kontext europäischer Wettbewerbspolitik, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Zentralvermarktung, Fernsehrechte, Exklusivvermarktung, Sportrechte, Sportpolitik

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