Die Vermarktung der FIFA WM 2006
Untersuchung des Marketingkonzeptes für die Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland und Analyse wirtschaftlicher Potentiale für Hamburg als Ausrichterstadt
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Oliver Menzel
- Abgabedatum: Dezember 2005
- Umfang: 129 Seiten
- Dateigröße: 817,5 KB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Flensburg Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9233-5
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9233-5 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9233-5 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Menzel, Oliver Dezember 2005: Die Vermarktung der FIFA WM 2006, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Sponsoring, Merchandising, Ticketing, Sportvermarktung, Event
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Diplomarbeit von Oliver Menzel
Einleitung:
Am 6. Juli 2000 hat das Exekutivkomitee des Weltfußballverbandes FIFA (Fédé-ration Internationale de Football Association) die Austragung der 18. FIFA Fußball-Weltmeisterschaft im Jahr 2006 in Deutschland beschlossen. Nachdem Deutschland zuletzt 1974 Gastgeber einer Weltmeisterschaft gewesen ist, wird im Zeitraum vom 9. Juni bis 9. Juli 2006 im Rahmen der insgesamt 64 WM-Spiele der FIFA WM 2006 der neue Fußball-Weltmeister ermittelt.
Während sich die Reichweite vieler anderer Großereignisse auf klar abgegrenzte Interessengruppen beschränkt, erstreckt sich der Einfluss des Sports auf eine heterogene Masse. Fußball, wie Sport im Allgemeinen, ist ein gesellschaftsübergreifendes Phänomen, das sich nicht allein auf den sportlichen Wettstreit reduzieren lässt. Mit mehr als 240 Mio. aktiven Spielern in 1,5 Mio. Mannschaften und 300.000 Vereinen sowie 5 Mio. hauptberuflich Beschäftigten weltweit, die direkt für diesen Sport arbeiten, stellt Fußball weltweit die populärste Sportart dar.
Seit den 1980er Jahren haben sich die traditionellen Sportgroßveranstaltungen wie olympische Spiele und Fußball-Weltmeisterschaften durch zunehmende Kommerzialisierung und Professionalisierung zu sportlichen Mega-Events entwickelt, die eine weltweite Medienpräsenz bewirken und darüber hinaus für wichtige wirtschaftliche Impulse im Land des jeweiligen Gastgebers sorgen können. Durch stetig steigende Zuschauerzahlen und die Verbreitung des Fernsehens, welches die weltweite Übertragung ermöglicht hat, entstehen neue finanzielle Möglichkeiten für alle beteiligten Akteure, auf die im Rahmen dieser Arbeit näher eingegangen wird. Im Laufe des letzten Jahrhunderts hat sich „ein zunehmend kommerzieller Unterhaltungsmarkt entwickelt, in dessen Mittelpunkt die Erbringung sportspezifischer Dienstleistungen steht“. Die Begeisterung der Menschen für die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft ist ein einzigartiges Phänomen: 28,8 Mrd. kumulierte Zuschauer in 213 Ländern verfolgten die Spiele der letzten FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2002 in Südkorea und Japan am Fernseher. Mehr als 2,7 Mio. Zuschauer strömten zu den 64 Spielen des Turniers in die Stadien. Von dem Event berichteten 3.701 akkreditierte Journalisten, 5.000 Mitarbeiter von TV und Radio und 849 akkreditierte Fotografen. Die offizielle Website der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft http://www.fifaworldcup.com setzte mit über 2 Mrd. Seitenzugriffen neue Maßstäbe für die Internetauftritte sportlicher Großereignisse. Für 2006 werden fast doppelt so viele Klicks erwartet.
Angesichts dieser Ausmaße wird deutlich, dass ein Bedarf an einer professionellen Vermarktung von Mega-Events wie der Fußball-Weltmeisterschaft besteht. Viele Sportklubs werden heute bereits nicht mehr wie klassische Nonprofit-Vereine, sondern wie professionelle Dienstleistungsunternehmen geführt. Für die Durchführung von Turnieren oder die Vermarktung von TV- und Lizenzrechten werden eigene Gesellschaften gegründet, die auf die Maximierung von Umsatz und Gewinn ausgerichtet sind. Diesen Entwicklungen liegt ein übergeordneter Leitgedanke zugrunde, der auch im sportlichen Bereich mehr und mehr in den Vordergrund tritt: die professionelle Vermarktung sportlicher Mega-Events als Erfolgspotential.
Gang der Untersuchung:
Die vorliegende Diplomarbeit beschäftigt sich mit der Vermarktung eines der bedeutendsten Sportereignisse der Welt, der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft. Bei der Bewerbung um die Austragung der FIFA WM 2006 konnte sich Deutschland erfolgreich gegen eine Reihe von Mitbewerbern durchsetzen und ist somit im Jahr 2006 Gastgeber der WM-Endrunde.
Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, dem Leser einen umfassenden Überblick über die im Rahmen der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland vom Fußballweltverband FIFA eingesetzten Vermarktungsinstrumente für dieses Mega-Event zu verschaffen. Neben der Betrachtung der in den Vermarktungsprozess involvierten Akteure bilden die organisatorische Abwicklung durch die Vertragspartner der FIFA sowie die aus den einzelnen Maßnahmen zu erwartenden Wachstumseffekte zentrale Bestandteile der Untersuchung. Letzteres beinhaltet neben der Betrachtung der finanziellen Zielgrößen ebenfalls die Darstellung der aus der WM-Vermarktung resultierenden Impulse für das Image des Fußballs sowie des Gastgeberlandes Deutschland.
Darüber hinaus soll analysiert werden, welche Wachstumsimpulse von der Ausrichtung der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 für die deutsche Volkswirtschaft und speziell für die zwölf Ausrichterstädte zu erwarten sind. Am Beispiel des Spielortes Hamburg erfolgt eine Untersuchung der von der Stadt Hamburg im Hinblick auf die Weltmeisterschaft 2006 realisierten und geplanten Projekte. Auf dieser Analyse und den Erfahrungen vergangener sportlicher Großereignisse basierend wird der Frage nachgegangen, inwiefern ein Mega-Event wie die FIFA WM langfristig wirtschaftliche Wachstumseffekte für das Gastgeberland bewirken kann.
Kapitel 2 gibt einen einführenden Überblick über die organisatorischen Strukturen der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland. Um die Abläufe bei der Vergabe und Organisation der Fußball-Weltmeisterschaft transparent zu machen, werden in diesem Kapitel die involvierten Akteure sowie deren Strukturen und Funktionsbereiche im Hinblick auf die Ausrichtung der WM 2006 vorgestellt.
Seit der ersten Ausrichtung einer Fußball-Weltmeisterschaft im Jahr 1930 in Uruguay hat sich der sportliche Charakter des Turniers nicht grundlegend geändert. Im Umfeld der WM haben hingegen einige grundlegende Veränderungen zu einem Wandel der Veranstaltung von einem rein sportlichen Wettkampf zu einem medienwirksamen Mega-Event geführt, der die Menschen in aller Welt begeistert. In Kapitel 3 wird die historische Entwicklung der Fußball-Weltmeisterschaft sowie des Turnierumfeldes von 1930 bis heute dargestellt.
Der Weltfußballverband hat in seinen Statuten klare Richtlinien entworfen, die die unternehmerische Zielsetzung des Weltfußballverbandes FIFA und der vom Verband veranstalteten Europa- und Weltmeisterschaften definieren. Die daraus abgeleiteten Marketingziele und Marketingstrategien im Hinblick auf die einzelnen Zielgruppen sind Gegenstand der Betrachtung des vierten Kapitels.
Kapitel 5 bildet den Schwerpunkt der Untersuchung des Marketingkonzeptes und liefert einen umfassenden Überblick über die einzelnen Instrumente, die zur Vermarktung der FIFA WM 2006 eingesetzt werden. Neben den im Rahmen der unterschiedlichen Vermarktungsinstrumente bestehenden Möglichkeiten zur Beteiligung von Unternehmen und Medien stellen die von den Veranstaltern der Weltmeisterschaft zu erwartenden finanziellen Erlöse aus Lizenzverträgen sowie die Reichweite der Marketing-Maßnahmen in Hinblick auf die Konsumenten eine zentrale Rolle.
Die von der Weltmeisterschaft für Deutschland als Ausrichter zu erwartenden volkswirtschaftlichen Effekte werden in Kapitel 6 aufgezeigt. Die gesamtwirtschaftlichen Effekte der FIFA WM 2002 in den Gastgeberländern Japan und Südkorea bilden in diesem Zusammenhang eine Vergleichsbasis für die Einschätzung des Potentials der WM 2006.
Basierend auf den Erfahrungen von den olympischen Spielen 2000 in Sydney werden in Kapitel 7 die Auswirkungen eines Mega-Events auf das Image des Gastgeberlandes betrachtet. Des Weiteren sollen die von der Bundesregierung eingeleiteten Maßnahmen zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes Deutschland und dessen Image vorgestellt werden.
Die Maßnahmen der Ausrichterstadt Hamburg zur Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft stehen im Mittelpunkt der Untersuchung im abschließenden achten Kapitel. Eine Analyse der durch die Veranstaltung für die Hansestadt zu erwartenden Wachstumseffekte rundet die Prognose des wirtschaftlichen Potentials der Fußball-WM für Hamburg als Austragungsort ab.
Aufgrund der Aktualität des Themas und der erst rund ein halbes Jahr nach Fertigstellung der Diplomarbeit stattfindenden Turnieraustragung stellen die Untersuchungen und dargestellten Themen teilweise lediglich eine Momentaufnahme dar und können bis zum Beginn der Weltmeisterschaft im Juni 2006 geringfügigen Änderungen unterworfen sein. Um dennoch den im Dezember 2005 aktuellen Stand und insbesondere das Ergebnis des „Final Draw“, der Gruppenauslosung für die Endrunde, berücksichtigen zu können, wurde für den Abschluss der Diplomarbeit ein Zeitpunkt nach der Auslosung vom 9. Dezember 2005 in Leipzig gewählt.
Inhaltsverzeichnis:
| Darstellungsverzeichnis | VI | |
| Abkürzungsverzeichnis | VII | |
| Zielsetzung und Aufbau der Arbeit | X | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2. | Organisatorische Strukturen der Fußball-WM 2006 | 3 |
| 2.1 | Organisation der Veranstaltung | 3 |
| 2.2 | Vergabe der WM 2006 nach Deutschland | 4 |
| 2.2 | Verantwortungsbereiche des Deutschen Fußball-Bundes und des Organisationskomitees | 5 |
| 3. | Entwicklung der Fußball-Weltmeisterschaft von 1930 bis 2006 | 7 |
| 3.1 | Entwicklung vom olympischen Fußballturnier zur FIFA Fußball-Weltmeisterschaft | 7 |
| 3.2 | Entwicklung der Zuschauerzahlen | 9 |
| 3.3 | Einflussfaktoren bei der Entwicklung | 10 |
| 3.4 | Entwicklung der Vermarktung | 11 |
| 4. | Marketingziele und Marketingstrategien der FIFA | 16 |
| 4.1 | Besonderheiten des Produkts Fußball-Weltmeisterschaft | 16 |
| 4.2 | Marketingziele | 17 |
| 4.2.1 | Unternehmensziele | 17 |
| 4.2.2 | Zielgruppen | 19 |
| 4.3 | Marketingstrategien | 20 |
| 4.3.1 | Marktfeldstrategie | 20 |
| 4.3.2 | Marktstimulierungsstrategie | 22 |
| 4.3.3 | Marktparzellierungsstrategie | 23 |
| 4.3.4 | Marktarealstrategie | 24 |
| 5. | Vermarktung der FIFA WM 2006 | 25 |
| 5.1 | Marketingstruktur der FIFA | 25 |
| 5.2 | Sponsoren: ‚Offizielle Partner’ und ‚Nationale Förderer’ | 27 |
| 5.2.1 | Begriffliche Abgrenzung des Sportsponsorings | 28 |
| 5.2.2 | Bedeutung des Sponsorings aus Sicht der Sponsoren | 29 |
| 5.2.3 | Vorteile des Sportsponsorings | 30 |
| 5.2.4 | Marketingrechte der Sponsoren | 32 |
| 5.2.5 | Maßnahmen zum Schutz vor Ambush Marketing | 33 |
| 5.2.6 | Schutz der Markenrechte bei der FIFA WM 2002 in Japan und Südkorea | 35 |
| 5.3 | Fernsehrechte | 36 |
| 5.3.1 | Entwicklung der Zuschauerzahlen | 36 |
| 5.3.2 | Vermarktung der TV-Rechte durch die Sportrechteagentur Infront Sports & Media AG | 38 |
| 5.3.3 | Einkünfte durch die Vergabe von TV-Rechten | 40 |
| 5.3.4 | Public Viewing Events: "Fan Fest FIFA WM 2006" | 41 |
| 5.4 | Merchandising | 43 |
| 5.5 | Ticketing und Hospitality | 45 |
| 5.5.1 | Verkaufsphasen | 46 |
| 5.5.2 | Ticketpreise | 48 |
| 5.5.3 | Hospitality-Programm | 48 |
| 5.6 | ‚Host City Programm’ für die FIFA WM-Städte | 50 |
| 5.6.1 | Vermietung der Werbebande | 51 |
| 5.6.2 | Host City Poster und Composite Logo | 51 |
| 5.6.3 | Host City Gedenkprägungen | 52 |
| 5.6.4 | Internetauftritt | 53 |
| 5.6.4 | Host City Events | 53 |
| 5.7 | Erscheinungsbild der FIFA WM bei der Berichterstattung in den Medien | 54 |
| 5.7.1 | Look-Programm der FIFA | 54 |
| 5.7.2 | Veranstaltungstitel | 54 |
| 5.7.3 | Verwendung der offiziellen FIFA-Marken | 55 |
| 6. | Volkswirtschaftliche Effekte der FIFA WM 2006 | 57 |
| 6.1 | Beitrag der FIFA WM 2006 zum Bruttoinlandsprodukt Deutschlands | 57 |
| 6.2 | Branchenspezifische Wachstumseffekte | 60 |
| 6.3 | Makroökonomische Effekte der FIFA WM 2002 in Japan und Südkorea | 64 |
| 6.3.1 | Prognosen zur WM 2002 | 64 |
| 6.3.2 | Wirtschaftliche Sieger und Verlierer der WM 2002 | 65 |
| 6.3.3 | Crowding-Out-Effekte | 66 |
| 7. | IMAGEWIRKUNGEN VON MEGA-EVENTS | 68 |
| 7.1 | IMAGEWIRKUNGEN DER OLYMPISCHEN SPIELE 2000 IN SYDNEY | 70 |
| 7.2 | STANDORT- & IMAGEKAMPAGNE DER BUNDESREGIERUNG | 72 |
| 8. | VORBEREITUNG UND WIRTSCHAFTLICHE POTENTIALE DER AUSRICHTERSTADT HAMBURG | 76 |
| 8.1 | INFRASTRUKTUR UND STÄDTEBAU | 76 |
| 8.1.1 | FIFA WM-Stadion Hamburg | 76 |
| 8.1.2 | Dynamisches Parkleitsystem | 78 |
| 8.1.3 | Öffentlicher Personennahverkehr | 79 |
| 8.2 | SICHERHEITSKONZEPT | 79 |
| 8.3 | TOURISMUS | 81 |
| 8.3.1 | Entwicklung der Gästezahlen und Übernachtungen im ersten Halbjahr 2005 | 81 |
| 8.3.2 | Herkunft der Gäste | 83 |
| 8.3.3 | Internationale Pressearbeit | 85 |
| 8.3.4 | Ausblick auf den WM-Tourismus | 86 |
| 8.4 | BESCHÄFTIGUNGSOFFENSIVE DER BUNDESAGENTUR FÜR ARBEIT | 88 |
| 8.5 | "FAN FEST FIFA WM 2006" IN HAMBURG | 90 |
| 8.6 | MARKETINGMÖGLICHKEITEN REGIONALER UND LOKALER UNTERNEHMEN | 91 |
| 9. | FAZIT UND AUSBLICK | 92 |
| ANHANGVERZEICHNIS | 101 | |
| ANHANG | 102 | |
| LITERATURVERZEICHNIS | 109 | |
| INTERNET-QUELLEN: WEBSITES | 114 | |
| INTERNET-QUELLEN: SONSTIGE PUBLIKATIONEN | 117 |
haben die zwölf Austragungsorte der FIFA WM 2006, das OK und die FIFA sich auf ein Gesamtkonzept zur Live-Übertragung von WM-Spielen auf Großbildleinwänden (Public Viewing) verständigt. Unter dem Namen „Fan Fest FIFA WM 2006“ werden über den gesamten Zeitraum der WM in allen zwölf Städten auf großen öffentlichen Plätzen diese Public Viewing Events stattfinden. Gemäß einer bereits im Jahr 2004 zwischen FIFA, OK und der Infront Sports & Media AG getroffenen Vereinbarung werden den Städten die Lizenzrechte für diese offiziellen Public Viewing Events von Infront kostenfrei überlassen, solange keine kommerziellen Absichten durch die Entrichtung von Eintrittsgeldern verfolgt werden. Sollte der Veranstalter dennoch die Zuschauer für das Public Viewing zur Kasse bitten, sind Lizenzgebühren an Infront zu entrichten.120 Der erste Vizepräsident des OK, Horst R. Schmidt, stellt klar, dass „die Verantwortung für die Organisation und insbesondere die Sicherheit vor Ort bei den einzelnen Städten und den lokalen Sicherheitsbehörden liegt.“121 Sowohl die FIFA als auch das OK übernehmen ausdrücklich keine Veranstalterrolle für diese Events. Die zwölf Ausrichterstädte haben gemeinsam ein Rahmenkonzept und Design für die „Fan Feste“ entwickelt, das ein einheitliches in den WM-Look eingebettetes Erscheinungsbild der ansonsten lokal und unterschiedlich ausgerichteten Veranstaltungen sicherstellen soll. Tatkräftige Unterstützung bei der Ausrichtung der Public Viewing Events erhalten die WM-Städte von vier der „Offiziellen Partner“ der FIFA WM 2006, die sich zusätzlich zu ihrem WM-Engagement auch in diesem Bereich als offizieller Sponsor des „Fan Fest FIFA WM 2006“ einbringen. Das finanzielle Engagement der vier FIFA-Partner soll in erster Linie der Deckung eines Großteils der städtischen Organisationskosten dienen. „Ihre Gelder werden dazu verwendet, jeder Stadt wichtige Infrastruktur (Leinwand, Bühne, Licht und Ton) zur Verfügung zu stellen. Zur Refinanzierung ihrer sonstigen Organisationskosten (Genehmigungen, Sicherheit, Reinigung etc.) können die Städte Standmieten und Umsatzbeteiligungen erheben oder auch mit lokalen und regionalen Unternehmen als Sponsoren zusammenarbeiten, [...]
Bis Ende Oktober 2005 hat Infront bereits Fernsehanstalten aus 156 Ländern unter Vertrag genommen - bis zum WM-Beginn sollen es sogar 205 Länder sein. Das Interesse an Übertragungsrechten für das Fernsehen ist in den einzelnen Kontinenten und Regionen sehr unterschiedlich. Laut Stand vom 24. November 2005 hat die FIFA aus dem weltweiten Verkauf der TV-Rechte für die Weltmeisterschaft 2006 Einnahmen in Höhe von etwa 1,4 Mrd. Euro erzielt und übertrifft hiermit die von der für die Vermarktung zuständigen Sportrechteagentur Infront prognostizierten Einkünfte um rund 300 Mio. Euro116. Bei der Vermarktung der TV-Rechte für die WM 2002 waren etwa 950 Mio. Euro erwirtschaftet worden. [...]
gen. In jedem Fall werden ARD und ZDF darüber hinaus zusammenfassend auch von den WM-Begegnungen berichten, die sie nicht live übertragen.114 In Ländern und Regionen, wo die Fernsehlandschaft durch eine Vielzahl kleiner Fernsehsender gekennzeichnet und der Markt stark fragmentiert ist, handelt Infront die Vermarktungsrechte an der WM mit einem Vertragspartner aus, der wiederum für den Weiterverkauf der Rechte in dieser Region zuständig ist. So besteht beispielsweise in der Karibik ein Vertrag mit CFU (Caribbean Football Union) für 26 Gebiete wie Antigua oder Barbados. Der Vertrag umfasst TV- und Radio-Rechte in den vier Sprachen Englisch, Niederländisch, Französisch und Spanisch. In manchen Ländern schließt Infront sogenannte „Gatekeeper“-Deals ab, d.h. es wird eine Vereinbarung mit einer Hauptfernsehanstalt getroffen und dieses Unternehmen vergibt Unterlizenzen an andere Partner innerhalb des jeweiligen Landes.115 [...]
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http://www.diplom.de/ean/9783832492335
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Menzel, Oliver Dezember 2005: Die Vermarktung der FIFA WM 2006, Hamburg: Diplomica Verlag
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