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Die Vermarktung von Burgen am Beispiel der Burg Dreieichenhain

Die Vermarktung von Burgen am Beispiel der Burg Dreieichenhain
Über dieses Buch
  • Art: Magisterarbeit
  • Autor: Janet Meier
  • Abgabedatum: Januar 2004
  • Umfang: 216 Seiten
  • Dateigröße: 3,1 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Leuphana Universität Lüneburg Deutschland
  • Bibliografie: ca. 145
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-0083-5
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8366-0083-5 P
  • ISBN (CD) :978-3-8366-0083-5 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Meier, Janet Januar 2004: Die Vermarktung von Burgen am Beispiel der Burg Dreieichenhain, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Marketingkonzept, Tourismus, Vermarktung, Städtetourismus, Destinationsmanagement

Magisterarbeit von Janet Meier

Einleitung:

Burgen und Schlösser ziehen seit jeher kultur- und bildungsinteressierte Menschen an. Das touristische Image der Bundesrepublik Deutschland ist, nach Angaben der Deutschen Zentrale für Tourismus, an erster Stelle durch die Burgen und Schlösser geprägt, gefolgt von alten Stadtkernen, geselligen Veranstaltungen, Einkaufsmöglichkeiten und kulturellen Veranstaltungen. Die vorliegende Magisterarbeit beschäftigt sich mit einem dieser imagebestimmenden Faktoren - Burgen- und ihre touristische Erschließung.

Die historischen Bauwerke werden heute hauptsächlich zu Wohnzwecken privat genutzt, aber auch die Gastronomie, das Beherbergungswesen, Geschäfts- und Büroaktivitäten, Museen und Veranstaltungen stellen zunehmende Nutzungsmöglichkeiten dar.

Kulturdenkmäler erhöhen bzw. beeinflussen die Attraktivität eines Ortes. Sie haben zwar eine Anziehungsfunktion, regen aber nicht unbedingt zu einer längeren Verweildauer an. Diese ist abhängig von dem Gesamtangebot des Ortes, daher ist ein touristisches Umfeld mit weiteren Angeboten zur Unterhaltung, Gastronomie und Hotellerie notwendig.

Die im hessischen Dreieichenhain vorhandene Burg mit den integrierten Resten einer ursprünglichen Turmhügelburg, die aus der Anfangszeit des mittelalterlichen Burgenbaus stammt und in diesen Ausmaßen kein weiteres Mal in Deutschland zu finden ist, ist räumlich und geschichtlich eng mit dem Ort verbunden. Sie ist ein bisher unterschätztes und der Öffentlichkeit in ihrer Einzigartigkeit nicht allzu sehr bekanntes Baudenkmal. Um sie soll es in der vorliegenden Magisterarbeit gehen, die seitens des örtlichen Geschichts- und Heimatvereins Dreieichenhain e.V. angeregt wurde.

Das Ziel dieser Magisterarbeit ist es, das Vermarktungpotential durch touristische Nutzungsmöglichkeiten der Burg und damit auch verbunden des Ortes Dreieichenhain auszuloten und konkrete Wege zur Ausschöpfung dieses Potentials im Sinne einer Marketing-Konzeption aufzuzeigen.

Verschiedene Ansätze und Analyseinstrumente aus der Fachliteratur für Tourismus-Marketing bilden die theoretische Grundlage dieser Arbeit. Allgemeine Informationen zum Thema 'Burgen und Tourismus' stammen aus zahlreichen Broschüren bundesweiter Tourismusverbände, die gesichtet und ausgewertet wurden.

Spezifische Informationen über die Burg und den Ort Dreieichenhain wurden durch mehrere empirische Instrumente gewonnen und für die weitere Analyse verwandt: Die eigenständig durchgeführte Feldarbeit besteht aus Experteninterviews mit Verantwortlichen der Stadt und der wichtigsten Vereine, Analysen von Inhalten aus der örtlichen Presse, Ortsbegehungen und dem Besuch von Veranstaltungen. Außerdem wurden die Ergebnisse verschiedener Studien miteinbezogen. Darüber hinaus wurden anhand eines standardisierten Fragebogens zwei Gruppen - Einheimische und Besucher - mündlich vor Ort befragt und das entstandene Material mit Hilfe der Software SPSS statistisch ausgewertet.

Gang der Untersuchung:

Zu Beginn dieser Arbeit in Kapitel 2, erfolgen allgemeine Ausführungen zum Thema 'Burgen und Tourismus'. Dabei wird eine Abgrenzung von Burgen zu burgähnlichen Bauwerken und die Einordnung des Besuchs von Burgen zum Kulturtourismus vorgenommen. Das Kapitel schließt mit der Vorstellung von Beispielen der in der Praxis angewandten Vermarktung von Burgen und Historischen Altstädten.

Im anschließenden Kapitel 3 wird die Burg und der Ort Dreieichenhain mit der Burg vorgestellt und die bisherigen Maßnahmen im Tourismus näher beleuchtet.

Es folgt die Situationsanalyse in Kapitel 4. Hier werden die zur Erstellung einer Marketing-Konzeption notwendigen analytischen Schritte durchgeführt. Dazu zählen die allgemein gehaltenen Ausführungen zum Wettbewerb, die Vorstellung des Angebotes der Burg und des Ortes Dreieichenhain und die Präsentation der im Sinne einer Nachfrageanalyse vorzustellenden Ergebnisse der eigenständig durchgeführten empirischen Untersuchung. Die Wettbewerbsanalyse schließt diesen Teil ab: hier werden Aussagen zum Image gemacht und mögliche Konkurrenzorte in Beziehung zu Dreieichenhain gebracht.

In Kapitel 5 werden die in den vorigen Kapiteln gewonnenen Informationen durch die Stärken- und Schwächen- sowie die Chancen- und Risiken-Analyse verdichtet. Auf dieser Grundlage und den zuvor durchgeführten Analysen basiert die Bestimmung der Marketing-Ziele und die Abgrenzung von Zielgruppen sowie die Formulierung von Strategien zur Umsetzung der Ziele durch eine anzustrebende Positionierung.

Von dieser Konzeption ausgehend werden im Kapitel 6 konkrete Gestaltungsmöglichkeiten der einzelnen Marketing-Instrumente vorgeschlagen. Zum Schluß dieser Arbeit erfolgt eine Schlußbetrachtung.

Die erarbeiteten Ergebnisse decken Probleme und Möglichkeiten des Fallbeispiels auf und bieten damit einen Beitrag zur Vermarktung der Burg und Historischen Altstadt Dreieichenhain, um sie als Ziel touristischer Aktivitäten verstärkt zu etablieren.

Da diese Magisterarbeit im Rahmen der Angewandten Kulturwissenschaften angefertigt worden ist soll an dieser Stelle betont werden, daß es sich bei den folgenden Betrachtungen um einen interdisziplinären und nicht rein wirtschaftswissenschaftlichen Ansatz handelt.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis III
Tabellenverzeichnis IV
Anhangsverzeichnis V
Abkürzungsverzeichnis VII
Universität Lüneburg I
Vermarktung von Burgen I
Janet Meier I
1. Einleitung 1
2. Burgen und Tourismus 4
2.1 Burgen in Deutschland 4
2.1.1 Abgrenzung historischer Bauwerke 5
2.1.2 Bauelemente von Burgen 6
2.2 Kulturtourismus 6
2.3 Vermarktungstrends von Burgen und Historischen Altstädten 9
2.3.1 Touristische Produkte zur Vermarktung von Burgen 10
2.3.1.1 Touristische Routen mit Burgenbezug 10
2.3.1.2 Touristische Produkte von Reiseveranstaltern mit Burgenbezug 13
2.3.1.3 Touristische Karten mit Burgeintritts-Vergünstigungen 13
2.3.2 Vermarktungsbeispiele von Burgen 14
2.3.2.1 Der Hessen Tourismus-Service e.V. 14
2.3.2.2 Die Vermarktung von Burgen in den Prospekten der Bundesländer 15
2.3.2.3 Vermarktung des Weltkulturerbes 16
2.3.3 Integration von Burgen im Dienstleistungsangebot von Transportunternehmen 16
2.3.4 Touristische Thematisierung kulturhistorisch interessanter Innenstädte 17
2.3.4.1 Die Vermarktung von historischen Altstädten 17
2.3.4.2 Die Thematisierung des Fachwerks 18
2.3.4.3 Thematische Stadtführungen 19
3. Dreieichenhain 20
3.1 Die Burg Dreieichenhain 20
3.1.1 Die Entwicklung der Burg 20
3.1.2 Die Turmhügelburg 22
3.1.3 Beschreibung des heutigen Burggeländes 23
3.2 Die Entwicklung der Stadt Dreieichenhain 24
3.3 Der Geschichts- und Heimatverein e.V. Dreieichenhain 26
3.4 Der Tourismus in Dreieichenhain 28
3.4.1 Die geschichtliche Entwicklung des Tourismus in Dreieichenhain 28
3.4.2 Aktueller Stand des Tourismus in Dreieichenhain 29
3.4.3 Tourismusförderung in Dreieich 30
3.4.3.1 Förderung durch die Stadt Dreieich 30
3.4.3.2 Förderung durch die Dreieichenhainer Vereine 32
3.4.3.3 Förderung durch Informationsbereitstellung 33
4. Situationsanalyse 35
4.1 Umfeldanalyse 35
4.2 Das Angebot 38
4.2.1 Das Angebot der Burg 38
4.2.1.1 Räumlichkeiten der Burganlage 39
4.2.1.2 Veranstaltungen auf dem Burggelände 41
4.2.2 Das Angebot Dreieichs 45
4.2.2.1 Lage und Verkehrsanbindung 46
4.2.2.2 Landschaft und Natur 46
4.2.2.3 Unterkünfte 47
4.2.2.4 Gastronomisches Angebot 48
4.2.2.5 Einkaufsmöglichkeiten 48
4.2.2.6 Freizeitangebote 49
4.2.2.7 Kulturangebote 52
4.3 Die Nachfrage 55
4.3.1 Informationen aus vorhandenen Daten 55
4.3.2 Eigene Datenerhebungen 58
4.3.2.1 Die Befragung der Einheimischen 59
4.3.2.2 Die Befragung der Besucher 63
4.3.2.3 Zusammenfassung der Ergebnisse der Befragungen 69
4.4 Wettbewerbsanalyse 71
4.4.1 Das Image Dreieichenhains 71
4.4.2 Betrachtungen des Wettbewerbs auf Grundlage der durchgeführten empirischen Untersuchungen 74
4.4.2.1 Die Ergebnisse der Nennungen zum Wettbewerb 74
4.4.2.2 Vorstellung des Ortes mit den häufigsten Nennungen 76
4.4.3 Betrachtungen des Wettbewerbs auf Grundlage sonstiger Informationen 77
5. Konzeptionsphase 82
5.1 Stärken- und Schwächen-Analyse 82
5.2 Die Chancen- und Risiken-Analyse 85
5.3 SWOT-Analyse 86
5.4 Bestimmung der Marketingziele 87
5.4.1 Marketingzielbestimmung 87
5.4.2 Zielgruppenbestimmung 89
5.5 Strategieentscheidungen 93
5.5.1 Marktfeld-Strategien 93
5.5.2 Marktstimulierungs-Strategien 94
5.5.3 Marktparzellierungs-Strategie 95
5.5.4 Marktareal-Strategien 99
6. Gestaltungsphase 100
6.1 Produktpolitik 100
6.1.1 Einrichtung einer Tourismusorganisation 101
6.1.2 Angebotsgestaltung 103
6.1.2.1 Verbesserungsmöglichkeiten der örtlichen Infrastruktur 103
6.1.2.2 Thematische Angebotsgestaltung 104
6.2 Kommunikationspolitik 110
6.2.1 Einsatz ausgewählter Kommunikationsinstrumente 111
6.2.1.1 Neue Medien/Internet 111
6.2.1.2 Rundfunk und Fernsehwerbung 113
6.2.1.3 Printwerbung 113
6.2.1.4 PR-Arbeit 114
6.2.1.5 Veranstaltungen 114
6.2.2 Nutzungsmöglichkeiten bestehender Zusammenschlüsse 114
6.2.2.1 Die Deutsche Zentrale für Tourismus 114
6.2.2.2 Der Hessen Tourismus Service e.V. 116
6.2.2.3 Die Deutsche Fachwerkstraße 117
6.3 Distributionspolitik 117
7. Schlußbetrachtung 120
Besucher-Befragung Dreieichenhain 163
Quellenverzeichnis 198
Erklärung 205

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis III
Tabellenverzeichnis IV
Anhangsverzeichnis V
Abkürzungsverzeichnis VII
Universität Lüneburg I
Vermarktung von Burgen I
Janet Meier I
1. Einleitung 1
2. Burgen und Tourismus 4
2.1 Burgen in Deutschland 4
2.1.1 Abgrenzung historischer Bauwerke 5
2.1.2 Bauelemente von Burgen 6
2.2 Kulturtourismus 6
2.3 Vermarktungstrends von Burgen und Historischen Altstädten 9
2.3.1 Touristische Produkte zur Vermarktung von Burgen 10
2.3.1.1 Touristische Routen mit Burgenbezug 10
2.3.1.2 Touristische Produkte von Reiseveranstaltern mit Burgenbezug 13
2.3.1.3 Touristische Karten mit Burgeintritts-Vergünstigungen 13
2.3.2 Vermarktungsbeispiele von Burgen 14
2.3.2.1 Der Hessen Tourismus-Service e.V. 14
2.3.2.2 Die Vermarktung von Burgen in den Prospekten der Bundesländer 15
2.3.2.3 Vermarktung des Weltkulturerbes 16
2.3.3 Integration von Burgen im Dienstleistungsangebot von Transportunternehmen 16
2.3.4 Touristische Thematisierung kulturhistorisch interessanter Innenstädte 17
2.3.4.1 Die Vermarktung von historischen Altstädten 17
2.3.4.2 Die Thematisierung des Fachwerks 18
2.3.4.3 Thematische Stadtführungen 19
3. Dreieichenhain 20
3.1 Die Burg Dreieichenhain 20
3.1.1 Die Entwicklung der Burg 20
3.1.2 Die Turmhügelburg 22
3.1.3 Beschreibung des heutigen Burggeländes 23
3.2 Die Entwicklung der Stadt Dreieichenhain 24
3.3 Der Geschichts- und Heimatverein e.V. Dreieichenhain 26
3.4 Der Tourismus in Dreieichenhain 28
3.4.1 Die geschichtliche Entwicklung des Tourismus in Dreieichenhain 28
3.4.2 Aktueller Stand des Tourismus in Dreieichenhain 29
3.4.3 Tourismusförderung in Dreieich 30
3.4.3.1 Förderung durch die Stadt Dreieich 30
3.4.3.2 Förderung durch die Dreieichenhainer Vereine 32
3.4.3.3 Förderung durch Informationsbereitstellung 33
4. Situationsanalyse 35
4.1 Umfeldanalyse 35
4.2 Das Angebot 38
4.2.1 Das Angebot der Burg 38
4.2.1.1 Räumlichkeiten der Burganlage 39
4.2.1.2 Veranstaltungen auf dem Burggelände 41
4.2.2 Das Angebot Dreieichs 45
4.2.2.1 Lage und Verkehrsanbindung 46
4.2.2.2 Landschaft und Natur 46
4.2.2.3 Unterkünfte 47
4.2.2.4 Gastronomisches Angebot 48
4.2.2.5 Einkaufsmöglichkeiten 48
4.2.2.6 Freizeitangebote 49
4.2.2.7 Kulturangebote 52
4.3 Die Nachfrage 55
4.3.1 Informationen aus vorhandenen Daten 55
4.3.2 Eigene Datenerhebungen 58
4.3.2.1 Die Befragung der Einheimischen 59
4.3.2.2 Die Befragung der Besucher 63
4.3.2.3 Zusammenfassung der Ergebnisse der Befragungen 69
4.4 Wettbewerbsanalyse 71
4.4.1 Das Image Dreieichenhains 71
4.4.2 Betrachtungen des Wettbewerbs auf Grundlage der durchgeführten empirischen Untersuchungen 74
4.4.2.1 Die Ergebnisse der Nennungen zum Wettbewerb 74
4.4.2.2 Vorstellung des Ortes mit den häufigsten Nennungen 76
4.4.3 Betrachtungen des Wettbewerbs auf Grundlage sonstiger Informationen 77
5. Konzeptionsphase 82
5.1 Stärken- und Schwächen-Analyse 82
5.2 Die Chancen- und Risiken-Analyse 85
5.3 SWOT-Analyse 86
5.4 Bestimmung der Marketingziele 87
5.4.1 Marketingzielbestimmung 87
5.4.2 Zielgruppenbestimmung 89
5.5 Strategieentscheidungen 93
5.5.1 Marktfeld-Strategien 93
5.5.2 Marktstimulierungs-Strategien 94
5.5.3 Marktparzellierungs-Strategie 95
5.5.4 Marktareal-Strategien 99
6. Gestaltungsphase 100
6.1 Produktpolitik 100
6.1.1 Einrichtung einer Tourismusorganisation 101
6.1.2 Angebotsgestaltung 103
6.1.2.1 Verbesserungsmöglichkeiten der örtlichen Infrastruktur 103
6.1.2.2 Thematische Angebotsgestaltung 104
6.2 Kommunikationspolitik 110
6.2.1 Einsatz ausgewählter Kommunikationsinstrumente 111
6.2.1.1 Neue Medien/Internet 111
6.2.1.2 Rundfunk und Fernsehwerbung 113
6.2.1.3 Printwerbung 113
6.2.1.4 PR-Arbeit 114
6.2.1.5 Veranstaltungen 114
6.2.2 Nutzungsmöglichkeiten bestehender Zusammenschlüsse 114
6.2.2.1 Die Deutsche Zentrale für Tourismus 114
6.2.2.2 Der Hessen Tourismus Service e.V. 116
6.2.2.3 Die Deutsche Fachwerkstraße 117
6.3 Distributionspolitik 117
7. Schlußbetrachtung 120
Besucher-Befragung Dreieichenhain 163

Textprobe:

Kapitel 4.2.1.1, Räumlichkeiten der Burganlage: Im Vergleich zu vollständig erhaltenen Burganlagen bietet die Burg Dreieichenhain heute nur noch wenige Räumlichkeiten. Zu den ursprünglichen Räumlichkeiten der alten Burganlage zählen der Bergfried, der Burgkeller, die Reste des Palas und die Burgkirche. Erst im 20. Jahrhundert wurde auf dem Gelände das Gebäude des Dreieich-Museums durch den Anbau der Burgbeiz ergänzt.

Der Bergfried wurde 1976 renoviert und wird seitdem für Veranstaltungen und seit dem Jahr 2000 auch für standesamtliche Trauungen genutzt. Bei einem Innendurchmesser von 8,50 m und einer Grundfläche von 56 m² können hier Veranstaltungen für bis zu 50 Personen stattfinden. Der Burgkeller, ein romanischer Keller aus der Zeit um 1180 mit einem Tonnengewölbe, befindet sich unterhalb des Palas und wird für Veranstaltungen, wie Betriebsfeste, Familienfeiern, Ausstellungen, Kulturveranstaltungen, Tagungen und Schulungen vermietet. In Zusammenarbeit mit dem Restaurant Faselstall wird dort die Teilnahme an einem 'Rittermahl' angeboten. Das ausgebaute Kellergewölbe bietet bei Tischbestuhlung Platz für 100 Personen, bei Reihenbestuhlung für 175 Personen. Die Grundfläche beträgt 125 m². Im Jahr 2002 wurde ein weiterer, sich östlich an den Burgkeller anschließender Raum ausgebaut. Er umfaßt 32 m² und hat einen separaten Eingang von der Weiherseite. Seit dem Jahr 2000 ist es möglich, die Burg Hayn für Eheschließungen von Brautpaaren aus Dreieich und anderen umliegenden Gemeinden zu nutzten. Während im Jahr 2000 81 Eheschließungen auf der Burg durchgeführt wurden, waren es 2001 und 2002 jeweils über 115. Standesamt, Kirche und Räumlichkeiten zur Feier befinden sich in unmittelbarer Nähe.

Die Palas-Ruine, das ehemalige Wohn- und Repräsentationshaus des Burgeigentümers, wird bei Veranstaltungen auf dem Burggelände, z.B. beim Burgfest, mit in das Geschehen einbezogen. Eine Nutzung bietet sich für Ausstellungen oder Veranstaltungen im Freien an. Bei Hochzeitsempfängen kann hier ein Umtrunk gereicht werden. Die Grundfläche beträgt 250 m².

Am heutigen Standort der evangelischen Burgkirche auf dem Burggelände, die von 1710-1718 erbaut wurde, befand sich bereits um 975 eine Ottonische Kapelle, um 1200 eine spätromanische Kapelle und um 1300 eine frühgotische Saalkirche. Die Kirche ist mit ihrer Ausstattung ein schlichtes sakrales Bauwerk. Sehenswert ist die Barockorgel von 1791, die Johann Stumm, ein anerkannter Orgelbauer, baute. Sie stellt eine musikalische Rarität dar. Die Kirche wird noch heute für kirchliche Veranstaltungen voll genutzt. Auf der Grünfläche zwischen der Kapelle und der Palas-Ruine befand sich im 12. Jahrhundert der Friedhof.

Ein 'Vorläufer' des Dreieich-Museums befand sich mit einer Ausstellung von Bodenfunden und handwerklichen Gebrauchsgegenständen bereits 1910 im Erdgeschoß eines Hauses in der Fahrgasse 49. Es war eines der ersten Heimatmuseen in Südhessen. Der Grundstein für das heutige Museumsgebäude im Burggarten wurde 1952 gelegt. Seit 1959 ist das Museum Kreismuseum. Der Verein gab aus finanziellen Gründen die Trägerschaft des Museums 1959 an den Landkreis Offenbach ab. Die Exponate verblieben im Vereinseigentum. Heute ist das Museum in gemeinsamen Besitz des Vereins und dem Landkreis. Im Museum wird die Geschichte sowie das Leben und Wohnen im ehemaligen Wildbannforst Dreieich gezeigt. Die Entwicklung der Burg und die seit 1256 als Stadt bezeichnete Burgmannensiedlung Dreieichenhain werden durch Architekturteile, Bodenfunde aus der vor- und frühgeschichtlichen Zeit und anhand von Modellen dargestellt. Ebenso gehört eine Präsenzbibliothek zum öffentlichen Angebot. Jährlich zählt das Museum etwa 13.000 Besucher.

Im Frühjahr des Jahres 2003 wurde das Museum um einen Neubau erweitert. Auf der größeren Ausstellungsfläche werden ergänzende Objekte aus dem Archiv zur Geschichte der Burgruine und der Burg präsentiert. Zukünftig soll das Museum in Verbindung mit dem Schulunterricht genutzt werden. Der für 1,1 Mill. Euro errichtete Neubau wurde bei der Eröffnung als „Meilenstein in der Entwicklung der Landschaft Dreieich” bezeichnet. Detlef Odenwald, Vorsitzender des Geschichts- und Heimatvereins, betonte, daß mit dem Anbau die Burg als kultureller Mittelpunkt dieser Landschaft gestärkt werde. Nach Aussage des ersten Stadtrats Dieter Zimmer steigert der Neubau die Attraktivität des Dreieich-Museums, das längst zu einem Besuchermagneten geworden sei. Das Museum leistet einen bedeutenden Beitrag zum kulturellen Geschehen der Stadt. Alle acht bis zehn Wochen werden im Museum Sonderausstellungen zu unterschiedlichen Themen (z.B. Marionetten, Radios, Taschenuhren, Schreibmaschinen) angeboten. Bei überregional bekannten Veranstaltungen, wie dem jährlichen Textilmarkt, dem Burgfest und dem internationalen Museumstag, ist das Museum Mit- oder alleiniger Veranstalter. Das Veranstaltungsspektrum des Museums wird durch Lesungen mittelalterlicher Gruppen oder Puppenspiele ergänzt.

Arbeit zitieren:
Meier, Janet Januar 2004: Die Vermarktung von Burgen am Beispiel der Burg Dreieichenhain, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Marketingkonzept, Tourismus, Vermarktung, Städtetourismus, Destinationsmanagement

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