Die Verlustdatensammlung für operationelle Risiken bei Banken als Bestandteil des Risikomanagementprozesses im Rahmen der "Neuen Basler Eigenkapitalvereinbarung"
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Katrin Katzfuß
- Abgabedatum: April 2003
- Umfang: 98 Seiten
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Hochschule Harz (FH) Deutschland
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-7170-5 P - ISBN (CD) :978-3-8324-7170-5 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Katzfuß, Katrin April 2003: Die Verlustdatensammlung für operationelle Risiken bei Banken als Bestandteil des Risikomanagementprozesses im Rahmen der "Neuen Basler Eigenkapitalvereinbarung", Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: KonTraG, Schadenfalldatenbank, Self Assessment, Risk Mapping, Risikoindikatoren
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Diplomarbeit von Katrin Katzfuß
Zusammenfassung:
Operationelle Risiken sind bei Kreditinstituten in den letzen Jahren zunehmend in den Mittelpunkt des Bewusstseins gerückt. Deren Handhabung erscheint jedoch nach wie vor als ein schwieriges Unterfangen. Die Aufgabenstellungen sind vielfach neu und die Probleme und ihre Lösungen ergeben sich häufig erst in der konkreten Umsetzung.
Voraussetzung ist ein gemeinsames Grundverständnis über den zu schaffenden Rahmen eines Risikomanagementsystems für operationelle Risiken. Den größten Schwierigkeiten begegnen Institute bereits in der ersten Phase des Risikomanagementprozesses, nämlich bei der Identifizierung und Analyse von operationellen Risiken.
Dabei spielen die Definition und insbesondere die Abgrenzung operationeller Risiken eine wichtige Rolle. Risikomanagement betreibt man nicht zum Selbstzweck. Neben diversen gesetzlichen Anforderungen, deren schärfste und umfangreichste sicherlich die von Basel II darstellen, sind auch diverse betriebswirtschaftliche Gründe für das Management entscheidend. Eine wachsende Bedeutung kommt dabei der Quantifizierung von operationellen Risiken und ihre Einbindung in ökonomische Kapitalmodelle zu. Eine risikoadjustierte Performance- und Steuerungspolitik lässt sich erst durch die Integration von Markt-, Kredit- und operationellen Risiken verwirklichen.
Ausschlaggebend für den Erfolg eines integrierten Systems ist das Zusammenwirken aller Elemente eines Risikomanagementprozesses. Dabei sind operationelle Risiken (d.h. Verlustdaten iwS) auf einer monetären Basis zu identifizieren, um sie schließlich messen und steuern zu können. Aufgrund einer größer werdenden Verfügbarkeit von Verlustdaten wird auch die Prognosegüte quantitativer Modelle zunehmen. Durch einen ständigen Abgleich der qualitativen Risikodaten mit den tatsächlich eingetretenen Verlusten lässt sich zuverlässiges Zahlenmaterial erreichen. Dazu werden die potenziellen Verlustdaten aus bankeigenen Risikoschätzungen (Risikodaten) mit den schlagend gewordenen Verlusten aus der Schadensfalldatenbank validiert.
Von der Aufsicht ungeklärt bleibt die Vorgehensweise bei der Implementierung eines solchen Prozesses. Zwar sind Risikokategorisierungen und Berechnungsansätze von Basel II vorgegeben, die praktische Umsetzung obliegt jedoch den Banken. Mit den Methoden der Verlustdatensammlung hat kaum ein Institut Erfahrungen. Um einen groben Überblick über die vorherrschenden Risiken zu bekommen bietet sich das Risk Mapping an. Das Self / Risk Assessment ist neben der Schadensfalldatenbank die etablierteste Methode. Die Funktion eines Frühwarn- bzw. Limitsystem erfüllen zwar am ehestens die Key Risk Indikatoren, deren Entwicklung befindet sich aber noch in den Anfängen.
Da die operativen Einheiten ihre Risiken am ehesten kennen, stellen Bottom-up Ansätze mit zentraler Koordination durch eine unabhängige OpR-Einheit am besten eine korrekte, zeitnahe und vollständige Datenerfassung sicher. Eine entscheidende Rolle spielen vor allem weiche Faktoren wie die Akzeptanz und Etablierung einer entsprechenden Risikokultur, die ein Erfassen von Verlusten ermöglicht und ggf. durch ein Incentive-System unterstützt. Besonders bei seltenen, dafür aber hohen Verlusten reichen interne Daten nicht aus und es muss auf externe Datenquellen zurückgegriffen werden. An die Qualität und Verlässlichkeit der Daten werden durch Basel II umfangreiche Anforderungen gestellt, die ein Institut umsetzen muss. Aus diesem Grund wird eine modulare und integrierbare Softwarelösung erforderlich, die von der Identifikation bis hin zur Überwachung und Berichterstattung den Risikomanagementprozess unterstützt.
Die Überwachungsfunktion für operationelle Risiken wird durch eine verantwortliche Stelle für das Risikocontrolling und durch die Interne Revision wahrgenommen. Sie erstreckt sich über alle Phasen des Risikomanagementprozesses.
Fachleute erwarten aufgrund der Ausweitung und zunehmenden Komplexität der Produkte und Prozesse sowie der Globalisierung einen Anstieg der operationellen Risiken in der Zukunft. Dabei zeichnen sich folgende Haupttrends ab: Die Handhabung operationeller Risiken wird sich zu einem Schlüsselelement bei Finanzunternehmen entwickeln, d.h. man wird vermehrt operationelle Risiken einzugehen haben und davon abhängig sein. Deshalb muss eine Verbindung zwischen den operationellen Risiken und der strategischer Planung eingegangen werden. Das operationelle Risiko könnte dabei von den Shareholdern als echter ökonomischen Wert aufgenommen werden.
Das aktive Management eröffnet mittelfristig entscheidende Wettbewerbsvorteile. Die aufsichtsrechtlichen Entwicklungen im Zusammenhang mit Basel II und die Marktchancen, die sich aus dem Wissen um operationelle Risiken ergeben, sind ein Indiz dafür, dass sich die Beherrschbarkeit von operationellen Risiken zu einer Kernkompetenz von Banken entwickeln wird.
Inhaltsverzeichnis:
| Abbildungsverzeichnis | III | |
| Tabellenverzeichnis | IV | |
| Abkürzungsverzeichnis | V | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2. | Aufbau der „Neuen Basler Eigenkapitalvereinbarung“ | 3 |
| 2.1 | Säule 1: Eigenkapitalunterlegung | 4 |
| 2.2 | Säule 2: Aufsichtsrechtliches Überprüfungsverfahren | 5 |
| 2.3 | Säule 3: Offenlegung der Risiken gegenüber dem Markt | 7 |
| 3. | Definition und Abgrenzung operationeller Risiken | 8 |
| 3.1 | Definition und Analyse der Definition | 9 |
| 3.2 | Abgrenzung der operationellen Risiken | 13 |
| 3.2.1 | Abgrenzung zu Markt- und Kreditrisiken | 13 |
| 3.2.2 | Abgrenzung zu strategischen Risiken und Reputationsrisiken | 14 |
| 4. | Management operationeller Risiken | 16 |
| 4.1 | Erfüllung gesetzlicher Anforderungen | 16 |
| 4.2 | Betriebswirtschaftliche Gründe | 19 |
| 4.3 | Risikomanagementprozess für operationelle Risiken | 22 |
| 4.3.1 | Risikoidentifikation und - analyse | 25 |
| 4.3.2 | Risikomessung und -bewertung | 26 |
| 4.3.3 | Risikosteuerung und -bewältigung | 27 |
| 4.3.4 | Risikoüberwachung und -reporting | 28 |
| 5. | Ansätze und Methoden der Verlustdatensammlung | 29 |
| 5.1 | Ansätze bei der Kategorisierung von Verlusttypen | 29 |
| 5.1.1 | Ursachen-, ereignis- und auswirkungsbasierte Risikokategorien | 30 |
| 5.1.2 | Kritische Aspekte der Kategorisierung | 31 |
| 5.2 | Berechnungsansätze von operationellen Risiken | 33 |
| 5.2.1 | Übersicht der Messansätze von Basel II | 34 |
| 5.2.2 | Bewertung der unterschiedlichen Messansätze | 37 |
| 5.2.3 | Statistisch-mathematischer Ansatz als Best Practice | 40 |
| 5.3 | Methoden der Verlustdatensammlung | 42 |
| 5.3.1 | Risk Mapping | 43 |
| 5.3.2 | Self/ Risk Assessment | 47 |
| 5.3.3 | Key Risk Indikatoren | 50 |
| 5.3.4 | Scorecards | 53 |
| 5.3.5 | Schadensfalldatenbank | 54 |
| 5.4 | Datenbeschaffung und praktische Umsetzung | 58 |
| 5.4.1 | Unterscheidung in Bottom-up und Top-down Ansätze | 58 |
| 5.4.2 | Aufbau einer Risikokultur zur Verlustdatensammlung | 61 |
| 5.4.3 | Datenquellen für die Verlustdatensammlung | 64 |
| 6.4.4 | Wichtige Kriterien für die Qualität und Verlässlichkeit der Daten | 68 |
| 5.4.5 | Anforderungen an die IT-Unterstützung | 71 |
| 5.5 | Verlustdatenüberwachung und -reporting | 76 |
| 5.5.1 | Risikocontrolling | 76 |
| 5.5.2 | Interne Revision | 78 |
| 6. | Zusammenfassung | 82 |
| Literaturverzeichnis | 84 | |
| Eidesstattliche Erklärung | 91 |
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832471705
Arbeit zitieren:
Katzfuß, Katrin April 2003: Die Verlustdatensammlung für operationelle Risiken bei Banken als Bestandteil des Risikomanagementprozesses im Rahmen der "Neuen Basler Eigenkapitalvereinbarung", Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
KonTraG, Schadenfalldatenbank, Self Assessment, Risk Mapping, Risikoindikatoren



